Welpenstunde, wie muss es für euch laufen?

  • Hab nicht alles gelesen, meine Meinung dazu.
    Welpenstunden wären bei mir Alltagsleben.

    • Über verschiedene Untergründe gehen
    • An der Leine gehen üben
    • Medical Training (Zähne anschauen, Ohren reinigen, Pfoten untersuchen)
    • Bei wenig Troubel in die Stadt gehen
    • Aus und Nein Kommando üben

    Zusammentreffen mit anderen gleicher Größe und Größer unterschiedlichen Alters.
    Toben mit anderen Hunden unter Aufsicht.
    Meine Welpen wurden ohne Welpenstunden groß und sie waren Alltags- und sozialsicher, meine Priorität !!!

  • hier ist in der Umgebung genau eine Trainerin die ich super gerne empfehle. Vor dem ersten Besuch gibt es ein ausführliches Gespräch mit den haltern und eine Einzelstunde zum kennenlernen. Später gibt es nicht mehr als max 6 Hunde. Jeder kommt einzeln und mit einem ruhigem Hund auf den Platz. schon das entspannte aus dem Auto steigen wird geübt. Auf dem Platz dann auch sehr viel Ruhe. Es gibt Decken zum Sitzen und faul sein. Ab und an geht einer mit seinem Hund eine Runde über den Platz. Erkundet die kleinen Trainingselemente oder wird einfach nur für aufmerksames Mitlaufen und ignorieren der anderen Raubauken belohnt. Es gibt ein Konzept dass über 8 wochen verteilt verschiedene Themen aufgreift und persönliche Probleme können auch abgehandelt werden. Immer wieder im Mittelpunkt stehen einfach nur das aufmerksame mitlaufen mit den Besitzern und ein Rückruf mit viel viel Lob. Ziel der Trainerin ist es Hund und Mensch zu einem Team zu machen, den Leuten zu zeigen wie sie ihren Hund in stresigen Momenten unterstützen, abelenken und beruhigen können. Sie bekommen einfach Handwerkszeug an die Hand die das Hundeleben später vereinfachen. Ab und an wird auch mal kurz aber sehr kontrolliert gespielt wer gerade schwierigkeiten hat runterzukommen, spielt eben nicht sondern wird in einer ruhigen Phase sehr ruhig wieder heimgebracht. Meist schlurft ein relaxter Althund gelassen über den Platz und zieht so seiner Wege.
    Ich kenne einige der Halter die diese 8 Wochen mitgemacht haben persönlich und die erzählen alle das Gleiche: Anfangs haben sie gedacht was soll das, wie sitzen rum und gucken, gehen rum und gucken, keine Action, keine Getobe. Gut man bekommt gezeigt wie man was machen kann aber mh langweilig und dann ein halbes- dreiviertel Jahr später kam das Aha-Erlebnis. Sie haben alle total gechillte Hunde, die in jeder Situation lenkbar sind, die auf ihre Menschen reagieren wenn es ernst wird und sind einfach toll.
    Und genauso soll es sein!

  • Ich finde gerade im Beobachten der Spielsituation lernt man als Ersthundehalter sehr viel.


    Ist es noch Spiel oder schon Mobbing? Laufen lassen oder sofort abbrechen? Ist doch besser das in einer guten Welpenstunde zu lernen, also irgendwann auf die harte Tour beim Gassi gehen.


    Und viele haben da leider überhaupt kein Gespür, da mobben die eigenen Hunde fröhlich einen anderen Hund und das wird dann als schönes Spiel angesehen. Aber auch andersherum, die Hunde spielen wirklich nett miteinander und man versucht panisch den Hund heran zu rufen, weil es ja so schlimm ist.


    Spielverhalten einschätzen zu lernen gehört für mich genauso dazu wie Sitz, Platz, Fuß.
    Und Spieleinheiten schließt ja nicht aus, dass die Welpen während der Trainingseinheiten für ruhiges Verhalten belohnt werden und sich auf die Besitzer konzentrieren sollen.

  • Aber du hast natürlich recht, ich fahre ja momentan durch die Gegend und guck mir verschiedene Stunden an, es ist schon erschreckend was die Leute nicht wissen und gut dass sie dann in so eine Stunde gehen.


    Kaum zu glauben dass ich vor zehn Jahren auch noch so unbedarft war. Grins.

  • Deshalb wäre doch der Idealfall, dass BEIDES in der Welpenstunde aufm Plan steht. :smile:
    Ich weiß jetzt nicht, wie du deinen Post meintest. Ob du es genau so mit dem Mittelweg meintest oder ob du gegen freies Welpenspiel bist - wollte es nur nochmal hervorheben.


    Sinnvoll - hm. Ich finde es sehr sinnvoll, weil der Welpe seinen Spieldrang ausleben kann mit einem Wesen, das genauso tickt wie er: Hündisch spielen, spielen, spielen. Allein der Spaß macht das ganze schon höchst sinnvoll!
    Und ich finde es ehrlich gesagt schade, wenn man einem Welpen, der ein Spiele-Quatschkopf ist aufgrund seines Charakters (wie es jetzt viele Labbis im Vergleich zu anderen Rassen sind), diesen Spaß überhaupt gar nicht zugesteht, weil er ja später bloß unbedingt Hunde ignorieren soll und ich sein Universum sein soll. Da würde ich dann doch eher eine andere Rasse suchen, die das von sich aus mehr mitbringt.
    Ansonsten, ich bin mir sicher, dass ab und an welpengerechtes Spiel in keinster Weise schädlich ist für die Arbeitsfreudigkeit und Konzentration des Hundes auf den Halter - im Gegenteil, man kann genau das in einer guten Welpenschule ja von Anfang an lernen.

  • Mir geht es wirklich nur um das Spiel mit anderen Welpen, er lebt hier mit einem Zweithund und ich habe auch genug souveräne erwachsenen Hunde mit denen er spielen kann.

  • Ja, ich sehe das auch so. Ein Welpe muss und sollte regelmäßig die Möglichkeit haben mit Hunden zu spielen, die ticken wie er. Das gehört für mich zu den Grundbedürfnissen. Ihn an dieser Stelle zu "verarmen", nur dass er sich aus der Not extrem an mich bindet - nein, das wäre nicht mein Weg. Zumal es ja machbar ist, wenn man ein paar Sachen richtig macht. Meine Welpengruppen sind z.B. bewusst nicht auf dem Hundeplatz, sondern sind immer an anderen Orten und schlendern vorwärts, wenn die Welpen spielen. Das allein führt schon dazu, dass die Welpen spielen und trotzdem immer wieder mal gucken müssen, wo die Menschen sind, weil sie sie sonst verlieren - dafür gibt es dann natürlich Belohnung. Ebenso finde ich es wichtig nicht zu verknüpfen: Andere Hunde tauchen auf? Yeah, Leinen ab und los geht's! Stattdessen wird Ruhe reingebracht, der Welpe lernt runterzufahren und das Ableinen erfolgt, wenn der Welpe gar nicht mehr im Kopf hat unbedingt zu den anderen zu wollen. Einmal die Woche Kontakt zu Gleichaltrigen wäre mir übrigens zu wenig.

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