Hund hat starken Kau-Trieb

  • Hallo zusammen, vor einer Woche habe ich mir den Traum wahr gemacht und mir meinen Hund angeschafft. Und ich bereue diese Entscheidung keine Sekunde!

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    Mein kleiner Rüde, Lupo, ist wunderbar verspielt, freundlich und aufgeweckt. Geholt habe ich ihm aus einem Tierheim in Lüneburg. Ursprünglich kommt er aus Polen, ist schon 2 Jahre alt.
    Grundkommandos kann er "noch" nicht aber er hört immerhin auf seinen Namen.

    Jetzt bin ich auf ein Problem gestoßen wo ich nicht genau weiter weiß. Mir ist aufgefallen das er sehr gerne kaut, wie ich finde ein natürlicher Trieb für Hunde den ich keinesfalls unterbinden möchte.
    Nur macht er das so gerne, dass die Kauknochen nicht lange halten und dann schon mal gerne Kissen oder ähnliches genutzt werden. Ich kann ihn natürlich nicht ständig was geben da er sonst zu Dick wird.
    Denn Knoten rührt er leider nicht an.

    Welche Spielzeuge kann ich meinem Hund geben die etwas aushalten wo er aber gefahrlos drauf rum kauen kann? Bei Kissen will ich nicht das er Stoffe verschluckt, was er aber gerne versucht und ich kann
    ihn nun mal nicht 24 Stunden überwachen oder den Trieb durchgehend mit Spielen im Freien überbrücken.

  • Jetzt bin ich auf ein Problem gestoßen wo ich nicht genau weiter weiß. Mir ist aufgefallen das er sehr gerne kaut, wie ich finde ein natürlicher Trieb für Hunde den ich keinesfalls unterbinden möchte.

    Hunde haben ein gewisses Kaubedürfnis, das ist richtig. Aber die Dosis macht das Gift. Irgendwann kippt es über und das, wozu es eigentlich dient, ist es nicht mehr ... nämlich sich Essen beschaffen oder runterfahren. Beim normal entspannten Hund reicht es da eigentlich, wenn er alle ein bis zwei Tage zehn bis zwanzig Minuten was zum Kauen hat. Wenn es mehr ist, könnte es ein Symptom für eine andere Ursache sein. Viele Hunde versuchen sich durch Kauen zu beruhigen (die Aufnahme von Nahrung, als das Abnagen von Knochen nach einer Jagd beruhigt eigentlich). Wenn allerdings der Hund insgesamt zu gestresst ist von anderen Dingen, dann tritt dieser Effekt nicht ein. Der Hund versucht durch längeres Kauen das zu erzeugen und dann kippt es irgendwann. Das Kauen puscht ihn wieder hoch und er kann nicht mehr aufhören.

    Wichtig wäre also herauszufinden, ob der Hund reizüberblutet ist, ob der Alltag zu aufregend ist, ob da genügend Erholungsphasen drin sind, damit das ganze neue Leben verarbeitet werden kann.

  • Beim Bekauen von Geweihstücken sollen sich schon Hunde die Zähne abgebrochen oder ausgebissen haben, daher gibt es bei mir keine Geweihstücke mehr.

  • Hunde haben ein gewisses Kaubedürfnis, das ist richtig. Aber die Dosis macht das Gift. Irgendwann kippt es über und das, wozu es eigentlich dient, ist es nicht mehr ... nämlich sich Essen beschaffen oder runterfahren. Beim normal entspannten Hund reicht es da eigentlich, wenn er alle ein bis zwei Tage zehn bis zwanzig Minuten was zum Kauen hat. Wenn es mehr ist, könnte es ein Symptom für eine andere Ursache sein. Viele Hunde versuchen sich durch Kauen zu beruhigen (die Aufnahme von Nahrung, als das Abnagen von Knochen nach einer Jagd beruhigt eigentlich). Wenn allerdings der Hund insgesamt zu gestresst ist von anderen Dingen, dann tritt dieser Effekt nicht ein. Der Hund versucht durch längeres Kauen das zu erzeugen und dann kippt es irgendwann. Das Kauen puscht ihn wieder hoch und er kann nicht mehr aufhören.
    Wichtig wäre also herauszufinden, ob der Hund reizüberblutet ist, ob der Alltag zu aufregend ist, ob da genügend Erholungsphasen drin sind, damit das ganze neue Leben verarbeitet werden kann.

    Danke für den Tipp, ich werde schauen das ich ihm etwas mehr Erholung gebe, vielleicht habe ich ihm für die erste Woche zu viel zugemutet.

    Ich muss sowieso aufpassen, Lupo hat in Polen wohl versucht Steine zu kauen, weshalb einer seiner vorderen Zähne schon abgeschliffen ist. Die Haltung damals war keineswegs artgerecht, das kauen scheint davon wohl noch ein Überbleibsel zu sein.

    Deshalb muss ich etwas zum Kauen finde was nicht zu hart ist, damit ich seine Zahnprobleme nicht noch verschlimmere.

  • Der Hund ist erst seit einer Woche (!) da - ich gehe davon aus, daß der einfach nur gestreßt ist, und sich mit dem Kauen ein bissel Abhilfe schafft, den Streß loszuwerden.

