Problem mit Gassi gehen

  • Liebe Hundefreunde,

    Ich hoffe mir kann jemand helfen bzw. hat ein paar Tipps für mich.

    zur Vorgeschichte:

    Unser Hund , ein weißer Königspudel ist mittlerweile 8,5 Jahre. Allerdings haben wir Ihn erst seit gut 1 1/2 Jahren. Ich würde mal sagen das er es vorher nicht sonderlich gut hatte.
    Er wurde wegen Zeitmangel weggeben. Es gab nur die Leine und den Hund, kein Spielzeug nichts. Nach einer Gassirunde in der er vorbildlich auf andere gestresste Hunde reagierte bzw. Sie mit Missachtung strafte, entschlossen wir uns Ihn mitzunehmen. Die Alternative wäre das Tierheim für Ihn gewesen.
    Er sah etwas "runtergekommen aus , Fell, Zähne Augen waren sehr mitgenommen. So sind wir erst einmal zum Tierarzt gegangen. Wurmkur- Impfen EU Pass ausstellen.
    Zahnstein war so doll das es unter Narkose entfernt werden musste, dabei wurde dem armen Kerl auch noch drei Vorderzähne gezogen, da Sie bereits sehr lose waren. Weiterhin stellte die Tierärztin fest das er für seine Größe viel zu wenig wiegt (sah man gar nicht unter der ganzen Wolle, sowie der Muskelaufbau sehr schwach ist. Ach ja Friseur besuch stand auch noch auf der Liste.

    Frodo so haben wir Ihn getauft brauchte etwas bis er auftaute. Wie sich herausstellte ist er ein sehr ruhiger Hund. Das größte ist wenn er bei Herrchen und Frauchen sein darf. Er hört inzwischen auf die gängigsten Komandos.

    Er ist leider nicht der beste Esser aber inzwischen hat er sein Idealgewicht erreicht. Natürlich waren wir damals sehr blauäugig als er zu uns ins Auto sprang und nicht mehr raus wollte. So als ob er unbedingt da weg wollte.

    Frodo ist super sozial zu allen anderen Hunden. Eher unterwürfig als dominant. Andere Tiere (Katzen) sind kein Problem. Menschen werden die ersten zwei Minuten ein wenig vorsichtig begutachtet und dann in sein Herz geschlossen.
    Er fährt super gerne im Auto mit, er bleibt auch mal ein paar Stunden allein, Hat noch nie etwas angestellt, zerstört usw. im Grunde der perfekt Hund.

    Wir sind superglücklich-- wir haben fast den perfekten Hund gefunden.

    Leckerlies zu Hause werden gern genommen und auch etwas dafür getan. Es sei denn.....

    und nun kommt es

    es soll Gassi gehen, Kaum ziehe ich mir die Schuhe an- ist er auf seiner Decke und macht auf schlafen oder verkrümelt sich. Ist dann jedesmal eine Menge Arbeit den Hund zu überreden. Hinterteil wieder hoch- ein Schritt- wieder setzen usw.
    Leckerlies helfen leider überhaupt nicht. Wir wohnen eine Treppe die in Zeitlupe mit x-mal hinsetzten herunter gegangen wird. Mal ist es etwas besser, mal schlechter
    Schmerzen usw. sind es sicher auch nicht denn wenn Ich meine Tasche nehme und zu Ihm sagen, komm ins Büro alles super dann läuft er vor. Genauso wenn Frauchen und ich zusammengehen. Nur bei einem allein mag er nicht.
    Allerdings ist er recht schlau den Trick mit der Tasche gemacht und nur Gassi gegangen, nicht ins Büro, merkt er sich recht lange.

    Die Tierärztin meinte das er eventuell mal eine negative Erfahrung gemacht hat, und wenns ins Büro geht ist er aufgeregt und vergisst diese Erfahrung.
    Draußen ist im übrigen alles normal. Er ist zwar generell etwas vorsichtig aber sonst nichts auffälliges. Im Übrigen draußen nimmt er grundsätzlich keine Leckerlies. Im Garten in "sicher" Umgebung da schon.

    Wie kann ich Ihn animieren das Gassigehen bzw. das runtergehen zum Gassigehen etwas schönes ist. Habe Halsband gegen Geschirr getauscht, alles probiert. Gassi runtergehen ist doof ;-)
    Uns nervt es aber schon ab und zu wenn man am Abend 20 Minuten im Treppenhaus steht.

    Vielleicht auch noch wichtig, Spielen, apportieren ist nicht sein Ding. Seid einem Jahr ist er mutiger geworden und wir toben ein bisschen rum. er leckt meine Ohren und knabbert an der Hand, aber mit seinem Spielzeug wird nicht gespielt. Daher kann ich diese leider auch nicht einsetzen zur Motivation.

