Unser Zwergpudel will beißen, wenn man etwas aus der Körbchenritze holen möchte - Was tun?

  • @Diana M.

    Also dürfen Hunde keine Ängste haben die man nicht wegerzogen bekommt?

    Dann bilde ich mir ein, dass mein Hund Glück hatte, dass er bei uns gelandet ist.

    Meiner ist sehr handscheu. Es ist kein Problem, wenn er kurz den Rückwärtsgang einlegen kann oder sich vor Fremden zurückziehen kann. Er beisst nicht wenn es zu nahe ist aber er warnt.

    Warum muss man ihn dann bedrängen um das wegzubekommen, wenn man dafür dann einen Hund hat, der sich klein macht und evtl noch unter sich pinkelt.

  • Egal, ob der Hund das jetzt aus Angst oder Unsicherheit nicht will oder weil er Oberwasser hat und genau weiß, dass er sich durchsetzen kann.

    Das heißt, ich soll den Hund dafür bestrafen das er Angst hat und Unsicher ist?

    Na wenn man sich da nicht ein Eigentor schießt...

    Mag sein, wenn man einen sehr selbst bewussten Hund hat der gelernt hat, dass Menschen springen (egal in welche Richtung) wenn er knurrt damit bekehrt, indem man das eben nicht macht. Da will ich gar nicht so viel zu sagen, weil mir solche Hunde äusserst selten bis gar nicht untergekommen sind. Denn die meisten hatten bisher immer einen Grund, warum sie knurren und der war selten aus dem Grund, weil sie sich selbst sicher und gefestigt gefühlt haben.

    Ich habe eher gelernt, dass solche gefestigten Hunde eher gar nicht knurren brauchen und über den Dingen stehen, die andere Hunde für knurrenswert halten.

    Verschiedene Erfahrungswerte eben.

  • Das heißt, ich soll den Hund dafür bestrafen das er Angst hat und Unsicher ist?


    Wieso bestrafen?
    Wenn der Hund im Korb liegt und den Menschen anknurrt, der da reingreifen will, dann ist das Kind ja schon in den Brunnen gefallen.

    Da will ich gar nicht so viel zu sagen, weil mir solche Hunde äusserst selten bis gar nicht untergekommen sind.


    Ok, dafür habe ich keinen Plan von Angsthunden.
    Aber um einen solchen ging es doch hier gar nicht?

  • Wenn der Hund im Korb liegt und den Menschen anknurrt, der da reingreifen will, dann ist das Kind ja schon in den Brunnen gefallen.

    Genau. Man muss sich nicht anknurren lassen, wenn man das Problem vorher erkennt und entsprechend handelt. Der Punkt ist ja eher, dass man ein Knurren, welches passieren kann eben nicht weg"therapiert" da Knurren meist der letzte Punkt vor Abschnappen ist. Lieber der Hund knurrt, als das er schnappt. Ziel ist es ja, dass der Hund keinen Grund dazu hat jemanden anzudrohen (egal jetzt wie). Aber, ich wiederhole gern: Ich möchte im Zweifelsfall lieber einen Hund der kommuniziert, als einen Hund der handelt. :ka:


    Aber um einen solchen ging es doch hier gar nicht?

    Nein, Angsthund nicht. Aber um einen Hund, der aus irgendeinem Grund die Sorge hat, dass man ihm nimmt, was ihm gehört. Und das ist in den meisten Fällen eine Unsicherheit. Dazu muss es sich ja nicht sofort um einen Angsthund handeln. :D Er hat eine Sorge und soll lernen, dass diese unbegründet ist. Ergo er braucht verbal (und auch nonverbal) nicht mehr zu drohen. Kein Knurren, kein Symptom das es zu therapieren gilt. :D

  • Nein, hier wird empfohlen, die Situation zu umgehen.
    Der Hund braucht nicht zu knurren, weil man nicht in den Korb greift, wenn er drin liegt.
    Der Hund lernt dabei gar nichts.

  • Ich kann dem Hund aber eine Alternative geben. Er knurrt, weil er ja nicht versteht, dass ich ihm nichts wegnehmen möchte, sondern nur das Körbchen reinigen will. Dann "biete ich ihm an",
    sein Körbchen für etwas anderes zu verlassen. Damit kann ein Lernprozess einsetzen.
    Darum geht es @Diana M.
    So würde ich an Situationen ran gehen, die sich nicht umgehen lassen.
    Wenn ein Hund im Körbchen knurrt, weil er von seinem Menschen zB zum kuscheln bedrängt wird, sollte man natürlich solche Sachen ganz vermeiden...
    Andere Sache. Wie weiter oben geschrieben. Zecken entfernen, TA Untersuchungen, Kämmen, etc. solche Dinge trainiere ich im Vorfeld und baue so das vertrauen auf, dass der Hund nicht Knurren und warnen muss in einer solchen Situation.
    Nochmal... das Knurren als solches soll gar nicht schön geredet oder gut geheißen werden. Man muss eben nur schauen, warum ein Hund knurrt. Er erklärt uns damit etwas.
    Wenn ich meine Hündin zu mir auf die Couch hole und sie macht sich breit, schicke ich sie wieder runter. Würde sie dann Knurren, müsste sie trotzdem gehen. Ich verbiete ihr ihre Warnung jedoch nicht...

