Aversive Trainingsmethoden - Literatur für Richtigstellung geläufiger Irrtümer gesucht

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    Hallo liebe Forenmitglieder,

    Immer mal wieder treffe ich auf Menschen mit und gern auch ohne Hundeerfahrung, die sich ganz überzeugt davon zeigen , dass man ja auch mal "durchgreifen" müsse und es nur artgerecht und natürlich sei, den Hund auf den Boden zu drücken, lautstark zurechtzuweisen, lange zu schimpfen, dass der Mensch das Alpha-Tier sein und dominieren muss etc. Und dass es im Grunde nur das braucht, um einen Hund dazu zu bringen, alles zu tun, was man von ihm verlangt und alles zu unterlassen, was man nicht möchte.


    Manchmal würde ich mich dann bei der Aufklärung gern auf eine gewichtige Quelle berufen können, aber auch selbst gern mehr in die Tiefe gehen, um das Lern- und Sozialverhalten in der Theorie besser zu kennen und um fundierter auf solcherlei "Statements" reagieren zu können. Das Internet bietet ja viele Informationen, aber oft fehlen mir da vernünftige Quellenangaben und der Verweis zu Studien etc.

    Kennt ihr zu den Themen Sozial- und Lernverhalten von Hunden (wissenschaftliche) Literatur oder Literatur, die sich auf Studien bezieht und diese benennt?

    Danke und liebe Grüße,
    Wiesenpippau

  • Hi,


    mein erster, ganz ehrlich und gar nicht bös gemeinter Tipp wäre: Glaub nicht, dass die Leute Deine Tipps lesen und erwarte nicht, dass sie Deine Aufklärung annehmen :smile:. Der Tipp, mal in eine fachkundige Trainingsstunde reinzuschauen, findet meiner Erdahrung nach eher Resonanz als das Erstere


    Ansonsten würde ich mich mal bei Udo Gansloßer umtun und in „Coppinger/Feinstein - Die Ethologie des Hundes“ und in „Bo Söderström - Hunde erforscht“ reinschauen (kannst Du beides bei Skoobe leihen, falls Du ein Abo hast, den zweiten hab ich allerdings noch nicht gelesen).


  • Immer mal wieder treffe ich auf Menschen mit und gern auch ohne Hundeerfahrung, die sich ganz überzeugt davon zeigen , dass man ja auch mal "durchgreifen" müsse und es nur artgerecht und natürlich sei, den Hund auf den Boden zu drücken, lautstark zurechtzuweisen, lange zu schimpfen, dass der Mensch das Alpha-Tier sein und dominieren muss etc. Und dass es im Grunde nur das braucht, um einen Hund dazu zu bringen, alles zu tun, was man von ihm verlangt und alles zu unterlassen, was man nicht möchte.

    Der erste "geläufige Irrtum" geht doch schon damit los, altbackene Hundeerziehung / Überfoderungsreaktionen irgendwelcher Halter als "Trainingsmethoden" zu bezeichnen.

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  • Kennt ihr zu den Themen Sozial- und Lernverhalten von Hunden (wissenschaftliche) Literatur oder Literatur, die sich auf Studien bezieht und diese benennt?

    Wenn du auch direkt Studien lesen magst, kann ich dir heute Nachmittag gern ein paar meiner Favoriten raussuchen.

    Ansonsten kannst du Ausschaut halten nach Büchern/Artikeln/Studien von Ken Ramirez, Jesús Rosales-Ruiz, Karen Pryor, Bob Bailey, Kathy Sdao, Karolina Westlund, Chirag Patel, Susan Friedman,...

    Einige davon sind Verhaltensbiologen, die auch aktiv forschen (z. B. Rosales-Ruiz), andere sind seit Jahrzehnten professionelle Tiertrainer mit einem gewaltigen Schatz an Erfahrungen.


    Ich hab auch die Erfahrung gemacht, dass man diejenigen, die von aversiven Methoden fest überzeugt sind (oder selbst nicht merken, dass sie aversive Methoden anwenden), mit Argumenten nicht erreicht. Aber die, die doch zweifeln und sich einen anderen Umgang wünschen oder die, die nur daneben stehen und zuhören/mitlesen, die erreicht man.

