Junghund knurrt mich an

  • Zitat


    Sehe ich das zu extrem, wenn ich sage: Unser Hund hat uns nicht anzuknurren? Und zwar NIE, weil wir die Chefs sind!

    Ja, das siehst du eindeutig zu eng. Dachte ich aber anfangs, beim ersten Hund, auch - wobei meine Hündin noch NIE jemanden in der Familie angeknurrt hat, sehr wohl aber Fremde. Mir wurde das dann von einer Hundetrainerin so erklärt:

    Stell dir vor, du bist in einer Situation, in der du dich bedrängt fühlst. Erste Reaktion wäre "lass mich bitte in Ruhe!" zu sagen, wenn das nicht beachtet wird, vielleicht ein scharfes "Hey lass das!" und wenn das nicht klappt und du nicht weglaufen kannst, greifst du vielleicht zu körperlichen Mitteln.
    Wenn wir jetzt jemand auf Strafe verbietet, "Hey lass das!" zu sagen, bleibt dir nicht mehr viel übrig, als direkt Zuzuhauen.

    So ist es auch beim Hund. Das Knurren ist seine Art euch zu sagen, dass ihm etwas nicht passt. Das zu VERBIETEN halte ich für völlig falsch - ist doch besser, der Hund "sagt" euch etwas, womit ihr dann auch etwas anfangen könnt, als dass er gleich überreagiert, gell? ;)
    Klar muss man an solchen Situationen üben (z.B. durch Tauschen oder andere Konsequenzen) aber die Kommunikation sollte a) erlaubt sein und b) auch nicht ignoriert werden.

  • Wie die anderen hier alle auch bereits geschrieben haben, bitte bitte den Hund nie für seine Warnungen (versteifen, starren - knurren) strafen! Daraus können dann die Schlagzeilen in der Zeitung zu lesen sein "Hund hat ohne Vorwarnung zugebissen"!

    Wenn der Hund (Welpe, Junghund, Erwachsen, Senior) sich versteift, wenn ich mich ihm nähere, bleibe ich in diesem Moment stehen bis der Hund wieder entspannt ist, dann (nicht vorher) gehe ich ein paar wenige Zentimeter zurück und rufen den Hund zu mir, das heisst, ich nehme Druck weg (Bedrohung) und dann kann er sich mir näheren. Dabei muss der Mensch unbedingt vermeiden, den Hund seinerseits anzustarren und steif zu erwarten!

    Wenn der Hund knurren muss, sind seine vorherigen "mir ist nicht wohl, bitte bleib weg" Signale nicht erkannt oder bereits "abgestraft" worden!

    Und wenn der Hund sein Fressen, seine Beute, sein Bettchen gerne für sich selber behalten möchte, dann ist das nach Hundeart "normal" und hat nichts mit Rangordnung oder ähnlichem zu tun! Mein Welpe hat mit 8 Wochen den heranstürmenden 4 (!!!) erwachsenen Hunden (Labradore und ein Berner Senn) mit Ducken, starren und dann knurren kommuniziert, dass es ihm in dieser Situation absolut unheimlich ist (ich war weiter weg, wusste aber, dass die erwachsenen Hunde sich korrekt verhalten werden) und die grossen Hunde haben sofort und absolut richtig reagiert, sind wie auf ein Kommando stehen geblieben und als Plüsch (Border Collie) sich entspannt hat, haben sich die vier ganz ruhig entfernt und Plüsch ist ihnen dann hinten nach getapst und hat sich von ihnen einzeln abschnuppern lassen und dann mit ihnen gespielt! Hundekommunikation vom Schönsten, leider hatte ich die Kamera nicht dabei!

    Sei froh und dankbar, dass Euer Hund eine so saubere Kommunikation zeigt.

    Alles Gute mit der Maus! Irène

  • Dieses "Problem" hatten wir auch in demselben Alter. Obwohl wir ihm nie etwas weggenommen hatten, hatte er das Gefühl, besonders attraktive Sachen vor uns zu verteidigen. Typisches Drohen - steif machen, knurren, schnappen.
    Was wir gemacht haben: über Tage nur von weitem Fleischwurst hingeworfen, Distanz nach einigen Tagen langsam verringert, also von 4 auf 3 und 2 Meter. Irgendwann war das Eis gebrochen und unsere Anwesenheit bedeutete nun etwas Gutes anstatt Schlechtes. Irgendwann konnten wir ganz nah bei ihm sein, und dann das Tauschgeschäft üben. Also wir durften an seine Beute, dafür gab es aber auch etwas richtig tolles. Noch mehr Beute, noch was viel Leckeres, ein neues Spielzeug... whatever.
    Jedenfalls können wir ihn heute problemlos von seinem Kauteil abrufen und auf seine Matte schicken.

