Star-Allüren durch zu viel Aufmerksamkeit?

  • Hallo zusammen!

    Gleich zuerst: Konstruktive Kritik und Ratschläge ausdrücklich erwünscht. :winken:

    Der Joshi ist nun ein Jahr alt und inzwischen deutlich kein kleiner anhänglicher Welpe mehr, sondern eben ein neugieriger Jungspund, mit vielen Flausen im Kopf. Die grundsätzliche Erziehung läuft gut und im Alltag hatte ich bisher keine Probleme. In letzter Zeit fällt mir aber immer deutlicher auf, dass er Verhaltensweisen entwickelt, die ich mal als Star-Allüren bezeichne: Er fordert praktisch ständig Aufmerksamkeit von mir und reagiert mit immer lautstärkeren Forderungen, wenn ich ihn ignoriere.
    An zu wenig Aufmerksamkeit und Beschäftigung kann es nicht liegen. Ich gehe zwei Runden am Tag mit ihm spazieren und spielen, fast immer mit befreundeten Hundebesitzern gemeinsam. Wenn ich auf Arbeit bin, begleitet er mich, da ich gemeinsam mit ihm tiergestützt in einer Jugendhilfe-Einrichtung arbeite. Sowohl zu Hause als auch bei der Arbeit hat er ausreichend Möglichkeiten sich zurück zu ziehen, seine Grenzen werden also auch respektiert.
    Müsste ich raten, dann würde ich also eher sagen, dass es eher an einer Gewohnheit an zu viel Aufmerksamkeit liegt. Denn er respektiert meine Grenzen nicht mehr. Aber wann habe ich ihm das bei gebracht? Ich habe von Beginn an versucht, Ruhephasen zu Hause einzuführen und ihn eben nicht 24/7 zu bespaßen. Trotzdem läuft er besonders morgens ständig zur Wohnungstür und jammert immer lauter, wenn ich nicht mit ihm raus gehe. Und das, obwohl er 5 Minuten vorher schon für ein erstes Geschäft draußen war. Seine übliche Zeit zum Spaziergang ist da noch 2 Stunden entfernt. Außerdem weckt er mich jetzt früher als zu den Zeiten, als er noch deutlich jünger war. Und wehe, ich sitze mit dem Handy telefonierend in der Wohnung, wenn er gerade lieber Aufmerksamkeit hätte. Wie ein jammerndes Kleinkind.

    Vielleicht hat jemand eine Idee, was typische Fehler meinerseits sein könnten, mit denen ich das Verhalten unbewusst bestärkt habe? Oder noch besser: Was ich tun könnte, um dem wieder entgegen zu wirken?

    Bisher habe ich versucht, ihn von der Tür abzurufen und ihn auf seinem Platz abzulegen, damit er zur Ruhe kommt. Und das eben konsequent, bis es losgeht. Aber es scheint noch nicht wirklich viel zu bringen. :ka:

    Hoffnungsvolle Grüße

    Juviro

  • Hey :winken:
    Hat er vielleicht ein nettes Mädel kennengelernt? :D
    ...heisst seine Nase wird auch langsam erwachsen und der Rest drum herum auch...

  • Ist er recht verfressen und bekommt nach dem Gassi sein Futter?
    Könnte sein, dass er deshalb so "dringend" Gassi gehen möchte und herumnervt.

  • Mein erster Gedanke bei der Beschreibung der morgendlichen Unruhe war auch eine läufige Hündin in der Nachbarschaft? Mein 4jähriger Rüde riecht hier gerade auch ständig läufige Mädels und verhält sich manchmal dementsprechend unruhig - zeigt zB an, dass er raus möchte, obwohl er gar nicht muss :tropf:


    Dass er generell zu viel Aufmerksamkeit bekommt, kann natürlich auch sein. Vor allem, da der Hund ja 24/7 an deiner Seite ist und scheinbar auch während ddiner Arbeitszeit immer wieder aktiv eingebunden wird.

    Wie oft kommt es denn wirklich vor, dass du ihn ein paar Stunden am Stück einfach links liegen lässt? Wie sieht ein typischer Tagesablauf bei euch aus?
    Wie reagierst du wenn er zuhause Aufmerksamkeit einfordert?

