Unsere Junghunde...der alltägliche Wahnsinn Teil IV

  • Gestern wurde Emma geimpft, das ging erstaunlich gut. Anschließend war sie ein bisschen beleidigt glaube ich, wir haben sie dann den Abend über in Ruhe gelassen.
    Heute Nachmittag gehts dann wieder normal spazieren, oder spricht da aus eurer Erfahrung etwas gegen nach der Impfung? Da sie gerade eh nicht frei laufen darf (Boing im Kopf ), können wir ja die Action reduzieren.
    Ich glaube der Hund fremdelt gerade, vor Menschen und Hunden. Geht mir auf die Nerven, vorgestern musste ich ihr leider auch deutlich sagen was ich davon halte wenn sie immer auf andere Hunde los will. Ich glaube mein Wortlaut beim Griff ins Geschirr war in etwa: "Du spinnst ja wohl du kleine Kotztüte. Ich glaub es hackt." Die anderen Menschen die dabei waren haben auf jeden Fall gelacht.
    Wir klickern also fleißig weiter, damit geht es. Leckerchen allein reichen auch, gehen ja auch schneller mehr rein als vorher noch zu klickern.

  • Hm, also... die 2 Sachen, die bei uns halt leider nicht zuverlässig klappen(aber es irgendwann müssen) - ist das liegenlassen von 'ach so leckerem Zeug' - und der Rückruf, auch wenn der Reiz noch so groß ist.

    Bei ersterem habe ich schon vieles durch - "Nein", lauter, leiser, fast geflüstert, drohend, ernst, trällernd, bestimmt usw.... - ich denke auch, Zoey WEIß, dass das wirklich nicht schön ist - aber es ist ihr egal, sie bekommt ja auch nicht 'wirklich' eine Strafe hinterher, wie auch.

    Ich denke, das ist schon etwas speziell und beruht wie gesagt evtl. auch auf ihrer Straßenhundvergangenheit - da hat man sich ja über alles gefreut, was da so rumlag.

    Da habe ich leider noch keinen zuverlässigen Abbruch gefunden und das 'Nein' ist nicht stark genug dafür.
    Ich habe noch ein "MhhhHmmm" - also so 'verneindend' - aber das ist eher noch etwas 'warnender' - und nicht so absolut wie das "Nein".

    Sie versteht das schon, oft dreht sie ja auch ab, wenn ich das sage - bei anderen Sachen.

    Naja, wir üben halt am Hinsetzen und anzeigen, aber wenn sie rumschnüffelt und da liegt der Pommes Frites auf der Straße - dann wird der Hals lang gemacht und *wupp* - weg ist es.

    Das regt mich schon ein wenig auf... aber wir müssen es halt noch mehr üben.

    Ich habe eigentlich auch eher eine hohe Reizschwelle, aber wie gesagt, bei Kindernähe bin ich sehr wachsam und lasse auch weniger durchgehen.
    (Man muss ja dazu sagen, besagten Spieß hat sie mitten drin gepackt und war nicht in der Nähe der Hand - zum Glück)

    Einmal ist sie mir sehr ungünstig in die Schleppleine gerannt - da hat sie ihre Schnalle wohl auch eingeklemmt, als die Leine spannte und piepste einmal schmerzhaft auf.

    Bei der Runde ist sie dann bei "Stopp" immer brav stehengeblieben... -_-

    Da kann ich mir teils schon vorstellen, dass manche Leute, die ich so sehe - die ihre Hunde sehr oft packen(z.B. das schöne 'Nackenfell') - 'schneller' Erfolge haben. Aber für mich geht sowas halt gar nicht... und für die meisten(wenn nicht alle) in diesem Forum wohl auch nicht.

    @Streichelmonster: Was hast Du denn gemacht bei deinem "Packen"?

  • Zur Auslastung im Junghundealter:
    Ich mache sowas vom Hund abhängig.

    Mein Rüde als Junghund : Sehr spät erwachsen (mit dreieinhalb Jahren etwa), sehr niedrige Reizschwelle, viele bunte Kügelchen im Kopf, die zwischendurch sortiert werden mussten, Probleme mit Frustrationstoleranz, gesteigerte Aggressionspotenzial, sehr selbstständig, starker Schutz und Wachtrieb, sehr sensibel, wenig Arbeitsfreude. Da habe ich ich in den ersten Jahren überhaupt noch nicht an Sport gedacht. Wäre auch nicht gegangen bei seiner Frustproblematik. Der hing einem auch sofort im Ärmel, wenn man losgerannt ist. Bei Überforderung hat er zugebissen.