    Meine letzte Hoffnung seit Ihr!

    Frodo bleibt natürlich für uns trotzdem der fast perfekte Hund auch wenn sich nichts ändern sollte.

  • Da er nicht spielt, würde ich es mit "schön füttern" versuchen. Macht doch mal vor der Wohnungstür ein Suchspiel. Ein paar Leckerlis streuen oder immer in die Richtung werfen in die er gehen soll.

  • in diesen Sachen ist er wirklich schlau. mit den Leckerlies ging es bis zur Tür. Als er merkte es geht raus waren die Leckerlies egal. Seit dem kann ich Ihn mit Leckerlies nicht zur Tür locken.
    Er merkt genau wenn es nicht Gassi geht. Es klingelt unten z.B. meine Frau kommt. Ich mache die Tür auf und er rennt runter das ich Angst habe er bricht sich was. Auch wen die Nachbarn klingel (wohnen in der 4. Etage) rennt er mit rauf und wieder runter.

    Das gleich gilt für Suchspiele, klappt nur wenn er merkt Aha keine Leine , Herrchen hat keine Schuhe an da rennt er mit mir runter zum Briefkasten, als super.

  • Ach man, dieser Hund hat bisher wahrscheinlich nicht viel kennen gelernt und weiß gerade nicht was ihm geschieht bzw. wie er sich verhalten soll. Armes Tier!

    Hab Verständnis und biete ihm die Welt da draußen in kleinen Schritten an, sei aber Konsequent und setze Dich auch mal über seine Angst hinweg. Er muss die Welt kennen lernen, ob er mag oder auch nicht.

    Mir tun solche Hunde unendlich leid! Sie brauchen einfach viel Verständnis!

  • Oh je, ich kann Euch nur zu gut verstehen, ich kenne das von meinen Dackeln.
    Helfen kann ich dir zwar nicht, weil das sicherlich bei einem großen Hund, der in dieser Situation nicht spielen mag und auch keine Leckerlies mag, sehr schwierig ist. Ich kann dir nur ein bisschen mitfühlend von meinen Hunden erzählen.

    Leider hab ich nie wirklich herausfinden können, warum sowohl mein letzter Dackelrüde als auch meine jetzige Dackelhündin nicht gerne Aufbrechen wollen zum Gassigehen. Beide ließen sich sowohl mit Leckerlie, als auch mit Spielzeug nicht locken - die sind ja nicht doof.
    Wenn ich sage "gehen wir in den Garten", dann wird freudig zur Türe gerannt, wenn meine Hündin sieht, dass ich mir die Gassiklamotten anziehe, dann dreht sie sich auf der Couch auf den Rücken nach dem Motto "mich kannst du nicht meinen - ich will gar nicht Gassi gehen" bis vor wenigen Monaten ist sie dann sogar immer in ihre Box geflüchtet. Mein letzter Rüde ist immer unter dem Tisch verschwunden und im Urlaub unter dem Doppelbett - das war vllt. was, bis ich den da wieder hervorgekramt hatte.
    Warum das bei diesen beiden Hunden so ist, weiß ich leider nicht, denn wir spielen auch draussen Ball beim Gassigehen, das sollte eigentlich Spaß machen. Wenn wir dann draussen sind, ist es kein Problem loszugehen, da hat sich dann keiner der beiden gesträubt.

    Ich kenne das von unseren Schäferhunden überhaupt nicht, dass man nicht Gassigehen will, die haben immer gleich einen Freudentanz aufgeführt, wenn sie gemerkt haben, dass ich mich anziehe oder die Leine genommen habe.

    GsD haben die Dackel eine Gewichtsklasse, die ich direkt von der Couch runter auf die Hofeinfahrt tragen kann, sodass sie da kein solches "Gestell" verbringen können wie ein Großer.

    Da mein letzter Dackel etwas unsicher war und meine jetzige Hündin auch etwas unsicher ist, kann ich mir vorstellen, dass es daher kommt und sie sich einfach nicht überwinden können, das Gassigehen in Angriff zu nehmen. Wenn man dann mal draussen ist, ist es überhaupt kein Problem mehr.

  • "Nur bei einem allein mag er nicht."

    Trennungsangst?

    Wie reagiert er denn, wenn einer von Euch aus der Wohnung geht? Hat er ein Lieblingsspielzeug mit dem er sich animieren lässe?

    Ich würd vermutlich ein Kilo Hühnerbrust kochen und ihn damit locken...

  • in diesen Sachen ist er wirklich schlau. mit den Leckerlies ging es bis zur Tür. Als er merkte es geht raus waren die Leckerlies egal. Seit dem kann ich Ihn mit Leckerlies nicht zur Tür locken.
    Er merkt genau wenn es nicht Gassi geht. Es klingelt unten z.B. meine Frau kommt. Ich mache die Tür auf und er rennt runter das ich Angst habe er bricht sich was. Auch wen die Nachbarn klingel (wohnen in der 4. Etage) rennt er mit rauf und wieder runter.

