"Unkontrollierbare" Junghündin beim Anblick von Artgenossen

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    Hallo zusammen,


    Ich bin momentan sehr unsicher, ob in der Erziehung meiner 10 Monate alten Labbi-Dame alles richtig läuft. Deshalb hoffe ich, dass mir einige erfahrenere Hundehalter ein paar Tipps geben können.


    Sie war von Anfang an kein einfacher Hund. Sie ist zwar ein liebenswertes Kuschelmonster aber hat einen extrem starken Willen/Dickkopf und ist ziemlich wild. Dies gepaart mit einer kaum vorhandenen Frustrationstoleranz … Zurzeit gebe ich sie wöchentlich in eine Tagesbetreuung wo sie richtiges Sozialverhalten im „Rudel“ lernen soll. Die Leute dort sind sehr erfahren und auch sie sagen, dass sie sehr extrem ist.


    Es gibt natürlich auch Fortschritte. Mittlerweile läuft sie ziemlich anständig an der Leine, kann problemlos ein paar Stunden alleine bleiben und auch in Restaurants und Kaffees kann man sie sehr gut mitnehmen. Das Problem fängt an, sobald sie einen anderen Hund sieht. Dann ist sie nicht mehr ansprechbar und wenn der Artgenosse zu dicht!! rankommt hängt sie sich richtig in die Leine und fängt an zu jaulen und zu quietschen. Hab da schon einige irritierte Blicke geerntet. Ich muss mich mit meinem ganzen Gewicht dagegen lehnen, wenn sie sich mit ihren 25-30 kg in die Leine legt. Sie ist dann so frustriert, wenn sie nicht zum anderen Hund darf, dass sie teilweise sogar mich danach anspringt. Dann muss ich sie erstmal kurz im Fell packen und ruhig festhalten, bis sie runtergefahren ist. Mittlerweile wechsel ich schon die Straßenseite wenn ich den anderen Hund rechtzeitig bemerke.


    Ich bin einfach ratlos, was ich dagegen machen kann. Könnte es daran liegen, dass sie unausgelastet ist? Ich versuche, weil sie so jung ist, noch ihre Gelenke zu schonen. Ich gehe mit ihr 3 Mal am Tag spazieren. Davon „kleinere“ Runden von ca. 20-30 Minuten (an der normalen Leine darf sie generell nicht zu anderen Hunden) und eine große Runde von 1 h in den Park mit der 10 m Schleppleine. Dort lasse ich sie sich auf der Wiese austoben und wenn ein geeigneter Artgenosse vorbeikommt, dann darf sie auch Kontakt haben. Allerdings rennt sie die anderen Hunde direkt um und ist so wild, dass die meistens auch keine Lust haben mit ihr zu spielen. Den Kontakt zu anderen Hunden zu unterbinden bis sie gelernt hat, dass die Präsenz eines anderen Hundes nicht augenblicklich Party bedeutet ist doch auch keine Lösung oder?


    Vielen Dank schon mal für eure Ratschläge! :???:

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  • Witzig...hier bleib ich mal. Wir haben ein ähnliches Problem mit Emma nur in abgeschwächter Form. Bei uns is es nur Quängeln und Quietschen. Spielen hat Emma durch viele verschiedene Hunde Kontakte gelernt, war anfangs aber auch zu wild. Bei ihr hats geholfen, sie mit souveränen erwachsenen Hunden zusammen zu bringen, die sie auch mal angemessen korrigiert haben.


    Das Qietschen war auch schon besser. Ich denke das ist auch der Pubertät zuzuschreiben.

  • Nein, es liegt nicht daran, dass sie unausgelastet ist, kann ich dir ungesehen sagen.


    Sie hat bisher einfach nur keinerlei alternative Strategie zur Verfügung bei Hundebegegnungen.


    Ich würde vermeiden zu nah an fremden Hunden vorbei zu gehen. Ich würde ebenfalls immer vermeiden, dass der Hund sich in die Leine hängt. Zur Not muss man mal kurz am Geschirr festhalten. Ein Geschirr würd ich sowieso benutzen bei einem Hund, der sich so aufführt.


    Und dann geht es darum mit viiiieel Belohnung dem Hund eine andere Idee von Hundebegegnungen zu vermitteln.
    D.h. Alles ausser hinzerren belohnen.


