Die Treppe macht mich kirre....

  • Unsere Hündin wollte auch keine Treppen laufen, haben es lange probiert.
    Geholfen hat, zum einen Teppichfliesen aufzukleben, damit sie besseren Halt hat. Und ein paar andere Hunde, die zu Besuch waren ;)
    Die sind so selbstverständlich hoch und runter gelaufen, da war sie eifersüchtig, dass die Party oben ohne sie ab geht. Wir haben die anderen Hunde ein paar Mal die Treppe nehmen lassen und sie gelockt. Den Rest hat ihr die Putzfrau mit dem Staubsauger gegeben, die zufällig in der Nähe war.
    Und ZACK war sie oben :lol:

    Viel Erfolg weiterhin, manche Hunde brauchen eine Weile, sich das zuzutrauen.

  • Ich würde hier keinerlei Druck aufbauen, sondern den Hund einfach mal sein lassen. Laßt sie doch das Haus selbst erforschen, kennenlernen und Vertrauen zu Euch und ihrer neuen Umgebung aufbauen!

    Leckerli auf jede Treppenstufe, und Euch dabei aber selbst hemmungslos im Obergeschoß aufhalten. Ich kennen keinen Hund, der nach ner Weile (mit zunehmender Bindung) nicht versuchen würde, den Anschluß an die Familie zu kriegen. Und wenn er das unbeobachtet tun kann, dann ist da kein Druck drauf, er kann in seinem Tempo vorgehen (mal eine, mal 2 Stufen), und so lernen, daß die Treppe nicht wehtut.

    Und: er lernt so am besten, weil er sich das Ziel selbst erarbeitet. Ihn einfach auf die Stufen zu schleifen, dabei lernt er nix - außer, daß Frauchen ihn einer furchterregenden Situation aussetzt. Ob das so vertrauenerweckend ist, gerade zu Anfang??

    Ihr könnt höchstens noch zur Gewöhnung evtl. die Fütterung jeweils auf der untersten Stufe anbieten, aber ob das Füttern dann so toll ist, wenn´s im Streß stattfindet, weiß ich auch nicht..... Kommt auf den Streßlevel vom Zwerg an. Kann sein, daß die im Streß lieber gar nix frißt, als auf die Stufe zu gehen, für´s Fressen muß sich ein Hund schon eher sicher fühlen. Das wäre mir dann schon wieder zu viel Druck - denn futtern muß sie ja....

    Außerdem: für´s Alleinbleib-Training ist das doch toll: solange der Hund kein Problem hat, unten zu bleiben und nicht versucht, die Treppen zu steigen, lernt er, mal für ne Weile alleinzuleiben. ;-) Er hört Euch ja oben und kann das Alleinsein jederzeit beenden, indem er selbst die Stufen erkundet.

    Ansonsten: evtl. einen sehr umweltsicheren Hund mit ins Haus nehmen, den sie auch mag, und dann mit dem die Treppen hoch gehen (bzw. den einfach frei rumlaufen lassen, sodaß er halt irgendwann automatisch die Treppe verwendet), sodaß sie sieht, daß die gefahrlos bewältigt werden kann.

  • Zitat


    @pleisto: an sich klingt das super, was du vorschlägst. Leider läuft unsere Kleine einen riesengroßen Bogen um die Treppe. Mit der Leberwurst habe ich es gestern geschafft, dass sie zumindest mal nähergekommen ist. Aber Pfoten auf Treppe oder auch nur in die Nähe, da fängt sie an zu zittern und kann sich gar nicht mehr bewegen, Schockstarre :(

    Du bist viel zu ungeduldigt. Mein Trainingsvorschlag ist auf mehrere Tage angelegt, eventuell sogar Wochen. Und wenn sie nicht mal in die Nähe der Treppe kann, wie soll sie sie dann bewältigen?

    Klar kann die Schocktherapie funktionieren, aber übers Internet, ohne den Hund und die Situation zu kennen, werd ich sicher nicht dazu raten. Da kann auch viel schief gehen.

