Bewacht mich mein Hund?

  • Hallo!
    Erstmal zur allgemeinen Situation bei uns:

    Ich arbeite von Zuhause aus, bin also immer da. Unsere Hermine ist nie alleine. Wenn ich weg muss, ist mein Mann hier oder sie kommt mit.

    Nun war ich Ende April ein Wochenende ohne beide auf Elternbesuch. Das erste Mal, seit wir Hermine haben, dass ich so lange weg war. Sie war aber auch da zu keinem Zeitpunkt alleine. Hatte Spaßprogramm mit anderen Hunden und so, und sie hat auch nicht irgendwie sichtbar gelitten ...
    Nun hab ich das Gefühl, dass sie mich bewacht, seit ich wieder da bin. Wenn ich im Wohnzimmer arbeite, liegt sie immer hier und schläft. Früher ist sie ins Schlafzimmer gegangen (Papa's Kissen ist so kuschlig). Das macht sie jetzt nicht mehr. Nachts schläft sie fast auf meinen Beinen. Vorher lag sie entweder bei meinem Mann oder in der Mitte (oder eben neben dem Bett, je nachdem, wo sie schlafen wollte).
    Gerade war ich in der Badewanne und mein Mann musste weg. Da hat sie laut rumgefiept als hätten wir sie alleine gelassen. Die Tür war auf, sie konnte mich sehen und hören. (Sie darf nicht ins Badezimmer.)

    Meint ihr, ich liege mit meiner Vermutung richtig?
    Und wenn ja, was mache ich? Ich werde diese WE wieder wegfahren. Dabei hab ich nun schon ein schlechtes Gefühl.
    Habe überlegt, ob ich sie nachts generell aus dem Bett schicke, und sie auch sonst etwas auf Abstand halte. Hach ich weiß auch nicht genau ...

  • Hallo,

    ich habe mal eine Frage:
    Hat Dein Hund, auch wenn sie es nicht so wirklich braucht, trotzdem so eine Art "Allein bleiben" - Training mitgemacht?


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Leider nicht. Seit wir sie haben, will ich das üben, aber ich kriegs irgendwie nicht hin. Also in Ansätzen hab ich das gemacht. Bin immer länger aus dem Zimmer raus und wieder rein, bevor sie nach mir geguckt hat. Sowas hab ich hinbekommen. Aber dann hapert es daran, immer mal vor die Tür zu gehen. Ich vergesse es schlicht und einfach während der Arbeit.
    Seit einigen Tagen schaffe ich es 2-3 Mal am Tag, mich anzuziehen und rauszugehen. Dann nach 1-2 Sekunden schließe ich die Tür gleich wieder auf und komme rein. Also das ist der Ansatz, an dem ich gerade arbeite. Aber wirklich alleine bleiben ist das ja noch laaaange nicht ...

  • Dann scheint genau das Dein Problem zu sein.
    Sie kennt es nicht, und kann es dann natürlich auch nicht.

    Ein wenig liest es sich auch so, daß Du sie, nennen wir es mal "abhängig" von Dir, bzw. von Deiner Nähe gemacht hast.
    Dann kam die Situation, wo Du mal einige Tage nicht da warst. Auch wenn sie zu dieser Zeit zu keinem Zeitpunkt alleine war, so warst DU nicht da.
    Verstehst Du, wie ich es meine?


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Ja das verstehe ich. Die Frage ist: Was mache ich jetzt? Kann ich nun dieses Wochenende nicht wegfahren? Ich kann ja jetzt nicht erst ein Jahr lang trainieren, und zwischendring gar nicht mehr weggehen ...
    Wenn ich sonst mal für ein paar Stunden weg war, war das für sie auch ok. Am Anfang hat sie rumgeweint sobald ich gegangen bin, aber mittlerweile ist das ok ...

  • Zitat

    . Die Frage ist: Was mache ich jetzt? Kann ich nun dieses Wochenende nicht wegfahren?


    Soweit würde ich nicht gehen, aber trotzdem verstärkt daran arbeiten, das die Kleine etwas unabhängiger wird!

