Lösungsansätze? Leinenaggression besteht nur, wenn ich nicht dabei bin

  • Hallo alle zusammen :)

    Ich bin vor einem Jahr gebeten worden, einem älteren Ehepaar mit Harzerfuchsmix zu helfen.
    Ein drei Jahre alter, intakter Rüde, intelligent, verspielt, nicht aggressiv gegenüber Hunden und Menschen.

    Sie waren in mehreren Hundeschulen und bei vielen Trainern, aber geholfen hat nix.
    Der Hund war am Anfang des Trainings sehr nervös, unausgelastet, einfach ...ohne Grundgehorsam. An der Leine hat er Menschen und Hunde angebellt.

    Über den Winter wollten die Besitzer eine Trainingspause einlegen.

    Das Problem : Fremde Hunde, vor allem kleine, bellt er weiterhin an . Er ist nicht aggressiv oder ängstlich, er hat Frust.
    Leider macht er das nur, wenn wir nicht trainieren. Die Besitzerin sagt mir selbst, das sie sich mit mir einfach sicher fühlt.

    Habt ihr Tipps, wie die Besitzerin sicherer werden kann? Ich weiss es nämlichnicht. Autogenes Training hatten wir schon.

    Der Hund hat erstmal ein vernünftiges Leinentraining bekommen, ist auf den Clicker trainiert worden ..

    Bei Fragen - fragt. Habe wirr geschrieben, ich hoffe ihr versteht, was ich meine.

    LG


  • Ich glaube, da liegt der Hase im Pfeffer.
    Das ist ein Menschenproblem, kein Hundeproblem.
    Vielleicht Meditation, Übungen zur Steigerung des Selbstbewusstseins, Führungstraining, solche Sachen...

  • Ist das eher eine unbestimmte Angst oder eine konkrete? Denn vielleicht würde es ja helfen, mit der Besitzerin eine Liste zu machen, wovor sie genau Angst hat? Dann könnte man genau an den Punkten für mehr Sicherheitsgefühl sorgen. :smile:

    (Also z.B. sie hat Angst, dass der Hund sich losreißt und einen kleinen Hund beißt = Hund wird an einen leichten Maulkorb gewöhnt, damit die Besitzerin sich sicherer fühlt und sich bei Hundesichtung gar nicht erst anspannt.)

  • Sie hat zum Beispiel Angst, das er in die Leine springt und sie unreisst. Dagegen haben wir den Hund an ein Halti gewöhnt, denn er ist ihr leider körperlich überlegen .

    Sie hat im Prinzip auch Angst vor dem bellen, weil es ihr unangenehm ist, wenn die Leute das mitbekommen :/

    Ich glaube auch, das es ein Menschenproblem ist - aber Hunden etwas beibringen finde ich viel leichter :)

    Ich habe auch eine Gewöhnung an den Maulkorb angeboten, aber das wollen die Besitzer nicht.

  • Habt ihr Tipps, wie die Besitzerin sicherer werden kann?

    Sie hat einen Hütehund(-Mix).
    Der wird sich so verhalten, wie sie es zulässt.
    Hütehunde haben zwei Seiten: Auf der einen die Menschenbezogenheit, auf der anderen die Eigenständigkeit.
    Die meisten Hundeschulen kommen nicht damit klar.

    Tipps: Hundeschule suchen, die mit Hütehunden arbeitet.

  • Habt ihr Tipps, wie die Besitzerin sicherer werden kann? Ich weiss es nämlichnicht. Autogenes Training hatten wir schon.

    Ich bin ja selbst so ein Kandidat ;)
    Deshalb kann ich zumindest sagen, was MIR geholfen hat, ob es der Frau auch hilft weiß ich nicht:

    - Erfolgserlebnisse. Ich musste sehen, dass mein Hund auch anders kann (sei es, bei größerer Entfernung etc.)

    - ich brauchte in der Situation was zu tun! Nur da stehen während der Hund kläfft und ich nur drum bemüht bin ihn fest zu halten gibt ein Gefühl der Hilflosigkeit. bei mir hat (ich hätte ja nie gedacht, dass ich das mal sagen würde - ich hielt davon eigentlich nicht viel ;) ) Z&B wahre Wunder bewirkt - eben weil ich mich auf die Handlung konzentrieren konnte, dadurch war mein Hund konzentrierter, dadurch hatten wir Erfolgserlebnisse und dadurch *tata* wurde ich immer entspannter und sicherer in der Situation.

    - mit offenen Augen durch die Welt gehen. Ich hab mal drauf geachtet, wie viele Hunde schon morgens um 6 kläffen. Wie viele Leinenpöbler hier so rum laufen - und plötzlich war es mir gar nicht mehr so unangenehm, wenn meiner dann auch mal gebellt hat - warum auch? Immerhin arbeiten wir an dem Problem und es wird immer besser - wenn es dann mal ne Situation gibt die nicht klappt ist das gar nicht mehr so schlimm.

  • Ich hab mich echt schon umgekuckt nach der guten Hundeschule für die. .. etwas gibt es da in der Nähe aber nicht. Leider.

    Das mit den Erfolgserlebnissen klingt gut.

    Was ich halt schade finde, ist auch, das der Hund einen Abstand von 10 m auch erträgt, wenn ich nicht da bin. Bekommt click und lecker. Das wird aber nicht wirklich als Erfolg gesehen ....
    Ich finde das nämlich grossartig.

  • Da hat der Hund/die Rasse einfach den falschen Hundehalter.

    Wenn die jetzigen Besitzer nicht bereit sind selbst mit dem Hund zu arbeiten, dann rate ich zur Abgabe. Dann hat dieser Hund eine Chance den richtigen und vor allem aktiven Hundehalter zu finden.

    Es reicht nicht, dass einem die Rasse gefällt; man muss auch der Rasse gerecht werden können.

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