Blasenprobleme: Steine, Entzündung, Tröpfeln

  • Hallo,


    ich hätte gerne mal Euer Schwarmwissen zu unseren Blasenthemen:


    Pelle ist 6 Jahre alt, vermutlich früh kastriert.


    Er hatte mehrere blutige Blasenentzündungen, therapiert mit AB. Dann wurde Gries gefunden und auch Steine. Ein Zufallsbefund, weil Gries in der Windel war, als ich notfallmäßig in der Klinik mit ihm war. Auf dem Ultraschall lies es sich erst gar nicht (beim ersten niedergelassenen TA) darstellen, in der Klinik dann schon, als die gelben Krümel in der Windel waren. Er blieb in der Nacht in der Klinik.


    Wieder Zuhause wurde beim zweiten niedergelassenen TA (eine Freundin) weiter beobachtet und behandelt mit AB, Schmerzmitteln und Diät - Gries war eine Calcium-Phosphor-Verbindung - also Calcium-Phosphor-arme Ernährung und viel Wasser, damit der Kram rausgespült wird. Das reichte aber nicht, die nächste Entzündung kam schnell. Auf dem Ultraschall kaum noch Gries zu sehen, im Röntgen ein Stein in der Harnröhre, der mittels Katheder zurückgeschoben wurde, OP-Termin.


    Die Blase war VOLL mit Gries und auch Steinen. Nicht nur Calcium-Phosphor, sondern auch noch ein zweiter Stein, dessen Namen ich nicht mehr weiß. Im Behandlungsverlauf und unzähligen Urinproben war dann auch irgendwann mal Struvit anteilig dabei.


    Meine TÄ glaubt nicht an Stoffwechselstörung, sondern an eine durcheinandergeratene Blase durch die vielen Entzündungen. Nach der Op war auch erstmal Ruhe. Ich testete brav den Urin zwischendurch - alles schick.


    Jetzt tropft er plötzlich. Erst ganz wenig, kaum merklich. Dann immer häufiger. Jetzt tropft er bei Aufregung (ich komme nach Hause), Gassi liegt länger als 6 Stunden zurück, wenn er dringend Kot absetzen muss und nach dem Schlafen.


    Urin ist schick, Ultraschall auch. Chiro hat ihn sich angeguckt und nur festes Kreuzdarmbein. Sie hat Akkupunkturnadeln gesetzt, ein Katheder wurde geschoben, Urin aus der Blase durch die Bauchdecke genommen - alles gut. Nach diesem Termin wurde es kurz besser. Jetzt sind wir wieder wie oben beschrieben unterwegs.


    Sonst geht es Pelle unverändert. Er ist sehr stressanfällig, aber nicht mehr als sonst. Er hat 5kg Gewicht verloren - aber das war gewollt, weil er zu schwer geworden war.


    Hat jemand eine Idee? Ich werd Morgen nochmal hin und will den Rücken und die Blase geröntgt haben und Blut untersuchen lassen (aber worauf speziell?). Vermutlich wird er auch im Ausschlussprinzip AB und Entzündungshemmer bekommen.


    Ich bin ratlos und die TÄ auch. Für "er ist halt inkontinent" find ich ihn einfach noch zu jung und mit der Vorgeschichte, wäre das wohl auch zu einfach.

  • Ich vermute die üblichen Dinge macht ihr schon?


    - tägliches pH Wert messen & anpassen

    - Spezialfutter + evtl. Nahrungsergänzungen

    - Probiotika


    Wir hatten auch eeewig damit zu kämpfen, erst Gries und danach tat der Bandscheibenvorfall sein Übriges. Resistente Keime, Antibiogramme... Zwischendurch waren auch Proben negativ und dann kam es doch wieder. Einfach ein scheiß Timing, dass der Bandscheibenvorfall direkt kam, nachdem wir den Gries im Griff hatten. Dadurch hatte sie einen Blasenspasmus was bakterielle Entzündungen massiv begünstigt. Entleert dein Hund die Blase draußen vollständig?


    Wahrscheinlich würde ich die Prostata trotz Kastra checken lassen.


    Hier gab es Spezialfutter (ist je nach Stein/Gries ein anderes), D-Mannose, Cranberry & Probiotika täglich. Urinproben wurden immer direkt mittels Punktion aus der Blase entnommen, sonst macht ein Antibiogramm leider wenig Sinn (allerdings nur, wenn wirklich was vorlag, Proben zwischendurch habe ich auch aufgefangen).

  • Chien_de_coeur


    Er bekommt Hills U/D - Nassfutter in den Napf und TroFu als Belohnung. Zusätzlich Gemüse (Gurke und Möhre) und morgens aufgegossene Kartoffelflocken mit Relax Plus von VetConcept, weil das L-Tryptophan besser mit puren Kohlehydraten aufgenommen wird, als mit Proteinen.


    Zusätze für die Blase bekommt er keine.


    PH-Wert ist immer zwischen 7/8. Die unterschiedlichen Steine sind sich aber leider auch nicht einig, welche Diät und welcher PH-Wert ihnen ab- oder zuträglich ist. Mit dem Hills U/D waren wir jetzt lange stabil.


    Dass das Tröpfeln (wobei es bei voller Blase nicht mehr nur Tropfen sind, die er verliert!) vom Rücken kommen kann, haben mir mehrere Rüdenbesitzer gesagt. Chiro und TÄ sind skeptisch, da hätten sie gerne noch andere neurologische Ausfallsymptome, um da weiter zu forschen. Aber ich will den Rücken trotzdem mal geröntgt haben.


    Prostata wurde beim Kastraten auch erstmal ausgeschlossen.


    Es ist echr zum Haare raufen.

