Möglicher Zweithund, aber: schwieriger Kandidat.
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sunnydog92 -
1. März 2015 um 17:02
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Als generelle Regel würde ich den Hund nur übernehmen, wenn Du notfalls auch damit klar kämst, dass er seine Macken nicht ablegt.
Einen Hund wissentlich mit Problemen zu übernehmen und dann wieder zurückzugeben, weil Du Dich "verliebt" und überschätzt hast, fände ich schwach (auch wenn das TH den Hund zurücknähme).Ich habe auch lange gedacht, dass man mit genug Geduld und Disziplin fast alles wieder hinbekommt - wurde aber von meinem ersten TH-Hund eines Besseren belehrt (der war sehr unverträglich mit anderen Hunden). Klar haben wir dran gearbeitet, klar haben wir auch Fortschritte gesehen, über die ich mich auch immer tierisch gefreut habe. Aber eine 180° Wendung oder wunderbare Wandlung war das nicht. Ganz raus bekommen haben wir das Problemverhalten nie.
Sicher gibt es Fälle, in denen solche Probleme relativ einfach zu beheben sind. Es ist aber deutlich entspannter, einen Hund zu nehmen so wie er ist, und sich an kleinen und grossen Fortschritten gemeinsam zu freuen, als den Hund mit einer "das gehr schon" Einstellung zu übernehmen und dann enttäuscht zu sein, wenn die Erziehungsversuche nicht so klappen wie vorgesehen.
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@Regula Ich würde den Hund keinesfalls mit einer das-wird-schon Einstellung übernehmen, falls das hier falsch rübergekommen ist. Tatsache ist, dass er ein schwieriger Hund sein soll, der auch immer schwierig bleibt. Tatsache ist aber auch, dass noch nie in seinem ganzen Leben mit ihm gearbeitet wurde - und das finde ich einfach extrem schade, da er draußen sehr freundlich und verträglich ist. Er hat auch gleich Männchen und Sitz sowie Hopp gemacht. Mir ist schon klar, dass er sich im besten Fall erst nach vielen vielen Monaten oder Jahren ändern wird - wenn überhaupt. Mein 1. Hund ist heute nach einem Jahr und vorheriger schlechter Haltung endlich sehr gut erzogen! Das heißt aber nicht, dass ich mit einem bissigen Tier leben muss, welches mich nicht auf meinem eigenen Sofa sitzen lässt. Wenigstens das lässt sich sicherlich aberziehen!
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also zuerst gab es natülich sofa und bettverbot. futter nur aus der hand. sachen zum kauen erst einmal garnicht denn sie griff auch an wenn man nur den raum betrat oder sich bewegte. mit ihrem fütter hab ich gedes noch so kleine richtige verhalten belohnt. nach und nach durfte sie immer mehr. mittlerweile kann ich ihr das meiste mit etwas erpressung abnehmen und sie bringt mir sogar den futterbeutel.
wenn sie manchmal meint ieder übertreiben zu müssen (kotze zu verteidigen etc) zieh ich die handbremse etwas an bis es wieder geht. mittlerweile ist unser hauptproblem nicht mehr das beißen sondern angst vor fast allen hunden draußen. und geräusche im dunkeln. vor ein paar wochen icht nachts wohl mein nachbar aus dem bett gefallen. mila is dan manisch durchs sz gerannt und hat mir quer übers bett gepinkelt. war echt soll mitten in der nacht alles abzuziehen den boden zu ischen und alles zu waschen. -
Das halte ich eigentlich für die richtige Einstellung.
Grade im Tierschutz sieht man halt leider oft Leute, die meinen, mit genug Liebe und konsequenter Erziehung bekommt man alles hin (wie gesagt, ich dachte das auch mal). Das ist aber leider einfach nicht so...
