Hund hatte merkwürdigen Anfall - bitte um Schwarmwissen!
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Hallo ihr Lieben,
ich hoffe ihr könnt mir ein wenig helfen. Es geht um Rocky (Rüde, 3 Jahre alt, Papillon, nicht kastriert). Ich war heute natürlich sofort in der Klinik und bin genauso schlau rausgekommen wie reingegangen. Es wurde jetzt erstmal Blut abgenommen (großes Blutbild mit T4 und TSH Wert), Montag gehe ich wieder hin, bis dahin möchte ich so gut es geht brainstormen, da mir die Sache merkwürdig vorkommt. Also folgendes:
Ganz früh am morgen, aus dem Schlaf heraus rannte Rocky plötzlich wie von einer Tarantel gestochen durchs Zimmer. Dabei urinierte und kotete er (hat er selbst scheinbar nicht gemerkt). Dann hielt er auf einem Kissen inne und sah verwirrt und ängstlich aus, Urin lief einfach weiter raus. Ich war selbst erstmal perplex, hab ihn angesprochen und zu mir gerufen. Erst schaute er weiter verwirrt (war ganz kurz nicht ansprechbar), kam dann aber. Oder eher, er versuchte es. Er torkelte, als wär er besoffen. Er hob die Beine unnatürlich hoch, hat sie scheinbar nicht unter Kontrolle gehabt, merkwürdig weggestreckt, konnte sehr schlecht laufen, er kam dann aber, fiel also nicht um. Ich streichelte ihn, er zitterte am ganzen Körper. Langsam beruhigte er sich aber, konnte aber weiterhin nicht normal laufen, die Koordination schien total gestört. Er nahm auch eine merkwürdige Körperhaltung an. Zwischendurch kotzte er immer wieder (fast unverdautes Futter vom Vortag). Als er sich legen wollte, legte er den Vorderkörper ab, der Hinterkörper kam erst ganz langsam nach. Er schaute selbst ziemlich verwirrt auf seinen Hintern,schien sich zu wundern. Dann irgendwann lag er aber und schlief total erschöpft ein. Als er kurz später wieder aufstand, war der Spuk vorbei. Er lief wieder normal, wedelte mit dem Schwänzchen. Er ist zwar noch etwas ruhiger als sonst gewesen, ging aber brav mit raus zum pinkeln und war auch wieder frech gegenüber seinen Brüdern. Verwunderlich war in der Klinik aber noch, dass er versucht hat die Arzthelferin zu beißen und sehr panisch reagiert hat. Er hat sonst kein Problem mit Menschen und ist auch sonst beim TA immer ganz brav gewesen.
Vor einigen Monaten hatten wir ein ähnliches Erlebnis - also, glaube ich mittlerweile. Rocky lag auf dem Lowboard neben dem TV (da liegt er gerne, darf er auch) und ich ging kurz ins Nebenzimmer. Plötzlich hörte ich Krach und rannte rüber. Rocky stand mitten im Zimmer und verbog sich. Verdrehte den Kopf, hob abwechselnd Beine extrem hoch in die Luft, hatte starke Probleme sein Gleichgewicht zu halten. Man hätte meinen können, er ist vom Teufel besessen und verdreht seine Gliedmaßen deshalb so. Er wimmerte und wir haben den Notdienst angerufen und sind sofort losgefahren. Dort angekommen war alles normal! Der TA hat sich gewundert, dachte wohl erst ich hab es übertrieben. Hab ich aber nicht, es war echt schlimm! Da Rocky auf dem Lowboard lag und Krach zu hören war, haben wir damals vermutet, dass er irgendwie blöd runtergesprungen ist, vielleicht ausgerutscht ist und sich den Rücken angeschlagen hat (Nerv eingeklemmt oÄ). Vielleicht war das auch so - da es allerdings so schnell vorbei war und auch keine Anzeichen von Schmerzen gezeigt hat danach, vermute ich nach dem aktuellen Erlebnis, dass es vielleicht genau so ein Anfall auch war.
