Schleppleinenarbeit-noch offene Fragen
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flohalsband -
22. Januar 2017 um 14:24
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Hallo liebe Leinenhalter,
Unser Beagle Trixie ist seit Oktober bei uns und wir üben seitdem viel an der Schleppleine (sie ist 4,5 Jahre alt). Auf Wegen habe. Wir schon einige Erfolge, sie reagiert auf "weiter", der Rückruf funktioniert auch regelmäßig - nicht immer. Was uns noch Probleme bereitet ist, wenn sie sich an einem Mäuseloch festsetzt. Bisher habe ich sie zweimal gerufen und dann zu mir geholt. Der Thread hier:
Unser Beagle an der Schleppleine, wie gehts?hat mir da schon gut geholfen...ab jetzt hole ich sie von der Spur runter und versuche keine Impulse mehr durch die Schlepp zu geben.
Ich muss ja auch sagen, dass man mal hört Impulse zu geben, mal gar nicht. Da aber ja der Freilauf stimuliert werden soll, klingt die Version ohne Impulse logischer für mich. Folgende Fragen sind bei mir allerdings noch offen:
Warne ich den Hund bzw. rufe ich ihn jedes Mal ab bevor die Schlepp zu Ende ist?
Was mache ich wenn der Hund mal aus welchem Grund auch immer in die Leine knallt? Umdrehen?
Und was mache ich, wenn der Hund nicht auf den Rückruf reagiert?Vielen Dank Euch vorab im Voraus,
Gruß,
Florian - Vor einem Moment
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Hi,
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Ich versuche mal, dir zu helfen. Ein richtiger 100%iger Experte bin ich in Sachen Schlepp leider nicht, weil ich die Dinger hasse wie die Pest. Wir haben Schleppleinentraining auch eher übersprungen, aber ein bisschen Wissen ist hängen geblieben.
Prinzipiell soll der Hund mit der Schlepp auf den Freilauf vorbereitet werden, ja. Dementsprechend sollten über die Schlepp also keine Impulse gegeben werden. Ist zumindest meine Ansicht zu dem Thema.
Warne ich den Hund bzw. rufe ich ihn jedes Mal ab bevor die Schlepp zu Ende ist?
Das kommt drauf an, was Du tun willst und wie die Situation ausschaut...
Willst Du ein Radiustraining machen? Dann wäre es sinnvoll dem Hund zu sagen: Hier endet dein Radius! Ihn also "warnen". Abrufen würde ich bei meinem Hund nicht. Da würde ich alle 5m abrufen und das würde uns den Rückruf kaputt machen. Also ein anderes Signal als den Abruf einführen.Willst Du den Hund "nur" am Weglaufen hindern? Dann ists mMn egal.
Was mache ich wenn der Hund mal aus welchem Grund auch immer in die Leine knallt? Umdrehen?
Kommt eben drauf an (s.o.).
Hast Du es angekündigt, muss eine Konsequenz erfolgen. Du sagst ihm z.B. "Ende", der Hund ignoriert es, ist am Ende der Schlepp, Du drehst sofort um und lobst ihn, sobald er auf deiner Höhe ist und mitläuft.
Wenn der Hund "nur" reinknallt und sich dann selbst korrigiert, also nicht im Ende der Leine steht und zieht, würde ich nichts weiter machen.Und was mache ich, wenn der Hund nicht auf den Rückruf reagiert?
Rufen. Warten, nochmal rufen. Reagiert der Hund dann immer noch nicht, sich selbst mit der Schlepp an den Hund ranangeln. Nicht den Hund zu einem ziehen. Das ist nicht nur unangenehm für den Hund, sondern er lernt auch recht schnell, dass das nur geht, wenn die Schlepp dran ist. Wenn die Schlepp dann ab ist, wird er Dir vermutlich die Mittelkralle zeigen, wenn er keinen Bock hat zu Dir zu kommen.
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Und was mache ich, wenn der Hund nicht auf den Rückruf reagiert?
