Kontakt mit Fremdhunden

  • Hallo!

    Ich bin neu im Forum und war mir nicht sicher, ob ich das jetzt besser in dieses Forum oder in Probleme mit euren Hunden stecken soll.
    Also: Wir haben seit sechs Monaten einen Hund. Sie ist unser Ersthund, ca zwei Jahre alt und aus dem Tierheim. In ihrer alten Familie wurde sie gleichermaßen misshandelt und vernachlässigt. Sie ist deshalb eher eine von der unsicheren Variante und es hat acht Wochen gedauert, bis wir ihr überhaupt mal eine Leine anlegen und spazieren gehen konnten.

    Mittlerweile hat sie sich prima gemacht. Sie läuft super artig an der Leine, zieht nicht und gar nichts. Auch Freilaufen ist schon längst kein Problem mehr. Sie orientiert sich sehr an uns, sucht immer wieder den Blickkontakt etc. Sie ist also für einen Angsthund wirklich total unkompliziert und wird immer sicherer und aufgeweckter. Soweit alles prima.

    Unsere Hundetrainerin hat gleich von Beginn an gesagt, dass wir Kontakt mit fremden Hunden an der Leine vermeiden sollen, da die kleine Maus nunmal noch sehr schnell Angst bekommt und sie an der Leine die Sicherheit haben soll, dass wir beängstigende Situationen für sie klären. Mit ihr bekannten Hunden gibt es keine Probleme und freilaufend sind andere freilaufende Hunde auch kein Problem, sofern wir uns kurz mit den Besitzern absprechen, dass ein Beschnuppern in Ordnung ist und die Situation auflösen, wenn deutlich wird, dass sie sich bedrängt fühlt.

    In der Theorie hört sich das ja auch ganz problemlos an. Aber an der Umsetzung harpert es. Immer wieder (eigentlich mehrmals am Tag) erleben wir es, dass Leute ihren fremden Hund einfach auf unseren angeleinten Hund zulaufen lassen und dann auch nicht mehr in der Lage sind, ihn zurück zu rufen. Oder es nur halbherzig versuchen, weil sie die Notwendigkeit nicht sehen. Von Sätzen wie "Der will halt spielen" bis "Hmm... Versuchen Sie es mal mit Sitz, vielleicht hört er ja auf Sie" war schon Alles dabei.
    Einmal wurde sie von einem fremden Hund angegriffen, der plötzlich einfach auf sie zugestürmt kam und wir nicht schnell genug dazwischen gehen konnten (ja es war wirklich eine ordentliche Beißerei mit viel Gequietsche ihrereits. Im Leben war das kein "Spiel").

    Nun ist es so, dass wir meist wenn ein fremder unangeleinter Hund auf uns zukommt, uns vor sie stellen und warten bis er vorbeigegangen ist. Oder wenn er meint, es trotzdem versuchen zu müssen, gibt es einen Fingerzeig und ein "ab" und wenn er immernoch näher kommt, dann auch mal ein Knie, dass den anderen unsanft wegstößt.
    Viele Hundebesitzer haben dafür gar kein Verständnis. Außerdem habe ich das Gefühl, dass wir sie, da wir in so einer Situation natürlich selber manchmal die Luft anhalten und unsicher werden, nur noch mehr verunsichern.

    Hat da vielleicht noch jemand einen Tipp? Es kommt halt nunmal ständig zu diesen Situationen und wir wollen Ihre Angst nicht noch verstärken durch unsere eigene Unsicherheit. Vielleicht doch einfach mal ab und zu schnuppern lassen, damit sie merkt, dass die Situation ganz selbstverständlich ist? Oder (sofern nicht an der Straße) einfach die Leine abmachen und sie begrüßen lassen? Wir haben sie ja meist eh nur an der Leine, weil wir gerade auf dem Weg in ein abgelegenes Stück sind und keine Lust haben, sie an jeder Straße wieder neu anzuleinen (Sie kommt wenn man sie ruft und sie bleibt auch immer in der Nähe, aber "Fuß" kann sie noch nicht hundertprozentig und die Gefahr, dass sie doch mal nen Ausfallschritt auf die Straße macht ist einfach da, deshalb).