Das heisst natürlich nicht, dass Du mit den Schultern zucken und Dich tyrannisieren lassen musst.Für mich persönlich war und ist (massive) Aggression gegen Menschen ein absolutes Aussschlusskriterium. Ich will diese Verantwortung nicht, und ich glaube ich würde mich in meinem eigenen Zuhause nicht mehr wohlfühlen. Aber andere Leute sind ja zum Glück nicht ich, haha.
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Ich finds auch echt toll, daß du so einem Hundchen nochmal eine Chance geben würdest.
Meine Meinung dazu ist, daß gerade Hunde im Format der Jackys häufig erstmal keine "richtige" Erziehung geniessen - da sie ja so klein, süß und knuffig sind. Dann kommt die Zeit, wo der kleine Kerl auf einmal "Schwierigkeiten" macht und dann wird er härter angefasst "Terrier können was ab, die merken sich das sonst nicht".
Diese "Methode" der Erziehung führt dann dazu, daß diese armen Hunde überhaupt nicht wissen, was sie eigentlich machen sollen und aus lauter Unsicherheit erstmal beissen - weil sie sich anders nicht mehr zu helfen wissen.Eine Hausleine fänd ich auch erstmal gut, Handfütterung eher nicht, da der Hund sich ja sicher fühlen soll - bei Handfütterung hat er im Zweifelsfall immer Hunger und weiß nie, wann er wieder was kriegt. Wenigstens eine richtige Mahlzeit am Tag sollte er ungestört aus dem Napf fressen können. Ein Türgitter ist auch eine sinnvolle Maßnahme, da kann er mal dahinter und man nimmt viel Stress aus manchen Situationen. Ich würde Klickern empfehlen - und wenn er auf den Klicker konditioniert ist alles an gewünschtem Verhalten mit dem Klicker einfangen. So erhält der Hund quasi "nebenbei" die Info, welches Verhalten nun in welcher Situation richtig war - und als Opporunist wird Hund das gerne immer wieder zeigen.......

Mit viel Geduld und Konsequenz, festen Regeln, einem gut strukturierten Tagesablauf und vor allem mit der Vermittlung von Sicherheit bekommt man auch so einen Hund dazu, daß er vertrauen kann. Vertrauen ist in solchen Fällen eine unabdingbare Basis - und der Weg dahin kann schon mal etwas steinig sein
Grundsätzlich würde ich so einen Hund zusätzlich gründlich!! von einem TA durchchecken lassen - nicht bloss anschauen, abtasten und wiegen, sondern auch Blut untersuchen und vielleicht röntgen oder sonstwie auf Gelenkschäden checken lassen - eben wirklich gründlich untersuchen um eine gesundheitliche Ursache für seine "Aggressionen" auszuschliessen.
Als Trainer kommen für mich nur welche von hier http://www.cumcane.de/index.php/trainersuche oder von hier http://www.trainieren-statt-dominieren.de/unterstuetzer in Betracht - die erste STunde ist vielleicht mal teurer, aber die gehen der Ursache auf den Grund und arbeiten daran - und deckeln nicht einfach das Symptom oder verrennen sich auch nicht in veraltete Dominanz- und Alphagedönssachen -
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Vielen Dank für die zahlreichen und hilfreichen Antworten! :-) Das Tierheim und ich hatten heute leider Kommunikationsschwierigkeiten (angerufen - Anrufbeantwortet - Rückruf - verpasst) und ich werde es wohl am Wochenende erst wieder schaffen ihn zu sehen!
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Ich bin gerade stinksauer und enttäuscht.
Gerade hat mich das Tierheim angerufen. Mein Interessentenbogen (habe da am Freitag so einen Wisch ausgefüllt) wurde dem Vorstand vorgelegt und ich würde ja perfekt klingen, ABER: leider, leider müssen sie ablehnen, da sie das meinem Partner nicht zutrauen können.Der Hund würde so massiv aggressiv auf Partner reagieren, dass es leider nicht ginge. Wenn ich single wäre, wär es ja perfekt aber so.. leider nein. Ich könne aber gerne sein regelmäßiger Gassigänger werden. Habe dann dankend abgelehnt, weil mir das einfach zu schwer fällt wenn ich weiß, dass ich ihn nie haben kann.
