Noch Führung oder schon "Unterdrückung"?

  • Ich würde mich mal über konkrete Beispiele freuen wie ihr dafür sorgt dass die Hunde merken dass sie nichts zu regeln haben.

    Ich soll z.b. laut meinem Hundetrainer das Essen immer zu unterschiedlichen Zeiten geben, also auch mal nachts um 4 Uhr wenn ich von einer Party komme, immer an unterschiedlichen Orten und immer in unterschiedlichen Mengen. Außerdem soll ich den Hund auch mal einfach woanders hinlegen wenn er irgendwo liegt, einfach um ihm zu zeigen dass ich bestimme wo es langgeht. Ich habe halt auch einen rotzfrechen Junghund. Ich fühle mich da nicht wirklich gut bei, auch wenn das ja nun wirklich nichts ist was die Hunde drangsaliert. Aber ich merke z.b. dass das für meinen unsicheren Boxer nichts ist, der wird noch unsicherer.

    Das ist krass und blöd und schlicht Tyrannei!

    Ich würde diesen Trainer nicht mehr konsultieren, der hat doch nen Rad ab.:rotekarte:

  • Ich danke euch für eure Rückmeldungen.

    Es soll dazu dienen dass der Hund Fragezeichen im Kopf hat und sich mehr an mir orientiert. Er randaliert ja an der Leine, das gehe ich jetzt allerdings anders an und habe damit auch Erfolge.


    Ich habe tatsächlich nur das mit der Fütterung gemacht, aber auch nicht so wie gesagt, sondern meistens, (beim Labbi Junghund um den es ja geht) in Verbindung mit irgendwas dafür tun, also Futterbeutel, einweisen, Futter auf den Rasen schmeissen und suchen lassen ect. Bei ihm merke ich dass er das toll findet, die unterschiedlichen Fütterungszeiten sind ihm Wurst.

    Der Boxer bekommt sein Essen nach wie vor an seinem Stammplatz, er braucht feste Abläufe weil ihn alles andere total verunsichert, er ist ja eh so ein Mimimi.

    Ich habe diese massive Verunsicherung also nicht umgesetzt, eben weil sie mir nicht ok vorkam.

    Aber dann war mein Gefühl ja richtig.

    Ich werde, auch angeregt durch den anderen Fred den Jungspund nun enger führen, aber immer verlässlich und berechenbar.

  • Es soll dazu dienen dass der Hund Fragezeichen im Kopf hat und sich mehr an mir orientiert.

    Der Denkfehler liegt für mich darin, dass ein unkalkulierbarer Mensch kein verlässlicher Orientierungspunkt ist.

    Dass Hunde sich am Menschen orientieren, erreicht man doch ganz simpel über ein immer gleiches "wenn A, dann B".

    Dazu muss man den Hunden 1. vermitteln, in welchen Situationen sie Spielraum haben und in welchen sie sich orientieren sollen. 2. müssen sie kapieren, dass sich Orientierung lohnt und dass Alleingänge sich nicht lohnen. Aber das ist ja letztendlich in der Haltung eines einzelnen Hundes nicht anders.

    Z.B.: Fragst Du per Blick, ob Du zu mir auf das Sofa springen darfst, erlaube ich es Dir und Du kannst neben mir kuscheln. Springst Du einfach so auf das Sofa, ohne abzuwarten, fliegst Du sofort wieder runter.


    Was das Erarbeiten von Futter anbelangt: Das ist ja irgendwie auch eine Glaubensfrage. Ohne Not lasse ich meine Hunde nicht ihr komplette Futter erarbeiten, weil ich einfach keinen Sinn darin sehe, Leistung über die Befriedigung oder Vorenthaltung existenzieller Bedürfnisse einzufordern. Darin sehe ich nun ganz bestimmt keine Tierquälerei, sondern möchte, dass meine Hunde Spaß am Dummytraining haben und den haben sie in erster Linie dann, wenn sie nicht mit knurrendem Magen ihrem Frühstück in kleinen Portionen nachjagen müssen.