    Mach ihr einen bequemen Polster unter der Treppe, ganz in der Nähe aber nicht drauf. Und jetzt kommt doch Schocktherapie, weil sonst weitet sie ihr Meideverhalten unter Umständen immer mehr aus, bis sie nicht mal mehr in dieses Zimmer gehen kann. Bind sie dort bei der Treppe an und leg ihr was zu knabbern dazu. Sie wird es nicht nehmen, wenn sie viel Streß hat, du kannst das als Indikator verwenden. Sie soll dort so lange liegen, bis sie zumindest einmal kurz eingenickt ist. Mach es nach dem Spaziergang oder Spielen, wo sie rechtschaffen müde ist. Das ist jetzt ihr Platz, dort schickst du sie hin, wenn es Knabberzeug gibt. Dort wird sie regelmäßig angebunden, damit die Treppe ihren Schrecken verliert und Gewöhnung eintritt. Wenn sie dort liegt, lob sie nicht großartig, sei wie immer, geh deinen Tätigkeiten nach.
    Das wird unter Umständen Tage dauern, aber irgendwann sollte sie in der Lage sein, dort zu entspannen und zu essen. Dann kannst du mit dem Stufentraining anfangen.

    Hab Geduld!

  • Hach menno, das hasse ich so an Foren: Da versucht man, alles kurz und bündig zu schreiben und dann kommt es wieder in den falschen Hals :???: Klar, ist sie ängstlich. An der Treppe. Da zittert sie. DAS meinte ist mit "unser Hund ist SO ängstlich".

    Das ist die einzige Situation, wo sie noch ängstlich reagiert. Alles andere klappt prima. Früher hatte sie unglaubliche Angst vor Radlern, Joggern, Autos, Briefkästen, Vögel, Eichhörnchen...etc. Das ist alles nicht mehr da. Nur wirklich laute Sachen lassen sie noch kurz zusammenzucken - mich aber auch, daher sehe ich das nicht als Problem.

    Ich bin eben auch hin- und hergerissen zwischen: Viel Liebe, Geduld, Leckerlies - und eben Millans Methoden. Ich habe Angst, ihr mit den Leckerlies zu suggerieren: "Treppe = bööööse, deshalb muss ich dich beloooohnen"!

    Millan macht mir insofern Sorge, als dass unsere Kleine ja schon die halbe Treppe mal runtergelaufen/-fallen ist. Da haben ihre Gelenke ganz schön gekracht... dachte auch im ersten Moment, da ist was kaputt an ihr :omg: .

    Ich finde aber die Variante mit dem Anbinden an der Treppe toll, darauf bin ich gar nicht gekommen! Das werde ich heute mal machen: Körbchen ab neben die Treppe, Leine anbinden und schauen, wie sie sich verhält :smile: Vielen Dank für den Tipp @Plei

  • Ob man jetzt mit Füttern, mitm Staubsauger (nice idea) oder ala Millan arbeitet is im Prinzip egal. Das Hirn is geblockt von der Angst und soll sich nicht mit der Treppe beschäftigen sondern halt geistig auf was andres fixieren.

    Im Prinzip haben meine Vorredner aber Recht, wenn du unsicher bist, dann besser nicht mit Gewalt hochzerren. Lass sie einfach in Ruhe, mach aus der Treppe kein Thema und viell kommt sie mal allein hoch mit ein bissl Motivation. Ein andrer Hund als gutes Beispiel oder die Sehnsucht nachm Frauli können da helfen. Wenn nicht, bleibt immer noch Millan. :D

    Meine Schwarze zB is mal als Welpe ins Wasser geplumpst, noch dazu im Dezember, weil sie Vögel am Himmel gejagt hat und den Fluss übersehen hat. Ich bin ja eh net scharf auf Hunde, die in jede Pfütze springen, die Mastino hab ich mal aus nem Schlammloch gezogen weil sie ja überall reinmusste und net getscheckt hat dass das kein Wasser sondern eben ein Schlammloch war. So was muss i net haben. Aber nach einem Jahr mit allen Tricks, ich bin sogar einmal über nen Steinbruchweiher geschwommen, und das mach ich gar net gern is sie immer noch aller aller höchstens mit den Pfoten rein und das auch nur wenn sie ein Stöckchen holen wollte. Und das Stöckchen centimeterweise weiterzuwerfen konnte man vergessen. Wenn die Pfoten nass waren war schluss mit Lustig. Irgendwann hab ich sie genommen und ins Wasser getragen und so lange festgehalten bis sie wieder ruhig war. Dann war das Ding gefixt. Und ich zerkratzt. Ich hab ja an alles dabei gedacht nur net, dass man für sowas einen Taucheranzug anziehen sollte. :roll:

    Also so oder so net verzweifeln nach zwei Wochen is noch kein Grund dazu. ;)

    Bei youtube hab ich mal ein Video gesehn wo ein Hund dem andern den Treppengang beibringt, niedlich. Viell solltest mal auf alle Viere gehn. :D

