
Der Junghund und der Ersthundehalter
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Gast93778 -
26. August 2017 um 22:59
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Hallo ihr lieben
Mein kleiner Freund Arthas ist mit 13 Monaten nun mitten in der Junghundphase. Für mich als Ersthundehalterin kommen dadurch immer häufiger Fragen auf.
Mein größtes Problem ist im Moment der Freilauf in Zusammenhang mit seinem Spieldrang. Wir wohnen zwar ländlich, da könnte man meinen, der Freilauf wäre an fast jeder Ecke möglich - würden wir nicht in einer Touristenhochburg leben
Auf unseren Wegen kreuzt uns da so ziemlich alles: Mensch, Hund, Pferd und Katz'. Ruhige Wege findet man nur zur Winterzeit!
Seitdem Arthas mir vor ein paar Monaten vor ein Pferd gelaufen ist (ein Glück ist nichts passiert, der "große Hund" blieb gelassen obwohl der kleine Mann spielauffordernd um ihm rumgesprungen ist) war für mich Freilauf erstmal tabu. Seither nutze ich an Waldwegen die Schlepp (bzw. bei Abendspaziergängen die Flexi) und habe nun regelrecht Angst, ihn wieder von der Leine zu lassen. Wir üben zwar fleißig den Rückruf (mit Pfeife), aber sobald er einen potenziellen Spielpartner sieht würde ich für nichts garantieren
Hat jemand ähnliche "Negativerfahrungen" gemacht und kann mir Tipps geben, wie er sich und den Hund auf den erneuten Freilauf vorbereitet hat? Ich habe das Gefühl, dass ich mich dabei durch meine Angst selbst viel zu sehr unter Druck setze!
Viele Grüße
Meli - Vor einem Moment
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Hi,
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Hallo,
ich finde eine gute Impulskontrolle und ein funktionierendes Abbruchsignal sehr wichtig. Damit kommt man eigentlich gut durch den Alltag. :)
LG,
Rafaela -
aber sobald er einen potenziellen Spielpartner sieht würde ich für nichts garantieren
Du mußt die Umgebung immer gut im Blick haben um evtl. Spielpartner vor ihm zu sehen und den Hund rechtzeitig zurückrufen.
Das Problem hab ich bei meinem Hund mit Wild; ich muß alles vor ihm sehen.
Bei deiner Situation gibt es aber den Vorteil, daß du am Rückruf arbeiten kannst, ich würde in eine Hundeschule oder auf einen Hundeübungsplatz mit dem Hund gehen und mit ihm trainieren.
Dort gibt es genug vermeintliche Spielpartner und dein Hund wird lernen, daß er nicht zu jedem Hund hin darf.Sei froh, daß er keinen Jagdtrieb zeigt, das ist weitaus schwieriger in den Griff zu kriegen.
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Ich habe das Gefühl, dass ich mich dabei durch meine Angst selbst viel zu sehr unter Druck setze!
Kenn ich. Wochenlang nur Schlepp, bis ich mich im tiefsten Winter getraut habe.
und habe nun regelrecht Angst, ihn wieder von der Leine zu lassen.
Da muss man drüber weg. Merkt der Hund übrigens.
Du arbeitest ja am Rückruf. das ist wichtig, aber 100% gibt es nicht (sage ich mal so, auch wenn dem hier einige perfekte HH widersprechen werden).
Du bist dabei, falls Dein Hund mal auf einen anderen zugeht, stürmt, spielt...meistens doch halb so wild.Außerdem: Shit happens. Ich will damit nichts verharmlosen, Angriffe etc dürfen nicht sein, aber es sind Tiere, keine Roboter.
Trau Dich- und deinem Hund mehr zu.
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Bei mir gilt auch "Augen auf im Gassiverkehr".
Nachdem die Leine von meinem kleiner Schneefuchs in unserer Anfangsphase aus der Hand gerutscht ist, bekam ich riesige Panik (hier sind viele Straßen). Seitdem dachte ich "die kann ich NIEMALS frei lassen", da sie auch noch Mensch und Hund ankläfft, wenn ihr deren Nase nicht passt.
Ich habe das ganz langsam aufgebaut und mir dazu eine dünne Schleppleine selbst gebaut, die am Boden schliff. Irgendwann war das Vertrauen dann da. Gestärkt durch die Gassigänge mit der Möglichkeit einfach auf meine Schleppleine zu treten (sie muss schleifen, damit man dieses Freilaufgefühl entwickelt). Dann habe ich auch die kurze Leine immer wieder fallen lassen. Irgendwann kam das Gefühl "die kann das!" wie von allein.
ABER: Ich muss sie anleinen, wenn ich Hunde treffe. Ich muss die Fellnasen also vor ihr sehen. Bei Menschen je nach Auftreten auch. Denn sonst stellt sie den unheimlichen Menschen (+ bellt) und das ist nicht gerade angenehm. Aber da sie nur 40 cm hoch ist, seh ich eigentlich alles vor ihr.