    Im Junghundealter gab es tägliche ruhige Spaziergänge von bis zu ner Stunde (mehr ging nicht, da er sonst anfing hochzupitschen) hauptsächlich an der 15 Meter Schlepp und ein bisschen ruhiges Tricksen in der Wohnung. Wir sind auch irgendwann nicht mehr in den Hundeverein gegangen. Hat ihn gestresst. Also hab ich es sein lassen. Hauptaugenmerk lag darauf, den Hund alltagstauglich zu bekommen. Dafür habe ich viel an der Frustrationstoleranz gearbeitet, der Hund musste sich viel "erarbeiten" (durch Apportieren oder Tricksen zB), damit er kooperativer wurde.

    Hat gut funktioniert und mit etwa drei Jahren konnten wir dann auch mit Sport anfangen. Da waren die ganzen Baustellen abgearbeitet. Mittlerweile ist er ein ruhiger, alltagstauglicher Hund. Er ist sehr sanft, aber immer noch nur sehr begrenzt im Sport führbar. Macht auch nix. Dafür ist er eben nicht der Typ.

    Meine Hündin: Sehr früh sehr klar im Kopf, mittlere Reizschwelle, keine nennenswerten Probleme mit Frust oder Ablenkung, nicht besonders sensibel, Nervenstark, eine große Konzentrationsfähigkeit schon im jungen alter, großer Arbeitswille, sehr abhängig von mir, voll alltagstauglich. Mit diesem Hund konnte ich schon ab dem sechsten Monat ganz problemlos erste Vorübungen für den Sport machen und regelmäßig im Verein mittrainieren, weil einfach keine anderen, wichtigeren Baustellen vorhanden waren. Auch lange Spaziergänge, aufregende Stadtbesuche etc...alles kein Thema. Begleithundeprüfung mit 1 1/2 Jahren. Jetzt (20 Monate alt) Ausbildung im Agi und im THS. Der geborene Sporthund.

    Das wäre mit meinem Rüden überhaupt nicht möglich gewesen. Ganz andere Typen eben. Ich würde meine Prioritäten ganz klar danach richten, was ein Hund mitbringt und leisten kann. An anderen orientieren bringt da nichts. Das ist eine Sache des eigenen Bauchgefühls. Überdreht mein Hund, mache ich zu viel oder eben Dinge mit zu viel Input, die der Hund nicht verarbeiten kann.

  • Ich möchte @Streichelmonster bitte als Trainer engagieren, damit aus Holly mit 3 Jahren auch ein ruhiger Hund wird :hust: :D

    Dann musst du zu uns in den Verein kommen :p

    Wichtig ist eben, dass man Geduld hat und nicht kleinbei gibt. Tex hat schon versucht, mich einzuschüchtern und ab einem gewissen Punkt ist man auch soweit, dass man eigentlich keine Auseinandersetzung mehr möchte. Aber dann dran zu bleiben ist wichtig und Strategien zu entwickeln, wie man in so einer Situation reagieren möchte. Und man darf das auch nicht persönlich nehmen. Der Hund kann nichts für dieses Verhalten. Wir sind als Hundehalter dafür zuständig, dass der Hund mit gewissen fiesen Dingen umzugehen lernt. So wie eben Tex mit seinem Frust.
    Da kommt auch ganz viel einfach mit dem Alter. Aber man kann dem Hund schon sehr viel auch durch Training durch diese schweren Zeit helfen. Für den Hund ist so ein Dauerstress ja auch nicht schön.

    Edit: Ich habe übrigens von diesem Hund sehr sehr viel gelernt. Mehr als aus Büchern von Seminaren oder aus dem Training. Auch über mich. Deshalb bin ich durchaus dankbar, auch mal einen solchen schwierigen Hund dazwischen gehabt zu haben. Meine drei Mädels waren bisher nämlich immer alle richtige Engel. ;)

  • Ich möchte @Streichelmonster bitte als Trainer engagieren, damit aus Holly mit 3 Jahren auch ein ruhiger Hund wird :hust: :D

    Wir schließen uns auch an :D
    Obwohl ich sagen muss, dass Brooke in den letzten zwei Wochen konsequentem "bleib da liegen und halt die Klappe egal was um dich rum ist" schon wesentlich besser geworden ist. Habe vorhin ein paar Äpfel bei uns im Wald aufgesammelt und sie lag brav da und hat zugeschaut. Sogar ein paar gammelige Äpfel hab ich provokant in die Hecke geworfen - da war sie zwar gespannt wie ein Flitzebogen, aber sie blieb liegen :dafuer:
    Heute geht Abend geht's dann wieder ins Training. Bin gespannt, ob sie dort nun auch schneller runterfährt und brav liegen bleibt. Die ersten beiden Male hatten wir die ganze Stunde über Schwierigkeiten und sie hat immer wieder gebellt. :mute: Letzte Woche hat sie es nach 20 Minuten kapiert und war dann auch trotz anderem Hund der gebellt hat leise. Bin auf heute gespannt, ob sich unser üben schon ein wenig ausgezahlt hat. :roll:

  • Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass Willi auch derjenige ist, der in der Hundeschule bellt und bellt...wir üben stets und ständig Ruhe, mit dem Ergebnis, dass er jetzt nicht mehr wie anfangs 60 min durchgehend Terror macht. Also euch heute viel Erfolg!
    Die anderen Hunde in dem Kurs (etwa gleich alt die meisten) sind alle wesentlich ruhiger, und zwar, ohne das man das mit denen üben müsste...als Ersthundehalter frag ich mich da schon mal, ob ich was falsch mache, oder ob ich ihn zu wenig auslaste. Ihr habt aber Recht, mit Alltagstauglichkeit sind wir schon genug beschäftigt!

  • @Hempel: Haha, Zoey hat auch früher immer Terror gemacht - bei ihr war es aber Fiepen. Fiep fiep fiep fiep - währen die anderen Hunde alle total gelassen waren. ... X-D

    Jetzt fiept sie fast nicht mehr - aber gräbt dafür herum, während die anderen ruhig warten.
    Ich sehe es aber mal trotzdem als... Fortschritt... irgendwie...

    Manche Hunde sinde einfach anders, die haben nicht so die Ruhe weg.

  • Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass Willi auch derjenige ist, der in der Hundeschule bellt und bellt...wir üben stets und ständig Ruhe, mit dem Ergebnis, dass er jetzt nicht mehr wie anfangs 60 min durchgehend Terror macht. Also euch heute viel Erfolg!
    Die anderen Hunde in dem Kurs (etwa gleich alt die meisten) sind alle wesentlich ruhiger, und zwar, ohne das man das mit denen üben müsste...als Ersthundehalter frag ich mich da schon mal, ob ich was falsch mache, oder ob ich ihn zu wenig auslaste. Ihr habt aber Recht, mit Alltagstauglichkeit sind wir schon genug beschäftigt!

    Ich würde bei sowas den Platz verlassen. Der Hund ist in so einem hohen Erregungslevel nicht mehr konzentrationsfähig und kommt offensichtlich mit der Situation nicht zurecht. dann auch noch Übungen zu verlangen (ich weiß ja nun nicht, was genau ihr tut), finde ich sehr schwierig für den Hund. das hat auch mit der Auslastung nichts zu tun, sondern mit den (zu vielen) reizen, die auf den Hund einprasseln und mit denen er in dem Moment nicht zurechtkommt.

  • Ich würde bei sowas den Platz verlassen. Der Hund ist in so einem hohen Erregungslevel nicht mehr konzentrationsfähig und kommt offensichtlich mit der Situation nicht zurecht. dann auch noch Übungen zu verlangen (ich weiß ja nun nicht, was genau ihr tut), finde ich sehr schwierig für den Hund. das hat auch mit der Auslastung nichts zu tun, sondern mit den (zu vielen) reizen, die auf den Hund einprasseln und mit denen er in dem Moment nicht zurechtkommt.

    unser Knopf war quasi andersrum überfordert. So viele Hunde und dann noch Wind und jede Menge Gerüche vom Zoo in der Nähe. Ich hab abgewartet bis sie sichtbar angestrengt war und dann haben wir uns zurückgezogen. Beim nächsten Mal sind wir nach ca. 20 Minuten spazieren gegangen, so hatte sie die anderen Hunde ab und zu im Blick, dann aber auch wieder mehrere Minuten nicht. Am Ende der Stunde bin ich dann mit ihr zurück als kein Hund mehr dort war, hab sie Leckerchen vom Boden aufnehmen lassen damit sie die Gerüche der Hunde aufnehmen kann. Wir haben dann noch einen der andere "Schüler" getroffen und die beiden Hunde haben gespielt.
    Am Ende hat es dennoch nicht sein sollen, die Aufregung versetzte Emma immer in Starre. Das war einfach zu viel. Aber wir haben daraus gelernt, nämlich den Hund bei zu großem Stress (aus ihrer Sicht) aus der Situation zu nehmen damit sie sich wieder entspannt. Einige Situationen sind dann beim nächsten oder übernächsten Mal weniger aufregend, einige nicht. Macht aber auch nichts :)

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