Der "gefährliche" Hund

  • Und da fängt man mit dem Kopf an??

    Klar, da kann man am besten reinbeissen; Nase und so. Versuch mal ein Stück Fleisch aus einem Arm rauszubeissen. Gesicht ist einfacher.

    Oh, ich glaube, in mir steckt ein verkappter Kannibale. :lol:

    Ehrlich gesagt wär es mir wurscht, wenn mein Hund meinen Leichnam anknabbern würde. Ich würds ihr gönnen, daß sie nicht verhungern muß, weil niemand nach ihr schauen würde.

    Immer noch besser als von Würmern aufgefressen zu werden.

  • Klar, da kann man am besten reinbeissen; Nase und so. Versuch mal ein Stück Fleisch aus einem Arm rauszubeissen. Gesicht ist einfacher.

    Das ist aber nicht die Begründung aus meinem Artikel. Da steht auch, dass z.B. Wölfe oder auch bei Hunden normales Beute-Fressen hauptsächlich oder erstmal den Bauchraum betrifft. Und bei Hunden, die ihre verstorbenen Besitzer anfressen, das anders ist:

    Ich zitiere mal auszugsweise:

    Wenn Hunde ihre toten Besitzer fraßen, gab es in 73 Prozent der Fälle Bisse ins Gesicht. Nur bei 15 Prozent waren Bisse im Bauchraum vorhanden.

    ....

    „Eine mögliche Erklärung für solch ein Verhalten ist, dass ein Haustier zuerst durch Ablecken und Anstupsen versuchen wird, einem bewusstlosen Besitzer zu helfen“, schreibt Rothschild in seinem Bericht. „Wenn das zu keinem Ergebnis führt, kann das Verhalten des Tieres hektischer werden. Bricht Panik aus, kann das zu Bissen führen.“

    Und vom Beißen ist es nur ein kleiner Schritt zum Fressen, so Rando: „Es ist also nicht zwingend so, dass der Hund [seinen Besitzer] fressen will. Aber das Fressverhalten wird stimuliert, wenn der Hund Blut schmeckt.“

  • Hmmmh - schon - aber wirklich plausibel hört sich diese Erklärung für mich nicht an. Für nen kleinen Biss ja - aber fürs Anknabbern? Eher so hingezimmert, dass sie möglichst wenig Gefühle verletzt.

  • Das ist aber nicht die Begründung aus meinem Artikel.

    Was im Artikel steht, finde ich auch eher naheliegend, zumal nicht einmal alle Hunde schon hätten Hunger gelitten. Das kann ich mir gut vorstellen, dass sich eine Dynamik entwickelt.

    Wenn ich hier Blödsinn mit meinen veranstalte (na, dient nicht nur dem Blödsinn oder der allgemeinen Belustigung), mich hinlege, gerade Gesicht nach unten, versuchen sie auch immer erst mal mein Gesicht wieder auszugraben, die geben quasi erst Ruhe, wenn ich meine Hände weg nehme und sie anschaue (wenn ich tot wäre, könnte ich nicht mehr aktiv schauen .. ja, geht schlecht).

  • Wenn ich hier Blödsinn mit meinen veranstalte, mich hinlege, gerade Gesicht nach unten, versuchen sie auch immer erst mal mein Gesicht wieder auszugraben.

    Machen meine Kater ebenso. Oder wenn ich schlafe (bzw. mich schlafend stelle, weil ich noch nicht aufstehen möchte). Dann tapern sie übers Bett, um mich herum, bis zu meinem Gesicht, und schnuppern mein Gesicht an.

    Mich beeindruckt das immer schon, dass sie verstehen, wo meine "Informationszentrale" liegt. Und da patschen sie mir schon mal auf die Nase, wenn ich nicht reagiere.

    Ich kann mir also durchaus vorstellen, dass sie in ihrer Verwirrung, weil ich nicht aufwache, fester zuhauen und beißen würden.

    Und bei Hunden kommt ja auch noch dazu, dass sie raus wollen, um ihr Geschäft zu verrichten.

