Möglicher Zweithund, aber: schwieriger Kandidat.

  • Hallo ihr Lieben :hilfe:

    Folgende Situation: ich beäuge schon länger einen Jack-Russel-Mix aus meinem örtlichen Tierheim und war ihn am Freitag dann auch besuchen sowie mit ihm spazieren. Er ist etwas pummelig und circa 2009 geboren, seitdem er 1 Jahr alt ist sitzt er im Tierheim, der Arme. Er wirkte äußerst freundlich und war (Leckerchen sei dank) auch recht schnell auf mich fixiert und verhielt sich absolut gut bis unauffällig. Da ich schon lange Interesse an ihm habe und er auf der website des Tierheims auch unter der Rubrik "Sorgenkinder" aufgeführt wird, hatte ich einige Fragen und bekam auch eine sehr direkte Antwort: er sei mit Artgenossen absolut vertäglich (das bestätigte sich während des Spaziergangs auch, da wir mehreren Hunden begegneten und ich meinen eigenen 3,5 Jahre alten Jack-Russel-Mix dabei hatte), ABER er neigt zu extremer Dominanz Menschen gegenüber bis hin zum beißen. Die "Ur"-Besitzerin gab den damals 1 jährigen Hund ab, weil er sie biss. Die 2. Besitzerin gab ihn ab, weil er ihren Partner biss. Tja.. doofe Sache. Die Tierheimmitarbeiter haben leider keinerlei Unterlagen darüber, inwiefern jemals mit dem Hund gearbeitet wurde geschweige denn wie seine Besitzer auf sein Beißen reagierten. Mir wurde versichert, dass ich ihn gerne intensiv kennenlernen kann á la Gassigehen, Probewochenenden etc. Außerdem würde ich, wenn es garnicht klappen sollte, nicht auf dem Hund sitzen bleiben und sie würden ihn natürlich wieder zurücknehmen.

    Meine Fragen an euch:

    - Wer hat Erfahrungen mit der Eingliederung von dominanten Hunden in einen Haushalt? Seine Dominanz richtet sich explizit und ausnahmslos gegen Menschen, NICHT gegen Hunde. (Mein Hund war wie gesagt dabei und die beiden haben sich verstanden bzw ignoriert. Ich lebe alleine, habe aber ab und an und aktuell natürlich auch mal Partner :D)

    - Ist es sinnvoll einen älteren Hund zu einem jüngeren Hund zu nehmen?

    - Wie geht man mit bissigen Tieren um? Er hat sich von mir streicheln und loben lassen, er war sehr freundlich. Die Dominanz fängt dann an, wenn er sich heimisch fühlt oder an-/abgeleint werden soll sowie beim Tierarzt. Er ist bissig.

    - Ich habe mich in ihn verliebt. Finanziell und zeitlich passt alles. Draußen ist er nett. Ich habe keine Lust auf eine Killermaschine auf meinem Sofa, die meinen 1. Hund und mich versaut.

    Liebe Grüße,

    Doro & Monty

  • (Im Übrigen wäre ich auch dankbar für Hundetrainer im Umkreis von Wuppertal, die zu mir nach Hause kommen würden und ein faires Preis/Leistungsverhältnis haben.)

  • Halo,
    kann dir nix genaues empfehlen, find aber gut, wie sehr du dir Gedanke machst.
    Der Hund beißt - fragt sich wann und warum.
    Recht selten, so find ich, beißen die weil sie aggressiv sind sondern eigentlich weil sie voller Angst sind .
    So wie du den Hund allgemein beschreibst ( freundlich, nett, aufmerksam ) scheint er um sich zu beißen, wenn er Angst hat
    Gerade das Thema TA - ich denke hier zeigt Hunde sehr genau, wie sehr er dem Halter vertraut. Lässt Hund hier alles mit sich machen ist alles ok.
    Es muss nicht sein, dass der Jungspunt deinen erzogenen Hund versaut, wenn der recht stabil und sicher ist kann auch passiere das der Jungspunt sich an ihm orientiert und von ihm lernt.
    Dazu müsste deine Hund aber selbst eine recht sichere Nummer sein.
    Allgemein: wenn du dich jetzt schon unsicher fühlst und Angst hast, bleib lieber die Patentante, die 2x in der Woche mit ihm Gassi geht - das wäre für den Hund - auf lange Sicht , eine stabilere Beziehung als zum dritten mal ausgemustert zu werden.

