"Unkontrollierbare" Junghündin beim Anblick von Artgenossen

  • Nochwas:
    Lernen, mit Frust umzugehen ist DAS Thema für euch, von daher macht es Sinn mit ihr zu üben, am Rand zu bleiben und zu beobachten. Ich würd allerdings dosiert arbeiten und nicht warten, bis der Hund völlig durchdreht. Sondern grosse Distanz wählen und immer so trainieren, dass der Hund noch ansprechbar ist.
    Das Training wird übrigens " gebremst" wenn man wie Mitleid mit dem Hund hat, oder die Szene als " Quälerei " empfindet. Das sorgt dafür, dass man selber nicht 100% ig dahinter steht. Auch die innere Einstellung sollte reflektiert werden.

  • Natuerlich macht dein Hund anfangs Theater, wenn du dich an den Rand einer Hundewiese setzt und ihn nur mal zuschauen und abwarten laesst. Er hat ja noch gar kein Alternativverhalten gelernt und nur im Kopf, dass Hunde zum spielen und lieb haben da sind.
    Wie moechtest du ihm denn sonst eine Alternative beibringen, wenn du nicht gezielt in diese Situationen reingehst und ihm DANN zeigst, welches Verhalten du wuenscht.
    Vergiss, dass die Leute dich bloede anschauen, dumme Sprueche kommen etc.. Konzentrier dich auf deinen Hund und das, was du ihm lehren moechtest.

    Wie du Kontaktaufnahme im Tempo drosselst?
    In dem du gaaaanz langsam auf den anderen Hund zugehst, auch wenn deiner rumspinnt. Je mehr er spinnt, desto langsamer wird das Tempo. Wenn es gar nicht geht bleibst du stehen und laesst den anderen kommen.
    Auf einer Hundewiese deinen nicht einfach rumfetzen lassen und auf andere warten, sondern an der Schlepp haben und da sofort eingreifen, wenn deiner bei Hundesichtung losstuermen moechte. Du kannst damit das Tempo genauso drosseln und massregeln wie auf dem Buergersteig an der kurzen Leine. Wenn die Hunde sich dann begruesst haben, Kontakt okay ist kannst du auch ableinen, sofern deiner ansprechbar ist. Ansonsten nur kurzen Kontakt an der Schlepp ohne Reinsteigern und gut ist.

    Du wirst wahrscheinlich oft doof angeguckt und oft doof angesprochen werden, aber da musst du einfach die Konzentration auf deinen Hund und was du ihm beibringen moechtest legen.
    Zieh DEIN Ding durch und lass die Leute reden.

  • Ich glaube man kann nicht verallgemeinern, dass alle Labbis gleich sind. Manche sind einfacher zu kontrollieren und andere eben nicht. Jeder Hund ist anders. Und es ist nicht
    so, dass ich mit ihr nicht an ihrer Frustrationstoleranz und Bindung üben würde. In anderen Bereichen klappt das auch schon prima nur eben nicht
    beim Hundekontakt ..

    Ich möchte nicht, dass sie zu einem ungestümen distanzlosen Hund heranwächst, deshalb versuche ich rechtzeitig einzugreifen.
    Ich werd eure Ratschläge mal befolgen und hoffe, dass sich ihr Verhalten mit der Zeit bessert. Hab ja jetzt gute Anreize zum weiter trainieren! Danke! :)

    Das blöde Blicke und Sprüche kommen hab ich auch schon bemerkt. Da müssen wir wohl durch.....

