Junghund knurrt mich an

  • Hallo zusammen,

    die Überschrift klingt sicher etwas naiv, da wir Ersthund-Besitzer sind, bleibt das leider auch nicht aus. :ops:
    Also wir haben seit dem 25.3 eine Wolfsspitz Welpe.
    In sehr kurzer Zeit, hat sich eine ziemlich starke Bindung aufgebaut. Sie ist aus unserer Familie, (mein Mann, unsere Tochter 3 1/2 und unsere beiden Katzen) nicht mehr wegzudenken.

    Zu meinem Anliegen: sie ist übrigens am 26.11.2013 geboren, also ca. 6 Monate.

    Vor 2 Tagen hatte ich ihr so ein Trockenfleisch Schweinestock ( weiß nicht, wie ich ihn besser beschreiben soll ) gekauft.
    Nach "Platz" hatte ich ihn ihr gegeben und sie war natürlich begeistert.
    Unsere Cooni stiefelte an ihr vorbei und schnupperte mal an dem Ding, ha hatte Chili geknurrt und nach der Katz geschnappt.
    "hm" dachte ich: nicht schön, aber vielleicht noch verständlich.
    Bin dann auf sie zu, ohne Gerede oder so, ganz normal und sie knurrte mich dann an.
    Irgendetwas musste ich tun, dachte ich, weil weggraulen lassenl sollte man sich ja nicht lassen?!
    Hatte dann ruhig und bestimmt nein gesagt und es ihr abgenommen.
    Sie Platz machen lassen, um es ihr gleich wieder zu geben, damit sie merkt, ich möchte es ihr ja nicht wegnehmen.
    Nach ein paar Tagen geht es mit dem Stock.
    Abends hatte ich mir das Ding mal genommen und mich in ihrem Beisein damit aufs Sofa gelegt, so nach dem Motto: Das ist meins und ich gebe es dir, wenn ich Lust dazu habe.

    Eben beim Spielen hatte sie mich erneut angeknurrt, als ich ihr das Spielzeug abnehmen wollte, um es wieder zu werfen. Das 2te mal, wir hatten gerade erst angefangen zu spielen, sie war also nicht in Spielrage oder so.

    Jetzt frage ich mich, ob es bedenklich ist, dass sie so reagiert? Oder ist es überbewerte?
    Wie gesagt, sie ist unser erster Hund. Wir haben Stapelweise Bücher hier liegen und lesen sie auch.
    Wir besuchen einmal in der Woche eine Hundeschule und hoffe, trotz, das wir Hundeanfänger sind, es richtig zu machen.

    Das Knurren macht mich allerdings unsicher, da wir wie gesagt eine kleine Tochter haben und ich nicht weiß, ob ich nicht doch irgendetwas falsch mache, oder das typisch Welpe ist?

    Vielen Dank für Antworten
    Liebe Grüße

  • Hallo.

    Erstmal entspannt bleiben. Knurren ist ein Kommunikationsmittel.

    Mein Rüde hat anfangs auch geknurrt, wenn er etwas Leckeres hatte. Wenn ich ihm was gegeben habe, wurde es ihm niemals weggenommen. Was ich ihm gebe, ist seins. Ich habe mich aber oft neben ihn gesetzt und gestreichelt. Dazu muss man den Hund gut beobachten, damit dadurch nicht zusätzlicher Stress entsteht. Außerdem sorge ich dafür, dass er beim fressen nicht gestört wird. Vor allem Kinder haben einfach nichts in seiner Näher verloren, wenn er isst. Er würde nichts machen, aber nur weil er gelernt hat, dass ihm niemand etwas wegnimmt. Kommt beim Fressen meine Hündin in seine Nähe, weil sie früher fertig ist, knurrt er auch und sie akzeptiert das und geht weg. Deshalb finde ich es prinzipiell okay, wenn meine Hunde knurren.
    Beim Fressen sagt er mir "Das ist meins. Geh weg.". Ich bleibe dabei, mache aber nichts nach dem Motto " Ich will dein essen gar nicht. Ich sitz hier nur rum".

    Parallell habe ich "aus" und das "tauschen" mit ihm geübt und übe es auch immer noch. Ich gebe ihm etwas zu fressen, was er so mittel gut findet, sage "aus" und dafür bekommt er das Obersuperduperhighlight-Lecker (bei uns diese Leberwurst für Hunde aus der Tube). So lernt er, dass wenn er etwas abgibt, er etwas viel Besseres bekommt.

    Beim spielen knurren meine Hunde immer sehr viel. Sollte es eine ähnliche Situation wie beim fressen sein, gilt das gleiche "aus" und "tauschen" üben.

