Unser Tierschutzhund mit vielen Baustellen (Tipps?)

  • @SanSu ah entschuldige dich nicht für den Roman. Ich bin für alle Erfahrungen und Gedanken dankbar.
    Mit unserem Welpen hatte ich damals weniger dramatische probleme. Pubertät war zwar anstengend aber irgendwie ging es doch.
    Yuna ist ein ganz anderer Fall. Komplett anders. Und das mit dem extrem fixierten Jagen kenne wir gar nicht. Also sind wir auf sehr viel Hilfe angewiesen.

    @Wasser Ja, ganz genau. Deshalb bin ich ja ganu schnell wieder hier her gekommen. Ich hab gesehen das diese Mehtode uns nicht weiter bringt. Sie kann sich einfach nicht so hardcore konzentrieren.
    Grundsätzlich möchte ich nicht sagen das der Trainer mit allem umrecht hat. Ein paar Sachen haben ja auch was gebracht und der Hund hat nicht so gestresst. Aber für draußen geht die "normale" Methode für sie nicht.

    Ich werde mich nach einem anderen Trainer umsehen wenn wir mit diesem nicht weiter kommen in diesem Sinne. Ich hab für 5 Stunden bezahlt. Demnächst haben wir Stunde 3. Wir hängen da also nicht für immer fest. Wenn ich nach Stunde 5 denke "Mann, der verzerapft nur Zeug was für uns unbrauchbar ist" kann man sich immer noch umorientieren.

    @Nesa8486 das mit der katze anschauen wird nicht funktionieren. Sie schaut kurz und wenn ich schaue "was hat sie denn?" hängt sie schon zappelnd in der Leine und springt auf und ab wie ein Känguru (aufgeregtes "Frusthüpfen".. weiß nicht wie ich dazu sagen soll) in der Hoffnung doch noch irgendwie von der Leine los zu kommen. Wenn sie jagbare Kleintiere sieht geht sie sofort ab. Wäre sie nicht an der Leine hätte ich meinem Hund wohl durch die ganze Siedlung hinterherjagen können. Da geht nix.

    Heute begegnete uns vor dem Haus wieder eine Katze. Hund spielte wieder Känguru, bäumt sich auf und sieht nur noch die katze. Hing voll in den Seilen. Ich bin dann weiter und sie ist dann sogar mit mir reingegangen weil sie wohl gecheckt hat das sie eh nirgends anders hin kann.

    Der Abendspaziergang war ganu ok, Mutter sagte der Morgenspaziergang war mehr stop als go. also 50:50 heute.
    Ich glaube aber ich brauche ein anderes Geschirr denn meins verdreht sich immer beim führen. Es hat vorne in der mitte einen Ring aber ich glaube der ist normal nicht zum einhängen gedacht.

  • Heute begegnete uns vor dem Haus wieder eine Katze. Hund spielte wieder Känguru, bäumt sich auf und sieht nur noch die katze. Hing voll in den Seilen. Ich bin dann weiter und sie ist dann sogar mit mir reingegangen weil sie wohl gecheckt hat das sie eh nirgends anders hin kann.

    Das ist doch schonmal super :bindafür: Dass sie erstmal frustriert auf 180 in der Leine hängt, wenn sie etwas zum Jagen sichtet, würde mich nicht großartig beunruhigen. Du weißt jetzt, dass sie so reagiert und kannst dementsprechend vorausschauend handeln und agieren. Es geht einfach weiter und wenn sie sogar schon mitkommt, das ist doch sehr gut :applaus: Der Rest kommt dann später. =)

    Unsere Hündin ist auch ne kleine Jagdsemmel. Nicht ganz so schlimm und zum Glück nur auf Sicht, da kann ich dann entsprechend handeln. Bei ihr hilft es super, das Anzeigen und ruhige Beobachten zu markern, damit sie nicht ganz so sehr hochfährt und ansprechbar bleibt. Mittlerweile schafft sie es sogar, sich umzuorientieren. Wenn sie bereits losgedüst ist, soll sie irgendwann mal auf einen Rückruf hören. Aber das wird noch ein langer Weg xD Ich bin froh momentan, wenn sie einigermaßen mit weiter kommt und nicht so sehr hochfährt. :smile:

    Ich glaube aber ich brauche ein anderes Geschirr denn meins verdreht sich immer beim führen. Es hat vorne in der mitte einen Ring aber ich glaube der ist normal nicht zum einhängen gedacht.

    Ich kann mir unter verdrehen gerade nichts vorstellen, es hört sich aber nicht so richtig an =) Ich würde dann auf längere Sicht nach einem passenderen Geschirr schauen.

