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Hündin mit extremer Angst

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    Hallo liebe Hundefreunde!
    Bei meinem Post geht es nicht um meine eigenen Hunde, sondern um den Hund eines Freundes und seiner Freundin,
    ich hoffe aber trotzdem, dass ich die Situation so gut es geht beschreiben kann und auf eventuelle Fragen von Euch auch antworten kann.
    Wie der Titel schon verrät, geht es um eine Hündin die unter extremer Angst leidet.
    Sie heißt "Lola", ist ungefähr 6 Jahre alt, ein Mix und kommt aus einem Tierheim in Polen.
    Der Grund warum ich nicht so wahnsinnig viel zu dem Hund sagen kann ist, weil ich den Hund noch nie sehen durfte.
    Ich habe schon einmal angeboten vorbei zu kommen und mir den Hund anzuschauen, um dann eventuell gezielte Fragen hier zu stellen,
    das wird jedoch von den Haltern nicht erlaubt.
    Sie "wehren" sich förmlich gegen jede Art von Hilfe, die man nur anbietet, obwohl sie selbst ratlos sind.


    Jetzt mal zur eigentlichen Situation: Der Hund lebt jetzt seit mittlweile 2 Monaten in seinem neuen Zuhause und damit meine ich NUR
    in seinem neuen Zuhause.
    Sie waren noch kein einziges mal mit dem Hund spazieren, weil sie sagen, der Hund hätte viel zu große Angst.
    Das Einzige, was sie ausprobiert haben, war den Hund in seiner Box nach unten auf eine Wiese zu setzen und dann nach ein paar Minuten wieder
    nach oben zu gehen.
    Der Hund hat Welpenunterlagen, auf denen er sich lösen kann.
    Essen tut er auch nur Nachts, wenn alle im Schlafzimmer sind und er alleine im Wohnzimmer.
    Der Hund liegt entweder in der Ecke oder in seiner Box und das schon seit fast 2! Monaten.
    Sie haben den Hund schon medizinisch checken lassen und gesundheitlich ist sie gesund.
    Es gibt noch einen zweiten Hund, den sie schon seit 1 Jahr haben, auch aus dem Tierschutz.
    Dieser Hund ist soweit ziemlich entspannt, interessiert sich aber 0 für Lola, weder ein interessiertes
    schnuppern noch sonst eine Form von Interesse, einfach so als ob kein anderer Hund da wäre.
    Sie gehen zwar ab und zu zu Lola und streicheln aber sonst beschäftigen sie sich nicht mit ihr.


    Gestern habe ich mit ihnen telefoniert und nochmals meine Hilfe angeboten.
    Auf all meine Ideen wurde immer eine Ausrede gefunden oder ein Grund, warum das schlecht für den Hund wäre.
    Beispielsweise könnte man testen wie der Hund auf Halsband oder Geschirr reagiert und falls es klappt ihn erstmal mit einer Schleppleine
    auf eine Wiese lassen und schauen wie das klappt.
    Der Grund warum sie dass aber nicht machen ist, weil sie den Hund ganz am anfang am Geschir hatten und aus der Haustür raus wollten,
    um Gassi zu gehen und sich der Hund daraus befreien konnte.
    Jetzt ist die Angst der beiden zu groß, das gleiche könnte draussen passieren und dann wäre der Hund weg...
    Aber das ist doch kein Argument?
    Man kann ja zusätzlich mit einem Halsband sichern und normalerweise befreit sich ein Hund aus einem passenden Geschir nicht so schnell.
    Außerdem meinte das Tierheim vorher, dass Lola sich an anderen Hunden orientiert, vielleicht könnte man auch ausprobieren, einen ruhigen aber aufgeschlossenen Hund
    mit dazu zu nehmen?


    Mir tut der Hund einfach unglaublich leid, weil ich denke, dass so viel mehr mit ihr möglich wäre, wenn man einfach motiviert und kreativ an die Sache heran gehen würde. :( :
    Aber sie lassen kaum mit sich reden, sind nicht offen für neue Ideen und mittlerweile wollen sie den Hund auch wieder in spätestens 2 Monaten abgeben, falls es nicht besser wird.


    Habt Ihr vielleicht noch irgendwelche Ideen, wie man helfen könnte?


