Verteidigt ein Hund automatisch seinen Halter?

  • Veranlagungssache ist das auf jeden Fall, ebenso eine Sache der gemachten Erfahrungen. Easy würde ich da momentan in so einer Situation keinen Meter über den Weg trauen. Sie hat anlagebedingt ohnehin ein ziemlich "gesundes" Misstrauen gegenüber Fremden, das wir schon sehr gut im Griff haben, aber wenn's dann laut und aggressiv würde, würde sie wahrscheinlich ordentlich nach vorne gehen. Das ist bei ihr auch vordergründig Show, man will sich ja auch nicht wirklich mit 'nem Wolf beißen müssen, aber die Herde muss verteidigt werden und da sie für einen reinen Hütehund schon fast ein bisschen groß ist würde ich schon davon ausgehen dass die Anlagen es auch hergeben, dass sie aktiv wird. Sie ist aber schon immer ansprechbar, wenn sie in den Abwehrmodus schaltet, auch als es noch so richtig wild war. An und für sich will sie diese Verantwortung nicht übernehmen müssen und wird lernen, dass ich das auch auf keinen Fall von ihr will.

    Unsere letzte Hündin war da anfangs ähnlich, sie war Border Collie x Malinois. Das hörte aber schon vor ihrer ersten Läufigkeit auf, als ein Gast meiner Großeltern sie daraufhin mal laut und deutlich ansprach, einen Schritt auf sie zumachte und meinem Vater die Hand gab. Dieser eine peinliche Misserfolg als junges Mädchen war genug um ihr das Beschützen für immer zu verhageln und das war gut so. Da war einiges an dahingehender Veranlagung da, aber die gemachte Erfahrung war, dass das Beschützen sinnlos ist, weil sie's nicht hinbekommt. Dann kam noch viel hundehaltender Besuch mit den Taschen voll Leckerlis und der zutraulichste Hund aller Zeiten war entstanden. :ugly:

  • Meine Schäferhunde hätten mich verteidigt, meine Dackelrüde auch, da musste ich sowieso immer aufpassen wenn mir ein Fremder zu nahe kam bei einer Unterhaltung.
    Meine beiden Dackelhündinnen hätten die Flucht ergriffen.

  • Der Thread befasst sich ja mit einer ganz anderen Ausgangssituation als meine Gedanken waren. Das Resultat ist aber das gleiche.
    Vor-/Nachteil Hund mit Schutztrieb.

    Meine Herderin zeigt da ja auch gerne etwas von. Wenn sie entschiedet etwas ist gefährlich würde sie auch versuchen mich und meine andere Hündin zu "beschützen".
    Das würde dann so aussehen, dass sie sich zwischen "Gefahr" und uns bringt, eine Bürste stellt und Verbellt. Das ist zum Beispiel bei Pferden/Rindern so die nahe am Zaun stehen wenn man des Weges kommt. (Falsche Verknüpfung des Stromschlags vom Elektrozaun mit den Tieren dahinter, wir arbeiten dran...aber das ist ein anderes Thema)
    Da diese Tiere durch den Zaun ja nicht näher an uns ran kommen beschränkt sich das Schutzverhalten auf auf Abstand halten und drohende Gesten. Wäre der Zaun nicht da und der Abstand unterschritten würde sie auch ab schnappen. (ob sie das bei der Warnung bleiben würde oder ob sie noch weiter geht, weiß ich nicht und möchte ich auch nicht weiter herausfinden. (wir üben Pferde/Kühe sind nicht böse und Frauchen wird auch nicht gefressen wenn Hund sich nicht zwischen uns platziert. klappt mittlerweile recht gut.)

    Da ich letztens im Wald spazieren wollte und leider nach ca. 500 Metern umgeknickt bin und erst mal heulend auf dem Boden saß (tut im ersten Moment doch ordentlich weh), viel mir auf, dass Elani nach dem sie "den ernst der Lage" realisiert hatte auch sofort in gewisser Weise in einen Beschützermodus ging. (Umgebung scannen und so weiter) Daraufhin hab ich so überlegt, was wäre eigentlich wenn ich mal unglücklich fallen würde und man bleibt bewusstlos liegen? Würden die Hunde dann fremde Leute die helfen wollen an einen ran lassen?

    Meine sind beide sonst sehr freundlich zu Menschen. Die Herderin mag nicht jeden fremden Hund aber zu Menschen ist sie eigentlich neutral bis freundlich im normalen Leben und Alltag. Ich kann sie überall hin mitnehmen ohne jetzt übermäßig aufpassen zu müssen weil ich Bedenken hätte sie könnte irgendwen stellen/schnappen.
    Nur in der Dämmerung/Nachts melden beide auch Menschen wenn ich nicht vorher klar mache, dass ich sie selbst schon gesehen habe.

    Sorry und einfach ignorieren falls diese Frage nicht mit hier hin gehört. Ist mir nur beim durch lesen eingefallen und ich wollte dafür nicht extra nen Thread eröffnen.

  • Das ist eine interessante und nicht unbedeutende Frage, finde ich.
    Sofern Easy nicht die Gunst der Stunde nutzen würde um uneingeschränkt ihren Hobbys nachzugehen, wovon ich ausgehe, kann ich mir gut vorstellen, dass sie Helfer vertreiben will. Wenn ich ihr nicht vermitteln kann, dass keine Gefahr besteht, wird sie bei sich nähernden Fremden wahrscheinlich von solcher ausgehen.
    Das wäre echt eine ganz blöde Lage.

  • Da ich letztens im Wald spazieren wollte und leider nach ca. 500 Metern umgeknickt bin und erst mal heulend auf dem Boden saß (tut im ersten Moment doch ordentlich weh), viel mir auf, dass Elani nach dem sie "den ernst der Lage" realisiert hatte auch sofort in gewisser Weise in einen Beschützermodus ging.