Fun Fact: In seinem Steckbrief auf der TH-website steht nirgendwo, dass sie nur an Einzelpersonen vermitteln. Sollte man vielleicht mal ergänzen. Noch viel lustiger: mein Freund und ich haben uns gestern im Guten getrennt
Habe dieses Argument aber nicht mehr mit aufgeführt..war mir zu blöde.Danke für eure Hilfe

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Oh nein das ist ja eine super Frechheit, ehrlich wahr :/
Du hast nun kein Interesse mehr, oder? -
Hallo sunnydog92,
Zuerst einmal tut es mir leid, dass Du und Dein Partner Euch getrennt habe. Es ist natürlich Deine Sache, wenn Du den Hund nicht mehr möchtest und Dein Ärger ist verständlich. Aber - die Tierheimbesitzer möchten den Hund sicher nicht noch ein drittes Mal zurück haben, weshalb ich ihre Argumente gut verstehen kann.
ABER er neigt zu extremer Dominanz Menschen gegenüber bis hin zum beißen. Die "Ur"-Besitzerin gab den damals 1 jährigen Hund ab, weil er sie biss. Die 2. Besitzerin gab ihn ab, weil er ihren Partner biss. Tja.. doofe Sache.
'Dominanz' finde ich in diesem Zusammenhang eine sehr schlechte Wortwahl. Ich bezweifle sehr stark, dass ein Tier aus 'Dominanzgründen' beisst. Möglicherweise geht es dem Hund um Ressourcen, z.B. um die Ressource 'Nähe zu Frauchen', um Futter, Aufmerksamkeit oder etwas ganz anderem.
Wir haben es hier ausserdem mit einem Terrier zu tun und es ist kein Geheimnis, dass hier manche Exemplare schneller mal mit den Beisserchen zulangen, als das andere Hundetypen tun. Terrier (jedenfalls diejenigen, die den Titel noch verdienen - und ja, ich bin mir bewusst, dass ich hier zig Hunderassen über einen Kamm schere) sind keine Hunde, die lange Fackeln und gerade wenn sie noch diesen Funken 'gameness' in sich tragen, wissen sie sich mit ihrem Gebiss durchaus Respekt zu verschaffen. Das soll keine Entschuldigung sein, aber eine Erklärung. Diese nicht selten vorkommende Rauhheit sieht man auch bei Terriern im Spiel - da geht es mitunter sehr heftig und 'ernst' zu und her - der Übergang zur unfreundlichen Auseinandersetzung ist oft nicht sehr weit weg. Mit Dominanz hat das allerdings überhaupt nichts zu tun und häufig wird gebissen, wenn kein anderer Ausweg mehr zu sehen ist.
- Wer hat Erfahrungen mit der Eingliederung von dominanten Hunden in einen Haushalt? Seine Dominanz richtet sich explizit und ausnahmslos gegen Menschen, NICHT gegen Hunde. (Mein Hund war wie gesagt dabei und die beiden haben sich verstanden bzw ignoriert. Ich lebe alleine, habe aber ab und an und aktuell natürlich auch mal Partner
Könntest Du damit leben, den Hund jedes Mal weg zu sperren, wenn Besuch kommt? Wie bereits gesagt wurde kann es sein, dass man daran arbeiten, dem Hund aber nie 100%tig vertrauen kann. Möchtest und kannst Du diese Verantwortung tragen? Ich würde bei der Eingliederung vorgehen wie bei jedem anderen Hund, wobei ich noch viel mehr Wert darauf legen würde, den Hund niemals zu bedrängen und ihm so schnell wie möglich zu zeigen, dass Du ihm niemals nichts wegnimmst, bzw. wenn Du es tust, er immer etwas noch Besseres kriegt und wenn irgendwie möglich, den weggenommenen Gegenstand noch dazu. Im Grundsatz zeigen diese beiden Videos, was ich meine:
Ressource guarding:
Externer Inhalt www.youtube.comInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.