  • Knurren ist ok, es wäre schlimm, wenn der Hund ohne Vorwarnung zuschnappt.

    Es ist nicht nötig, dem Hund sein Futter wegzunehmen. Allerdings solltet ihr, wie schon beschrieben, tauschen üben. Das ist hilfreich, wenn er was Gefährliches erwischt hat. Die Kinder sollten den Hund nicht beim Fressen stören.

  • Aus Hundesicht ist da alles richtig gelaufen. Dein Hund hatte etwas zu Fressen und jemand anderes (ob nun die Katze oder du) wollen ihm das wegnehmen. Logische Folgerung des Hundes: ich muss etwas tun, dass es mir nicht weggenommen wird! Das Kommunikationsmittel, was "Stufe 1" bedeutet ist steif machen und starren. Das wirst du wahrscheinlich einfach nicht beachtet haben. Also hat dein Hund auf "Stufe 2" umgeschaltet und geknurrt. Das war nun ein Mittel, dass du erkannt und beachtet hast. Stufe 3 und 4 sollten besser nicht aufkommen. Also musst du deinem Kind unbedingt beibringen, dass es deinen Hund auf keinen Fall beim Fressen stören darf. Denn Kinder in dem ALter können diese Signale nicht deuten.
    DAnn würde ich auch auf jeden Fall das Tauschen üben. Am Anfang machst du es dir leichter, wenn du immer gegen etwas hochwertigeres tauscht. Also fang mit einer Möhre oder so an und tausche dies gegen Würstchen. Oder einen einfachen Kauknochen gegen Rinderlunge oder so. So lernt dein Hund: wenn ich etwas hergebe, dann bekomme ich etwas Besseres. Genau so kannst du deinem Hund auch Spielzeug abnehmen. Für das Spielzeug bekommt er ein super Leckerchen. Und bitte einigt euch in der Familie welches Kommando ihr dafür nehmt.

  • Hallo,

    vielen Dank für Eure Antworten.
    Das Tauschgeschäft klingt gut und werde es auch anwenden.

    Mit der Futtergabe handhaben wir es so, dass erst die Katzen die Schalen hingestellt bekommen, dann sie.
    Wenn sie sitzt und Augenkontakt hat, bekommt sie das Fressen.
    Das klappt alles sehr gut. Sie liegt völlig entspannt, wenn wir das Futter zubereiten und ist weder hektisch, noch aufgeregt.
    Ab und zu lege ich ihr ein kleines Leckerli in die Schale, wenn sie gerade frisst. Gehe also bewusst mit meiner Hand in den Napf um zu verhindern, dass man sich irgendwann nicht mal mehr nähern darf?! Sie es also als normal empfindet, wenn mal ab und zu jemand hinlangt.
    Die Katzen werden seit Jahren mit Rohfleisch gefüttert, so handhaben wir es mit Chili auch.

    Unsere Tochter geht sehr vernünftig mit den Tieren um.
    Für sie war es keine große Sache, dass jetzt ein Hund in der Familie ist.
    Es sind vielleicht 10 - 20 Minuten, die sie sich über den Tag verteilt mit Chili befasst.
    Wäre sie ein Rabaukenkind, hätte ich dem nicht zugestimmt, einen Hund ins Haus zu holen.
    Da wäre mir das Risiko auf beiden Seiten zu groß.

    Sehe ich das zu extrem, wenn ich sage: Unser Hund hat uns nicht anzuknurren? Und zwar NIE, weil wir die Chefs sind!
    Versteht mich nicht falsch, ich bin sicher niemand, der irgendein Machtgehabe an den Tag legt. Ebenso wenig mein Mann.
    Ich gebe zu, da steht halt ein wenig Angst hinter, dass sie mal beissen könnte, wenn man die Fronten nicht klärt :???:
    Von allen Seiten wird mir versichert, dass Hunde in Extremsituationen ihre Halter beissen.
    Sie geschlagen werden, oder Druck in irgendeiner Form ausgeübt wird, sie Angst haben, weil man sie schlecht behandelt.
    Von alle dem sind wir sehr weit entfernt.
    Hier wird niemandem Gewalt angetan.
    Nicht mal ein Klapps.

    Also das Tauschgeschäft wird in jedem Fall mal umgesetzt. Die Frage,mdie sich mir stellt ist aber, ob ich mir damit den Rang über ihr erwirtschafte.