In der akuten Situation: versuch es nochmal unter besseren Bedingungen. Heisst in der Praxis meist, du verringerst die Distanz zum Hund um mindestens die Hälfte, und probierst es nochmal. Wenn du die Chance generell gering einschätzt, dass es dann klappt, dann geh hin und sammle den Hund einfach ein.
Für das künftige Training: überlege dir genau, in welchen Situationen du deinen Rückruf übst. Im Aufbau ist eine möglichst hohe Erfolgsquote entscheidend, also gieb den Rückruf nur, wenn du sicher bist, dass der Hund ihn befolgen wird! Ist die Ablenkung zu gross, mach es einfacher für den Hund, indem du näher rangehst, bevor du rufst, oder lass es bleiben! Ich finde für solche Situationen einen "Gummi-Rückruf" sehr nützlich: ein anderes Signal für "Hier!", bei welchem der Hund zwar auch belohnt wird, wenn er kommt, das aber viel lockerer gehandhabt wird, und auch noch rumtrödeln erlaubt - es ist quasi ein sehr schlampiger Rückruf. Damit versaut man sich nichts, wenn es nicht klappt, und wenn es klappt, gewinnt man was und kann belohnen. Und derweil den "richtigen" Rückruf nur in situationen üben, in denen man recht sicher ist, dass der Hund das leisten kann.
Ich nutze den "Gummi-Rückruf" auch im Alltag öfter als den echten, denn meist ist es nicht nötig, dass der Hund so angeflogen kommt.
Wenn der Hund "nur" reinknallt und sich dann selbst korrigiert, also nicht im Ende der Leine steht und zieht, würde ich nichts weiter machen.
Hm, wenn der Hund wirklich reinknallt, dann kann er sich gar nicht selbst korrigieren, er wird durch den Leinenruck korrigiert. Und selbst wenn er sich danach nicht gleich wieder voll in die Leine wirft, würde ich ihn nicht gleich wieder mit der Annäherung ans Ziel seiner Wünsche belohnen - zu schnell kann er sonst eine Verhaltenskette aufbauen.
Sage ich als leidgeprüfte Halterin eines notorischen "Reinknall"-Hundes.
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Folgende Fragen sind bei mir allerdings noch offen:
Warne ich den Hund bzw. rufe ich ihn jedes Mal ab bevor die Schlepp zu Ende ist?
Was mache ich wenn der Hund mal aus welchem Grund auch immer in die Leine knallt? Umdrehen?
Und was mache ich, wenn der Hund nicht auf den Rückruf reagiert?Ich entnehme deinem Text, dass der Hund nicht weiss, wann die Leine zuende ist?
Ich trainiere so nicht. Deshalb kann ich auch hier nicht antworten.
Ich trainiere den Hund erst auf Leinenführigkeit und dann auf die Länge der Schleppleine, wenn ich diese nutze um einem Hund mehr Bewegung zu geben.Du hälst die Schleppleine in der Hand? Sonst könnte Hund ja nicht reinknallen.Und dann ist das für mich nichts anderes als eine sehr lange Leine, wo der Hund aber nicht das Ende kennt.
(Dafür nutze ich lieber Flexileinen-muss Hund auch können und Mensch auch)Wenn mein Hund in die Leine knallt, entschuldige ich mich bei ihm.
Oder ich habe mir wehgetan, dann schimpfe ich auf mich.Wenn der Hund nicht auf meinen Rückruf reagiert, gehe ich Schritte in der Ausbildung zurück.
Weil das muss mein Hund einfach können.
Geräusche ausblenden tun Hunde, wenn sie jagen.
Wenn dein Beagle nicht hört, kann er vielleicht in dem Moment wirklich nicht.
Dann ist das Training unpassend, dann würde ich eher mehr Antijagdtraining machen.
Und hier schliesst sich der Kreis. Das ist eben mit Schleppleine nicht ausreicchend.
Der Hund kann es nicht können und dann nutzen auch Impule nichts. Und selbst wenn du nun eine Warnung gibst, dass das Ende erreicht ist. Falls der Hund jagd, vergisst er dass.