Die Ärztin in der Klinik dachte zuerst an einen epileptischen Anfall - daran dachte ich auch erst. Aber so richtig passen tut es nicht. Ich weiß, es gibt verschiedenen Formen der Epi-Anfälle, aber so hab ich das noch nie gehört. Er hat ja nicht richtig gekrampft - es war mehr so ein "meine Beine machen was sie wollen, ich kann die Bewegung kaum steuern und mich kaum halten". Sicher war er auch verkrampft, aber eben nicht dieses typische für eine Epilepsie. Wobei ich natürlich beide Male (es war beides aus Ruhephasen heraus), nicht 100%ig sagen kann, ob vorher nicht evtl richtige Krampfanfälle vorangegangen sind. Ich glaube es aber (zumindest beim aktuellen Fall) eher nicht. Er schläft direkt neben meinem Bett in einer offenen Box - ich denke, ich wäre bei sowas schon früher wach geworden.
Jetzt frage ich mich - kann so ein epileptischer Anfall aussehen? Komplett bei Bewusstsein, ohne das typische Zucken und ohne extremere Krämpfe?
Was könnte es noch sein? So 100%ig überzeugt davon sind weder die TÄ noch ich, aber das kommt einem natürlich als erstes in den Sinn.. Er hat übrigens in letzter Zeit auch sehr abgenommen. Ich dachte erst, das kommt davon, dass der Kastrachip ausgelaufen ist (in der Zeit war er ein bisschen moppelig, aber noch im Rahmen). Er hat aber trotz mehr Futter schon recht viel abgenommen.. Zwar noch nicht untergewichtig, aber man spürt die Rippen sehr, am Bauch ist null Reserve. Vielleicht ist das Zufall und unabhängig voneinander, aber ich wollte es mal erwähnen.
Entschuldigt den langen Text. Aber ich bin echt besorgt. Natürlich müssen wir jetzt wohl erstmal abwarten ob was im Blutbild zu finden ist. Das letzte war vor knapp einem halben Jahr und unauffällig, bis auf einen minimal niedrigen T4- Wert, der aber nach weiteren Untersuchungen wohl doch noch ok war.
Fallen euch vielleicht noch passende Krankheitsbilder ein in welche Richtung man untersuchen könnte? Bin noch aufs Vestibularsyndrom gestoßen, passt aber auch nicht so 100%ig. Google spuckt noch Vergiftung aus.. Ich wüsste aber nicht, dass er was anderes als Gras draußen gefressen hat (was die andern 2 aber auch haben und nicht krank sind).
Aktuell gehts Rocky nach wie vor gut, bleibt aber unter meiner Beobachtung. Fressen und trinken tut er normal. Kot ist auch normal.
Ich danke euch fürs Lesen - vielleicht kommt das ja jemanden bekannt vor.
Viele Grüße
Rebecca & Rocky - Vor einem Moment
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Hallo,
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Hört sich für mich an, als wenn da irgendwie hin und wieder die Nerven im Rückenbereich eingeklemmt sind.
Das kann man i.d.R. nur mittels CT feststellen. -
Hört sich für mich an, als wenn da irgendwie hin und wieder die Nerven im Rückenbereich eingeklemmt sind.
Das kann man i.d.R. nur mittels CT feststellen.Danke!
Kann sowas "einfach so" passieren? Oder eventuell bei dem vermuteten Sturz damals.. Werde ich nochmal ansprechen am Montag.
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Hallo Rebecca,
ja, das geht manchmal fix, dass sich Hunde einen Nerv einklemmen oder Bänder überdehnen (Sprint auf Laminat z. B.).
Hast Du nur Blutbild machen lassen oder auch eine Kotprobe abgegeben? Mich irritiert etwas die Gewichtsabnahme trotz gestiegener Futtergabe. Vielleicht mal wegen Parasiten schauen.
Wenn wirklich ein Nerv eingeklemmt ist... Hm. Kannst Du Rocky sonst bürsten, anfassen etc. ohne Probleme?