  • Nein, hier wird empfohlen, die Situation zu umgehen.
    Der Hund braucht nicht zu knurren, weil man nicht in den Korb greift, wenn er drin liegt.
    Der Hund lernt dabei gar nichts.

    Ich finde, der Hund lernt das Wichtigste. Er lernt Vertrauen.

    Was machst Du, wenn dein Hund andere Hunde nicht beissen soll?

    Ich habe den Abstand den mein Hund brauchte akzeptiert (die Situation vermieden).

    Und mein Hund hat etwas gelernt, Vertrauen zu mir, zu sich selbst und zu Artgenossen.

  • Was lernt der Hund denn von einer "Ansage" oder von "Ich lasse es mir nicht bieten, angeknurrt zu werden"? :???:

    Also, außer, dass seine Grenzen, Ängste, Unsicherheiten nicht okay sind und er dafür (verbal) eins drauf bekommt.

    Schon putzig. Da wird ein Lebewesen angemotzt, damit es lernt, dass es nicht zu motzen hat.

    In meiner Welt darf jeder Grenzen und einen Individualabstand haben und sogar auf seine Art und Weise "nein" sagen. Hunde, Katzen, Kinder, Erwachsene - mich eingeschlossen. Ich muss mir nicht alles bieten lassen - andere aber auch nicht. Ganz egal, ob sie 400 Gramm, 4, 40 oder 140 kg wiegen.

    Ich finde die Aussage

    Nicht lustig, wenn es sich um große, selbstbewusste Rüden von 40-50kg Lebendgewicht handelt.

    daher auch bedenklich. Hast du erst Respekt, wenn dir das Lebewesen physisch überlegen sein könnte?
    Dann hast du keinen Respekt, dann hast du Angst. Die beiden Sachen sollte man nicht miteinander verwechseln.

    Auch hier:

    Heute ist es ein Schäferhund x Malinois, der absolut unkooperativ ist. Dem kann man zwar ans Futter gehen, aber an den Hund selber kommt man nicht dran.


    Erklär mir mal bitte, wie ein "absolut unkooperativer Hund" sich ans Futter gehen lässt.

    In dem Fall betreibst du weder Vertrauensarbeit, noch gehst du der Sache auf den Grund. Du verurteilst den Hund als "absolut unkooperativ" und ziehst dich damit aus der Verantwortung, ohne den Hund und seine Gründe dafür verstehen oder einen besseren Weg finden zu wollen.

    Schade, denn gegenseitiges Vertrauen und eine enge Bindung zueinander mit Respekt (nicht Angst) von beiden Seiten ist wirklich eine wunderbare Erfahrung.

  • In meiner Welt wird auch niemand bedrängt.
    Allerdings weiß ich, dass ich jederzeit und überall an meine Hunde drangehen kann.
    Und meine Hunde finden das überhaupt nicht ungewöhnlich.
    Die Grundlage dafür wird bei den meisten Hunden in der Jugend gelegt.
    Wer da den richtigen Zeitpunkt verpasst, der muss in Zukunft eben tricksen.
    Und je nach Hund hilft auch tricksen nicht.
    Und ja, dann kann man auch Angst vor einem Hund bekommen.
    Denn nach Knurren kommt beißen, da sind sich hier ja alle einig. Deshalb versucht man ja die Situation zu vermeiden oder den Hund abzulenken.
    Dabei macht es für mich schon einen Unterschied, ob ich es in dem Moment mit einem Zwergpudel oder einem Schäferhund zu tun habe.

    Was unseren unkooperativen Hund angeht - der ist nicht wesensfest.
    Seine Stimmung schlägt in kürzester Zeit um und er droht sehr ernsthaft.
    Er lässt sich ganz ungern anfassen und noch weniger gern irgendwie bearbeiten.
    Bürsten ist fast unmöglich, Wundbehandlung ist ganz unmöglich.
    Der wird schon misstrauisch, wenn man ihn nur anguckt. Mit dem tricksen wir schon seit Jahren, ein ganz schwieriges Tier. Solange er einfach mitläuft und man nichts von ihm will, ist er ganz friedlich, aber wenn er meint, man will etwas von ihm, wird er sofort anders.
    In Bezug auf Futter ist er aber normalerweise problemlos. Aber ich werde mich hüten, ihn da zu reizen.

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