Blutwerte - Wer kennt sich damit aus? Dank

  • Hallo

    Ich bräuchte eure Hilfe bzw. euren Rat. Kennt sich jemand mit Blutwerten aus?

    Kurze Info vorab:

    - Winnie (alter Unbekannt, franz. Bulldogge, Dauergast beim Tierarzt, habe sie seit ca. 2 Jahren aus dem Tierheim) ca. 10.4 kg schwer (zu dünn, sollte ca. 12 haben)

    - wird seit kurzem gebarft (0,250 kg pro tag Fleisch + Gemüseflocken) da sie das andere futter komplett verweigert hat (ka ob aus schmerzen, appetitlösigkeit oder weil sie einfach verwöhnt ist)

    - frisst sehr schlecht (auch ihr geliebtes arf)

    - hat leider schon viel Muskelmasse verloren (Ich darf jetzt vom TA aus nicht mehr mit ihr gassi gehen)

    - bekam bis So (Prednisolon 5 mg jeden 2 Tag eine halbeund Climalgex 30 mg einmal Tagl.) wegen den Keilwirbel, leichten Bandscheiben vorfall usw. jetzt musste ich aufhören. (wegen den Nebenwirkungen - Muskelmasse bildet sich zurück)

    - hat eine Pankreatitis (bekommt derzeit ein Mittelchen ins futter, damit sie das futter besser verdauen kann und zunimmt)

    - sie schläft sehr viel bzw. wenn ich mit ihr gassi war, war sie unglaublich langsam

    Am Montag gab ich bei ihr die Kotprobe vom Hund ab bzw. sah sie sich nochmals an. Darauf meinte sie, dass der Hund noch mehr Muskelmasse abgebaut hat und ich sollte die Schmerzmittel unbedingt weglassen. Sie gab ihr noch eine Infusion bzw. eine spritze und meinte zu mir ich solle auf gar keinen Fall gassi gehen (aufgrund der fehlenden Muskelmasse zu schwach) Heute sollte ich wieder kommen. Sie nahm blut ab, gab dem Hund wieder eine Infusion und eine Spritze. (weiter gassigeh verbot)


    Jetzt zu den Blutwerten von heute (konnte heute leider nur kurz mit meiner TA telefonieren bzw. hat sie mir die werte per telefon mitgeteilt):

    BUN 166,7 (- 29,2)

    CREA 2,8 ( - 1,4)

    AMYL (Bauchspeilcheldrüse) 2456 (- 1400)

    Laut TA:
    Jetzt soll ich ausschließlich diese Royal Hundefutter speziell für die Niere füttern. Ehrlich gesagt glaub ich nicht, dass mein Hund diese Dose fressen wird. Sie frisst momentan sogar ihr geliebtes Barf sehr schlecht. Ausserdem soll ich am Freitag nochmals wegen einer infusion kommen.

    Ist doch ein längerer Text geworden. :???: :ops:

    Kann mir jemand zu diesen Werten etwas sagen? Bzw. hatte jemand einen Hund mit ähnlichen werten?
    Kann man an den werten sehen was sie genau hat?


    Erstmal danke fürs lesen....

  • So kann man sehr wenig mit den Werten anfangen, die Kopie des gesamten Blutbildes wäre besser.

    Zum Futter ... ich halte das für viel zu wenig und das Falsche. Wie soll sie da zunehmen? Fleisch und Gemüse? Woraus soll sie sich ihre Energie ziehen?

    So wie es sich liest, hat dein Hund sehr viele Baustellen und es ist unmöglich hier über das Internet Tipps zu geben. Wenn sie nicht frisst, kann das an Schmerzen liegen (aufgrund der Bandscheibe), oder weil ihr schlecht ist (Pankreatitis) und sie Bauchschmerzen hat.

    Und wenn die Werte so stimmen, liegt anscheinend auch ein Problem mit den Nieren vor (auch das führt zu Übelkeit und Inappetenz). Das muss weiter abgeklärt werden (akut, chronisch, Harnstatus usw.)


    Amylase selbst ist übrigens kein aussagefähiger Parameter für die Diagnostik einer Bauchspeicheldrüsenerkrankung.

  • erstmal Danke für die Antwort

    Bzgl. Blutwerte: Leider habe ich nur diese Werte vom TA bekommen

    Bzgl Futter: zusätzlich zum Fleisch bekommt sie noch Reis bzw. Haferflocken. (habe ich vergessen dazu zuschreiben) Seit heute bekommt sie aber die Dose von Royal.