    Ob das Austoben auf der Wiese so günstig ist, sei jetzt mal dahin gestellt. Zu Artgenossen würd ich sie nicht hinbrettern lassen. Ich würd sie ausnahmslos an meiner Seite lassen um langsam Kontakt aufzunehmen.
    Oder warten, bis der andere Hund sich nähert. Denn wo kein Hinrennen, da auch kein Umrennen


    :D
    Me

    Melanie mit Bandit & Anton
    und Mücke im Herzen



    BX und Labbi

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  • Was machst du denn bisher genau, wenn ihr beim Spaziergang einen anderen Hund trefft? :smile:


    Ich würde zwei Dinge üben: 1) Dass dein Hund lernt, sich auch dann, wenn andere Hunde dabei sind, auf dich zu konzentrieren. Gehtst du in die Hundeschule? Da sollte das eigentlich zum "Standardprogramm" gehören. Wenn nicht: Such dir einen Ort, wo viele andere Hunde unterwegs sind, lass genügend Abstand (!) und üb mit deinem Jungspund, dass du viel, viel spannender bist, d.h. belohn sie für ruhiges Schauen, wenn sie nicht zu den anderen Hunden hinzerrt, mach zwischendurch ein richtig tolles Spiel mit ihr, etc. Am Anfang würde ich sie dabei mit Leine/Schleppleine sichern und dann ganz langsam den Abstand verringern und wenn du dir sicher bist, dass es klappt, die Leine weglassen.


    Und 2) würde ich das Spielen mit Hunden nicht in einer großen Gruppe, wo alle durcheinander purzeln, "üben", sondern mit einzelnen Hundebegegnungen, möglichst mit erwachsenen, im Sozialverhalten klaren und gefestigten Hunden. Auch hier: kein Hinstürmen erlauben, stattdessen die Leine ans Geschirr, kurz halten und jede vorsichtige, höfliche Annährung belohnen. Sie soll erlernen, dass sie nur dann bekommt, was sie will (= Freilauf und Kontakt zu dem anderen Hund), wenn sie sich so verhält, wie du das möchtest (= ruhig, langsam, leise).

    «I don't know half of you half as well as I should like,
    and I like less than half of you half as well as you deserve.»

    (Bilbo Baggins, The Fellowship of the Ring by J.R.R. Tolkien)

  • Ich würde mir wohl einen Übungshund suchen, an dem ihr gezielt an der Frustrationstoleranz arbeiten könnt. Den könnt ihr an gewünschte Stelle "platzieren" und in eurem nötigen Abstand üben. Als höchste Belohnung darf sie eben hinbrettern. So gibst du ihr eine Chance gewünschtes Verhalten zu zeigen. Du wirst merken, der Abstand den ihr braucht wird immer weniger werden, genauso wie sich die Zeit verlängern wird in dem sie die Situation aushalten kann und irgendwann muss sie nichtmehr zu jedem Hund =)


    Du musst auch immer im Hinterkopf behalten, dass sie sich gerade im absoluten Hormonchaos befindet. Das kennt man von sich Menschen auch, da werden Dinge getan oder empfunden, wo man sich im Nachhinein nur denkt "was zur Hölle war nur los mit mir".

    Mit Rider, Aussie, * 28.01.09


    Und Roonie für immer im Herzen. 10.01.09-23.11.17

    "
    Du bist nicht da, wo du warst, aber du bist überall, wo wir sind."


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    • Neu

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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Melanie mit Bandit & Anton
    und Mücke im Herzen



    BX und Labbi

  • Hundeschule ging leider nicht, weil sie durch ihr Verhalten "gruppenuntauglich" ist. Sie würde die ganze Trainingsstunde jaulen und zerren und dann ist der Lerneffekt ja auch gleich Null.


    Wenn ich beim Spaziergang andere Hunde sehe dann nehm ich entweder einen anderen Weg oder Wechsel die Straßenseite. Wenn sie den Hund schon gesehen hat und in die Richtung will ignoriere ich das Verhalten, lauf einfach weiter und versuche dann, sobald ich denk ich kann jetzt ihre Aufmerksamkeit bekommen, mit einem "Schau" oder "Mia" ihren Blick auf mich zu lenken und belohne das Verhalten.


    Mit der Schleppleine versuche ich andere Hunde auch weitestgehend zu umgehen und lass den Kontakt nur zu wenn ich sehe, dass der andere Hund auch Interesse zeigt (evtl schon auf uns zuläuft) und das für den anderen Halter ok ist.
    Wenn sie im Park einen Hund im Visier hat und ich nicht will dass sie Kontakt hat dann lauf ich in eine andere Richtung und ruf sie zu mir (wenn sie nicht kommt einen Ruck an der Schleppleine). Oder ich renn ein bisschen o.ä. um ihre Aufmerksamkeit auf mich zu lenken und das funktioniert dann eigentlich ganz gut.


