Rückenmarksinfarkt

  • Hallo,

    mein Hund Milow hat Anfang Januar einen Rückenmarksinfarkt gehabt. Er hatte eine schlaffe Lähmung beider Hinterbeine. Mittlerweile sind 3 Monate vergangen, ich bin endlos stolz auf meinen Burschen und meine grandiose Physiotherapeutin - Milow kann wieder laufen! :applaus:
    Allerdings haben wir folgendes Problem: das linke Hinterbein (von Anfang an etwas schwerer betroffen als das rechte) schleift er nach wie vor hinterher. Mittlerweile streckt er es aktiv nach hinten, stützt sich damit (mit dem Pfotenrücken, Bein nach hinten gestreckt) sogar ab. Die "Laufbewegung" fehlt leider komplett, er zieht sozusagen den Oberschenkel nicht nach vorn. Setzt man das Bein in die richtige Position nimmt er damit aber sogar etwas Gewicht auf, manchmal schafft er es sogar bei der Mäusejagd - mit beiden Vorderpfoten buddelnd - das Gleichgewicht zu halten. Die Reflexe sind da, er reagiert auf kitzeln und kneifen mit wegziehen, mittlerweile auch recht kräftig. Durch das Aufstützen ist das Sprunggelenk jetzt ständig überstreckt, das macht mir ein wenig Sorgen. Außerdem wetzt er auch in Null Komma Nix seinen Schuh durch, auf einem Spaziergang gehen mal schnell drei Stück über den Jordan. Ich muss dazu sagen Milow ist ein Riesenbaby, vor seinem Infarkt hatte er 55 Kilo, jetzt hat er natürlich etwas abgenommen....
    Hat jemand Ähnliches durchgemacht? Sind bei euren Hunden nach so langer Zeit noch Lähmungserscheinungen zurückgegangen? Was habt ihr - außer Physio, Massagen, Kirschkernkissenwärme, "Radfahren" liegend und stehend, Reflextraining - getan, um die Leitung Kopf->Bein zu reparieren? Auch über jegliche Tips zum Schuhtuning würde ich mich sehr freuen.
    Vielen Dank und Grüße aus dem Erzgebirge! :winken:

  • :winken: Huhu, pinky4 hat den Thread ja schon verlinkt.
    Da steht schon ziemlich viel drin, was du sonst noch probieren kannst.

    Bodentraining, Arbeit mit Terabändern, Medikation mit Weißdorn und co...

    Nicht aufgeben, es ist ne langwierige Sache und bleibende Schäden sind bei solch schweren Infarkten nicht ausgeschlossen.
    :bussi:

  • § Monate sind noch nicht viel Zeit, meine Hündin war nach einem Rückenmarksinfarkt vor 3 Jahren komplett gelähmt (er war zwischen ersten und zweitem Halswirbel)da hat es schon Wochen gedauert, bis sie wieder sitzen konnte.

    Sie ist immer noch sehr ataktisch, das rechte Vorderbein ist beim Rennen eher im Weg als nützlich, aber sie rennt, sie tobt, sie spielt.......

    Mach weiter Physio, Aquatraining wäre sehr gut, über liegende Leitern gehen lassen.....

    Gib nicht auf, da kann sich noch einiges tun!

    Alles Gute Deinem Hund! :smile:

  • Vielen Dank für die Antworten!
    @Die Swiffer & Cattlefan:
    Am meisten Sorgen macht mir das gestreckte Bein. Es ist durch das Aufstützen im Sprunggelenk ständig überstreckt. Im Moment warte ich auf Rückmeldung vom Tierorthopäden, ob da evtl mit einer Orthese was zu machen ist. Therabänder haben wir auch schon getestet, hat leider überhaupt nicht funktioniert. Wenn Milow läuft streckt er das Bein so kräftig nach hinten, das Theraband war dadurch sogar gerissen. Ich versuche auch immer wieder den normalen Bewegungsablauf zu trainieren, indem eine Binde um die Pfote gewickelt wird, Ring vom Brustgeschirr dient als "Rolle", dann im Takt die Pfote nach vorn ziehen. Manchmal klappt das ganz gut, manchmal aber auch gar nicht, weil er das Bein zu sehr nach hinten streckt. Im Unterwasserlaufband benutzt er das Bein leider auch überhaupt nicht. Sobald es das Wetter erlaubt werde ich mit Milow mal schwimmen gehen, ich bin wirklich gespannt was er dann mit dem Bein macht...

