Mischlingshund Rocky - der richtige Umgang

  • Hi, ich bin neu in diesem Forum.

    Wir haben seit dem 29.06.2014 einen Mischlingsrüden (was drin steckt, kann keiner sagen, es wird vermutet Labrador und irgendetwas, was kleiner ist, denn für einen Labrador ist er zu klein). Er wurde von seinem Vorbesitzer erst im Mai aus der Türkei "gerettet", aber leider konnte er in dieser Familie nicht bleiben. Nun möchten wir ihm ein neues, schönes Zuhause schenken!

    Mein Mann hat Hundeerfahrung, ich nun gar keine. Da ich aber den ganzen Tag mit dem Süßen alleine(+ Minisohn) zuhause bin, möchte ich selbstverständlich die Erziehung übernehmen.

    Mal kurz zu seinem "Wesen":

    Er liegt den ganzen Tag nur rum, zuckt beim Schlafen/liegen mit den Pfoten, reagiert auf seinen Namen ROCKY (in der Wohnung, draußen eher weniger), bellt nicht (außer wenn unser Kater vor ihm "wegläuft", dann aber auch nur 1x WUFF und das wars), knurrt andere Hunde gaaaaanz dunkel an (man denkt was kommt denn da für ein großer, böser Hund?), frisst noch eher schlecht, wenn er neben mir liegt und ich auf mein Bein klopfe dreht er sich um und kommt "näher", stupst mich mit seiner Nase an nach dem Motto "los, streichel mich"

    In allem würde ich schon sagen, er sucht die Nähe, ist aber eine gaaaaanz! ruhige Seele.


    Nun zu meiner Frage: Wenn ich "Sitz" sage reagiert er in der Wohnung schon oft richtig und setzt sich auch, aber draußen ist es so, als kenne er diesen Befehl überhaupt nicht. Mir scheint es, als seien es draußen "zuviele" Eindrücke. Er läuft auch nie "schnell" vor, eigentlich immer beim Mann und schnüffelt "beim gehen" viel herum...er tobt auch nicht, spielt nicht...ist an sich "faul".


    EDIT: Beim Schreiben dieses Beitrags ist folgendes passiert: mein Sohn (7Mon) steht am Sofa und Rocky liegt neben mir ganz friedlich, mein Sohn schaut ihn nur an und freut sich (keine Berührung, nichts!) und plötzlich schnappt er nach seiner Hand -die Hand war leicht feucht aber es scheint gar nichts passiert zu sein, denn mein Sohn hat sich nich erschrocken o.ä...?! Warum hat er das gemacht? Es ist rein gar nichts passiert.. :???:


    Ich hätte jetzt gerne gewusst, wie ich ihm diese "Grundkommandos" behutsam beibringen kann und wie oft ich am Tag mit ihm "trainieren" soll, oder soll ichs einfach in den Alltag "einbinden" und nicht z.B jeden Morgen ne halbe Stunde im Garten mit ihm "üben" ?!

  • Neben der Ablenkung draußen verknüpfen Hunde Befehle auch ortsgebunden, d.h. dass Du draußen das "Sitz" komplett neu trainieren musst.

    Was das Schnappen nach Deinem Sohn angeht könnte es vielleicht am anschauen liegen. Viele Hunde haben ein Problem mit dem "angestarrt" werden, da sie sich dadurch bedroht fühlen. Daher solltest Du das Anschauen auch trainieren.

    Meine Empfehlung wäre auf YouTube nach kikopup suchen, dann hast Du Stunden, um Dir Übungen zum Training mit Hunden anzuschauen.

    Edith sagt noch: Was die Zeit angeht: abhängig vom Alter und davon, wieviel Dein Hund verträgt, ohne gelangweilt zu werden oder ohne die Konzentration zu verlieren. Lieber zu kurz und dafür häufiger als zu lang und Du musst die Übung für den Hund mit einem Frusterlebnis beenden

  • Willkommen erstmal :D

    Dein Hund hat in den letzen 2 Monaten einen kompletten Umsturz seines Lebens erfahen - aus der Türkei (was hatte er da für ein Leben??) in eine Fam. nach D und da dann nach kurzer Zeit schon wieder ein Wechsel.
    Er weiß ja nicht, daß jetzt alles gut wird, daß er bleiben kann, was ihr von ihm erwartet........