    Das ist für mich ein Balancieren auf einem feinen Grad zwischen Abhängigkeit und tragfähiger Bindung und mag auch an der Rasse liegen, die ich habe. Würde ich Leistung primär über ein Hungergefühl abrufen, würden mir meine Zwei spätestens dann den Stinkefinger zeigen, wenn sie satt sind. Eben weil sie nicht wirklich motiviert sind und keinen Bock darauf haben, mit mir zu arbeiten. Deshalb würde hier ein "Super- Rückruf" über eine reine Futterbelohnung auch nie funktionieren. Sobald meine Hunde satt sind, würde ich nämlich einsam pfeifend alleine auf dem Acker stehen und blöd gucken.

    Was funktioniert, liegt mE auch immer an dem Typ Hund, den man hat.

  • Für mich kommt es bei dem Thema sehr stark darauf an, ob es für einen begrenzten Zeitraum ist oder dauerhaft. Dauerhaft würde so ein Zustand für mich niemals in Frage kommen, außer es ist ein Ende in naher Sicht (bei zB sehr kranken oder alten Hund, und eine Abgabe würde in keinem Verhältnis stehen).


    Ich hatte und habe ja jeweils Hundekonstellationen, wo ich anfänglich sehr stark reglementieren musste. Leine, Maulkorb, Gittertüren Box, alles war dabei.


    Shira (damals Pflegehund) hätte ich bereits am zweiten Tag am liebsten sofort loswerden wollen, weil es Stress pur war. Für mich, wie die Hunde. Wäre das so geblieben, hätte sie definitiv gehen müssen. Unser aller Glück/Pech das niemand einen erwachsenen, nicht stubenreinen, verhaltensauffälligen und nicht ganz gesunden Hund haben wollte und ich auf ihr sitzen blieb xD Nach ca 3 Monaten entspannte es sich und letztendlich wurde ein wunderbares Hundeteam aus meinen beiden.


    Das Gleiche wiederholte sich dann auch bei Litos Einzug. Allerdings dauerte es hier nur wenige Wochen, bis alles unproblematisch war. Das Einzige wo ich ein wenig drauf achten muss, ist das Lito Shira nicht mit seiner Hibbeligkeit nervt. Ansonsten genieße ich jetzt das Glück rein gar nichts, regelementieren zu müssen, weil die beiden wirklich Arsch auf Eimer sind. Und das trotz des Starts und der Tatsache, dass mir hier damals mehrere User von einem Zweithund zu Shira abgeraten haben, weil es dem neuem gegenüber nicht fair wäre mit so einem Hund :p

  • Ich lasse ihn nicht sein gesamtes Futter erarbeiten.

    Mal davon abgesehen dass ein Labrador sowieso nie satt ist gibt es das Frühstück morgens meistens normal. Das ist wegen der dem Medikamente des Boxers gar nicht anders zu machen.

  • Ich lasse ihn nicht sein gesamtes Futter erarbeiten.

    Mal davon abgesehen dass ein Labrador sowieso nie satt ist gibt es das Frühstück morgens meistens normal. Das ist wegen der dem Medikamente des Boxers gar nicht anders zu machen.

    Guck dir doch einfach mal die üblichen Stellschrauben an. ;)


    - kontrollieren daheim von irgendwas und irgendwen

    - Leinenführigkeit

    - Freilauf (hat er dich im Kopf, lässt sich ohne Leine eingrenzen)

    - kann er sich zurücknehmen



    etc pp....

  • Ich lasse ihn nicht sein gesamtes Futter erarbeiten.

    Habe ich anders gelesen, Frankyfan, sorry! Ich habe bei Deinem Beitrag an die Rütter- Folgen gedacht, in denen ja regelmäßig darüber gearbeitet wird.

    War aber auch von mir nicht als Kritik gemeint, sondern als Erklärung, warum das hier nicht funktionieren würde.

  • Ich lasse ihn nicht sein gesamtes Futter erarbeiten.

    Habe ich anders gelesen, Frankyfan, sorry! Ich habe bei Deinem Beitrag an die Rütter- Folgen gedacht, in denen ja regelmäßig darüber gearbeitet wird.

    War aber auch von mir nicht als Kritik gemeint, sondern als Erklärung, warum das hier nicht funktionieren würde.

    Alles gut, hab ich auch nicht so verstanden.

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