Femourkopfresektion bei HD

  • Hallo ihr lieben,
    Unser Hund Kimba ( Labrador )hat vor kurzem eine schwere Hüftdisplasie diagnostiziert bekommen. Morgen vor 2 Wochen wurde ihr der Femourkopf erfolgreich entfernt. direkt nach der OP lief sie auf 4 Beinen nach Hause. Natürlich war das ganze noch instabile, es dauert ja einige Zeit bis die Muskeln sich aufbauen und die Funktion des Knochens übernehmen.
    Kimba war sehr tapfer und lief am nächste Tag auf 4 Beinen durch die Gegend, sie wirkte dankt der Tabletten überhaupt nicht schmerzbehaftet und der Tierarzt war auch sehr zufrieden. leider war das am 2. Tag anders, sie bekam hohes Fieber und hatte einen massiven Lymphstau im Bein. Leider lief sie dann auch nur auf 3 Beinen. Es folgte eine anstrengende Woche, sie bekam Medikamente gegen die Entzündung und etwas zum Wasser ausschwemmen, weiterhin haben wir passive Bewegungsübungen gezeigt bekommen und auch Lymphdrainage gemacht. Nach einigen Tagen war die Komplikation beseitigt. Leider aber läuft unser Hund weiterhin nur auf 3 Beinen. Der Tierarzt konnte kein Problem feststellen und sagte das es wohl daran liegt, dass sie durch die Komplikation gelernt hat das es auf 3 Beinen angenehmer ist und sie hat nun Angst das 4. Bein zu belasten.
    Seit Montag sind wir fleißig dran sie zu trainieren, gehen jeden Tag zum See und werfen einen Ball ins Wasser damit sie fleißig Schwimmt. auf 3 Beinen ist sie total gut mobil und läuft richtig flott. Ab und an versucht sie vorsichtig das 4. Bein in ihrer Bewegung einzubauen und tippt kurz auf dem Boden auf.
    Der Tierarzt sagte das er so einen Fall schonmal hatte und der Hund 6 Wochen genau so lief, bis irgendwann eine Katze kam und der Hund hinter ihr her ist und ohne nachzudenken auf 4 Beinen.

    Gibts es hier jemanden der vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht hat oder uns Tipps geben kann wie wir den Hund dazu bekommen sein 4. Bein wieder zu nutzen?
    Wenn das nicht funktionier kann der Muskel sich nicht vergrößern und die Stützfunktion übernehmen, und die andere Seite muss leider auch noch operiert werden. Ich würde mich sehr über Anregungen Ideen oder sonstiges freuen, schließlich hätte ich gerne noch ein paar gesunde Jahre mit meiner Maus.

  • Diese OP hat mein Hund auch hinter sich. Und auch er hat sich schnell daran gewöhnt, dass drei Beine schnell sein können. :roll:

    Im Ernst, Physio war für uns zwingend erforderlich, damit sich alles wieder so einstellt, dass er "normal" laufen kann. Zuhause sind wir zwischendurch immer wieder Runden gegangen, die soooo langsam waren, dass er automatisch das vierte Bein abstellte und belastete, um nicht umzufallen. Und so doof es sich anhört, ich habe das Kommando "alle Beine" konditioniert. Also immer schön bestätigt, wenn alle vier Beine auf dem Boden waren. Der Tipp kam von einer Physiotherapeutin. Es hat Spaß gemacht, der Hund musste denken (und das fiel ihm teilweise sichtlich schwer...ok...auch heute noch...) und das Bein wurde immer wieder mal benutzt.

    Meiner Erfahrung nach geht nichts, aber auch gar nichts, ohne eine gute Physiotherapie bei solch einer OP.

  • Habt ihr für die Rehazeit nach der Op keinen Trainingsplan vom Arzt bekommen?#

    Ich hatte letztens eine Pflegehündin hier, die auch diese Op hatte und da gab es vom Arzt einen Zettel mit, wie oft und wie lange sie bewegt werden soll. Die ersten 3 Wochen war absolute Ruhe angesagt und es ging nur eben zum Pipi machen mit Leine raus bzw. drei Mal am Tag 10 bis 15 Minuten an der Leine gehen, um den Hund in Bewegung zu bringen. Der Hund hat die ersten Tage das operierte Bein nicht belastet, aber da die Schmerzen weg waren, wurde sie schnell richtig flott - auf drei Beinen. Da ich sie ja an der Leine führen musste, bin ich langsam gegangen, so dass sie aufsetzen muss. Die ersten Male waren recht zögerlich, dann wurde das Bein mehr und mehr belastet.