  • Weißt Du, auf dem ersten Blick liest es sich ja für viele Menschen toll, daß so ein Hund ganz selten, und wenn, dann nur für eine kurze Zeit alleine ist. Man ist immer für den Hund da, kann auf seine Bedürfnisse eingehen, und man richtet es sich selbst so ein, daß der Hund dann oft noch mitkommen kann.
    Quasi Idealbedingungen für den Hund.

    Die Kehrseite ist dann diese "Abhängigkeit", die man dabei unbewußt erschafft.


    Ich würde es wirklich trainieren wollen, und zwar so ähnlich, wie die Leute, die ihre Hunde tatsächlich oft für mehrere Stunden alleine lassen müssen, weil sie zur Arbeit gehen.
    Da Dein Hund ja selbst in Deiner Abwesenheit nicht wirklich alleine ist, würde ich das auch mal im Training mit einbeziehen. Der Hund bleibt beim Mann zurück und Du machst Dir mal einen schönen Tag, eventuell könntest Du mal bei einer Freundin übernachten.

    Klappt dies gut, dann das Training mal erweitern, indem beide Partner mal weg und der Hund komplett alleine zu Hause ist.


    Wenn Dein Mann auch dieses Wochenende zu Hause ist, so daß Euer Hund im eigentlichen Sinn nicht wirklich alleine zurückbleibt, so würde ich mir da kein schlechtes Gewissen "einreden" wollen, nur weil Du da mal nicht da bist. Denn Dein Hund ist ja nicht alleine und sich selbst überlassen!

    Und dann würde ich versuchen, so zu trainieren, daß er etwas selbstständiger wird.


    Viel Erfolg,
    und schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Ich stimme den vorherigen Kommentaren zu und rate Dir, das Alleinebleiben (ohne Dich, ohne Euch beide) gezielt zu üben.

    Das nächste Wochenende gehst Du bitte OHNE schlechtes Gewissen (das fühlt Dein Hund) weg und wenn Du wieder nach Hause kommst, versuch sie möglichst nicht so viel zu beachten wie vorher. Normal begrüssen und dann vielleicht gleich in die Badewanne und eine Weile relaxen. Wenn sie Dir von Zimmer zu Zimmer nachgehen will, schliess zwischendurch kurz die Tür hinter Dir und in der Nacht soll sie dann nicht auf Deinen Beinen liegen, sondern neben dem Bett.

    So kannst Du das "getrennte" Wochenende gleich als Startsignal für ein neues Verhalten nehmen und ab da gezielt am Alleinebleiben arbeiten und es so aufbauen, wie bei einem Welpen auch.

    Liebe Grüsse Irène

  • Ich finde auch du musst als erstes dein schlechtes Gewissen abschalten, wobei ich gar nicht verstehe wieso du überhaupt eins hast :tropf: . Hundi gehts doch super, hat seine gewohnte Umgebung, wird bespaßt usw :gut: .

    Ich würde anfangen, sie einfach mal täglich in ein anderes Zimmer zu packen während du arbeitest. Dafür braucht man nicht viel Zeit und ich glaube es würde ihr schon helfen. Mein Wuff schläft tagsüber auch gerne in anderen Zimmern aber sobald die Tür zu ist, er also alleine sein MUSS ist es doch nochmal etwas anderes. Auch den Ansatz, dass Hundi mal mehr bei deinem Mann ist und du weg bist finde ich gut. Vielleicht könnt ihr Beide auch mal etwas ohne Vierbeiner machen, also Hundi in eine Hundepension (vielleicht mit Rudelhaltung oder Familienanschluss dort), so dass die Kleine merkt, es ist doch gar nicht so schlimm wenn Frauchen nicht da ist.

    Ich finde es sehr erstaunlich, dass ihr nie mit ihr Alleinsein trainiert habt. Werte das bitte nicht als Angriff. Ich habe einen Hund der auch (noch) nicht alleine sein kann und mir fehlt es sehr, mal abends ins Kino zu gehen oder mal spontan einkaufen zu können ohne dass ich mir vorher eine Betreuung suchen muss!

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!