    Liebe Grüße

  • Ich mag es auch überhaupt nicht wenn Hunde auf mich zukommen wenn meine an der Leine sind . Sind es denn immer die gleichen Leute oder wohnt ihr in der Stadt sodass es immer jemand anders ist ? Ich würde die Hunde weiterhin abblocken und keinen Leinenkontakt zulassen .
    Leider gibt es viel zu viele von diesen unvernünftigen Hundehalter ...

    Und vor allem würde ich die Besitzer drauf hinweisen das man sowas nicht macht , dass man den Hund einfach auf andere lässt .

  • Hat da vielleicht noch jemand einen Tipp? Es kommt halt nunmal ständig zu diesen Situationen und wir wollen Ihre Angst nicht noch verstärken durch unsere eigene Unsicherheit. Vielleicht doch einfach mal ab und zu schnuppern lassen, damit sie merkt, dass die Situation ganz selbstverständlich ist? Oder (sofern nicht an der Straße) einfach die Leine abmachen und sie begrüßen lassen? Wir haben sie ja meist eh nur an der Leine, weil wir gerade auf dem Weg in ein abgelegenes Stück sind und keine Lust haben, sie an jeder Straße wieder neu anzuleinen (Sie kommt wenn man sie ruft und sie bleibt auch immer in der Nähe, aber "Fuß" kann sie noch nicht hundertprozentig und die Gefahr, dass sie doch mal nen Ausfallschritt auf die Straße macht ist einfach da, deshalb).


    Das würde ich ganz von eurem Hund abhängig machen. Habt ihr zu der Trainerin noch Kontakt, dass sie das mal einschätzen kann? Machen der Hündin Freilauf-Frontal-Begegnungen wirklich nichts aus? Wie würde sich das Schnüffeln-Lassen auf ihre Leinenführigkeit und auf ihre Umweltsicherheit auswirken? Könntet ihr Fremdhunde schnell genug einschätzen um immer passend abzuwägen? Ihr habt sie ja erst seit sechs Monaten. Manchmal tauen Tierschutzhunde auch erst nach ungefähr sechs Monaten auf, vielleicht zeigt sie bald deutlicher, was sie zu Fremdhundekontakt sagt?

    Mit meiner Hündin gehe ich an der Leine lieber zügig weiter, statt stehenzubleiben. Manchmal kann ich dann nicht vermeiden, dass der Fremdhund noch schnell heimlich an ihrem Hintern schnüffelt, aber die meisten lassen sich abhalten.

  • Ich habe eine kleine Hündin, die man schnell und leicht hochnehmen kann und das mache ich in genau solchen Situationen. Da ich nicht weiß, wie groß/schwer euer Hund ist, weiß ich natürlich auch nicht, ob das bei funktionieren würde.
    Durch das Hochnehmen vermeide ich, dass meine Hündin irgendwann angstaggressiv wird, weil sie sich durch den heranstürmenden Hund bedroht fühlt, denn meist lernt ein Hund aus solchen Situationen im Laufe der Zeit nur: Angriff ist die beste Verteidigung - das hab ich nämlich bei meinem letzten Dackel erleben müssen, den hab ich nicht hochgenommen.

  • Also hochnehmen halte ich persönlich in den meisten Situationen für das falscheste was man tun kann...1. kann der Fremdhund wunderbar nach dem Kleinteil springen und sich auch im Füßchen verbeißen und außerdem ist es für das Sozialverhalten der Kleinen nicht gerade förderlich..hier hängen etlich Kleinteile kläffend und geifernd auf dem Arm der Besitzer und drohen von oben herab munter andere Hund an.

    Wichtig ist: Ruhig bleiben...weder panisch den eigenen Hund hochreißen noch an der Leine zerren. Den Hund blocken wenn man den Eindruck hat er ist agressiv und wenn der andere freundlich ist, kurz schnuffeln lassen und weitergehen.