  • Wir werden beim Gassigehen öfter schief angesehen, Lotte pendelt von rechts nach links, schnüffelt hier und da. Das Pendeln ist wegen Radfahrern etc doof, Seite festlegen ist aber geradezu unmöglich, da ich rechts und links ständig verwechsele.
    Aber hey: Sie reißt mir nicht mehr halb den Arm raus und Rückenschmerzen habe ich vom Geziehe auch nur noch selten, am Geschirr röchelt sie fast gar nicht mehr und am Halsband nur noch selten.
    Sauberes Fuß-Gehen finde ich gut (auch wenn mein Hund stattdessen sinnlose Tricks gelernt hat, die uns beide einfach mehr liegen). Aber warum soll er hinter dir gehen? Gassi ist doch nicht zuletzt für den Hund.
    Richtungswechsel haben bei uns nie gewirkt (mein erster Hund hat sich dann schnell überfordert hingesetzt, Lotte dann eben in der Gegenrichtung geschnüffelt). Bei uns waren stehen bleiben bzw langsam gehen besser.
    Und wie andere schon schrieben, Aggressivität, Angst sind doch so viel schlimmer.

  • Stubenreinheit: Lotte war etwa 2 musste erst lernen, dass sie drinnen nicht machen darf. Ich wiederum musste erst ihre subtilen Signale kennenlernen. Sie meldet jetzt auch viel früher, zu Beginn erst kurz vorm Überlaufen. Geduld.

    In so kurzer Zeit muss der Hund ja einfach alles kennenlernen und verarbeiten. Das ist jetzt mein Zuhause und hier bin ich sicher finde ich am wichtigsten

  • Darf sie auch mal ziehen? Oder ist Ziehen Stress für sie?

    Ich bin ja kein Fan von Umdrehen, auch nicht von stehen bleiben. Bei Hunden die zu Stress neigen staut man meiner Meinung nach dann immer mehr Energie auf und es wird zum Teufelskreis...

    Aber jetzt ziehe am besten einfach mal eins durch.

  • @Sheppy, wegen des Problems mit der Katze:
    Mein Dicker erregt sich manchmal sehr stark bei dicht vorbeifahrenden Zügen, Lkws, Radfahrern usw., quasi bei allem, was laut und/oder schnell ist. Am Besten bekomme ich das bisher so in den Griff:
    Dort, wo diese Angstauslöser auftreten können, betreibe ich Management und beobachte, ob solch ein Auslöser auftritt.
    Sehe ich einen, gehe ich neben meinem Taro in die Hocke, fasse ihn mit der rechten Hand ins Geschirr und mit der linken vor die Brust (nicht an den Hals, damit ich nicht aus Versehen auf den Kehlkopf drücke). Das alles kann ich in Ruhe machen, weil der Angstauslöser noch nicht da bzw. noch nicht bei uns ist.
    Kommt dann der Angstauslöser, darf Taro in sehen. Falls er sich erregt, fasse ich den Rückensteg vom Geschirr fest und übe mit der anderen Hand etwas Druck auf seine Brust aus.
    Wir üben das seit einigen Wochen. Mittlerweile ist es so, dass Taro in 50 % der Fälle komplett ruhig bleibt, sich bei 30 % etwas und bei 20 % noch stark erregt. Vorher hat er sich fast immer sehr stark hochgepusht.
    ("Geschirrgriff Hund")

    Außerdem bauen wir - ebenfalls seit ein paar Wochen - ein Entspannungssignal auf. Wie das geht, kannst Du z. B. hier finden: Aufbau Entspannungssignal
    Auf Youtube gibt es Videos, die ebenfalls den Aufbau zeigen und zusätzlich, wie das Entspannungssignal wirkt, wenn es aufgebaut ist ("Entspannungssignal Hund"; tolle Sache, da will ich auch hin...)

    Den Geschirrgriff und das Entspannungssignal kann man mMn recht leicht aufbauen. Es dauert halt seine Zeit, bis der Hund das verinnerlicht hat.

    Bei Katzenbegegnungen zieht mein Dicker nur selten; der weiß, dass er an der Leine ist und ich ihn eh nicht hinlasse. Deine Hündin wird das sicher auch lernen, wenn sie leinenführiger ist.

    :winken:

  • ...ich habe noch etwas beim "Geschirrgriff" vergessen:
    Sieht der Hund den Auslöser und bleibt ruhig: Loben
    Erregt er sich: Ignorieren
    Sobald er wieder ruhig ist: Wieder loben

    Und falls er sich gar nicht erregt: Noch besser - loben, loben, loben

  • Dieser Geschirrgriff ist aber auch nur anzuwenden, wenn ich mit nur einem Hund unterwegs bin, oder?

    Ich find dieses Vorgehen ja sehr unpraktisch muss ich sagen, aber einige " schwören " ja drauf...

  • Ja, das kann ich zu einem Zeitpunkt nur bei einem einzigen Hund anwenden, da ich beide Hände dazu einsetze.

    Es mag unpraktisch sein, aber bei uns hat es sehr schnell funktioniert und es hilft meinem Dicken. Das ist mir das Wichtigste. Ich möchte es auch nicht ewig praktizieren, jedoch zumindest so lange, bis wir das Entspannungssignal konditioniert haben, was ja schon einige Zeit dauert. Dieses Signal wäre dann eine bequemere Alternative. Zum Entspannungssignal möchte ich dann auch noch ein Alternativverhalten aufbauen, aber: Eines nach dem anderen...

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