Der "gefährliche" Hund

  • Ich möchte meine persönliche Sichtweise einwerfen:

    Wenn ich über Beißvorfälle was lese und den Bericht darüber hier poste, ist es mir persönlich vollkommen egal, welche Art, welche Rasse von Hund einen Menschen, ein anderen Hund oder ein anderes Tier verletzt hat.

    Ich finde es schlimm und damit postenswert, wenn der Eigentümer des Hundes entweder gar nicht vor Ort war oder zwar anwesend war, aber seinen Hund nicht daran gehindert hat bzw. es nicht schafft, den Hund wegzubekommen von seinem Opfer.

    Oder auch, wenn sich der Halter aus dem Staub macht, obwohl er mitbekommen hat, was sein Hund angerichtet hat.

    Also ob Listenhund oder nicht ist mir persönlich vollkommen egal.

    Das ist zum Beispiel so ein Vorfall, wo es mir die Haare aufstellt:

    https://www.hna.de/kassel/mitte-k…t-13336243.html

    Zitat

    Als die Frau dann endlich gekommen wäre, um ihren Rüden die Leine anzulegen, habe sie zu ihr gesagt, dass er Manfred gebissen habe. Daraufhin habe die Frau geantwortet, ihr Hund habe noch nie jemanden gebissen. Ihr Hund würde nur jaulen, weil er hysterisch sei. Dann sei die Frau gegangen.

    Daraufhin habe sie bemerkt, dass ihr Hund voller Blut gewesen sei und Manfred eine Bisswunde in der rechten Seite hatte, sagt Heyn. Deshalb sei sie hinter der Frau hinterhergelaufen. Nachdem sie gebrüllt habe, die Frau solle stehen bleiben, habe die sich in der Friedrich-Engels-Straße umgedreht und sie noch verhöhnt. „Die hat zu mir gesagt: Was wollen Sie denn? Dann ist eben Mal ein Tröpfchen Blut geflossen. Mein Hund ist auch schon mal gebissen worden.“

    Der angreifende Hund war ein Vizla.

  • Einfach eine Helmpflicht und Führerschein für alle Hundehalter einführen

    So ist das gute alte Mofa auch zum aussterben gebracht worden :ironie2:

  • Und so machen wir dann aggressive Hunde zum Auslaufmodell.

    Ich hätte nichts dagegen. :D

  • Ich verstehe immer noch nicht was dieser WT für den Hund bringen soll.

    Ängstlicher Hund, vom HH gut geführt, aber beim WT von Fremden getestet, fällt durch...

    "Normaler" Hund, vom HH schlecht geführt, aber beim WT von Fremden getestet, besteht...

    Alleine dieses "weil sie sich aggressiv" zeigen ist ja schon Unfug, es ist jedem hier bewusst das ein Hund nicht nur bei Aggressionen nach vorne gehen kann.

    Die Idee mit Test für beide finde ich da viel Sinnvoller, da ist die entscheidende Komponente, der HH wenigstens mit drin. Aber wie genau soll geprüft werden? Was derzeit an WTs und SKN kursiert ist teilweise doch .. speziell.

    Das fängt ja schon mit einfachsten Sachen an, was ist Leinenführig? Was ist der richtige Umgang mit Hundebegegnungen? Ich wette schon bei den beiden Punkten bekommen wir nur hier keinen Konsens... aber einen einheitlichen Test für alle HH+Hundgespanne?:skeptisch2:

  • Dabei frage ich mich immer, warum man sich als Freund dieser Rassen nicht freut, dass es erschwert wird, sie zu halten. Den Hunden ging es damals bei den Zuhältern nicht gut.

    Das seh ich leider (habe ein bisschen Angst vor dem gleich vielleicht kommenden Shitstorm :tropf: ) auch so. Nur wurden sie bei uns nicht bzw. nicht nur von Zuhältern gehalten, sondern von genau solchen Halbstarken, mit denen es nun auch den so stark diskutierten Vorfall gab. Ehrlich gesagt habe ich zumindest hier bei uns überhaupt nie "normale" Leute mit einem Hund dieser Rassen gesehen (außer aktuell ein Bullterrier, der wirklich tolle Besitzer hat).