    Hab vor allem Geduld!! Hunde mit solch einem Lebensweg brauchen in der Regel eine ganz schöne Zeit, bis sie so "richtig" angekommen sind. Ein Hund handelt immer aus der Situation heraus aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen - und nicht, weil er etwas plant oder weil er vielleicht "ein schlechter Charakter" ist. Das sollte man immer im Hinterkopf behalten um das Tier einfach besser verstehen zu können.

    Grundsätzlich würde ich erstmal zu Folgendem raten:
    Trenne Hund und Kind auf jeden Fall immer und überall - du weißt nicht wie die Erfahrungen des Hundes mit Kindern sind, lass ihm Zeit, sich an die Situation zu gewöhnen. Selbst leichtes Abwehrschnappen - aus Menschensicht wie ein Wegschubsen - kann für Kinder fatal sein. Wenn der Hund von Anfang an die Chance bekommt, das kleine Menschenwesen aus Distanz zu erleben, sich rantasten zu können und nur positive Erfahrungen machen zu können dann ist der Grundstock für ein harmonisches Miteinander gelegt.
    Momentan ist die Welt des Hundes aus den Fugen geraten, das merkst du an seinem "verhaltenen" Benehmen. Er tastet sich an seine neue Welt ran und hält erstmal "die Füße still" - eine Strategie die es ihm ermöglicht, euch und eure Anforderungen langsam kennenzulernen und sich auf die neue Situation einzustellen.

    Zu den Übungen: ich würde erstmal noch nicht so viel üben - und auch eher in den Alltag einbinden. Z.B Sitz fordern wenns Futter gibt oder so........ Die allgemeinen Hausregeln sind jetzt erstmal wichtig und das der Hund genug Zeit bekommt, sich auf euch einzustellen und euch kennenzulernen.
    Die Spaziergänge würde ich noch relativ "reizarm" gestalten - möglichst wenig fremde Hunde, wenig Menschen, am besten viel Natur wo er gemeinsam mit euch rennen, schnüffeln und Spaß haben kann.
    Vielleicht magst du dich ja mal mit Clickertraining beschäftigen - das ist eine einfache und sehr effektive Art, bei einem Hund erwünschtes Verhalten zu festigen ......
    Ansonsten stresst ihn das vielleicht alles zu sehr mit all den anderen neuen Dingen in seinem Leben - und dann sucht sich der Stress irgendwann ein Ventil in Form von Leinepöbeln oder sonstigen "Unarten"

    Gib dem Kerlchen erstmal die Chance bei euch anzukommen - das kann einige Wochen und manchmal auch Monate dauern bis so ein Tier komplett "daheim" ist. Üben kann man natürlich schon vorher - aber dosiert und langsam steigernd.
    Und Hund und Kind auf jeden Fall voreinander schützen - auch der Hund sollte nie in Verlegenheit kommen, das Kind anknurren zu müssen (heißt einfach: hau ab / hör auf / letzte Warnung) weil er sich bedrängt oder gestört fühlt...........
    Ihr habt euch da schon ganz schön was vorgenommen - ein Hund mit Vorleben und ein 7monatiges Kind - da kommt eine Menge Arbeit und Management der Situationen auf euch zu. Das Kind muss lernen wie ein Hund tickt und was er meint - dazu ist es aber noch einige Jahre zu jung um das wirklich zu erkennen. Also seit ihr als Eltern gefragt, da immer und überall ein Auge drauf zu haben ;)

  • Danke für eure bisherigen Antworten. Dann werde ich mich erstmal auf den Umgang "in der Wohnung" konzentrieren. Reizarme Umgebung beim Gassi gehen ist glücklicherweise auch gut machbar!