    Das ist aber eine ganz andere Situation!
    Ich kann mich noch erinnern als ich seinerzeit einmal gestürzt bin, da ließ mein Rüde keinen Helfer an mich heran.
    War in dem Moment auch nicht so prickelnd.

    In dem Augenblick schützt ein Hund wirklich, aber bei einem ernsthaften Angriff, sieht es eben ganz anders aus.

  • Ja sag ich ja, dass es eine ganz andere Situation ist. Aber durch diesen Thread ist die Überlegung von letzter Woche wieder hoch gekommen.

    wobei es ja eigentlich auch blöd ist wenn in dieser Situation der Hund mit zu viel Schutztrieb reagieren würde...

  • Das ist aber eine ganz andere Situation!Ich kann mich noch erinnern als ich seinerzeit einmal gestürzt bin, da ließ mein Rüde keinen Helfer an mich heran.
    War in dem Moment auch nicht so prickelnd.

    In dem Augenblick schützt ein Hund wirklich, aber bei einem ernsthaften Angriff, sieht es eben ganz anders aus.

    Das find ich grade wieder sprüchlich , magst du das einmal näher ausführen ? Mein Hirn funktioniert grade nicht wie ich es gern hätt :hilfe: :???:

  • Ich habe mir jetzt nicht den kompletten Verlauf durchgelesen jedoch finde ich, dass dein Hund wahrscheinlich angemessen reagiert hat. Man bringt den Hunden eigentlich immer bei, dass wir draußen das Kommando übernehmen und die Beschützer sind wie soll er in dem Moment umspringen. Ich denke unserer wäre einer der aufgrund von Misstrauen fremder Mensch gegenüber und dann in Kombination mit dieser Situation sehr wohl anfangen würde zu knurren und bellen und womöglich auch noch nach vorne gehen würde ABER das möchte ich nicht. Wirklich nicht. 1. lernt er, dass ich das sagen habe und nicht er wenn es darum geht, dass fremde Mensch "doof" sind (in seinen Augen) 2. möchte ich nicht das Risiko eingehen, dass jemand unter Drogen oder psychisch Krank womöglich meinem Hund noch was tut. Solchen Menschen ist wohl alles zu zutrauen und ich denke mir oft, dass vor allem Menschen die ein Problem mit Hunden haben da wahrscheinlich auch noch schneller einen Tritt verpassen als dass sie mir eine überziehen würden.
    Mal abgesehen davon, dass Hunde mit Schutztrieb in Hände gehören die sich der Verantwortung bewusst sind. Und ein Hund, der aufgrund von Veranlagung dieses Potential besitzt und es durchaus auch anzuwenden weis darf in meinen Augen wirklich nicht leichtsinnig geführt werden. Ob das auf euch zutrifft oder nicht möchte ich hiermit gar nicht beurteilen. Ich denke mir nur immer wieder auf der Straße, dass sich manche Menschen wirklich nicht dem Risiko bewusst sind was von einem Hund ausgeht und wenn es nur der Labrador von neben an ist.

    PS: Ich habe immer Pfefferspray in meiner Tasche mit eigentlich nicht für solche Situationen gedacht aber man sieht man weis nie was kommt.

  • Hui, @Oskar512 - die Beschreibung "massiv unschön" finde ich für dieses Erlebnis fast noch untertrieben. Hoffentlich trefft ihr nie wieder auf den.

    Meiner Erfahrung nach gibt es da gravierende Unterschiede, abhängig von:

    Rasse
    individuellem Charakter
    Prägung
    aktuellen Umständen

    Wie hier ja auch schon erwähnt wurde.

    Zudem kann der Schutz der Familie ja auch auf verschiedene Arten und Weisen erfolgen. Ausweichen und die Gefahr vermeiden beziehungsweise den Rückzug antreten ist meistens nicht die schlechteste Variante.

  • Zitat von Hotsy:

    "Da ich letztens im Wald spazieren wollte und leider nach ca. 500 Metern umgeknickt bin und erst mal heulend auf dem Boden saß (tut im ersten Moment doch ordentlich weh), viel mir auf, dass Elani nach dem sie "den ernst der Lage" realisiert hatte auch sofort in gewisser Weise in einen Beschützermodus ging. (Umgebung scannen und so weiter) Daraufhin hab ich so überlegt, was wäre eigentlich wenn ich mal unglücklich fallen würde und man bleibt bewusstlos liegen? Würden die Hunde dann fremde Leute die helfen wollen an einen ran lassen?"

    Genau die gleiche Frage habe ich mir gerade erst heute auch gestellt. Wie in meinem früheren Post zu diesem Thema hier geschrieben, hat meine Hündin doch einen recht ausgeprägten Schutztrieb was mich persönlich angeht. Wir haben zwar daran gearbeitet, aber zwischendurch bricht es immer wieder bei unserer Lutschi durch (siehe im früheren Post der Teil mit dem Angler).
    Was ist also wenn mir in irgendeiner Weise beim Spaziergang etwas passiert, bspw. Knöchel verstaucht oder stolpern mit Kopf aufschlagen etc. Würde meine Hündin jemand Fremden an mich heranlassen? Nach der Geschichte mit dem Angler habe ich da echt meine Zweifel, denn der Hund kann ja nicht unterscheiden ob der Fremde mir etwas antun möchte und somit eine Bedrohung darstellt oder ob der Fremde helfen möchte. Im Ernstfall würde ich ja mehr daraufhoffen, dass unser Hund wie Lassie nach Hause läuft und Hilfe holt... :applaus: wird aber mit Sicherheit nicht so sein. Also besser keinen Unfall im Gelände haben :D

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