    Schaut mal drauf, was Ihr alles mit dem Hund macht - manchmal meint man es gut, und macht tausend Dinge mit dem neuen Hund, führt ihm die gesammelte Verwandt- und Freundschaft vor, zwanzig Gassigebiete in nur drei Tagen, dazu noch Auslastung, Beschäftigung etc. etc......

    Vergeßt nicht: Der Hund, wenn er seit 1 Woche erst da ist, hat ein komplett neues Umfeld, neues Frauchen/Herrchen, neue Spielsachen, Hausregeln, die er noch nicht kennt, er muß austesten, was darf er, was nicht, ist noch unsicher mit Euch, weiß nicht, ob er regelmäßig Futter bekommt oder wie oft er Gassi gehen darf, wer mit ihm spielt, wie er sich draußen verhalten soll, etc. etc. - sprich, so eine Ankunft im neuen Zuhause kann furchtbar stressig sein und auch verunsichern - die Kauerei ist dann nur ein Symptom für den Streß, den der Hund damit hat. Hilft zwar momentan, aber die Ursache zu bekämpfen, macht sicherlich mehr Sinn.

    Daher würde ich in den ersten Wochen schlichtweg mal gar nix mit dem Hund machen, außer ihn ankommen zu lassen, die eigene Familie kennenlernen zu lassen (also nicht gleich Eltern zu Besuch, Freunde im Haus etc. - der muß doch erstmal lernen, wer zur neuen Familie dazugehört!), die Hausregen liebevoll zu erklären (darf er in alle Zimmer? ins Bett? betteln? wann geht´s abends ins Bett, eigene Rituale erarbeiten vorm Schlafengehen oder Gassigehen, das gibt ihm Sicherheit, weil er lernt, was jetzt gleich kommt - in immer gleicher Reihenfolge zu etwa gleichen Zeitpunkten. Erstmal - weil das Sicherheit gibt.). Erst, wenn das alles für ihn echt Alltag ist, und er das entspannt mitmacht, dann würde ich wieder mehr Action reinbringen, oder Zeiten variieren für Gassi oder Futter. Allmählich.

  • Ich wäre froh, wenn unsere HSH einen so ausgeprägten, bzw. einen annähern so ausgprägten Kautrieb hätten. Der Vorteil ist nämlich, dass sich dadurch und mit den richtigen Kaustücken eine hervorragende Zahnprofilaxe realisieren läßt. Bei uns werden nur ausgesuchte Sachen länger gekaut. Leider gehören Wurzeln oder Sticke mit Zahnreinigungseffekt nicht dazu. In soweit würde ich das erstmal nicht als Problem, sondern als etwas Positives betrachten. Wenn Du ihn länger hast und sich das (Deiner Meinung nach) übermäßige "Kauverhalten" nicht geändert, würd ich mal einen hundeerfahrenen, also einen erfahrenen Hundehalter oder Trainer, der sich DEN HUND ANSCHAUT fragen. Auch ein Besuch mein TA, bei dem man die Abnutzung der Zähne betrachtet, kann helfen. Tatsächlich übermäßiges Kauen kann verschiedene Ursachen haben. Das reicht vom Stressabbau (den dürfte Der Hund nach so kuzer Zeit bei Dir sicher noch haben), über Übersprungshandlungen (weil der Hund nach so kurzer Zeit (noch) nicht weiss wie er sich verhalten soll), bis hin zu Schmerzen im Kiefer / den Zähnen (manchmal mildert Druck diesen Schmerz) reichen. In all diesen Fällen macht es aber keinen Sinn, ihm das Kauen zu verbieten. Denn da die Ursache dann unvermindert bleibt, würde er sich eben einen anderen "Kanal" wählen. In die Bude pinkeln, übermäßig scharren (gerne Tapeten u.Ä.) Der einzig richtige Weg das abzubauen währe, die tatsächliche Ursache anzugehen. Aber wie gesagt: Nach so kurzer Zeit, die der Hund bei Dir ist, kann man da erstmal noch gar nichts sagen.

    Was ich aber irgendwie befremdlich finde ist:

    Zitat

    Beim normal entspannten Hund reicht es da eigentlich, wenn er alle ein bis zwei Tage zehn bis zwanzig Minuten was zum Kauen hat.


    Woher stammt dieses "Wissen"? Wer bitte definiert, wieviel Spaß, über wieviele Minuten welcher Hund mit Kauen und Knabber haben darf? Woran orientiert sich dieses Aussage? Zählt da das Zerkauen von Trofu auch schon mit? Was wenn ein Hund gar kein TroFu bekommt? Da unsere Hunde z.B. meist eher rumliegen und "aufpassen" kriegen sie häufiger mal ein "Kaustück". Welche negativen Auswirkungen sind zu erwarten, wenn ein Hund, mehr als zehn bis zwanzig Minuten, alle 2 Tage kaut? Hunde haben verschiedene Größen und unterschiedliches Gewicht, verschieden geformte, bzw. an ihre Aufgaben angepasste Kiefer, unterschiedliche Beisskraft. Wie kommt man da auf eine so pauschal gehaltende Aussage :-O ?

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