    Deswegen leuchtet mir durchaus ein, wie im Artikel beschrieben, dass aus der Verwirrung, Panik, weil der tote Besitzer nicht mehr reagiert, zugebissen wird, um eine Reaktion zu bewirken. Und dann eben, wenn Blut fliest etc. siehe Artikel.

  • Ich hab ja selbst einen Hund, der anfangs auf Vieles mit Panik reagiert. Und eine bekannte Hundehalterin, die gelegentlich epileptische Anfälle mit Totalknockout hat.


    Mein Hund würde in Panik nie was fressen - da könnte man das leckerste Stück Leber hinhalten. Und aus richtiger Panik würde sie auch keine leckere Kostprobe rausholen und sie in den Fressmodus versetzen. Hätte ich auch noch nie bei anderen Hunden im Panikmodus erlebt. So kenne ich das auch aus der Verhaltensbiologie: Ein Körper im akuten Angstmodus befasst sich nicht mit Nahrungsaufnahme.


    Meine Bekannte ist schon, wie @Das Rosilein es beschrieben hat, geschubst, „angegraben“ und gekratzt worden (kenne ich vom Albern und von einem bösen Sturz her übrigens auch). Gefolgt von durchdringendem jämmerlichen Heulen. Aber keine Bisse :ka:


    Man könnte weitergehend spekulieren, dass eine in Panik zugefügte Verletzung nach Überwinden der Pankikphase (die ja auch zehrt) Fresslust stimuliert hat. Weiß ja keiner so wirklich. Ich finde halt, da gibt es einfachere Erklärungen (und mag occam‘s razor :smile: ).


    ist aber eigentlich auch nebensächlich - nur für die Diskussion hier: Für mich wäre es einfach kein Indiz für eine „Gefährlichkeit“ des Hundes, dass er einen Leichnam angefuttert hat - auch wenn das mal Herrchen oder Frauchen war.

  • Meine Bekannte ist schon, wie Das Rosilein es beschrieben hat, geschubst, „angegraben“ und gekratzt worden (kenne ich vom Albern und von einem bösen Sturz her übrigens auch). Gefolgt von durchdringendem jämmerlichen Heulen. Aber keine Bisse

    Das Problem an dem Experiment ist, das möchte sicherlich weder Deine Bekannte, noch ich selbst länger ausprobieren. Wenn mein Dicker mich nur schon mit seiner Kralle erwischt, sehe ich aus, wie Scarface :nicken: Das heisst, wenn er anfängt zu buddeln, muss ich ja aufhören.

    Ob das noch so wäre, würde ich stundenlang bewegungslos wo rumliegen, da bin ich mir eben nicht so sicher.

    Man könnte weitergehend spekulieren, dass eine in Panik zugefügte Verletzung nach Überwinden der Pankikphase (die ja auch zehrt) Fresslust stimuliert hat.

    Das ist Tenor des Artikels. Nicht, dass Hunde ihre verstorbenen Besitzer fressen, weil sie Panik hätten. Sondern sie dabei verletzen. Das grosse oder kleine Fressen käme dann später, das dann angeregt durch die Verletzungen (fressen ja nicht alle brav auf - vermutlich nur jene, die sich dann tatsächlich ernähren müssen, also länger der Situation ausgesetzt. Dagegen machen wohl die meisten nur ein paar Löcher, wenn ichs richtig verstanden habe).

  • Wie gesagt, da mag ich gar nicht streiten, wirklich wissen kanns ja keiner - und herausfinden mag ich es auch nicht unbedingt :smile: Mir erscheint halt die ganz nüchterne Erklärung „Kombination aus Omnivor mit Appetit und einem leblosen Körper, der wichtige Identifizierungsmerkmale für Herrchen/Frauchen nicht mehr hat“ einfacher. Und ich mag einfache Erklärungen :nicken:

  • Ich habe mal einen Bericht über eine Löwin gesehen, die ihr verstorbenes Junges gefressen hat. Da hat die Löwin auch mit dem Kopf angefangen. Es wurde in dem Bericht so erklärt, das die Löwin das Junge aus einer Art Fürsorge heraus nicht den Aasfressern überlassen wollte. Keine Ahnung, ob das stimmt oder auf Hunde übertragbar ist.

    :ka:

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