  • Hast Du schon mal Akupunktur und Reizstrom versucht?

    vermutlich wird das Bein so überstreckt will einer der "Gegenmuskeln" (Kniegelenksstrecker, Sprunggelenksbeuger?) noch keine Nervenversorgung haben.
    Es ist sehr wichtig, dass diese durch immer wieder kehrende Impulse (Überdehnen des Muskel in der Physio z.B.) wieder in Gang kommt.

  • Hab Geduld!
    Nerven haben ihre eigenen Regeln.
    Freu dich über die kleinen Fortschritte.


    Aber du kannst die Terabänder durch stärkere Expandergummis ersetzen, so dass sie nicht reißen.

  • Akupunktur haben wir noch nicht probiert, ich werde aber mal nachfragen! Ansonsten machen wir Laser und Strom, manuelle Therapie, propriozeptives Training und Unterwasserlaufband, zuhause "Radfahren", Kirschkernkissen, Bürstenmassage (die liebt er :D ) und Reflextraining - alles im Rahmen natürlich, er soll ja auch noch sein Leben genießen können. Der Ischiasnerv hat durch den Infarkt ordentlich was abbekommen, der Fußheber ist im Moment noch nicht da. Ich hoffe so sehr dass das noch kommt... :gott: Der Tierarzt sagt ja, die Physiotherapeutin hat auch noch Hoffnung. Ich selbst weiß nicht was ich denken soll....
    Eigenartige ist, dass Milow das Bein kräftig anzieht wenn man kitzelt oder piekst, aktiv ohne Reiz macht er es aber nicht. Weder im Stand noch liegend.
    Den Expander haben wir schon probiert, Problem: ist der Gummi zu stark, also stark genug um gegen die Streckung anzukommen, bleibt das Bein einfach nach vorn-oben gezogen. Ist der Gummi schwächer - zack, Bein gestreckt nach hinten. Es fehlt einfach der Hauch einer Vorwärtsbewegung des Oberschenkels...

  • Es fehlt einfach der Hauch einer Vorwärtsbewegung des Oberschenkels...

    Der fehlt uns auch noch...Im Schritt wird es schon besser, aber ansonsten wird die Pfote so aufgestellt, als würde Snow stehen und nicht laufen (schwer zu erklären).
    Der Infarkt war bei uns am 23.02. und das rechte Hinterbein ist betroffen. Ich bin allerdings begeistert von unseren Fortschritten, weil sich die ersten 7 Tage bei dem betroffenen Bein gar nichts getan hat.

    Morgen haben wir wieder Termin bei Physio / Chiro, mal sehen wie Frau Dr. die Fortschritte beurteilt.

    Ansonsten hilft wirklich nur Geduld, wie es hier ja auch schon oft geschrieben wurde. Erwarte nichts und freu dich über jeden noch so kleinen Fortschritt.
    Unser aktueller Fortschritt, den wir feiern, ist: Snow pinkelt sich zu 97% nicht mehr an seine Vorderbeine!

  • Ist bei Snow das Leben im Bein auch mit Strecken zurückgekommen?
    Ich bin auch irre stolz auf Milow,eigentlich will ich mich ja gar nicht beschweren! Ich wünsche mir und ihm halt nur dass er mal wieder richtig rennen kann (ich glaube das fehlt ihm total) und man nicht alle paar Meter den Schuh wechseln muss, wenn Milow doch mal ein Stück auf Asphalt, Schotter oder steinigem Boden läuft. Seine Fortschritte waren auch beeindruckend,wenn man bedenkt dass er am Anfang eine schlaffe Lähmung in beiden Hinterbeinen hatte. Nach ca. einer Woche hat er plötzlich angefangen, mit rechts Laufbewegungen zu machen. Links war zu dem Zeitpunkt noch immer schlaff. Das Strecken und Abstützen mit hat nach ungefähr sieben Wochen angefangen, zu dem Zeitpunkt waren die Reflexe aber noch nicht der Brüller. Ich hätte ihn an seinen Schwimmhäuten durch die Wohnung ziehen können - es hätte ihn nicht gestört. Heute geht das nicht mehr, da wird gezogen wie verrückt und zur Not auch mal getreten. :respekt: Habt ihr mit Gummibändern oder Expander experimentiert?
    Die Daumen sind gedrückt für Snow! :bindafür:

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