Der "gefährliche" Hund

  • Öhm, auf welchem Baum lebst Du @Das Rosilein um das loszulassen :

    Sehe keine ehtischen Komponenten, wenn Mensch eine Hunderasse einfach nicht mehr weiter züchtet. Es gibt doch Rassen (auch andere Tierarten), die es heute nicht mehr gibt. Mir ist nicht bekannt, dass deswegen jemals ethische Diskussion ausgelöst wurden :ka:

    und ich werfe mal Jane Goodall u.a. sowie https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellsch…_Haustierrassen ein.

    Also ich lebe nicht auf einem Baum und in dem Link geht es vorrangig um den Erhalt regionaler Nutztierrassen :ka:, und dem Haustier als Kulturgut.

    Im Laufe von Jahrtausenden hat der Mensch gelernt, immer besser auch unter weniger günstigen und sogar widrigen Umweltbedingungen sein Auskommen zu finden. Von wesentlicher Bedeutung für diesen enormen Erfolg, der die Entwicklung von Zivilisation und Hochkulturen erst möglich machte, waren Haustiere. Sie versorgten den Menschen nicht nur mit Nahrung, Wärme und Dünger, mit Materialien für Werkzeuge und Waffen, sie dienten ihnen mit ihrer Arbeitskraft und waren auch oft treue Gefährten. In einer spezialisierten modernen Welt ist heute jedoch nur wenig Platz für all die vielen, an ihre speziellen Umweltverhältnisse angepassten Haustierrassen, die sich über sehr lange Zeiträume entwickelt haben und auch in Zukunft von großer Bedeutung für eine nachhaltige und tierschutzgerechte Landwirtschaft sind. Die genetischen Potentiale der alten Haustierrassen, die beeindruckende Vielfalt an Eigenschaften, Charakteren und Schönheit auch für die Nachwelt zu erhalten, ist nicht nur eine Verpflichtung nach dem völkerrechtlichen „Übereinkommen über die biologische Vielfalt vom 5. Juni 1992“, sie sollte ein Anliegen jeder Kulturgesellschaft sein.[4]

    Gehe davon aus, dass ein Gremium sehr genau überlegt und bestimmt, welche Rasse man nun noch mit einer grossen Bedeutung für die heimische Kultur und nachhaltige, tierschutzgerechte Landwirtschaft für erhaltenswert erachtet.:ka:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_gef…_Nutztierrassen

    Nach dem Zuchtziel und Sinn von "Staff, Pitti und Co" hatte ich gefragt. Als Antwort kam was mit Sport und ein paar einsame RH ... :ka: (Dabei halte ich sie für so etwas wie Gesellschaft- und Begleithunde).

    Vll. wären sie im britischen Raum Kulturgut, in D und Restwelt dann eher ein Importgut. Das würde aber nur für Originale gelten (wie z.B. bei Pinscher und den alten Hüterassen). Gibt es solche überhaupt noch, bei "Staff, Pitti und Co" (die ganzen Vermehrer Mixe wären dann schon mal raus :ka:).

    Also davon ab, dass mir gar nicht danach ist, solche Rassen abzuschaffen, die Karte der Ethik würde ich hier nicht ins Feld führen wollen. Schon gar nicht angesichts des Themas Vorfalle und Rasselisten ... und im TH gestapelten Hunden mit Vorfällen (oder aus anderen Gründen eingezogen) ...

  • Was soll den bitte Druck gegenüber Kangals z.B. bei einem HH wie Chris bringen? Nichts. Aber Kontrollen zur Haltung dürften Chris kaum jucken, den Seppel der nur einen "krassen" Hund haben will dürfte das eher treffen.

    Es will ja auch niemand was gegen Kangals in der Haltung wie bei Chris unternehmen. Also.

    Es SOLL ja den Seppel treffen.

  • In Wien besteht ja seit ner Weile Leinen- und Beißkorbpflicht für alle gelisteten Hunderassen.

    Tatsächlich hält sich kaum wer dran. Von den 10 pitbullartigen Hunden allein in unserem Block, tragen 2 Beißkorb, und die sollten ihn auch definitiv tragen.

    Ich bin einerseits erfreut, dass sich kaum wer dran hält, weil es fürchterlich ist, alle Hunde auf Verdacht lebenslänglich in ein Maulgefängnis zu sperren oder nen sportlichen Typ zu ewig kurzer Leine zu verdonnern, gleichzeitig ist es aber auch erschütternd, dass bestehendes Gesetz auch nicht kontrolliert wird, also völlig wurscht ist.

    Nur fängt das schon weit vorher an.

    Nicht mal Leine- oder Beißkorb an bestimmten Plätzen wird kontrolliert. Verpflichtender Hundeführschein. 2x im Leben hab ich den gebraucht und zwar hauptsächlich, weil ich dubios aussah und der Zweithund für nen (nicht gelisteten) Dobermann gehalten wurde. Ansonsten hat das keine Sau je interessiert.

    Hundekacke: Meine Hunde haben bisher so cirka 25.000 - 30.000x in Stadtgebiet gekackt. Gesehen hat das bisher 1x jemand und wollt strafen (auf 150 Meter Distanz. Die Hündin hat gepinkelt. Ich hab nicht mal diskutiert, sondern gezahlt, aus reiner Freude, dass es die sagenumwobenen Kontrollen tatsächlich gibt)

    Hundesteuer. Beim Kampfhund wollte man mal nen Beleg sehen, bei der verpflichtenden Anmeldung, wieviele Hunde hier sonst noch wohnen. Egal.

    Die Auslandshunde. 2 kamen mit Traces. Der Rest schwarz.