    Ab der 4. Woche durfte sie 3 Mal am Tag 20 Minuten gehen bzw. musste diese gehen zwecks Bewegungskoordination und Muskelaufbau. Dann von Woche zu Woche öfter und länger.
    Bis zur 8. Woche allerdings nur an der Leine mit gezieltem Bewegen des Hundes.

    Bei euch hört es sich so an, als ob euer Hund einfach so laufen darf. Das halte ich für recht gefährlich und vor allem auch das Ball werfen ins Wasser.

    Ich kenne es nur so, dass die Rehazeit 8 Wochen beträgt und in der Zeit der Hund ganz gezielt bewegt werden muss. Zusätzliche Physiotherapie ist natürlich super.

    Wenn man den Hund mittels Leine nicht in die langsame Bewegung "zwingt", wird er nicht so schnell merken, dass er das Bein belasten kann und ich habe auch keine Möglichkeit, die Bewegung mitzusteuern.

    Ich würde also sagen, dass gezieltes Gehen mit dem Hund, evtl. auch ein paar muskelaufbauende Übungen zum Ziel führen sollte. Und das alles erst mal an der Leine.

  • Gordon (ebenfalls Labrador) hat die OP auch hinter sich.

    Schwimmen war total tabu. Im "Überkniehohen" Wasser laufen wäre ok gewesen (was wir, zusätzlich zum Unterwasserlaufband, auch gemacht haben).

    Ich war immer jemand der gesagt hat "Physio ist überflüssig" - nach dieser OP habe ich gesehen wie wichtig sie ist. Nicht nur um das operierte Bein zu kräftigen, auch um die, durch falsche Bewegungsabläufe entstandenen, Verspannungen zu behandeln.

    Gordon lief am ersten Tag gar nicht (also am Tag der OP), am zweiten sehr langsam und dann wurde es täglich besser. Allerdings zog er das Bein die ersten Wochen immer mal wieder hoch, wenn er schnelle laufen wollte. Hier haben wir wochenlang traninert, im Flur über versch. hohe Stangen gehen (ohne das er "hupft"), draußen Slalom um Parkpfosten, viel Schrittlaufen (bergauf!) und und und.

    Bei uns kam dann leider noch eine Fadenunverträglichkeit dazu, weshalb er noch ein zweites mal aufgemacht wurde. Aber grundsätzlich bin ich mit der OP sehr zufrieden und nach dem anfänglichen "Oh Gott was habe ich meinem Hund angetan?!" würde ich es immer wieder machen - und muss es wohl auch noch, auf der anderen Seite. Aber das schieben wir jetzt über den Winter hinaus.

    Hier mal ein paar Videos die den Verlauf zeigen...

    1. nach OP
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    6. Tag nach OP
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    19. Tag, das erste mal Freilauf mit anderen Hunden (abgesehen von meinem)
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    26. Tag inkl. dem Stangentraining im Flur
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    33. Tag
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    Und hier mal das Unterwasserlaufband, interessant ist das Ende, da wurde mir nämlich veranschaulicht warum es ihm nichts bringt, wenn ich ihn schwimmen lassen würde - er zog das Bein, genau wie das noch nicht operierte, einfach hoch. Mittlerweile (also in diesem Sommer) benutzt er das operierte Bein wieder *freu* Er ging nach dem kurzen "Schwimmen" im UWL auch direkt ein paar Schritte lahm...
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    Insgesamt hat es etwa 3 Monate gedauert bis Gordon wirklich wieder rund gelaufen ist, ganz perfekt war es nach einem halben Jahr (und dann musste ich ihn dennoch regelmäßig massieren, damit sich keine Verspannungen eingeschlichen haben, denn die andere Seite der Hüfte ist ja noch "kaputt"), also in allen Situation. Er kann wieder springen, er springt mich sogar an (was gar nicht mehr ging vor der OP), rennt wie ne abgestochene Wildsau und hat endlich wieder ein Lachen im Gesicht (denn das war auch verschwunden, er hatte ungelogen immer einen traurigen Blick drauf...).

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