Junghund auf Pfiff konditionieren

  • Hallo liebe Hundehalter,
    ich habe vor, mein kleines Jagdmonster auf einen Pfiff zu konditionieren und habe dafür eine zweiseitige Pfeife gekauft. Nun bin ich am überlegen, was ich zuerst konditionieren soll und zwar ist mein Hund bei Wildsichtung oder Witterung so abgelenkt, dass er nicht abrufbar ist und ich zur Zeit intensiv am Sitz auf Entfernung trainiere (natürlich alles an der Schleppleine). Dieses Sitz möchte ich mit einem Pfiff für Notsituationen festigen. Natürlich wäre mir ein Pfiff für Kommen auch wichtig, aber ich möchte mir nicht mit zwei Sachen in die Quere kommen und frage daher die erfahrenen HH (mit Jagdhunden) unter euch, wie ihr das konditionieren gestalten würdet und mit was ich beginnen soll.
    Vielen Dank für eure Hilfe,
    Janoschi2013

  • Moin,

    Pfeife ist schon ein tolles Hilfsmittel, man muss nicht durch den Wald brüllen oder kreischen und ein Pfiff, erstaunt mich immer wieder, stört auch das Wild lange nicht so sehr, wie Rufen.

    Konditionieren, erst mal drinnen unter Ausblendung völliger Ablenkung. Du brauchst ein Superleckerlie, das es nur und ausschließlich bei diesem Kommando gibt. Bei uns ist das Leberwurst, meine Tochtern nimmt Lachscreme (ihr 20 Wochen alter Dalmatiner dreht förmlich in der Luft um, wenn sie pfeifft!).

    Du rufst Deinen Hund, wenn er auf dem Weg zu Dir ist, pfeifst Du, so wie Du pfeifen willst (den Triller würde ich nicht nehmen), ich z.B. pfeife doppelt; sobald er bei Dir ist, gibt Leberwurst oder was immer Du willst. Das macht 35 mal am Tag in der Wohnung.... wenn er, quasi aus dem Schlaf hochschreckt und zu Dir flitzt, geht es draußen ans Üben. Eine Zeit lang läuft rufen und pfeifen parallel, den Punkt an dem Du nicht mehr rufst, musst Du festlegen....

    Nicht in Situationen, in denen er abgelenkt ist und irgendwo schnuppert, sondern ist solchen Momenten, in denen er grad nach Dir schaut oder von hinten auf Dich zu läuft...... wenn Du siehst, das er inne hält und irgendwie zögert oder es so scheint, als wisse er nicht, was zu tun ist, ruhig ein zweites Mal pfeifen oder zur Unterstützung rufen. Zu Beginn ist das durchaus erlaubt.

    Und wenn das gut klappt.... dann beginnst zu pfeifen wenn er mal schnuppert, irgendwo anders hinschaut. Nimm Dir dafür ein paar Wochen Zeit, das dauert. Geh dafür auchmal in unbekanntem Gebiet spazieren und schau dort, was passiert und natürlich immer loben und Dich freuen, wenn`s klappt.

    Beim Pfeifen ist es wie beim rufen, wenn er den ersten und zweiten Pfiff überhört, herrscht von Deiner Seite aus Funkstille. Ich pfeife dann nur noch einmal, wenn ich die Richtung wechsele oder einen anderen Weg einschlage.

    Malik hörte supergut auf die Pfeife, der Junghund meiner Tochter auch schon..... Lucas hingegen nimmt sie hin und wieder als "Ah, da bist Du in etwa" - aber Lucas ist auch eine andere Sorte Maus von Hund, in fremden Gebieten klappt es hingegen 1a.

    Sundri

  • Das würde ich vom Hund abhängig machen. den einen fällt es leichter, bei Verlockung sich wegzudrehen und zurück zu kommen( mein Hund). Anderen fällt es leichter, noch schauen zu dürfen und sich zu setzen( Wurfbruder meiner Hundes)

  • Ich habe meine Hunde mit der Pfeife ausschließlich auf das Zurückkommen aus hoher Ablenkung konditioniert. Das finde ich am wichtigsten.

    Für das Anhalten an einer unübersichtlichen Ecke habe ich ein "stop" konditioniert. Dann kommt eine weitere Anweisung von mir was meine Hunde dann machen sollen, also "sitz" oder "platz" oder im Dummytraining z.B. "out". Manchmal setzen sie sich nach dem Stop auch von allein hin und gucken mich an.

  • Zitat

    Das würde ich vom Hund abhängig machen. den einen fällt es leichter, bei Verlockung sich wegzudrehen und zurück zu kommen( mein Hund). Anderen fällt es leichter, noch schauen zu dürfen und sich zu setzen( Wurfbruder meiner Hundes)

    Und meinem fällt es definitiv einfacher sich zu setzen und schauen zu dürfen. Er "kann" sich nicht zu mir umdrehen und für irgendein, in unseren Augen noch so tolles, Leckerli angerannt kommen. Da nuckelt er zwar an der Futtertube aber die ist nicht so toll wie die Vögel, leider :| Also lieber erst das "Sitz" konditionieren und das daheim ohne Ablenkung, sprich: -PFIFF- -KOMMANDO SITZ- -LECKERLI (Megabelohnung oder normales?)- ?