    Haustierdatenbank. Wusste ich bis vor nem Jahr nicht mal, dass die existiert und was man da eintragen muss.

    Tierärzte ham auch nie was gesaagt.

    Chippflicht. Die einzige Chipauslesung bisher war beim Kampfhund anmelden.

    Welpenhandel: bei uns in der Hundezone. Kranke Welpen zum Schleuderpreis. Ham die Polizei gerufen. Der war amtsbekannt. Wegen Hundehandels. Handhabe: keine.

    Zoohandlungen: Welpenverkauf wieder erlaubt.

    Internet: durch die Gesetzesänderung kriegt man jetzt nimmer die Privatabgaben, sondern die Großhändlerwelpen und die vom Massenzüchter.

    Private Hundeimporte. Kein Mensch hat nen Plan, wieviele Welpen woher kommen. Auch bei uns im Viertel, vielleicht besonders wegen der Bewohnerzusammensetzung kommt der durchschnittliche Junghund aus Serbien. Gerne AmStaff, Pit. Neuerdings Dobermann und Cane Corso. Und die fluffigen Kleinhunde.

    Kontrolle darüber, wie, was, woher: null.

    Und ja, da sind in meinen Augen auch auffällige Hunde dabei. Vielleicht auch durch den Halter bedingt, wobei das großteils Normalos zu sein scheinen. (Die Turnlehrerin meiner Tochter zb.) Aber halt nicht nur. Herkunft und Aufzucht: weiß der Geier, wissen die Leut oft selbst nicht.

    Da mit Listen zu hantieren ist ja nachgerade lächerlich. Es funktioniert ja alles andere auch kaum.

  • Also, wenn die Liste so dermassen komplett wirkungslos ist, warum regt sich überhaupt jemand drüber auf?

    Seid doch froh. Wenn mir ein Gesetz nicht passt, dann hoffe ich doch drauf, dass es eh nicht implementiert wird. Ich verstehe die Logik nicht.

    Ich bin ziemlich sicher, dass die Listen eine gewisse abschreckende Wirkung haben. Zumindest habe ich ja mit eigenen Augen die Wirkung erlebt, die Zahl der Kampfhunde als Ego-Polierer in meinem damaligen Wohnviertel ging sehr schnell sehr deutlich zurück. Und es wurden auch eine längere Zeit lang keine neuen angeschafft. In letzter Zeit wirds wieder mehr, hab ich den (völlig subjektiven) Eindruck.

    Mehr als Abschreckung wird es wohl nicht sein, aber immerhin.

  • Da mit Listen zu hantieren ist ja nachgerade lächerlich. Es funktioniert ja alles andere auch kaum.

    Das ist das Problem, solange das alles keine Massnahmen/Kontrollen (wie auch immer) nach sich zieht, macht das alles keinen wirklichen Sinn. Nicht mal die Listen selbst, wenn sie nicht auf fundierten Daten beruhen :ka:

    (Mein Like natürlich nicht für den Zustand, sondern für Deine Zusammenfassung der Missstände ;))

    Mehr als Abschreckung wird es wohl nicht sein, aber immerhin.

    Das verliert sich natürlich mit der Zeit, diese Wirkung, wenn es keine (oder keine nennenswerten) Folgen hat und wenn sich so viele Lücken ergeben.

  • Es will ja auch niemand was gegen Kangals in der Haltung wie bei Chris unternehmen. Also.

    Es SOLL ja den Seppel treffen.

    Aber mit Listen und damit verbundenen höheren Steuern, Leinenzwang und MK triffst du Chris, nicht den Seppel, zumindest so wie es derzeit läuft. Weil der Seppel seinen Hund, so bisher der Tenor, schlicht nicht meldet, sich also bestimmt auch nicht an die Listenvorgaben hält.

  • Aber mit Listen und damit verbundenen höheren Steuern, Leinenzwang und MK triffst du Chris, nicht den Seppel, zumindest so wie es derzeit läuft. Weil der Seppel seinen Hund, so bisher der Tenor, schlicht nicht meldet, sich also bestimmt auch nicht an die Listenvorgaben hält.

    Für Arbeitshunde im Einsatz gibt es m.E. heute schon Ausnahmeregelungen (Haltung hinter dem Stromzaun z.B.). Sollte es noch zusätzliche benötigen, sofern verschiedene HSH auf die Listen kommen (in HH steht zumindest - nach Wiki - der Kangal schon drauf), dann dürften hier weitere Ausnahmeregeln zum Zuge kommen.

    Aber natürlich gibt es auch deppige HSH Halter, deren Hunde sich von der Arbeit verabschieden und Mist bauen ... Hierzu müsste man sich eigentlich auch noch etwas einfallen lassen.

  • Also, wenn die Liste so dermassen komplett wirkungslos ist, warum regt sich überhaupt jemand drüber auf?

    Weil sie so quasi Sicherheit suggeriert und politisches "Wir haben was gemacht".

    Billiges "Wir haben was gemacht". Bestehende Regelungen ausreichend umsetzen oder sinnvolle neue implentieren würd vermutlich deutlich mehr kosten und weniger populistischen Effekt haben. Komplexe Lösungen sind unbeliebter, auch beim äh... Publikum.

  • Oder der Seppel weicht aus auf voll krasse Hunde neben der Liste..... American Bulldog und deren Mixe bspw. , Malinois vs. Belgier und deren Mixe bspw.

    Und schon haben wir den falschen Hund in den richtigen falschen Händen.

    Neben den ganzen Billigimporten aus Polen und Co. , die eh nicht sauber ticken und laufende Ü-Eier im Verhalten sind.

    Sehr schön.

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