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gino hatte früher solche epileptischen anfälle. neben den grand mal anfällen. wo imh einmal schlecht war und er seine tablette gleich wieder ausgebrochen hatte, kam natürlich auch sofort so ein anfall.
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Nur eine Vermutung.
Kolik?
Dieses staksige laufen, Gebetshaltung, abrupter Anfang und Ende, unter sich machen...Kenne ich von Emmy wenn sie Koliken hat.
Ich würde mal Richtung Abdomen abchecken lassen. -
Hat er draußen wirklich nichts gefressen?
Meine Hündin hat vor ein paar Wochen draußen Menschenkot gefressen (habe sie dabei erwischt).
Ca. 2 Stunden später wurde sie extrem schreckhaft, hob erst übertrieben die Pfoten beim gehen, torkelte und zuckte immer wieder.
Lt. unserem Tierarzt hat sie den Kot von einem Junkie gefressen und stand unter Drogen.
Nach 2-3 Stunden war alles wieder normal...
Liebe Grüße und viel Glück -
Meine Smilla hat sehr ungewöhnliche Anfälle. Krämpfe wie Wadenkrämpfe, torkeln, zittern... alles bei vollem Bewusstsein (aber ohne Erbrechen, Urinieren oder so und nie in Ruhe, sondern rein Erregungsinduziert). Sie ist mittlerweile komplett durchgecheckt, die Ärzte glauben nicht an Epilepsie (wir sind mittlerweile bei einer Neurologin in der TiHo Hannover), aber es wurde auch nicht rausgefunden, was Smilla hat. Bei ihr scheint es von den Muskeln zu kommen und irgendein Defekt der Ionenkanäle zu sein. Allerdings meinte unsere Neurologin, zur Zeit werden diese sehr ungewöhnlichen Anfälle erst angefangen zu untersuchen, man kennt da noch kaum Grundlagen zu. Sie war auf einem Kongress, da hatten viele Videos von solch merkwürdigen Anfällen dabei und die große Frage: was ist das? Teils hat man da wohl Medikamentenkombis gefunden, die helfen, aber keine klare Linie dabei. Also es können durchaus unterschiedliche Dinge verantwortlich sein (wie bei Epi ja auch). Bei Smilla hilft Acetazolamid und ein Futter, das zu 70% aus Fisch besteht (Fettsäuren-Kombi, meinte unsere Neurologin, ist am ehesten der Grund dafür, es hat aber auch einen sehr hohen Protein-Gehalt, daher weniger Kohlenhydrat-Gehalt und kein Gluten). Nun ja, hilft euch vermutlich nicht weiter, aber ihr seid nicht alleine mit dem Mist. Smilla hatte über etwa 2 Monate fast täglich Anfälle schon bei geringer Aufregung, gesteigert von anfangs 2-3 pro Woche. Jetzt sind wir wieder bei rund 2 pro Woche und sie hält schon wieder sehr viel Erregung ohne Anfall aus.
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Bin noch aufs Vestibularsyndrom gestoßen
Da wäre der Nystagmus typisch (da flackern die Augen hin und her, und das ist auch Dauerzustand).
Schwierig, bei solchen neurologischen Ausfällen ohne Hund vor Augen und ohne Studium etwas zu raten.
Borreliose vielleicht? -
Hallo!
Ich danke euch für eure Anregungen. Wir haben heute das Blutbild besprochen und alle seine Werte sind top, nichts organisches.
Ich habe nochmal detailliert geschildert wie es aussah und eure Vorschläge angebracht. Beide Ärzte tendieren nach wie vor zu einem Epi-Anfall. Nächster Schritt wäre ein CT um einen Hirntumor auszuschließen.. Wobei sie sagte, dass Tumore die Epi auslösen ohnehin nicht operabel seien und es deshalb nicht allzu viel bringt, bis auf Gewissheit.. Wir behalten es erstmal im Auge. Sollte noch ein Anfall kommen, werde ich auf jeden Fall ein CT machen lassen.
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