  • Das Problem fängt meiner Meinung nach woanders an, nämlich in der Denkweise:


    Immer mal wieder treffe ich auf Menschen mit und gern auch ohne Hundeerfahrung, die sich ganz überzeugt davon zeigen , dass man ja auch mal "durchgreifen" müsse...

    wenn dann in Zusammenhang mit dem "Durchgreifen" diese Aspekte genannt werden:



    ...und es nur artgerecht und natürlich sei, den Hund auf den Boden zu drücken, lautstark zurechtzuweisen, lange zu schimpfen, dass der Mensch das Alpha-Tier sein und dominieren muss etc.

    Natürlich muss ich "durchgreifen" - die Frage ist nur: Wann (ist es überhaupt notwendig/sinnvoll) und Wie (welche Art Chef will ich sein).


    "Durchgreifen" als grundsätzlich schlecht darzustellen, ist ein Weg der am Verständnis für ein soziales Miteinander vorbei führt.


    Wenn ich Menschen, die ein "Durchgreifen" wie oben beschrieben anwenden, erreichen will, dann muss ich sie dazu bringen, ihre eigene Motivation anzusehen und in Frage zu stellen.


    Da habe ich auch schon häufig die Erfahrung gemacht, dass dies gar nicht gewünscht ist von diesen Menschen. Vor Allem deshalb, weil sich dieser Umgang nicht nur auf den Hund beschränkt, sondern allgemein auf den sozialen Umgang auch mit Menschen.


    Literatur zu dieser Thematik ... :???:


    Sehr erhellend fand ich "Affe trifft Wolf" von Bloch/Radinger, ein teilweise recht humoristischer Blick auf zwei unterschiedliche Spezies, der viel von den Missverständnissen erklärt, die in der Hund-Mensch-Beziehung auftreten.


    Ein überaus hundefreundlicher, und dabei sehr realistischer Blick zeigt sich in dem Buch von Miklosi "Hunde - Evolution, Kognition und Verhalten". Er betrachtet Hundeverhalten immer im Zusammenhang mit Menschen/der Menschenwelt, und ist der Ansicht, über die Evolution der Hunde die Evolution des Menschen besser begreifen zu können. Damit ist er nicht alleine, und auch nicht der Erste -worauf er auch hinweist.


    Im Grunde genommen geht es um die grundsätzliche Einstellung des Menschen gegenüber (s)einem Hund: Lebe ich damit Macht aus, und nutze die menschlichen Fähigkeiten dazu, den Hund zu einem nach meinen Wünschen funktionierenden Lebewesen zu formen, welches mir überall da wo ich es will Untertan zu sein hat - oder begreife ich den Hund als denkendes und fühlendes Lebewesen, der als Partner auf vier Pfoten an meiner Seite steht?


    Nach wie vor mein Favorit, um Hunde zu begreifen: Aldington "Von der Seele des Hundes".

    Ist aber keine leicht verdauliche Kost, aber: Obwohl Ende der 80er erschienen, sind viele der dort gesammelten Erkenntnisse auch heute noch gültig. Einige wenige davon wurden noch weiter erforscht, und es gibt genauere Informationen dazu. Der Grund: Viele der dort aufgeführten Erkenntnisse wurden mit Methoden erforscht, die heute nicht mehr zulässig sind (Pawlow und Scott and Fuller z. B.).

    Die heutige Kynologie nutzt aber diese Erkenntnisse, und baut ihre eigenen Forschungen darauf auf.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


    Das hat mir die weitere lange Suche nach dem richtigen Futter erspart: Hier müssen Ihr lediglich wenige Minuten investieren und einige konkrete Fragen zu Ihrem Hund oder Katze beantworten. Anschließend erhaltet Ihr, abgestimmt auf Ihren Liebling, bis zu fünf Futterproben als kostenloses Paket zugeschickt!


    Einfach den Futtercheck ausprobieren - ich bin sehr glücklich, auf diesem Weg nun das richtige Futter gefunden zu haben.


    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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