Ich klickere gerade, um dieses Problem zu beheben. Das klappt mega gut. Wenn sie länger hinschaut (ohne aufgeregt zu Fixieren), gibts einen Klick und sie kassiert das Leckerchen. Bei starken Reizen kommt mein Klick gleich auf Sicht. Sie unterbricht dann das Hinschauen und wendet ihren Blick zu mir. Bald wird sie merken, dass es sich lohnt nicht die anderen, sondern mich anzuschauen.
Also klicker doch jedes Pferd? Vielleicht sogar mit Zeigen und Bennen auf Dauer? Falls nur Pferde deine Angst sind. Bald wird Hundi statt zum Pferd zu rennen, um dich herumrennen "Da ist das Pferd, ich habs gesehen, ich bin ein guter Hund, gib mir meinen Keks!"
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Vielen lieben Dank für eure Antworten!
Sei froh, daß er keinen Jagdtrieb zeigt, das ist weitaus schwieriger in den Griff zu kriegen.
Das würde ich im Moment leider nicht ausschließen - wenn der Spielpartner rennt fetzt auch er hinterher. Ob da sein Jagdinstinkt zum Vorschein kommt oder es sich noch um seinen Spieltrieb handelt (besonders bei Katze, die nun nicht unbedingt mit ihm spielen möchten und irgendwann aus Angst davon rasen) bleibt wohl im Moment offen.
Kenn ich. Wochenlang nur Schlepp, bis ich mich im tiefsten Winter getraut habe.
Ein Glück, nicht allein! Der Winter wäre auch mein spätester Zeitpunkt für einen neuen Versuch (die Schneemassen geben einem doch nochmal eine gewisse Sicherheit) - aber bis dahin dauert es noch ein paar Monate. Zeit, die ich in seinem Alter wohl besser nutzen könnte
Also Klicker doch jedes Pferd? Vielleicht sogar mit Zeigen und Bennen auf Dauer? Falls nur Pferde deine Angst sind. Bald wird Hundi statt zum Pferd zu rennen, um dich herumrennen "Da ist das Pferd, ich habs gesehen, ich bin ein guter Hund, gib mir meinen Keks!"
Ein Klicker wäre natürlich eine Option, daran habe ich in diesem Zusammenhang noch gar nicht gedacht! Hast du mit dem Klicker schon Fortschritte bei Hundebegegnungen erlangt?
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Ja, mit dem Klicker kann ich eigentlich alle ihre Aktionen unterbrechen. Sowohl Hund als auch Mensch sind mit dem Klick egal und dadurch kann sie sich dann auch nicht so feststarren, um kurz darauf auszurasten. 2-3 Sekunden schauen - Klick - Blick zu mir - Leckerchen rein - und von vorn. Dadurch hat sie auch schon merklich weniger Bellanfälle, selbst wenn ich nicht klicker. Und wir üben das draußen jetzt erst 2 Wochen.
Sehr tolle Sache! Geht natürlich auch ohne Klicker und mit deiner Stimme (z. B. "Klick" sagen), aber mein Mäuschen reagiert auf Pfeife und Klicker einfach am besten.
Und jede Situation, die ich nicht einschätzen kann oder die tendenziell für sie zu reizlastig ist (z. B. sehr großer Hund oder humpelnder Mann), klicker ich sofort rein. Ein Traum, wie so selbst total unheimliche Situationen bellfrei und hinzerrfrei ablaufen.
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Mir wäre es persönlich zu unsicher nur auf den Rückruf zu setzen.
Ich habe das Problem mit "Oh mein Gott ein anderer Hund - ich bin dann mal weg!" zwar nicht, aber meine zwei würden doch gern jagen gehen, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten^^
Für den Hund ist beides selbstbelohnend.Ich habe mir abgewöhnt ständig manisch die Umgebung zu scannen, stattdessen schaue ich auf meine Hunde (also die starre ich natürlich auch nicht ständig an, aber die hat man ja normal sowieso im Blick). Die haben gelernt inne zu halten bzw. stehen zu bleiben, wenn sie einen Bewegungsreiz oder allgemein etwas Interessantes sehen. So habe ich Zeit zu reagieren und entweder abzurufen, sie warten zu lassen oder einfach weiter zu schicken.
Das nimmt einem diesen enormen Stress, dass man alles vor dem Hund sehen muss. Das ist im Normalfall gar nicht möglich - spätestens wenn man einen Spurenjäger hat, versagt man sowieso^^
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Ich handhabe das wie @oregano. Der Rückruf kommt äußerst selten zum Einsatz. Dafür übe ich ganz früh, dass meine Hunde bei Reizen nicht weglaufen. Das kann man sogar an der kurzen Leine immer wieder trainieren.
- Vor einem Moment
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