  • Wichtig: nicht immer die gleiche Belohnung. Ich hab hier eine Dose mit diversen Tüten drin. Jedes Mal wenn ich den Pfiff übe nehme ich etwas anderes als das Mal davor. So bleibt die Belohnung hochwertig. Das kann sich sonst auch etwas abnutzen.
    Der Pfiff ist bei uns ausschliesslich für das Abrufen. Was danach noch kommt ist getrennt zum Pfiff.

  • Moin,

    ah, wer lesen kann ist klar im Vorteil :ops: Du möchtest so etwas wie ein Down trainieren?

    Im Prinzip läuft das ähnlich, ich hab damals bei Malik im Fuß begonnen, "platz" gesagt und gleichzeitig (fast) gepfiffen. Dafür habe ich den Triller benutzt, zur besseren Unterscheidung.

    Sobald Malik bei Triller lag (Platz mit Kopf oben) haben wir begonnen auf Entfernung zu üben. Bei dieser Übung gab es keine Leckerlies.... unser Trainer meinte damals, das sei eine Unterlassungsaufgabe und die belohnt man nicht. Belohnt wird dann der Abruf aus dem Down, das zurück kommen. Ob Dein Hund nun liegt, mit Kopf unten (hab ich nie verstanden) oder liegt m it Kopf oben (wie Malik seinerzeit) oder sitzt - ist dabei ziemlich schnuppe. Na ja, das komplette Dowan hat manchmal den Nachteil, das man seinen eigenen Hund in der Wiese auch nicht mehr sieht und mancher Kandidat hat sich dabei aus dem Staub gerobbt und war dann doch weg. :hust: Besser ich sehe meinen Hund!

    Unterlassung - der Hund soll etwas lassen - in diesem Fall weiterlaufen und jagen. Das positiv zu verstärken ist beinahe unmöglich, auf Entfernung sowieso nicht. Sobald man den liegenden / sitzenden Hund lobt und positiv verstärkt, rennt der nämlich in den meisten Fällen weiter. Gelobt wird dann bei Rückruf. Und es braucht zwischen Sitzen und nachfolgendem Abruf ein wenig Zeit.

    Zu Beginn kann man auch hingehen und den Hund abholen. Irgendwann wird das nicht mehr gehen, weil die Entfernung oder das Gelände das nicht mehr zulassen.

    Vielen Hunden fällt es leichter, inne zu halten und dem Objekt ihrer Begierde nachsehen zu dürfen, als umzukehren und abzubrechen. Wenn Du also ein Sitz auf Pfiff konditionieren willst, erst mal im Fuß, dann im Nahbereich und später auf Entfernung. Das muss sehr sorgsam aufgebaut werden, mit Zeit und Geduld.

    Ich persönlich tendiere immer dazu, erst Kommando - dann Pfiff - ich glaube, mein Hund "versteht" so herum schneller was ich will - aber ich lese es auch oft anders herum. Vielleicht kommt das auf den Hund drauf an?

    Wenn die Pfiffe sich klar unterscheiden, Doppelpfiff für "hier" und Triller für "sitz" wird es zu keinen Verwechselungen kommen. Wenn Du lang genug mit Deiner Pfeife unterwegs bist, wird Dein Hund diese eine bestimmte Pfeife kennen und auf andere Pfiffe nicht mehr reagieren..... weil er die Frequenzen unterscheiden kann. Es kann klug sein, zwei Pfeifen aufzubauen, falls mal eine weg ist. ;) So hab ich "meine" Pfeife und eine andere für Familienmitglieder. Da können wir den Hund auch zwischen uns hin und her pfeifen, dem Jungehund meiner Tochter macht das noch richtig Spaß.

    Sundri

    P.S. im Futterhandel gibt es Hundeleberwurst (ohne Salze etc) für Hunde oder wenn das nicht das Superding ist, Käsewürfelchen, Fleischwurst - erlaubt ist alles, wofür Dein Hund sich zum Affen machen würde....

  • ich hatte bei meinen den Hier-Pfiff normal konditioniert (mit Belohnung).
    Das Problem war das einer von beiden mit seinem Jagdtrieb die Belohnung (Egal was) natürlich nicht so spannend fand wie zu jagen.

    Also wurde der Hier-Pfiff komplett neu konditioniert und hierzu hat mir ein Trainer einen sehr wertvollen Tipp gegeben.

    Hund absetzen - weg gehen (oder mit dem Rad weg fahren).

    IRGENDWO / IRGENDWANN ist die Grenze das dein Hund aufsteht und dir hinterher kommt.
    Dann gehst du zurück und setzt ihn wieder ab. Dann gehst du wieder weg von ihm.

    In der Regel wird er maximal noch ein zweites Mal aufstehen und dann sitzen bleben bis du über die "Grenze" gelaufen bist.
    Dort gehst du dann noch 5-10m weiter und drehst dich um.

    JETZT kommt dein HIER Pfiff (natürlich ein neuer) und am Besten noch die Arme ausbreiten.

    Der Hund WILL jetzt UNBEDINGT zu dir kommen und wird normal mit 280 Sachen angeflitzt kommen.

    So, das Ganze machst du ca 6-8 Wochen lang und nutzt diesen neuen HIER Pfiff sonst NIE!

    Nach 8 Wochen hat es normal auch der dümmste Hund kapiert und der Pfiff sitzt bei uns (und noch 3 weiteren Leuten die das Problem mit jagenden Hunden hatten) wirklich 100% - egal was unseren Weg kreuzt :)

    (ich hoffe ich habs verständlich erklärt)

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