  • Hallo,
    nochmal danke für eure Antworten!
    Heute Abend kann ich ausführlicher Antworten.

    Liebe Grüße

  • Meiner Meinung nach solltest du deinem Hund nichts mehr (gegen seinen Willen) aus dem Maul holen.

    Diesen Fehler haben wir auch gemacht. Es gibt anscheined Hunde, die sich durch sowas erziehen lassen, bzw die Sachen dann nichmehr aufnehmen, und es gibt eben solche (wie meine), die dadurch nur lernen schneller zu schlucken ;-) (bzw es wirkungsvoller zu verteidigen)

    Gilt auch für Spielzeug... draussen gefundene Tennisbälle etc!

    Beobachte deinen Hund gut und reagiere bevor es brenzlig wird- du wirst einen immer besser werdenden Blick dafür bekommen wenn dein Hund etwas im Visier hat oder du wirst es gar vor ihm sehen. Dann sollte am besten ein gut funktionierendes Abbruchsignal bzw eine Alternative kommen.

    Alles andere kann ich nicht beurteilen. Auch das mit dem Leckerlie in den Napf werfen sehe ich kritisch- einerseits gut, er sieht du tust was dazu, andererseits sollte er in Ruhe fressen können und sich nicht irgendwie gestört fühlen.


    Wichtig ist, sich im Vornerein zu einigen und zu entscheiden wie man reagiert, damit in brenzligen Situationen keine Unsicherheit entsteht- damit du und ihr als Familie souverän handelt.

  • Hallo nochmal,

    also das klingt alles total schlüssig, was ihr schreibt.
    Es ist mir auch wie Schuppen von den Augen gefallen, nachdem ich euch gelesen und mit meinen Mann nochmal gesprochen hatte.

    Es ist natürlich völlig falsch, einfach auf Chili zuzugehen, gerade bei so einem Schweinestock, den sie bis Dato ja nicht kannte, und ihn ihr abzunehmen, weil Frauchen mal eben testen wollte, ob es klappt.
    Zumal ich ihr ins Gesicht geschaut hatte dabei und noch dazu in die Hocke ging, mich also kleiner machte.

    Mein Mann sagte dann auch, so geht's natürlich nicht. Erstmal freundlich abrufen aus einer Entfernung.
    Nicht nachgedacht :ops: und gleich Panik geschoben, ob wir ein aggressives Monster haben.
    Eben hat er mir erzählt, heute morgen beim Füttern hat er es ausprobiert und sie zu sich gerufen. Sie kam ohne mit der Wimper zu zucken zu ihm. Er nahm dann die Schale und stellte sie gleich wieder hin.
    Also alles easy.

    Das mit dem: in den Napf greifen und ihr was reinlegen, werde ich nicht mehr machen.
    Das war etwas, was ich in einem Buch gelesen hatte.
    Vielleicht ist das aber eher anzuwenden, wenn der Hund schon aggressiv reagiert, wenn man sich in Napfnähe befindet, und nicht bei einer "normalen" Junghündin. Muß ich nochmal suchen die Zeilen.

    Ja wir gehen in eine Hundeschule (hatte jemand gefragt) auf Verhalten wird da auch eingegangen.
    Der Trainer sagte zu mir, dass die Bindung sehr stark sei ( merke ich ja selbst auch ). Wenn die Hunde spielen, weicht sie nicht von meiner Seite. Ich schlendere dann von ihr weg und beachte sie nicht, aber das hat keinen Effekt. Sie bleibt strikt bei mir am Fuß.
    Er sagte auch, dass sei Rassetypisch für den Wolfsspitz. Man müsse nur schauen, dass es nicht zu arg ausartet und sie später nicht alle weggrault, die sich uns nähern.

    Verwundlich, dass sie NUR in der Schule nicht spielt.
    Wann immer wir unterwegs sind ist sie eine durchaus verspielte Hündin und freut sich immer, wenn sie ihre schon bekannten Hunde aus dem Ort trifft.
    Es gibt einen großen Wald und Feldwiese in der Nähe, da sind wir oft, sie freut sich wie eine Schneekönigin, wenn sie dort spielen kann mit anderen. ABER max. 10 Meter entfernt sie sich von mir / uns. Egal was sie schnuppert, gehe ich weiter, sprintet sie hinterher. Usw. Usw.

    Also ihr habt mir schon sehr geholfen.

    LG

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