  • Hört sich an, als ob er einen Entwicklungsschub macht und deshalb etwas drüber ist. Sexualentwicklung könnte da mit eine Rolle spielen. Ich würde insgesamt mal für mehr Ruhe sorgen. Hat er am Tag mehrere Stunden, an denen in richtiger Ruhe wirklich tief schlafen kann?

    Er fordert praktisch ständig Aufmerksamkeit von mir und reagiert mit immer lautstärkeren Forderungen, wenn ich ihn ignoriere.

    Also, man darf mich gerne kleinlich nennen, aber ich lasse mich weder von meinen Hunden bedrängen und schon gar nicht anbellen. Das ignoriere ich nicht, da kriegen die einen ordentlichen Anschiss für und haben sich bitte zu verziehen. =)

  • Ich würde wetten, dass du irgendwann reagierst. Also hast du ihm sehr erfolgreich beigebracht, dass er nur lange genug nerven muss, damit du reagierst. Das wird natürlich immer schlimmer (bzw, da es ja antrainiert ist, dein Hund wird immer besser...)

    Also entweder wirklich sofort reagieren oder gar nicht.

  • Danke für all eure Antworten! :smile:

    Ich versuche mal zusammengefasst alle Fragen und Ideen zu beantworten:

    Läufige Hündin im Umfeld: Das kann sein, ich habe auch erst darauf getippt. Denn auch auf den Spaziergängen gibt es gerade Stellen, an denen er die Ohren und das Hirn kurzzeitig ausknipst und nur noch die Nase in Betrieb hat. Da ist unsere Schleppleine aktuell mein bester Freund. Es ist allerdings fast nie so übel, dass er gar nicht ansprechbar ist und hat sich immer schnell wieder erledigt. Da fällt es mir dann schwer zu denken, dass es in der Wohnung schlimmer sein soll.

    Mit dem Futter hängt es eher nicht zusammen. Joshi ist absolut kein verfressener Hund und lässt eher mal was stehen oder spuckt mir ein Leckerli vor die Füße, mit dem ich belohnen wollte.

    Im Büro habe ich das Problem nicht. Klar, wenn er viel stillsitzen musste, dann ist er heiß darauf raus zu kommen, aber da ist alles im Rahmen. Daher bin ich auch eher bei frauchen07, auch wenn es mir natürlich nicht gefällt, dass ich da unbedacht Blödsinn beigebracht habe.

    Ich arbeite zu unregelmäßigen Zeiten und nicht jeden Tag (Schichtsystem). Deswegen sind unsere Tagesabläufe nicht immer super einheitlich. Immer gleich ist aber, dass ich aufstehe und auf dem Grundstück kurz vor die Tür mit ihm an den Baum gehe. Danach ist Ruhe angesagt, bis ich mich fertig gemacht und gefrühstückt habe. Dann eine Runde von 1 bis 1,5 Stunde und dann Ruhe. In der Zeit arbeite ich zu Hause an meinem Fernstudium oder mache Haushalt. Oder ich fahre Arbeiten und er schläft auf seinem Platz und hat auch Ruhe. Und dann geht es entweder auf Arbeit am späten Nachmittag mit den Kids noch mal raus oder halt zu Hause eine Parkrunde.

    Wie gesagt, seit mir aufgefallen ist, dass da was schief läuft, bin ich natürlich auch disziplinierter in meinen Reaktionen. Da wird er eben direkt abgerufen und konsequent abgelegt, bis es losgeht.

    Jetzt gerade ist er super entspannt, obwohl wir spät dran sind. Vielleicht hat ihm da die lange Runde am Nachmittag gestern geholfen? :???:

    Ich hoffe, es ist alles dabei. :smile:

  • Vielleicht reicht einfach schon das frühzeitige Abbrechen.

    Ich kann mir auch vorstellen, dass es ihm jetzt draußen auch einfach gefällt, er Vertrauen zu dir gefasst hat und deshalb eben keine Angst mehr hat raus zu gehen sondern gemerkt hat wie toll das ist. Dann ein paar Mal eben ungünstig reagiert und schwups.

    Mal sehen wie es sich entwickelt.

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