'leave it':Externer Inhalt www.youtube.comInhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.ABER: diese Leute sind erfahrene Trainer und die Hund in ihrem Video verteidigen keine Ressourcen. Mit einem Hund, der Ressourcen bereits verteidigt, wäre ich um ein Vielfaches vorsichtiger, langsamer und hielte viel mehr Abstand - und ich arbeite selber regelmässig mit solchen Hunden. Und trotzdem bin ich auch schon gebissen worden. Wenn Du auch nur den geringsten Zweifel daran hast, ob Du genügend Erfahrung im Lesen der Hundesprache hast oder Dir (und dem Hund!) diese Arbeit antun kannst, dann lass es. Management heisst hier ausserdem ein wichtiges Schlüsselwort: ich sorge dafür, dass der Hund niemals in eine Situation kommen kann, in der er während des Trainings Ressourcen verteidigen könnte. Und ich fasse nie, nie, nie, niemals zum Hund hin, wenn er trotzdem etwas erwischt hat, wo ich seine Zähne lieber nicht dran hätte. Ich lasse es ihn aus sicherer Distanz 'aus' geben und schicke ihn dann entweder rückwärts, aus dem Zimmer, oder in sein Körbchen/seine Box - alles Verhalten, die ich vorher schon solide und positiv aufgebaut habe. Der Hund soll zur Überzeugung kommen, dass es sich immer lohnt, etwas 'aus' zu geben. Das dümmste, was man bei einem Hund, der Ressourcen verteidigt, tun kann, ist ihn für seine Unsicherheit oder Angst, einen Gegenstand zu verlieren, noch zu bestrafen.
- Wie geht man mit bissigen Tieren um? Er hat sich von mir streicheln und loben lassen, er war sehr freundlich. Die Dominanz fängt dann an, wenn er sich heimisch fühlt oder an-/abgeleint werden soll sowie beim Tierarzt. Er ist bissig.Man giesst kein Öl ins Feuer, sprich, man gibt ihm keine Gelegenheit zu beissen. Gewöhne ihn an einem Maulkorb. 'Heimisch fühlen' ist kein konkreter Grund zu beissen - hier ginge es darum, herauszufinden in welchen Situationen er beisst (und das sehe ich eigentlich als die Aufgabe des Tierheims...). Wenn an-und ableinen ein Problem sind, geht es möglicherweise um ungewünschte Nähe - hier würde sich eine dünne Hausleine anbieten, die ich sowieso in den ersten Tagen empfehlen würde. Tierarztbesuche sind so oder so eine stressige Situation auch 'nicht bissige' Hunde können sich hier einmal vergessen. Auch hier schützt ein Maulkorb, Training zum Angefasst-werden und ein langsames Gewöhnen an Tierarztpraxen.
- Ich habe mich in ihn verliebt. Finanziell und zeitlich passt alles. Draußen ist er nett. Ich habe keine Lust auf eine Killermaschine auf meinem Sofa, die meinen 1. Hund und mich versaut.Dann solltest Du es vielleicht lassen. Einen Beisser kuriert man nicht eben mal damit, dass man ihn nett behandelt, da muss einiges an Wissen dahinter stecken um mit so etwas umgehen zu können.
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@AnetteV Danke für deine Tips und Videos. Ich habe leider kein anderes Wort für sein Verhalten als "Dominanz", weswegen ich das verwendet habe.. und ja, ich habe wirklich viel überlegt aber das hat sich ja jetzt leider erledigt. Ich finde es einfach schade, dass ich den Interessentenbogen ausfüllen durfte usw und mir dann hinterher gesagt wird aufgrund des Partners scheide ich aus.
@tami2904 Interesse ja, aber bin ja jetzt leider raus aus der engeren Auswahl

Also, auf zu neuen Ufern..!
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