Wie verhindern, dass die Korrektur zum Teil der alternativen Verhaltenskette wird? (Leinenpöbeln)

  • Moin!

    Das Grund-Problem steht ja oben. Wie verhindere ich, dass der Hund nicht statt Diesem Jenes macht, sondern erst Dieses dann Jenes? :ugly:

    Fremde Hunde werden Smilla gezeigt und benannt, abwenden/umdrehen mit Blickkontakt geklickt, dann kommt Smilla ran und bekommt die Tube, dann wird sie strategisch sinnvoll bei mir positioniert, klick-Tube, dann wird das Pendeln des Blicks zwischen Hund und mir geklickt und sie darf lecken (baut Stress ab). Abschließend darf sie ein paar geworfene Leckerlies hetzen oder mich auf Kommando anspringen, um die körperliche Spannung abzubauen (schütteln auf Kommando wäre perfekt, das üben wir noch..)
    Insgesamt klappt das mittlerweile wirklich gut, solange die Tube dabei ist.

    Bei Smilla war grundsätzlich die Erregungslage hoch und die Frustkontrolle niedrig. Früher ist sie bei jedem Sichtkontakt ausgerastet, sodass wir aus dieser Erregung heraus die Umorientierung klicken mussten. Mittlerweile macht es einen Unterschied, ob sie aus Unsicherheit, Frust oder Feindseligkeit pöbeln würde.


    Jetzt zum eigentlichèn Thema:
    Bei Frust und Unsicherheit hab ich jetzt häufiger beobachtet, dass sie vor dem Positionieren bei mir noch einmal wuffend, nicht kläffend, in die Leine springt und sich dann irgendwie '"besonders motiviert" neben mich setzt und mir in die Augen guckt..
    Nach dem Motto "hab ich toll gemacht, oder?!"

    Wenn ich das dann nicht belohne versteht sie die Welt nicht mehr, denn das Verhalten war ja eigentlich korrekt. Allerdings hab ich den Eindruck, dass sie denkt, dass das Pöbeln zur erwünschten Verhaltenskette gehört.
    Also Hund sehen - pöbeln - umdrehen - lieb sein..

    Wie reagiere ich dann am Besten und wie lässt sie sowas zukünftig verhindern?

    Lg :smile:

  • Sie muss eigentlich nur (unterscheiden) lernen welche Kette du IMMER sehen willst, egal in welchem Gemütszustand sie sich befindet. Das End-Verhalten mag richitg gewesen, jedoch nicht die Kette, die dorthin geführt hat. Wenn sie falsche Verhalten zeigt, belohne die Kette nicht, belohne die richtige aber höher bzw. mit mehr Futter über einen längeren Zeitraum.

    Wäre so mein Vorschlag =)

  • Das Problem ist, dass das Lecken an der Tube (selbst wenn nichts rauskommt) merklich zum Entspannen des Hundes und der Situation beiträgt. Ich hab schon probiert, bei nicht ganz perfektem Verhalten nur mit normalem Leckerlie zu belohnen, aber die werden nur weginhaliert und im Zweifelsfall einfach ignoriert.
    Ich muss ihr einfach sehr viel entgegen kommen, wenn ich das nicht mache, also konsequent nur perfektes Verhalten belohne, klinkt sie sich aus und macht gar nicht mehr mit.

  • Wenn es sie schon entspannt wenn garnichts rauskommt dann vielleicht bei der falschen Kette nur einen Hauch rausdrücken und bei der richtigen Kette dann eben auch richtig viel rausdrücken?
    Oder vielleicht ne zweite Tube mit was noch geilerem drin als Belohnung für die richtige Kette? Zusätzlich mit noch etwas mehr Anspringen, Lob oder so?

    Und was ist wenn du das kurze nach vorne gehen mit nem "Falsch" markerst? Also sie macht das, du sagst "Schade" oder was immer ihr vielleicht schon habt um ihr zu signalisieren das genau das nun nicht richtig war.
    Die Belohnung kommt ja trotzdem, wenn sie sich zu dir wendet und sich setzt.

  • bei einer verhaltenskette sollte das letzte glied die längste verstärkungsgeschichte haben. das zweitletzte die zweitlängste usw...

    kann gut sein, dass das wuffen so zur kette gehört. wir haben ja zb. die verstärkung nach premak, da wird verhalten mit verhalten belohnt. das verhalten wuffen wird dann schon nur dadurch verstärkt, dass sie sich neben dich positionieren darf. am schluss gibts noch lecker paste. die operante konditionierung lebt ja von den konsequenzen eines verhaltens, und wenn da weiterhin positive konsequenzen folgen (eben das verhalten sich positionieren), dann wird das verhalten natürlich auch weiter gezeigt. an und für sich ja überhaupt nichts schlimmes.

    ich würde die kette neu aufbauen. ohne die anderen hunde als auslöser, sondern etwas anderes nehmen (zb. gibts diese tollen fähnchen). dann kann man das bei niedriger erregungsstufe und frustfrei schön auftrainieren. ansonsten halt den abstand wieder vergrössern.

  • bei mir noch einmal wuffend, nicht kläffend, in die Leine springt

    Genau da würde ich die Verhaltenskette unterbrechen und von vorne beginnen. Notfalls mit 10 Tuben Leckerpaste in der Tasche.

    Manchmal zögert man den Moment auch zu lang hinaus oder das Leckerchen werfen bzw. anspringen danach heizt auf, da kann nach Tagesform wirklich alles mögliche reinspielen.

    Ich würde in dem Moment, in dem ich erkenne, dass sie in die Leine wufft, abbrechen und zb. einen Bogen laufen, dann wieder von vorne beginnen.

  • Muss man ausprobieren. Würde ich aber dem kompletten Neuaufbau erst mal vorziehen (es reicht ja ggfs. auch ein Alternativsignal wie "Sitz" oä um die Verhaltenskette zu unterbrechen), da die TE ja schon recht weit gekommen ist.

    Ich hab den Zusammenhang so verstanden, dass der Hund das wuffen erst in letzter Zeit zeigt und vorher offenbar nicht.

  • Danke für eure ganzen Antworten ich bin gerade unterwegs und melde mich nachher ausführlich! :smile:

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