    LG Ramona

  • meine beaglehündin ist 4mal wegen beißens im th gelandet. angeblich hat sie es gemacht wenn sie von der couch/bett sollte, wenn man ihr as wegnehmen wollte oder wenn ihr sonst was nicht gepasst hat. bei mir hat sie es genau drei mal probiert. als sie gemerkt hat das sie nicht damit durchkommt hat sie es gelassen. mila st an sich sehr unsicher und ängstlich. sie hat einfach jemanden gebraucht der ihr sagt o es lang geht.
    zu anfang hab ich sie extrem eingeschränkt. sie durfte nirgends rauf nach der ersten nacht und einen mordvesuch an mir durfte sie erstmal im flur schlafen.nach ein paar tagen im wz irgendwann im sz dann im bett am fußende auf der decke und mitlerweile schläft sie in meinem arm unter der decke. für jedes futterstückmusste etwas getan werden. jetzt kann ich ihr auch mal was wegnehmen sofern es nicht schon verdaut ist.

  • Meine Beiden sind auch aus TH, ich hab es mir auch nicht einfach gemacht. Ich würde mir Zeit nehmen und in Ruhe versuchen rauszufinden woher das Probelm kommt.
    Die Frage ist hat er wirklich zu gebissen oder wurde das nur behauptet, weil ein Hund leichter abzugeben ist, wenn er angeblich zu gebissen hat als wenn man auf einmal feststellt, dass es doch nicht der Hund ist oder keine Zeit mehr hat.

  • Danke erstmal für all eure Antworten - es freut mich zu lesen, dass es einige bissige Hunde schon geschafft haben :)

    Nochmal fürs Verständnis: der Tierheimhund wäre ÄLTER (*2009) als mein jetziger 1. Hund (*2011). Ängstlich bin ich nicht, was die Aufnahme von ihm angeht. Eher aufgeregt und neugierig, was halt an dem dominanten Verhalten dran ist. Ängstlich ist er keinesfalls, sondern unsicher - dies schlägt dann in Agressivität um. Mir wurden auch Beispielsituationen genannt wie auf dem Sofa sitzen (dass er einen dan runterjagt oder den Partner beißen will) und eben das an bzw ableinen. Da flippt er wohl aus. Zur Probe würde ich ihn gerne mal nehmen.. heute geh ich wieder zum Gassigehen hin und frage mal nach :)

    @milaundgino darf ich fragen welche Maßnahmen du noch bzw ganz genau ergriffen hast? Ich hatte auch schon die Idee mir diese Sicherheitsgitter für Kleinkinder zu holen die man an Treppen und Türrahmen klemmen kann. So könnte er dann bei Fehlverhalten aus einem Raum ausgegrenzt werden bzw nur aus der Ferne teilhaben.

  • Ich würde es wohl, bei einem kleinen Hunde, ausreichend geschützt, drauf ankommen lassen. Er darf halt nicht wieder die Erfahrung machen, dass er durch das Beißen seinen Willen bekommt. (wenn es denn tatsächlich aus einer Dominanz heraus geschieht)
    Als Hilfsmittel würde ich dir noch zu einer Hausleine raten. (kann eine ganz dünne, leichte sein, die er anfgangs immer trägt, bis die Fronten zu deiner Zufriedenheit geklärt sind) so kannst du ihn kontrollieren ohne ihn direkt körperlich bedrängen zu müssen.

    Ich würde es versuchen. Wenn du dich verliebt hast, dann habt ihr eine gute Grundlage. Und du scheinst ja auch Lust zu haben, mit ihm zu arbeiten.

    LG Nele

  • Hallo @Tuuka :) an eine Hausleine habe ich auch denken müssen, allerdings wäre die dann wirklich 24/7 dran weil er ja anscheinend auch beim an-/ableinen aggressiv reagiert. Man,man,man.. aber da müsste er dann durch. Ich habe auch an diese Leinen gedacht, wo man so eine Schlaufe hat und kein Halsband.. wie nennt man die nochmal? :D Für draußen dann. Mit deren Sicherheit kenne ich mich aber nicht so optimal aus.

    Und das mit dem drauf ankommen lassen sagt sich so leicht.. Es ist schon extrem fies und schmerzhaft wenn so ein kleiner Knirps zubeißt! Habe die Erfahrung selbst mal aus erster Hand machen dürfen als meiner beim TA völlig ausgeflippt ist. Habe allerdings auch schon an einen Taucheranzug zum Schutz gedacht, hihi.

    Meint ihr es ist unproblematisch, dass er älter ist als mein jetziger Hund?

  • Für drinnen würde ich dann eine Wäscheleine nehmen, ohne Knoten etc. oder eine dünne glatte Lederleine. Er darf halt auf gar keinen Fall damit irgendwo hängen bleiben, du bist ja wahrscheinlich nicht rund um die Uhr zuhause.
    Zum Altersunterschied kann ich dir nichts sagen, da melden sich bestimmt noch andere, die Erfahrung damit haben.

    LG Nele

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