Und Mäusebudeln ist jagen. Ganz wertfrei. Wenn du das noch nicht unterbinden kannst MIT Leine, dann ist der Hund schlicht noch lange nicht so weit, als dass er imm auf einen Rückruf hören könnte.
Summa summarium:
Weiterüben, evt. nochmal die Methodik überprüfen.
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Ähnlich wie @Wasser es beschreibt, kenne ich es auch. Der Radius ist erst ganz klein (1m, Stichwort Leinenführigkeit) und wird dann sukzessive erhöht bis die 5m erreicht sein. Wenn dein Hund regelmäßig in die Schleppleine reinknallt, läuft definitiv etwas falsch.
Vielleicht lässt du dir den Umgang mit der Schleppleine einfach mal durch einen kompetenten Trainer zeigen? So, wie du sie benutzt, klingt das eher nach Flexi-Ersatz. Oder hättest du die Schleppleine auch in der Hand, wenn du 42kg Labrador an der Leine hättest?
Sicher nicht, weil der knallt dir einmal rein und dann ist der Arm ab... Gefühlt zumindest. 
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Ich würde den Hund nicht zum permanenten Knastgehen an 1 m Leine verdonnern - der muss sich ja auch mal lösen und schnuppern können. Leinenführigkeit üben ist das eine, aber das kann man nicht permanent üben - soviel Konzentration kann ein ungeübter Hund gar nicht aufbringen.
Und es gibt verschiedene arten, eine Schleppleine einzusetzen. Schleppen lassen bei einem Hund, der nicht hört und den Radius eines Beagle hat würde ich definitiv nicht empfehlen - die Draufspringnummer schafft nicht jeder HH, und ungefährlich ist sie auch nicht.
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Ich fasse mal unser bisheriges Training für Euch zusammen, aber um es mal vorweg zu nehmen, die Schleppleine soll keine verlängerte Leine sein- ich habe das Ziel, Trixie in unserer wildreichen und teilweise auch verkehrslastigen Gegend (die trotzdem ein Dorf auf dem Land ist) ab und an mal Freilauf zu gewähren und ansonsten die Schlepp nur für absolute Notfälle zu nutzen.
Leinenführigkeit war für die Dame ein Fremdwort- dank der Flexileine bei den Vorbesitzern.Wir haben nach zwei Wochen mit dem blockieren angefangen, was schon nach zwei Spaziergängen schon deutliche Besserung brachte. Das führen wir derzeit immer noch weiter und wir haben schon einen deutlichen Fortschritt gemacht. Natürlich haben wir auch mal schlechte Tage-> heißt sie hängt sich nicht in die Leine, sondern überholt uns langsam und dann wird blockiert. Mittlerweile reicht es schon 2-3x pro Spaziergang zu blockieren. Oft ist es dann auch schon eher prophylaktisch als akut.
Wir haben mit dem Schleppleinentraining direkt an 15m angefangen, weil permanenter 1,20 Radius alles andere als ausgleichend für Trixie ist und ich Flexis auch aufgrund Ihrer Vergangenheit meide, wie der Teufel das Weihwasser.
In meinen Augen kamen wir gut voran, der Abruf klappte recht häufig (nicht 100%) sich mit einem „weiter“ zum Weiterlaufen motivieren, wenn sie mal „guckig“ ist oder vorsteht.
Ein Fehler meinerseits war wohl auch, zu oft in neuen Gebieten und somit mit zuviel Ablenkung trainiert zu haben.
Die letzten drei-vier Wochen waren so, dass wir die Schlepp auch viel schleppen ließen.
Zu euren Fragen:- Ja, überwiegend liegt die Schlepp in der Hand
- Nein, sie „knallt“ nicht regelmäßig in die Leine, es kam vereinzelt vor. Nur wollte ich auch hier schon mal prophylaktisch Bescheid wissen
Ich habe jetzt die Erkenntnis, dass ich den Radius erstmal drastisch (5m?) reduzieren muss?