  • Achso: Er braucht mehrere Anläufe zum Leeren der Blase. Zwei Mal pinkelt er schon viel bei der Löserunde, ich gucke, dass er dann noch ein 3. mal markiert (er markiert echt wenig, dass er das dritte Mal pinkelt, kann eeewig dauern... Aber da kommt dann kein Strahl mehr, sondern nur Tropfen).

  • Im Röntgen sieht man Rückenprobleme halt leider auch oft nicht. Tröpfeln hatten meine Hunde übrigens nie, auch die mit Blasenkrebs nicht (Blasenthemen sind hier leider immer aktuell, wie du merkst). Das kenne ich halt viel von der Prostata. Auch der Hund einer Freundin, bei dem sich der Spinalnerv immer wieder entzündet, läuft dann immer ganz aus. Allerdings hat der noch ganz, ganz andere Symptome und der Weg zur Diagnose beinhaltete ein MRT und eine Rückenmarks-OP.

  • Meine inzwischen verstorbene Hündin hatte auch ähnliche Probleme, vor allem das Tropfen und die verschiedenen Steine, bzw Kristalle.

    Viel Wasser geben war auch wichtig, bei uns war dann auch das Wasser wichtig, wir haben ihr tatsächlich Volvic gegeben, das es weniger Calcium, … hat als unser Leitungswasser hatte. Gerade wenn man viel Wasser gibt, kann das auch ein Faktor sein.

    Außerdem gab es dann noch etwas mit Cranberries für die Blase.

  • Mein CES-Rüde (War bei ihm ne Nervenkanalstenose, im Röntgen nicht sichtbar) hatte definitiv Blasenprobleme vor neurologischen Ausfällen.


    Im späteren Verlauf, als auch die Blasenentzündungen kamen, dann eine weitestgehend atonische Blase, wo auch von Inkontinenzmedikation abgeraten wurde, quasi falsche Nervenbaustelle für die Wirkweise.


    Letztlich war, bei uns, dann allerdings das entzündliche Geschehen bzw die Blutungen und die verdickte Blasenwand als Entzündungszeichen leider doch keine Blasenentzündung. Antibiose und Schmermittel hatten da wohl erst mal einen hemmenden Einfluss aufs Wachstim der Zubildung. Denn beim letzten Schall, der allerdings wegen seines Magendurchbruchs erfolgte, sah man dann, Monate nach der ersten "Entzündung", den Tumor.


    Das ist allerdings die Worst Case Geschichte, die habt ihr ja wohl hoffentlich nicht.


    Aber ja, dass die Blasenprobleme vom Rücken kamen, dafür haben wir in 3 Jahren keine andere Erklärung gefunden. Bis auf Durchflussmessung mit Kontrastmittel wurde so ziemlich alles an ihm diesbezüglich gemacht.

    (Die echten neurologischen Ausfälle kamen erst nach 2,5 Jahren. Sein CES hab ich nur daran erkannt, dass der für seine Rasse beim schnell rennen zu langsam war und Berührungsempfindlichkeit zeigte. Da war selbst der Orthopäde nicht sofort überzeugt. Erst nach dem CT.

    Auch das muss bei Pelle nicht so sein. Nur erwähnt, weil es eben nicht zwingend so ist: Erst motorische Ausfälle, dann Blase - wenn Rücken die Ursache ist.


    Mit höherklassigen Schmerzmitteln war er übrigens relativ lange relativ dicht, als es schlechter wurde. Davor half ihm Chiropraktik alle 4-5 Wochen.

    Bei Extremstress, was bei ihm Alleinebleiben war, wenn er es grad wieder nicht konnte, lief er aber immer komplett aus.


    Pelle pinkelt ja wenn, normal, oder?


    Der Haflingerkarl kam schon aus Spanien mit einem dürren Altherrenpinkelstrahl, da war er cirka 3, und Harnabsatz erfolgte in mehreren Portionen. Das war nicht immer markieren bei ihm, sondern Etappenpinkeln.

  • TA-Besuch:


    1. Sie lieben ihn alle. 😅

    2. Röntgen von Lendenwirbelsäule, Hüfte, Blase, Nieren, Penis: Spondylosen im Rücken - zwei sind so gut wie "zu" und zwei sehen schon so aus, als könnten sie bei bestimmten Bewegungen zwicken. "Nasen" hat er an allen Wirbeln. Beginnende Arthrose an den Hüften. Blase und Nieren schick. Am Penis war ein Schatten zu sehen - vielleicht eine Schleimhautfalte am Harnleiter.

    3. AB und Entzündungshemmer: machen wir nicht. Es sieht tatsächlich jetzt nach einem funktionellen Problem aus.

    4. Inkontinenz beim Kastraten: Jawohl. Vermutlich schafft seine Blasenmuskulatur eine bestimmte Urinmenge nicht und durch das Hills U/D bildet sich mehr Urin als üblich, weil der ja nun sehr dünn sein soll, damit sich keine Steine mehr bilden. Das heißt die Diät tut was sie soll, er trinkt wie ein Pferd und pinkelt auch wie eins, aber sein Gewebe hält es nicht.

    5. Blockaden im Rücken: Jawohl. Freitag noch einmal zur Chiro.

    6. Medikamente zur Behandlung von Inkontinenz: Jawohl. Aber erstmal warten wir das WE nach der Behandlung ab um zu sehen, ob die Chiro allein schon hilft.

    7. Am Futter nochmal umstellen: Eventuell. Wir testen Chiro und ggf. Medis und dann kann man mal gucken, ob man mit Futalis spricht.


    Ja, also eine Baustelle, die bleiben wird.

  • Meine Hündin (6) ist auch undicht geworden aufgrund der Kastra. Das wurde stetig schlimmer. Sie bekommt jetzt seit ein paar Wochen Caniphredin und ist wieder dicht. Nebenwirkungen hat sie keine.

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