    Was den Umgang mit Kindern betrifft: in der Türkei lebte er wohl in so einer Art "Tierauffangstation", wo er "aufgepeppt" wurde (ursprünglich Straßenhund). Die "Vorfamilie" holte ihn dann hier her, die haben selber einen 1j Sohn und einen 4j Sohn. Sie sagten, es sei nie was passiert, aber der Hund braucht Ruhe & die bekommt er dort nicht. Hier interessiert sich eben weder unser Sohn für den Hund noch umgekehrt. Deswegen hat es mich heute morgen so "erschrocken". Wusste gar nicht, dass Hunde "anstarren" als gefährlich einstufen könnten, gerade bei Kindern meinte mein Mann wissen Hunde normalerweise, dass sie unter "Welpenschutz" stehen..stimmt das?

    Mein Mann ist nach der Aktion heute Morgen schon drauf & dran den süßen Rocky wieder wegzugeben, weil das der 2. Vorfall war (beim 1. Mal kniff unser Kleiner in seine Nase und wurde mit nem lauten Beller bestraft). Aber Rocky muss ja erst noch lernen, oder sehe ich das falsch? Mein Mann denkt auch, unser Hund hat Epilepsie, weil er beim liegen zittert. Am Anfang ganz dolle und jetzt schon nur noch leicht - die Vorfamilie sagte, dass läge daran, wenn er nervös/ängstlich ist (käme auch gut hin, denn es wird meiner Meinung nach schon immer weniger).Der TA hat kontrolliert ob was weh tut, alles gut. Sie meinte nur, wenn er steif wird, viel zuckt, nicht mehr reagiert kann es ein Anfall sein ( - aber steif ist er eigentlich nie ..und so wie die Youtube Videos aussehen sieht er bei weitem nicht aus?!)..

    Ich möchte, dass wir Rocky behalten. Wir wussten ja, es kommt Arbeit auf uns (bzw. eher mich) zu. Dementsprechend bin ich über alle Tipps, Ratschläge und auch Kritik, falls ich was verkehrt mache, erfreut!

  • Zitat

    Wusste gar nicht, dass Hunde "anstarren" als gefährlich einstufen könnten, gerade bei Kindern meinte mein Mann wissen Hunde normalerweise, dass sie unter "Welpenschutz" stehen..stimmt das?

    Nein, das stimmt nicht.

  • Also dass bei Kindern ein Welpenschutz gibt glaub ich wirklich nicht. Dein Kind ist ja auch kein Welpe.
    Bitte lerne deinem Sohn entweder ein respektvolleren Umgang mit dem Hund oder trenne sie. Ein Hund kann nicht lernen sich alles gefallen zu lassen, sondern das keine "Gefahr" von deinem Kind ausgeht. Da hilft es nicht, wenn du zulässt, dass dein Kind den Hund ärgert z.B kneifen.
    Hat er einen Ruckzugsort für sich ganz alleine? Ein Kennel wäre hier gut (natürlich offen). Mein Hund ist nicht der ängstliche aber er liebt seinen überdachten Ruheort.

  • Zitat

    ...

    Mein Mann ist nach der Aktion heute Morgen schon drauf & dran den süßen Rocky wieder wegzugeben, weil das der 2. Vorfall war (beim 1. Mal kniff unser Kleiner in seine Nase und wurde mit nem lauten Beller bestraft). Aber Rocky muss ja erst noch lernen, oder sehe ich das falsch?
    ...!

    Wie so vieles in der Erziehung: Ja und Nein ;)
    Nein, Du siehst es nicht falsch, denn Rocky muss tasächlich noch lernen.
    Ja, Du siehst es falsch, denn genauso wichtig ist, dass Euer Sohn lernen muss!!!!

    Was würde Dein Mann erwarten, wenn jemand, den Du noch nicht genug kennst, Dich absichtlich berühren würde -unabhängig ob unsittlich oder sittlich?
    dann würde er doch von Dir erwarten, dass Du zumindest mal was dazu sagst -bei unsittlich wahrscheinlich würde er eher erwarten, dass der Typ eine Abreibung erhält.
    Und genau so hat sich Rocky gefühlt, als ihm ein Wesen, zu dem er noch überhaupt kein Vertrauen haben kann, in die Nase gekniffen hat.