Meist versuche ich nicht sie nicht abzurufen, wenn sie schon dicht macht, sondern bevor die Leine (wie gesagt 15m) zu Ende war bzw. sie den Weg verlassen hat. Mit welchem Kommando haltet Ihr Eure Hunde „auf den Wegen“?
Grundsätzlich mache ich mir auch viel zu viele Gedanken, bin verbissen und ungeduldig, was sich auch auf Trixie überträgt. Zumal Sie auf die Grundkommandos gut hört und in der Wohnung und beim alleine bleiben, sowieso ein Vorzeigehund ist. Hier setze ich mich bestimmt unter zuviel Druck, dass alles überall klappen soll.
Wir haben am kommenden Samstag auch einen Termin mit einer Hundetrainerin- ich hoffe nur hier nicht von einer Trainerin noch 3-5 ver. Trainingsvarianten aufgezeigt zu bekommen… -
Ich würde den Hund nicht zum permanenten Knastgehen an 1 m Leine verdonnern - der muss sich ja auch mal lösen und schnuppern können. Leinenführigkeit üben ist das eine, aber das kann man nicht permanent üben - soviel Konzentration kann ein ungeübter Hund gar nicht aufbringen.
Ja, guter Einwand.
So solls auch nicht sein und so geht es auch nicht!Hier geht es aber um die Ansprehcbarkeit im JAGD-modus.
Daran würde ich arbeiten.Und zwischen Arbeit und Spass deutlich unterscheiden. Und wenn Hund nicht anders körperlich auszulasten ist, als mit viel Rennen, dann muss man rad fahren, oder schnell joggen ...oder den Hund ziehen lassen....
Nur wir sprachen meiner Meinung nach von den ÜBUNGSZEITEN. Und wie ein Übung aufgebaut wird.
Wenn man "Schleppleinentraining" mit lustiger Freizeitbespassung gleich setzt, dann weiss der Hund eigentlich nie, was jetzt ist. Üben?
Und dann kommt es zu solchen Verwickelungen.
Und dann wird Symptombehandlung betrieben.
Ob man den Hudn wie oder mit was korrigieren muss oder ähnliches.Das zeigt dann deutlich, dass im Aufbau was nicht stimmig ist.
Und deshalb:
Reflektieren, nicht rechtfertigen und ganz genau hingucken, was sich zum positiven wandelt, bei dem jetzigen Training. -
Ich würde auch zwischen Leinenführigkeit und "Beaglefreizeit" und Schleppleinentraining genauestens unterscheiden.
1. Leinenführigkeit heißt bei uns eine Art "bei Fuß" gehen an der Leine. Das bedeutet es gibt kein schnüffeln und kein Pinkeln sondern es wird an lockerer Leine dicht neben mir gegangen. Das habe ich mit Till am Halsband geübt. Immer wenn die Leine am Halsband ist, heißt daß für Till, daß Leinenführigkeit angesagt ist.
2. Für die Beaglefreizeit ist die Leine bei uns am Geschirr. Dann kann er schnüffeln, seine Geschäfte erledigen usw.
Durch die Unterscheidung Halsband/Geschirr hat man den Vorteil, daß man die Leinenführigkeit sehr gezielt trainieren kann. Man kann selbst entscheiden wann und wie lange man sie trainieren möchte und das Training dem jeweiligen Trainingsstand des Hundes anpassen. Außerdem kann man so gerade Hunden die noch nicht in den Freilauf können ein wenig Freiheit gönnen.
3. Bei Schleppleinentraining sollte der Hund, meiner Meinung nach, immer die gesamte Länge der Schleppleine zur Verfügung haben. Er soll ja gerade lernen, daß er im Radius bleiben soll. An der Schleppleine würde ich nicht durch die Leine einwirken wollen, denn sie soll ja auf den Freilauf vorbereiten. Wenn er hineinknallt würde ich stehenbleiben und ihn zu mir locken und loben zunächst auch belohnen sobald er bei mir ist( bis ich das Gefühl habe der Hund hat verstanden worum es geht. ) ; später aber dazu übergehen vor dem Leinenende zu waren und nicht mehr zu belohnen wenn er zurück kommt.LG
Franziska mit Till
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