Übungen zur Stärkung des Selbstbewusstseins

  • Z&B ist finde ich, eine recht gute Möglichkeit gezielt unsichere Situationen positiv einzufärben! Hat bei uns auch gut geholfen.
    Allerdings, es kann wieder zurück kippen, wenn man es nicht immer mal wieder auffrischt.
    Hatten wir so bei Katzensichtungen, die mit garnicht mal sonderlich regelmäßigem Z&B garkein Problem waren, nach dem Winter, wo wir lange keine Katzen gesehen haben, dann aber wieder fast da waren, wo wir mal angefangen hatten.
    Einen ansich unsicheren Charakter wird man aber wohl nie zu einem total mutigen machen können.

    Habe es heute auch wieder gesehen, nachdem wir einige Wochen keinen Hundekontakt hatten wegen Max. Dexter war wieder sehr unsicher am Anfang, und es dauerte, bis er richtig aufgetaut ist. Da waren wir schon deutlich weiter, und haben das aufrecht erhalten, indem wir die Situationen beständig gesucht haben (Hundepark).
    Hundesichtungen sind aber weiterhin kein Problem.

    Ansonsten haben wir viel Umwelttraining gemacht, dass es sich z.B. ins Wasser traut, dort hinaufklettert, Zeit gegeben bei Sachen die er gruselig findet (Federn!). Es lindert, aber er wird wohl immer eher unsicher bleiben.
    Solange er aber Wege findet damit umzugehen, ist das doch ok.

  • Mir wurde das hier im Forum auch mal so erklärt, dass es fast komplett egal ist, was man macht. :D Alles, was ich mit dem Hund so übe, dass sie es erfolgreich meistern kann, macht sie selbstsicherer. Meine ist immer sehr stolz auf ihre Erfolge.
    Sowas wie Dummy an gruselige Stellen mache ich nicht. Ich möchte den Hund nicht in die Situation bringen, dass sie da "triebblind" reingeht und sich dann plötzlich erschreckt. Aber generell Dummytraining und besonders hier die selbstständigeren Suchen auf Distanz, haben sie schon immer einige cm wachsen lassen.
    Ich habe ein bisschen das Gefühl, dass (bei uns?) vor allem komplexere Sachen helfen. Wo der Hund richtig denken muss, alleine (auf Distanz) arbeitet, ich solange in den Hintergrund trete, und hinterher die Belohung und unsere Freude umso größer sind.


  • Und ich lasse nicht vviel Hundekontakt zu, weil sie das nicht mag. Wir haben geübt, dass sie sich hinter mir verstecken kann , dass ist auch etwas, das ihr hilft.

    Kurz dazu:
    Nala schwankt bei Begegnungen mit fremden Hunden ständig zwischen "der sieht ja interessant aus, da geh ich mal näher ran" und "oh mein Gott, ich will hier weg". Wir haben damals in der Welpenschule gelernt, den Hunden Schutz zu bieten, indem wir in die Hocke gehen (es wird weder angesprochen, noch angefasst). Das sitzt bei mir jetzt so drin, dass ich quasi wie mechanisch in die Hocke gehe, sobald Nala Kontakt zu anderen Hunden hat. Sie nutzt es auch und kommt immer mal für ein paar Sekunden zu mir, wenn es ihr zu wild wird oder der andere Hund zu aufdringlich ist.

    Es sagte mir letztens jemand, dass das aber total falsch ist, weil der Hund so nicht lernt, seine Unsicherheit zu überwinden, und man diese dadurch sogar noch verstärkt.
    Kann da jemand was zu sagen?

  • Bestimmt ist das auch rassebedingt. Emma ist gar nicht so zu erfreuen, wenn sie was selbständig macht, sondern, wenn sie was gut macht. Sie will vor allem "gefallen". Mary Ray hat mal gesagt, daß sie Border Collies gar nicht so viel selber erarbeiten läßt, z.B. beim Tricks lernen, sondern eher zeigt, weil sie eben richtig machen wollen und das selber herausfinden, sie dann eher nervös macht. Das ist bei Emma auf jeden Fall so. Sie fängt dann an, alle Tricks abzuspulen oder im schlimmsten Fall zu bellen. Für sie ist auch das tollste, mit mir zusammenzuarbeiten, das, was sie am stolzesten macht, also wenn sie dann was gut macht. Und da können die Sachen auch ziemlich simpel sein, ein Sitz, für das sie die tollste ist, findet sie klasse. Eben auch, wenn man ihr vertraut/das sie es schafft, egal, was es ist, stärkt sie

  • Das sitzt bei mir jetzt so drin, dass ich quasi wie mechanisch in die Hocke gehe, sobald Nala Kontakt zu anderen Hunden hat. Sie nutzt es auch und kommt immer mal für ein paar Sekunden zu mir, wenn es ihr zu wild wird oder der andere Hund zu aufdringlich ist.

    Es sagte mir letztens jemand, dass das aber total falsch ist, weil der Hund so nicht lernt, seine Unsicherheit zu überwinden, und man diese dadurch sogar noch verstärkt.
    Kann da jemand was zu sagen?