  • Du darfst das an den Rand setzen und gucken nicht als Quälerei sehen, sondern als Hilfe. Quälender wäre nichts gegen den Stress zu unternehmen und ihr keine Alternativen zu zeigen.
    Du solltest nur den Abstand erstmal so wählen, das sie noch ansprechbar ist. Dann immer mehr verkürzen. Wenn sie es nicht schafft, bringst du wieder mehr Distanz rein.
    Pino ist auch ruhiger, wenn er einen Hund länger kennt.Dann ignoriert er den auch weitestgehend. War aber auch erstmal mit üben verbunden. Das hat aber leider nichts daran geändert, wenn er fremden Hunden begegnet ist. Das Verhalten war dann wieder durchgeknallt.
    Ich habe es immer so geregelt, wenn mir Hunde entgegenkamen, das ich bei dem ersten Anzeichen von Anspannung umgedreht bin und ein paar Meter in die entgegengesetzt Richtung gelaufen bin. Dann wieder in Richtung des Hundes und das Spiel solange bis Pino ansprechbar und ruhig an der Leine lief. Er durfte dabei gerne beobachten und anfangs habe ich den Clicker als Unterstützung benutzt. Wenn er sich gar nicht beruhigt hat bin ich ausgewichen. Dann bringt es nicht viel. Blieb er ruhig, durfte er zur Belohnung begrüßen oder auch mal offline spielen. Pino hat sehr schnell erkannt, das er nur ans Ziel kommt, wenn er sich zurücknimmt. Natürlich habe ich den anderen HH vorher gefragt. Aber alle waren immer sehr hilfsbereit.
    Du brauchst sehr viel Geduld, da ein Labbi erstmal gar nicht versteht warum er nicht in seiner unnachahmlichen Art begrüßen darf. Aber sie kann das lernen. Es dauert nur etwas weil es für sie sehr schwer ist und
    Ganz wird das auch vielleicht nie verschwinden. Aber wenn du sehr konsequent mit ihr übst, wird es gut zu kontrollieren sein.

  • Ja das stimmt schon. Aber es gibt auch welche die stehen so unter Anspannung, die reagieren dann nicht mal mehr auf Leckerchen.
    Muss man wohl testen und sich herantasten.

  • Kannst du nicht an diesen Rudelspaziergängen teilnehmen und dabei üben, wie DU mit deinem Hund auch im Beisein anderer Hunde kommunizieren kannst?

    Ich bin ja gespalten bei dem was ich hier so lese. Meiner musste es natürlich auch lernen und hat es auch gelernt - aber an den Rand einer Hundewiese setzen und zugucken würde ich mich nicht, auch jetzt nicht, wo das vermutlich ginge. Nicht dass er das nicht schafft - aber ich würde dann eben zügig dran vorbei gehen. Nicht auch noch den Fokus darauf richten.

    Die beste Medizin sind meiner Meinung nach viel Möglichkeit zum freien Rennen und Toben mit anderen Hunden, die deinem gewachsen sind - und auf der anderen Seite absolut 100% Klarheit, wenn es nicht angesagt ist. Ich lasse auch an der Schlepp nicht spielen, wenn die dran ist.
    Bei einem Hund, der Frust so schlecht aushält, würde ich keine Erwartungshaltung schaffen nach dem Motto: irgendwann darf ich! Dann hast du vielleicht einen Hund, der sich hinsetzt und brav guckt, aber innerlich trotzdem voller Erwartung und Aufregung ist. Das ist kein "echtes" verhalten, das ist ein antrainierter Trick.

    Aber es führen viele Wege nach Rom - und das Interesse an anderen Hunden nimmt mit dem älter werden ja meist auch etwas ab.

  • Gruppenuntauglich in einer Hundeschule - da disqualifiziert sich die Hundeschule selbst - bei so einer lächerlichen Aussage! Was trainieren die da? Hunde die schon alles beherrschen?

    Bevor wir Honda bekamen hatte sie wenig Bezug zu Menschen und hielt sich ihre ersten 1,5 Lebensjahre nur an Hunde. Dementsprechend war sie ihr erstes Jahr bei Hundesichtung drauf. Kaum zu bändigen, jaulend, springend, ungebärdig. in unserem Verein wollte ich mit ihr Flyball machen und mein Mann Gruppenunterordnung. Die ersten Wochen war mangels Frustationstolleranz , begleitet mit fast nicht erträglicher Lautstärke, eigentlich nichts möglich. Sie hat mir fast die Schultern ausgekugelt und meine Nerven lagen oft blank. Mit einem kompetenten Trainer, viel Geduld und Konsequenz haben wir es in den Griff bekommen. Und einmal den richtigen Kniff, gings auf einmal recht schnell.

    Such dir eine kompetente Hundeschule, oder einen engagierten Verein und laß Dir helfen und dich nicht mit solch lächerlichen und peinlichen Argumenten abtun.

    Das wird - nur Mut.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!