    Ich bin dankbar für jede Hilfe!! :gut:

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  • Das hört sich für mich nach einem Hund an der noch nie in einem Haushalt gelebt hat, der vermutlich in seinem Leben noch nie etwas kennengelernt hat.
    Ich bin wirklich kein Gegner des Auslandstierschutzes, hab ja selbst 2 Hunde aus dem Ausland hier, aber ich finde das ist wieder ein Beispiel für eine absolut schlechte Vermittlung. Wie kann ein solcher Hund in solch unerfahrene Hände vermittelt werden?! Damit tut man weder dem Hund noch den Haltern einen Gefallen :(
    Ich finde es gut dass der Hund tierärztlich durchgecheckt wurde um wenigstens körperliche Ursachen ausschließen zu können.
    Deine Freunde sollten sich wenn möglich einen Trainer zu Hilfe holen der sich mit Hunden mit Deprivationsschäden und absoluten Angsthunden auskennt.
    Ich bin absolut der Meinung dass solch ein Hund sich eingewöhnen muss, aber es gibt Dinge die gehören von Anfang an dazu.
    Meine Eltern haben früher als Pflegestelle für Auslandshunde gearbeitet und sie sind ab und an auch mal als Notfallpflegestelle für Hunde mit ähnlichem Verhalten eingesprungen.
    Es bringt nichts den Hund in Watte zu packen! Der Hund muss ein gut sitzendens Halsband bekommen und ein Ausbruchssicheres Geschirr. Doppelt gesichert kann auch dieser Hund raus. Den Hund auf irgendwelche unterlagen machen zu lassen ist doch keine Lösung. So ändert sich ja nie etwas. Er kann ja nicht sein Leben lange so leben.
    Vermutlich hat der Hund auch Angst vor Treppen usw. Zur not Hund auf den Arm nehmen oder in der Box raustragen und dann versuchen mit Leckerlies zu locken (am besten Fleischwurst, Käse usw.)
    Normalerweise gehört so ein Hund nur in eine ruhige Gegend in ein Haus gesichertem Grundstück vermittelt, so dass man hier erstmal mit "in den Garten" gehen anfangen kann. Für so einen Hund ist 3. Stock mit Hauptverkehrsstraße vor der Tür natürlich eine Katastrophe.
    Auch in der Wohnung jede Kontaktaufnahme bestätigen, das ist am Anfang mit Leckerlies am einfachsten.
    Je nach dem wie der Hund auf Menschen reagiert könnte man das Futter auch rein aus der Hand füttern, aber bei sehr panischen Hunden funktioniert selbst das nicht und so hört es sich ja bei euch an, wenn der Hund nur nachts frisst.
    Solche Hunde gehören in erfahrene Hände in die Richtige Umgebung. D.h. wenn deine Freunde erwarten dass sich innerhalb von 2 Monaten etwas ändert dann sollten sie am besten heute noch die Tierschutzorga anrufen und den Hund zurück geben. Dann hat er eine Chance in die richtigen Hände zu kommen. Das ist kein Vorwurf deinen Freunden gegenüber sondern eher ein Vorwurf an die Tierschutzorga. Ich finde es einfach nur schrecklich für den Hund und auch für die neuen Besitzer. Anscheinend wussten sie nicht auf was sie sich da einlassen.

    Sam mit Emma & Lotte


    Emma, Galgo-Podenco-Mix *15.04.12
    Lotte, Podenco-Mix *01.03.13



    Unser Fotothread


    Eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es,daß das Wort "Tierschutz" überhaupt geschaffen werden musste.
    T.Heuss

  • Zitat

    Das hört sich für mich nach einem Hund an der noch nie in einem Haushalt gelebt hat, der vermutlich in seinem Leben noch nie etwas kennengelernt hat.


    Genau so ist es, der Hund hat noch nie in einem Haushalt gelebt.
    Das spezielle bei Lola ist, dass sie aus einem Tierheim kommt, was von Ex-Häftlingen geführt wird.
    An sich keine schlechte Sache, aber dadurch dass sie größere Angst vor Männern als vor Frauen hat, denken die Besitzer, dass sie wohlmöglich schlechte Erfahrungen dort gemacht hat.
    Wie gesagt, sie hat sich dort an den anderen Hunden orientiert, sogar eine Art "besten Freund" gehabt, mit dem sie rund um die Uhr zusammen war.


    Zitat

    Deine Freunde sollten sich wenn möglich einen Trainer zu Hilfe holen der sich mit Hunden mit Deprivationsschäden und absoluten Angsthunden auskennt.


    Die Idee mit dem Trainer habe ich auch schon vorgeschlagen, leider wird das wohl nicht passieren.
    Beide sind Studenten und haben weder das Geld, noch können und wollen sie die Zeit für einen Trainer investieren.
    Es ist so als ob sie morgens aufwachen wollen und erwarten, dass der Hund plötzlich funktioniert.
    Als sie mir von dem Hund erzählt haben, habe ich auch sofort den Begriff Deprivationsschaden in den Raum gestellt, es kurz erklärt und darauf hingewiesen dass man bei googel unter diesem Begriff sicherlich viel nachlesen könne, leider scheint dies zu viele Umstände gemacht zu haben.


    Zitat

    Ich bin absolut der Meinung dass solch ein Hund sich eingewöhnen muss, aber es gibt Dinge die gehören von Anfang an dazu.


    Zitat

    Es bringt nichts den Hund in Watte zu packen!