    Hundekontakte sind nicht das Ende der Welt. Klar Leinenkontakte können problematisch sein (was aber in meinen Augen sehr sehr oft am Fehlverhalten der Besitzer liegt), daher sollte man diese nicht anstreben...aber wenns doch mal passiert darf man als Besitzer nicht die Nerven verlieren

  • Ich habe dieses Problem auch regelmäßig. Mein Hund an der Leine, ein anderer meint, reinbrettern zu müssen. Ich mache es eigentlich genau wie du. Was du noch im Vorhinein tun könntest, wäre, unmissverständlich klar zu machen, dass du keinen Kontakt möchtest. Wenn die Entfernung noch zu groß ist, um verbal zu bitten, bleibe ich demonstrativ stehen. Wird dann nicht angeleint, beginne ich, einen Bogen zu laufen. Mit Newton auf der abgewandten Seite. Sobald ich in Hördistanz bin, bitte ich verbal ums Anleinen. Wenn dem Wunsch nicht entsprochen wird bzw. nicht entsprochen werden kann (weil Hund nicht abrufbar), regle ich das eben. Das mache ich dann genauso wie du. In den Weg stellen, wegschicken, etc. Wenn der Hund angedonnert kommt, rauscht er in mich rein und nicht in Newton. Und das tut dann eben weh, sorry. Also dem Hund vermutlich mehr als mir. So ein Knie ist nicht gerade angenehm... Was die Halter dazu sagen, ist mir eigentlich wurst. Sie hatten mehrfach die Gelegenheit anzuleinen. Die haben sie nicht wahrgenommen. Pech.

    Was ungemein hilft, ist, wenn dein Hund gelernt hat, ruhig zu bleiben, während du das regelst. Newton setzt sich immer hinter mir ab in so einer Situation, weil er die Erfahrung gemacht hat, dass ich das übernehme. Trainiert haben wir das nicht. Das kam von selbst.

  • Also hochnehmen halte ich persönlich in den meisten Situationen für das falscheste was man tun kann...1. kann der Fremdhund wunderbar nach dem Kleinteil springen und sich auch im Füßchen verbeißen und außerdem ist es für das Sozialverhalten der Kleinen nicht gerade förderlich..hier hängen etlich Kleinteile kläffend und geifernd auf dem Arm der Besitzer und drohen von oben herab munter andere Hund an.

    Das kommt natürlich immer auf den Hund an. Für meine Hündin ist es die beste Lösung, wobei es hier nur sehr selten vorkommt, dass ein uns unbekannter Hund auf uns zugebrettert kommt. Bei uns bekannten Hunden lass ich sie auf dem Boden, wenn ich weiß, dass nichts passiert und sich die beiden nur beschnüffeln.

  • Ich würde einen Kleinhund auch immer hoch nehmen. Notfalls habe ich dann halt den Tacker im Arm... So ein Kleinhund ist schnell zerbissen... Und dann ist es "Sachbeschädigung". Wenn ich gebissen werde, ist es fahrlässige Körperverletzung... Hört sich jetzt hart an, ist aber im Endeffekt so...

  • Kenn ich das Problem. Aber anstatt stehen zu bleiben und die Hunde zu blocken, würde ich zügig und bestimmt einfach Weitergehen. Stehen bleiben verstehen viele Hunde und auch vor allem deren Besitzer als Einladung zum 'hallo' sagen. Bestimmt weitergehen funktioniert erstaunlich gut. :smile:
    Sollte doch ein Hund in euch rein rennen, würde ich die Leine soweit es geht locker lassen und entweder, je nachdem wie euer Hund reagiert, stehen bleiben und kurzen Kontakt wie schnuppern zulassen, aber dann weiter gehen oder überhaupt nicht stehen bleiben und meines Weges gehen. Je nach Kandidat mit nem kleinen Bogen oder so.

    Unfreundliche Hunde, oder Hunde die für eure evtl. zu nervös, aufdringlich, quirlig oder sonst was sind würde ich blocken, aber auch da soweit wie möglich einfach weitergehen.

    Und das wichtigste habt Ihr ja schon erkannt, selber ruhig und sicher bleiben. :smile:

  • Sollte doch ein Hund in euch rein rennen, würde ich die Leine soweit es geht locker lassen und entweder, je nachdem wie euer Hund reagiert, stehen bleiben und kurzen Kontakt wie schnuppern zulassen,

    Bei Hunden, die wir kennen, mache ich das so. Bei Fremdhunden würde ich das nie und nimmer machen. Gerade bei zwei Rüden macht man sich da sehr schnell einen schönen Kampf, weil keiner die Möglichkeit hat, auszuweichen... Ne, also für mich wäre das nix. Bitte nicht als Kritik verstehen. Wenn das bei dir klappt, ist es ok. Aber allgemein empfehlen würde ich das nicht.

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