    Das gleich gilt für Suchspiele, klappt nur wenn er merkt Aha keine Leine , Herrchen hat keine Schuhe an da rennt er mit mir runter zum Briefkasten, als super.

    Also findet er nur das draußen sein blöd oder auch das zur Tür gehen?
    Gibt es irgendwas was er wirklich mag? Fleischwurst, Käse?
    Ich würde versuchen das Gassigehen mit einem Ritual zu starten. Zum Beispiel wenn er mit zur Tür kommt und du die Leine dran machst, gibt es ein Stück Käse. Klappt das, darf er auch wieder ab. Das würde ich mal üben, wenn ihr gerade draußen wart. Findet er das zur Tür gehen schon doof. Ruf ihn aus der Küche, belohnen und dann mal aus dem Wohnzimmer, belohnen und am Ende mal von der Tür, belohnen, aber ihr geht dann nicht raus. Das würde ich auch aufs Treppenhaus ausweiten und mal vom 2. Stock rufen oder aus dem 3. Stock. Ich würde da wirklich etwas Zirkus machen, weil anscheinend hat er das negativ verknüpft und das muss man erst mal wieder aufbrechen. :headbash:
    Bloß wenn du den Hund immer zur Tür schleifst, versteckt er sich irgendwann unter der Couch oder fängt an nach dir zu schnappen.
    Mein Hund geht nicht gern in Gebäude rein oder läuft sehr ungern bis gar keine Treppen, man muss da etwas kreativ sein und sich zum Affen machen.

    Wie verhält er sich denn draußen beim Spazieren? Schnüffelt er viel oder trottet er nur hinter euch her?

    Und sicher, dass er keine Schmerzen hat? Wenn ihr ganz oben wohnt, geht das auch ganz schön auf die Gelenke und der Jüngste ist er nicht. Vielleicht geht er in Zeitlupe die Treppe, weil er dabei Schmerzen hat und deswegen verkrümelt er sich auch immer, weil er dadurch die Treppe schon so negativ verknüpft hat. Habt ihr mal checken lassen ob er Rückenschmerzen hat oder etwas an den Beinen/ der Hüfte?

  • Hach, ein Leidensgenosse! Schön zu wissen, dass man mit dem Problem nicht allein ist...
    Bei uns liegt es definitiv daran, dass unser Jungspund nach wie vor ziemlich unsicher ist. Ist man einmal mit ihm draußen, geht eigentlich alles soweit ganz gut, aber dieses "Pfoten über die Türschwelle"-Setzen... Wir machen es zur Zeit so, dass wir ihm die Sache "schmackhaft" machen. Bei jedem Gassi gibt's ganz tolle Leckerlies, wenn er in den Flur geht, wird also quasi rausgelockt. Er bekommt aber zur Zeit auch sein Futter im Flur. Angefangen haben wir damit an der offenen Tür auf der Türschwelle. Ich mache ihn und mich dabei übrigens fertig wie zum Gassi gehen: Schuhe an, Jacke an, bei ihm Geschirr und Leine dran. Vielleicht kannst du das bei Futtersuchspielen auch mal machen? Gut möglich, dass er irgendwann merkt, dass es gar kein Gassi gibt nach den Suchspielen, aber dann kann man das ja variieren: Mal das Gassigehen mit Suchspielen beginnen, mal nur Suchspiele und dann wieder rein.
    Ansonsten lese ich mal fleißig mit, vielleicht gibt's ja noch andere Tipps, die uns auch helfen ;)

    (PS: Mit dem Jungspund kann man das zum Glück auch noch über Spielen weiter unterstützen und wird auch gemacht.)

  • Hast du es schon mal mit einer Hausleine probiert? Dh. der Hund behält tagsüber das Geschirr an mit der Hausleine dran. Und wenn man gehen möchte, ist der Hund schonmal angeleint :-) (Vielleicht gibt's mit dem Anleinen eine Blockade.)

    Das funktioniert jedenfalls bei meinem altersstarrsinnigen Dackel-Mix, warum auch immer. Er hat auch an der zweiten Woche, in der er zu uns kam, beschlossen nur noch mit mir spazieren zu gehen bzw. wenn ich auch mitkomme. Geschirr anziehen lässt er sich in meiner Abwesenheit nicht, anleinen geht inzwischen (nach zwei Jahren) sofern er das Geschirr schon an hat. Taucht man jetzt im Winter mit dem Mäntelchen auf, verschwindet er wieder auf seinen Platz. Da ist nichts zu machen oder schön zu füttern.

    Doch nimmt man die Hausleine in die Hand steht er auf und kommt mit :ka:

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