    Vielleicht war es heute auch genauso wie damals beim Nase zwicken. Möglicherweise hat Euer Sohn Rocky vorher angeschaut und plötzlich ihm weh getan. Wenn es so war, hat Rocky möglicherweise vermutet: "der Kleine hat beim letzten Mal nach dem Schauen mir weh getan. Ich habe ihm gesagt, dass ich das blöd finde. Jetzt guckt der schon wieder genauso. Anscheinend hat er nix gelernt, also muss ich ihn abwehren, bevor er mir wieder wehtut"

    Ihr dürft die zweimomentan einfach keine Sekunde unbeobachtet lassen, denn weder Euer Hund noch Euer Kind kann momentan mit dieser Situation gelassen umgehen.

  • Was ist denn ein Kennel?

    Rocky hat seine Decke eigentlich im Flur liegen. Aber er hat es sich von Anfang an auf einer Decke auf dem Sofa gemütlich gemacht (das darf er) und dort liegt er eigentlich immer. Er darf auch im Schlafzimmer aufs Bett, macht er aber nie. (Wir haben ihn 1x aufs Sofa geholt, seitdem geht er immer an diese Stelle wo er hoch durfte & dasselbe haben wir mit dem Bett probiert, aber da kam er nach dem ersten Mal nicht mehr hin).

    Wir sind immer im Wohnzimmer, aber das scheint Rocky nicht zu stören. Er liegt einfach auf seiner "Sofaseite" und ruht dort aus (haben eine sehr große und breite Sofalandschaft).

    Ich sehe es genau so, dass beide lernen müssen. Habe mal wieder nur die Hälfte, von dem was in meinem Kopf war, zu Wort gebracht ;) Ich lasse meinen Sohn allgemein nicht aus den Augen, dementsprechend wird das kein Problem sein, beide im Auge zu haben - ist ja eigentlich selbstverständlich, denn wir kennen den Hund ja nun auch noch nicht "so gut".

    Stimmt es denn, dass dieses Zittern durch Angst/Nervosität kommen kann? Er zittert/zuckt mittlerweile nur noch, wenn er liegt. Für mich sieht er sehr entspannt aus, aber manchmal bibbert seine vordere rechte Pfote oder sein ganzer Brustkorb. Es schaut alles sehr unkontrolliert aus und nicht "doll", sodass ich mir an sich keine Sorgen mache. Kenne das nur von keinem anderen Hund. Vorhin hat er auch gezuckt/gebibbert und ein paar mal mit den Augen geblinzelt...sah auch eher unkontrolliert aus. Wie Epilepsie schaut es für mich aber nicht aus?

    Rocky ist übrigens schätzungsweise 3-4 Jahre alt, sagte ein Züchter. Der "Vorfamilie" wurde gesagt, er sei 2 Jahre alt, aber ein Züchter widerlegte das.

  • Eine Tiertransportbox. Vielleicht denkst du ja darüber nach, mein Hund liebt es, wenn er unter etwas liegen kann.
    Kannst du die "Anfälle" vielleicht filmen und es deinem TA zeigen?

  • Zitat

    Eine Tiertransportbox. Vielleicht denkst du ja darüber nach, mein Hund liebt es, wenn er unter etwas liegen kann.
    Kannst du die "Anfälle" vielleicht filmen und es deinem TA zeigen?


    Ah okay, daran dachte ich bis jetzt noch nicht, eben weil er ja auch so sehr entspannt wirkt wenn er auf dem Sofa liegt. Aber eine Transportbox zu haben ist sicher nie verkehrt, werde ich mich bei nächster Gelegenheit dann mal umschauen!


    ja an Filmen dachte ich, wenn er nicht aufhört. Besser ist es ja geworden, aber wie gesagt, kenne ich das ja überhaupt nicht.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!