    Genau so denke ich auch und habe ihnen dass auch schon mehrfach gesagt.
    Man sollte versuchen ein Gleichgewicht zwischen interaktion und Zeit geben herzustellen.
    Darauf kommt auch nur die Antwort, dass der Hund ja Fortschritte machen würde, man ihm nur ganz ganz viel
    Zeit geben müsste.Auf der anderen Seite wollen sie ihm nur noch wenige Monate geben, bis er sich bessern muss.
    Ich merke langsam mehr und mehr, dass das eigentliche Problem, wie eigentlich fast immer, nur bei den beiden Menschen liegt.
    Leider lassen sie nicht mit sich reden, blocken alle Art von Tipps ab und wenn ich so lese was ich schreibe, dass der Hund seit 2!Monaten nie das Wohnzimmer verlassen hat, dann tut mir der Hund einfach wahnsinnig leid.


    Zitat

    Anscheinend wussten sie nicht auf was sie sich da einlassen.


    Leider wussten sie das doch.
    Die Tierschutzorganisation hat angegeben, dass der Hund unter extremer Angst leidet.
    Das haben sich die beiden zugetraut und dachten, sie wüssten genug um es in den Griff zu kriegen.


    Sie wollen jetzt nochmal über alles nachdenken, ob sie Hilfe in anspruch nehmen sollen oder nicht.
    Das werde ich wohl die nächsten Tage erfahren. :)

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  • Wenn sich jemand absolut nicht helfen lassen will, sehe ich auch keine Möglichkeit der Hilfe. Vielleicht ist für die Hündin die Chance auf eine erneute Vermittlung die beste Möglichkeit ein Zuhause zu finden in dem adäquat an den Ängsten gearbeitet wird...

  • Zitat

    Vielleicht ist für die Hündin die Chance auf eine erneute Vermittlung die beste Möglichkeit ein Zuhause zu finden in dem adäquat an den Ängsten gearbeitet wird...


    Naja, diese Tierschutzorganisation möchte den Hund, wenn er jetzt wieder abgegeben werden sollte, auf eine Art Gnadenhof schicken, weil es ihm da angeblich besser gehen wird und er ohnehin nicht leicht zu vermitteln ist.
    Dort wird es aber warscheinlich ja auch niemanden geben, der sich speziell mit Angsthunden beschäftigt oder auch die Zeit hat, sie nur in einen Hund zu investieren.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


    Aber ehrlich, welcher Hunde- oder Katzenhalter blickt bei den vielen Herstellern, Marken und Inhalten wirklich durch? Ich nicht - zum Leidwesen meiner Hunde. Daher habe ich es mit einem unverbindlichen Futtercheck versucht der übrigens nicht nur für Hunde ist, sein Katzenfutter kann man dort auch finden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Nicht böse sein...


    in einem Forum sieht man bei solchen Geschichten ja immer nur die eine Seite.


    Wenn die beiden sich hier gemeldet hätten, hätten sie vielleicht erzählt, dass sie einen schwer gestörten Angsthund haben, und wohlmeinende Menschen aus der Umgebung permanent mit "Ratschlägen" kommen, die aber auf diesen Hund nicht anwendbar sind......


    Bei vielem, was Du schreibst, frage ich mich: Woher weiß die das? Dass nur ab un an jemand zum Hund geht und ihn kurz streichelt.


    Dass sie keine Fremdkontakte zulassen (also auch keinen Besuch), solange der Hund so extrem ängstlich ist, finde ich eigentlich gar nicht schlecht, immerhin haben sie ihn dem TA vorgestellt. Sie haben ja einen zweiten Hund da, die Aussage des Tierheims, dass sie sich an anderen Hunden orientiert, scheint ja nicht 100%ig zu stimmen. Ich hätte auch Bedenken, dem Hund jetzt einen "souveränen" Hund nach dem anderen als "Rettungsanker" vor die Schnauze zu setzen. Das könnte den Hund auch noch mehr verunsichern.


    Bring den beiden doch einfach ganz kommentarlos ein Sicherheits-Geschirr vorbei.


    Dass das ein extremes Negativ-Beispiel einer Hunde-Vermittlung ist, will ich gar nicht schön reden (so ein Hund hätte es ebenerdig mit gesichertem Garten, um von sich aus die Welt zu erkunden, wohl einfacher), aber es ist nun mal so wie es ist und ich glaube kaum, dass Du mit "Belehrungen" so sinnvoll die auch sein mögen, weiter kommst.

  • In den meisten Foren würden Menschen wie Deine Freunde übrigens den Rat bekommen, dem Hund Zeit zu lassen, Für´s erste mit Welpenunterlagen zu arbeiten, Fremde fern zu halten, den Hund nicht zu bedrängen und ihn so langsam über Monate an die "Zivilisation" zu gewöhnen.....

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