    Mein Problem ist, dass ich ständig anderen Hunden ausweichen muss und sich das nicht immer vermeiden lässt. Manchmal laufen einem andere Hundehalter ja regelrecht in die Arme. Spaziergänge sind dadurch eher ein Spießrutenlauf. Das ist ziemlich nervenaufreibend. Auf Dauer anderen Hunden ausweichen kann ja nicht die Lösung sein?


    Vielleicht brauche ich auch einfach mehr Geduld. Vielen Dank für die Rückmeldungen!!! Bin einfach am Zweifeln ob ich nicht doch irgendwas falsch mache, weil ich keine Besserungen sehe.


    Achso zur Sache mit dem Geschirr: Sie trägt ein no-pull-harness und ich mach die Leine vorne am Brustkorb fest. Damit habe ich die Leinenführigkeit bei ihr in den Griff bekommen.

  • Naja, der Übungshund sollte natürlich so gewählt sein dass er das abkann. Deswegen ja auch Übungshund und nicht irgend ein Hund.
    wenn die Distanz erstmal verringert werden kann, prescht der Hund auch nichtmehr so an. Mal angenommen man schickt sie aus 2m Entfernung los (da ist dann auch eine gute Kommunikation möglich ob Kontakt erwünscht ist), kann ga garnicht so ein Schwung entstehen wie aus 20m Entfernung und Hund lernt, dass man ruhig bleiben kann. Das Hinschicken zum Hund ist halt deine wertvollste Belohnung, das würde ich schon nutzen!

    Mit Rider, Aussie, * 28.01.09


    Und Roonie für immer im Herzen. 10.01.09-23.11.17

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    Du bist nicht da, wo du warst, aber du bist überall, wo wir sind."


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  • Hey,


    wir hatten früher ein ähnliches Problem. Luna wollte uuuunbedingt zu jedem Hund hin und ist total drauf losgestürmt. War sie im Freilauf und ich hab den anderen Hund zu spt gesehen, ist sie mir abgedüst.
    Wir haben verschiedene Ansätze verfolgt. Angefangen haben wir damit,dass es Freilauf nur noch mit Schleppleine gab. SO konnte sie nicht mehr auf andere Hunde zustürmen und wir konnten daran arbeiten, dass sie unterwegs auch mehr auf mich fokussiert ist.
    Dann haben wir ebenfalls an ihrer Frustrationstoleranz gearbeitet, allerdings nicht direkt mit Hunden, das wäre anfangs viel zu viel gefordert gewesen, sondern mit so einfachen DIngen wie ich schmeiße den Ball und der Hund darf erst nach Freigabe hinterrennen. Das haben wir immer weiter gesteigert und auch auf verschiedenen Ebenen.
    Was uns aber bei direktem Hundekontakt am besten geholfen hat, war C&B. Das ist zwar normalerweisegut für z.B Angstverhalten, aber bei uns war es genau das Richtige.
    Wir haben mit einer riesigen DIstanz zum anderen Hund angefangen. Du musst also eine Distanz finden, bei der dein Hund noch nicht völlig ausrastet, wenn er den anderen Hund sieht. Wir mussten da echt weit weg anfangen und dann habe ich belohnt, wenn Luna den Hund ruhig angeguckt hat. Ist der Hund näher gekommen und mein Hund rastet wieder aus, drehe ich mich um und gehe in die andere Richtung, damit der positive Effekt nicht zerstört wird. Nach einer Zeit wird die Distanz immer kleiner. Wir haben uns irgendwann ins Auslaufgebiet gesetzt und Luna konnte ruhig bleiben, selbst wenn Hunde zu uns gekommen sind....


    Ich hab das jetzt alles nur relativ grob beschrieben, aber ich kann dir empfehlen dich mal bei C&B einzulesen. Dazu gibt es hier glaube ich auch einen Thread.


    Ich muss auch heute bei Hundebegegnungen voll da sein, aber wir können im Freilauf vorbeigehen, auch wenn Luna das wohl immer schwer fallen wird,da andere Hunde für sie echt das Größte sind.


    Liebe Grüße

    (Calida) Luna * 16.01.2013 - Weißer Schweizer Schäferhund

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