    Ich bin in einem so genannten "Problemviertel" aufgewachsen, in dem Ende der 90er, Anfang der 00er Jahre, Rap-Szene sei Dank, plötzlich Sokas aus dem Boden sprossen. Diese Hunde wurden in winzigen Zimmern in der 5-Zimmer-Wohnung, in der 7 Personen lebten, von denen 6 gegen den Hund waren, gehalten, wurden mit Döner oder was man sonst so umsonst von Freunden bekam gefüttert usw.

    Für die anderen Hundehalter war das manchmal wie ein Spießrutenlauf, denn dass fast alle ohne Leine "geführt" wurden, versteht sich wohl von selbst.

    Nach Einführung der Listen bzw. eher der Auflagen verschwanden dann nach und nach alle Tysons, Rockys und Devils (die Namen waren immer dieselben) - denn Geld für so eine hohe Hundesteuer hatte man mit 17 natürlich nicht. Eigentlich hatte man gar kein Geld für den Hund, geschweige denn für die Hundesteuer, die meisten dieser Hunde waren auch vorher nicht angemeldet gewesen, aber nach Einführung der hohen Steuer hat die Stadt wirklich stark kontrolliert und so flog das dann endlich auf.

    Das Argument, dass ja die Nachfrage nach wie vor bestehe, die dubiosen Käufer aber nun zum Vermehrer gehen: Die sind selbstverständlich auch damals nicht zum Züchter gegangen.

    Und ja, so unsinnig die Listen an sich sind, ich glaube, es gibt hier bei uns kaum jemanden, der sich die alten Zeiten zurückwünscht, in denen wirklich jeder Dulli mit einem Soka herumlief.

  • Und genau davon halte ich beispielsweise gar nichts.

    Einen aggressiver Hund sehe ich nämlich nicht per se als Problem. Zum einen weil vom Hund ausgehende Agressivität in völlig unterschiedlicher Ausprägung immer vorhanden und zudem situativ ist. Ich behaupte, dass viele Beissvorfälle zwischen Hunden von vornherein vermieden werden könnten wenn die Halter ihre Hunde besser lesen und enger führen würden. Aber auch bei Vorfällen bei denen Hunde Menschen beissen.

    Zudem ist mir ein eng und umsichtig geführter "aggressiver" Hund lieber als ein TutNix der überall Hallo sagen darf, weil das ja "normal" ist.

    Ich bin mir sicher, sehr sehr viele UNSERER Hunde hier würden bei einer Art Wesenstest durchfallen, weil jeder unserer Hunde andere Trigger hat und situativ anders reagiert - ja auch "aggressiv". Es sollte vorrangig darum gehen, wie gut der Halter seinen Hund managen kann. Wieviel Hundesachverstand der Hundehalter hat. Dazu die Wohnsituation. Danach könnte man gehen, welche Hunde er halten dürfte. Aber das ist auch wieder absurd, denn irgendwann ist es nur noch übergriffig von der Politik UND es ist sowieso nicht nachhaltbar.

  • Alleine dieses "weil sie sich aggressiv" zeigen ist ja schon Unfug, es ist jedem hier bewusst das ein Hund nicht nur bei Aggressionen nach vorne gehen kann.

    Ein Wesenstest umfaßt ja all diese Situationen. Auch ängstliche Hunde fallen da auf.

    Jeder weiß, daß ein Hund auch angstaggressiv sein kann und somit zubeissen kann.

    Für mich sind sowas aber auch alles Hunde, die entsprechend gesichert sein sollten.

  • Gegenfrage: Ist das jetzt mit dem American Bulldog oder dem Malinois besser? DAS sind nämlich die Hunde, die jetzt grad von etlichen Vertretern des Klientel "Brauche Hund als Prestigeobjekt und Statussymbol" gekauft und gehalten wird.

    DAS PROBLEM ist nicht gelöst sondern nur verlagert worden auf andere Rassen.

  • DAS PROBLEM ist nicht gelöst sondern nur verlagert worden auf andere Rassen.

    Eben, das Problem wird immer verlagert werden!

    Man kann übrigens auch kleine Hunde dazu bekommen richtig aggfressive Beisser zu werden. Wir hatten mal einen mit einem Pekinesen auf dem Hundeplatz. Und der hat richtig gebissen und zwar Menschen. Der Typ fand das gut.

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