    Ich sehe das nicht so, sondern finde es ok, dass Nala zu Dir kommt, wenn sie unsicher ist. Unsere Hunde müssen doch nichts alleine klären, dafür haben sie doch uns

    Stärkung des Selbstbewusstseins:
    Wir gehen deshalb mit Faro in eine HuSchu und dort lernen die Hunde, Dinge zu überwinden, vor denen sie Angst haben. Da gibt es ein Tor mit einer Flatterdecke, ein Tunnel, vor dem Faro große Angst hatte. Jetzt geht er durch diesen Tunnel als sei es ganz normal.
    Ich denke, Du kannst mit dem Hund machen, was ihm Spaß macht, egal ob Tricks oder Dogdance, wichtig ist, alles wird positiv beendet und so bekommt der Hund das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben


  • Ich denke, Du kannst mit dem Hund machen, was ihm Spaß macht, egal ob Tricks oder Dogdance, wichtig ist, alles wird positiv beendet und so bekommt der Hund das Gefühl, alles richtig gemacht zu haben

    Ich denke auch, da muß kein großer Leistungsanspruch hintersein, also der Hund sich nicht was ganz Großes jetzt trauen oder schwierige Übungen meistern, das wäre für mich gar nicht wichtig. Er sollte einfach das Gefühl haben, man traut ihm was zu, vertraut ihm, es fühlt sich gut an

  • @Joco und Co Ist da eine extra Gruppe zum Ängste überwinden oder gehört das zum üblichen HuSchu-Programm? Das klingt auf jeden Fall cool :) Bei uns wird sowas klar auch geübt, wenn halt was anfällt in die Richtung. Tunnel geht mittlerweile, Wackelbrett ist eher der Todfeind.

    Ach und weil ich das Gefühl habe, dass ich da etwas falsch verstanden wurde. Gruselige Stelle heißt bei uns z.B. schon von der Heizung runter ein Dummy holen, weil es ja klirren könnte, wenn der Reißverschluss die Heizung berührt. Oder aus einem Regal rausziehen, wobei aber schon der halbe Dummy über der Regalkante hängt. Also nix dramatisches, aber sie hat damit (deutlich mehr als ich gedacht hatte) Probleme damit. Und da rennt die auch nicht "triebgesteuert" rein sondern erschnüffelt ihn ruhig und muss sich dann halt trauen, ihn auch zu holen. Letztes Mal hat sie sich dann auch meine Hilfe geholt. Bin dann mit ihr hin und sie konnte sich an mich anlehnen beim Holen. Nächstes Mal muss ich es wieder leichter machen, damit sie es auch alleine schafft.

    Aber insgesamt werde ich wohl einfach weiter an dem dran bleiben, was wir bisher so machen. Danke euch!

    Edit: @stefanie Ja das stimmt, schön auf den Punkt gebracht :)

  • Ich hab mit Finya sehr viel Free Shaping gemacht. Da war sie immer ganz stolz, wenn sie von ganz alleine auf die Lösung gekommen ist.
    Wegen ihrer Menschenangst waren wir auch lange Mantrailen. Das hat gut geholfen =)

  • Ist da eine extra Gruppe zum Ängste überwinden oder gehört das zum üblichen HuSchu-Programm?

    Ja, ist es. In dieser Gruppe befinden sich 3 Angsthunde und 2 bzw 3(Atti darf immer mit) "normale" Hunde.
    Ich habe auch lange gesucht, bis ich eine Trainerin gefunden habe, die sich tatsächlich mit Angsthunden auskennt, denn fast jeder Trainer behauptet von sich, er kenne sich mit diesen Hunden aus, doch leider ist das nicht der Fall.

    Die erste Trainerin, die wir kontaktierten, sagte zuerst "der Faro wird niemals ein normaler Hund werden" und da hatte diese Frau schon bei mir versch.......Wie kann sie so etwas behaupten, ohne den Hund überhaupt näher kennen gelernt zu haben. Dann war sie der Meinung, wir müssen Faro durch Angstsituationen zwingen und dann war für mich diese Stunde vorbei, denn mit Druck hätten wir nichts, rein gar nichts erreicht

  • ich würde total gerne wissen, was ihr bei euren unsicheren Hunden so macht, um das Selbstbewusstsein zu stärken.

    Als allererstes: Die Unsicherheit der Hundes ernst nehmen.
    Die hat ja einen Grund, der für uns nicht einsehbar ist, aber für den Hund überlebenswichtig erscheint.

    Von daher stimme ich @anfängerinAlina zu, dass ich einen unsicheren Hund nicht bewusst in Situationen schicken würde, die ihn verunsichern. (Unfreiwillig kommt das oft genug.)

    Ich würde Übungen machen, die mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem positiven Erlebnis werden.
    Mein Terrier ist auch sehr unsicher. Und er liebt Outdoor-Agility. Also schicke ich ihn auf Holzstapel, lobe ihn, lasse ihn drüber laufen, gebe Leckerlis ...
    Er bekommt Bestätigung von mir, erfährt, dass er toll ist und alles richtig macht.

    Einen weiteren großen Schritt haben wir in der Hundeschule gemacht. Wobei es mir nicht darauf ankommt, dass der Terrier perfekt gehorcht (so BH-mäßig, das werden wir nie erreichen). Dort gab und gibt es viele Situationen, wo er sich auf mich verlassen muss. Hat uns viel geholfen. Selbst die stupiden UO-Übungen liebt der Terrier, weil ich ihm dabei permanent das Gefühl gebe, alles unter Kontrolle zu haben.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!