    Lieben Gruß

  • Zitat

    Sehe ich das zu extrem, wenn ich sage: Unser Hund hat uns nicht anzuknurren? Und zwar NIE, weil wir die Chefs sind!
    Versteht mich nicht falsch, ich bin sicher niemand, der irgendein Machtgehabe an den Tag legt. Ebenso wenig mein Mann.
    Ich gebe zu, da steht halt ein wenig Angst hinter, dass sie mal beissen könnte, wenn man die Fronten nicht klärt :???:


    Also das Tauschgeschäft wird in jedem Fall mal umgesetzt. Die Frage,mdie sich mir stellt ist aber, ob ich mir damit den Rang über ihr erwirtschafte.

    Lieben Gruß

    Ja, das siehst du zu extrem. Knurren ist ein Mittel zu sagen, dass dem Hund etwas nicht passt. Der Hund meiner Schwester lebt mit drei Kindern (11,7 und 3 Jahre) zusammen. Hier darf der Hund diese auch anknurren, wenn ihm etwas nicht passt. Das ist für die Kinder ein eindeutiges Zeichen, was sie verstehen. Wobei es nie vorkommt, aber es wäre erlaubt! Ich denke es geht nicht darum Fronten zu klären, sondern Vertrauen und Sicherheit aufzubauen. Weiß der Hund, was ihm zusteht und weiß er, dass er sein Futter nicht verteidigen muss, wird er es auch nicht tun.
    Wenn du deinem Hund das Knurren verbietest, wird er diese Stufe der Kommunikation womöglich überspringen und direkt zum nächsten Schritt - dem schnappen - übergehen…

    Ich sage mal, kein Hund will die Weltherrschaft übernehmen und ist sehr zufrieden, wenn er geführt wird. Er will nicht der "ranghöchste" sein. Außerdem leben wir mit unseren Hunden nicht im Rudel, sodass sich diese Rangfrage gar nicht stellt. Der Hund muss lernen sich in die menschliche Welt einzufügen.

  • Wollte noch hinzufügen, dass es bisher gar kein Problem war, ihr mit dem Komando "aus" das Spielzeug abzunehmen, um es dann wieder zu werfen, oder sie damit zu pisaken, also spielerisch versteht sich. Oder es wegzunehmen, um es hinter dem Rücken zu verstecken, kurz zeigen, wied verstecken...sowas halt.
    Heute hat sie aber von Anfang an Besitzanspruch gezeigt, kenne ich so nicht von ihr.
    Deshalb die Unsicherheit.

    Wenn sie draußen z.B ihre Lieblingsferkelei, nämlich Kot im Maul hat, gibt es keine Diskussion und ich nehme es raus, wenn ich schnell genug bin.
    Wobeinich da auch nicht weiß: ist es jetzt nur ekelig für uns und sollte man es ruhig zulassen, wenn's denn schmeckt? Oder wirklich lieber rlaus damit, auch wegen Würmern und so?
    Wir macht ihr das denn?

    Könnte das auch im Zusammenhang mit der Flegelzeit stehen? Also, dass sie jetzt anfängt rum zu stänkern, wie im Übrigen unsere Tochter auch :muede: ja sowas wie eine Trotzphase...laber du nur Mama, ich mach wad ich will...in dem Fall knurren.

    Das Starren und versteifen hab ich tatsächlich gesehen in der Situation mit dem Stock, wollte es mir aber nicht gefallen lassen!
    Falsch?

    Naja und nicht zu vergessen, dass sie ein Wolfsspitz ist.
    Ne sture Nudel, wie man ihnen ja nachsagt.

  • Danke Majalein.

    Vielleicht bin ich doch zu verbissen und erwarte zuviel. Fühlt sich auf jeden Fall richtig an, was du schreibst.

  • Auch bei Hunden hat man mal gewisse Phasen in denen sie mal wieder austestet. Wenn du aber weiterhin konsequent in dem bleibst, was du tust, sollte das kein Problem sein. Klare Strukturen und ein ruhiger und souveräner Halter bekommt das schnell in den Griff.

    Das Kotfressen solltest du auf jeden Fall unterbinden. Es ist nicht nur ekelig, sondern auch nicht gerade harmlos. Du weißt nie, was der andere Hund für Krankheiten hat.

  • Gerade wenn Kinder im Haus sind, finde ich, dass man das Knurren keinesfalls "ab erziehen" darf !
    Denn wenn das Knurren ständig bestraft wird, wird die Hündin eventuell direkt zum nächsten Kommunikationsmittel greifen: Abschnappen. Und bei Kindern geht das wortwörtlich gern ins Auge, weil die nun mal gleiche Höhe wie das Hundemaul haben.
    Starren und versteifen ist quasi die Stufe unter Knurren, deine Hündin kommuniziert also sehr sauber.

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