  • Sorry, aber warum zwingt man einen Hund mit aller Gewalt zu etwas, wovor er Angst hat bzw. wozu er aus Angst nicht bereit ist? Was will man damit bezwecken? Noch mehr Angst? Das, was ich darüber denke, darf ich wahrscheinlich kaum aussprechen, aber ich tue es trotzdem :ugly::

    Ich hoffe, Euch bindet niemals jemand neben etwas an, wovor Ihr sehr groẞe Angst habt bzw. was Euch stark verunsichert - ekelhafte Methode :mute:

  • Hallo,

    Die Idee mit dem Karton in den Zwischenräumen und dem Teppich ist doch schon mal Super. Ich würde jetzt einfach nur Geduld haben und einem ganz normalen Tagesablauf nachgehen. Vielleicht immer mal was leckeres auf die unterste Stufe legen und einfach abwarten. Wenn sie es sich irgendwann holt, noch ein paar Tage wiederholen und dann eine Stufe höher legen. Mach dir da keinen Stress. Selbst wenn sie viel unten alleine ist, ist das für sie noch angenehmer, als wenn ihr Dauer(stress)programm macht, auch wenn der Hintergedanken ja ein guter ist. Laß ihr die Zeit und die Ruhe mit der Situation umzugehen und für sich selbst eine Lösung zu finden. Vielleicht überrascht sie dich ja.

  • Mein Gedanke bei dem Thema ist, dass durch die ständig wechselnden Versuche den Hund irgendwie an die Treppe zu gewöhnen das Thema für den Hund immer wichtiger wird. DU unternimmst immer etwas anderes, bist sehr sprunghaft und legst viel Aufmerksamkeit auf die Treppe. Und genau DAS führt dazu, dass dein Hund die Treppe noch blöder findet. Und eigentlich ist eine Treppe das nicht! Die Treppe ist nun einmal da und wird auch nicht "gehen". Und genau DAS musst du deinem Hund vermitteln.
    Mein Ansatz wäre der, dem Hund das Futter NUR noch auf die Treppe zu stellen. Zunächst für ca 1 Woche auf den Boden ein Stück vor die erste Stufe. Dann für mind. eine Woche auf die erste Stufe. DAnn auf die 2. Stufe und so arbeitet man sich dann langsam immer weiter nach oben. Ansonsten wird der Treppe und dem Hund an der Treppe keine weitere Bedeutung zugetan. Ich würde den Hund auch nicht loben. Denn das Fressen belohnt ihn ja schon. Außerdem würdest du dann ja der Treppe wieder einer Bedeutung zutun.

  • Wir hatten das auch. Unsere Treppe ist offen und macht eine 180grad Wendung. Wir haben ein Clicker Spiel draus gemacht.

    Interesse an der Treppe -> click
    Treppe beschnuppert ->click
    Treppe ein stückchen näher beschnuppert ->click
    Keks auf die Treppe gelegt -> click

    zwischendurch zur Entspannung ein paar andere Tricks und wieder weiter. Irgendwann hat Hundi gemerkt, dass da garnichts passiert wenn man mit den Pfoten drauf steht und der Rest ging fast von alleine :smile:

  • Zitat

    Sorry, aber warum zwingt man einen Hund mit aller Gewalt zu etwas, wovor er Angst hat bzw. wozu er aus Angst nicht bereit ist? Was will man damit bezwecken? Noch mehr Angst? Das, was ich darüber denke, darf ich wahrscheinlich kaum aussprechen, aber ich tue es trotzdem :ugly::

    Ich hoffe, Euch bindet niemals jemand neben etwas an, wovor Ihr sehr groẞe Angst habt bzw. was Euch stark verunsichert - ekelhafte Methode :mute:

    Genau so habe ich aber meine Flugangst überwunden.
    Manchmal muss man einfach auch mal furchtbare Gefühle aushalten, um zu merken, dass die Situation nicht so schlimm ist, wie meine Psyche sie gerade darstellt.
    Eines der Lieblingszitate meines Opas war: Wer das Bittere nicht gekostet, vergisst leicht das Angenehme. Passt irgendwie - es ist bitter, zu zittern, Angst zu haben, in Panik zu verfallen... aber komplettes Meiden oder ein in-den-Mittelpunkt-stellen der Angstquelle bedeutet genau so psychischen Stress - vielleicht in kleineren Dosen, aber über eine längere Zeit. Ob das so gut ist?


    Update:

    Habe meinem Verlobten gestern von Millan und seiner Methode erzählt.

    Hat er heute ausprobiert. Nun geht der Hund Treppen, als hätte er nie was anderes gemacht. Ich bin baff, ehrlich.

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