    Bzgl. Bauchspeicheldrüse: Die Diagnose habe ich schon vor ca. 1,5 Jahren erhalten. Sie kann ihr fütter nicht verarbeiten. Soweit ich mich erinnern kann wurde die diagnose durch eine Kotprobe und eine BLutuntersuchung erstellt. (bin mir aber nicht mehr sicher)

    Sie frisst seit ich sie auf Barf wieder umgestellt habe wieder. Am anfang vor ca. 4 Wochen hat sie es ohne Probleme gefressen. Ich musste sie sozusagen umstellen. Sie hat keine einzige Dose bzw. Trockenfutter (verschiedene Hersteller) mehr angerührt. Das Problem warum sie ich vom Barf auf Dose umgestellt habe war, dass sie es einfach nicht vertragen hat. Ich kann bzw. konnte ihr nur das Barf in mini portionen (ca. 7 Mal am Tag verteilt, eine Protion entspricht einen Suppenlöffel) füttern , da es andernfalls sofort wieder hoch kam. Beim Trocken bzw. Dosenfutter hatte sie dagegen keine Probleme.

    Bzgl. weiter Untersuchungen: Wie gesagt, jetzt muss ich morgen wieder zum Tierarzt für die Infusion. Ich bin mir aber nicht sicher ob sie noch weitere Untersuchungen macht. (hat sie zumindestens am Telefon nicht gesagt). Sie meinte nur der Hund ist in einem schlechten (kritischen) zustand (Blutbild und Allgemeinbefinden) und sehr schwach. Ich solle ihr einfach die Dose geben und nicht gassi gehen (sie kann aber jederzeit in den Garten)

    Meine größte Sorge ist ja, dass sie vll schmerzen hat und ich ihr einfach nicht helfen kann. Ich fühle mich so hilflos. :sad2:

    Der Tierarzt hat mir wie oben schon geschrieben nicht mehr gesagt, als die Werte wären extrem Hoch (er musste das Blut verdünnen sonst hätte er keinen Wert erhalten und er habe es 2 mal kontrolliert). Deshalb "erhoffe" ich mir hier vll mehr zu erfahren. Ich habe auch schon im internet gestöbert und bin auch die Niereninsuffizienz gestossen. Ach man ich weiss auch nicht. :hilfe:

  • so jetzt der Blutbefund meines Hundes:

    BUN 166,7 ( - 29,2)
    vAMY > 2500 (- 1400)
    CRE 2,8 ( -1,4)
    GLU 120 (- 128)
    GPT 83 (- 78)
    vLIP 156 (-160)
    Na 137 (- 152)
    K 4 (3,8-5)

    WBC: 6,61 (6 - 12,0)

    Lymp: 0,7 (1,2 - 3,2)
    lymp % 11,2
    Mono: 0,3 (0,3-0,8)
    mono % 5,3

    HGB 19,25 (15 - 19)
    HTC 56,83 (40 - 55)
    MCV 79 (60 -77)
    RDW 14,2 (14 -17)
    MPV 5,85 (6,7 - 11,1)

    kennt sich jemand mit BLutbefunden aus und kann mir etwas zu den Werten schreiben?

    Danke :)

  • Hallo,

    ich würde erstmal den Tierarzt wechseln, weil ich meinem Hund kein Royal Canin füttern würde (Antioxidationsmittel und Konservierungsmittel sind nicht genau definiert und die verwenden Tiermehl) und es bringt nichts, den Hund einzusperren.

    Wie wäre es, wenn du dir mal einen Ernährungsberater suchst und eine Rationsberechnung von ihm durchführen lässt. Das kann beispielsweise ein Tierarzt mit der Zusatzbezeichnung Ernährungsberatung für Kleintiere o.ä. sein. Glaub mir, es lohnt sich.

    Tipp: In der aktuellen Ausgabe von PartnerHund steht auch etwas darüber: Mai 2015, Seite 38-40, echt hilfreich!!! Und nein, ich gehöre nicht zu den, aber ich lese diese Zeitschrift gerne. Ich glaube, dass sie regulär in DE 3,30 kostet.

    Du könntest deinem Hund auch noch gesunde kaltgepresste Öle und (wenn er diese verträgt) auch Kohlenhydrate füttern.

    LG und viel Glück

  • so jetzt der Blutbefund meines Hundes:

    BUN 166,7 ( - 29,2)
    vAMY > 2500 (- 1400)
    CRE 2,8 ( -1,4)

    kennt sich jemand mit BLutbefunden aus und kann mir etwas zu den Werten schreiben?


    Hi :smile:

    Die Werte sind in der Tat bedenklich.
    Der BUN-Wert misst den im Harnstoff enthaltenen Stickstoff und ein so erhöhter Wert deutet auf eine übermäßige Eiweißaufnahme mit verminderter Harnstoffausscheidung über die Nieren hin.
    Der CRE-Wert hat mit einer eingeschränkten Nierenfunktion zu tun und kann durchaus im Zusammenhang mit dem erhöhten BUN-Wert stehen.
    Der hohe Amylase-Wert deutet auf eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse hin ( ist ja wohl auch diagnostziert worden), sowie unter Umständen auch auf das Unvermögen, KH zu verdauen.

    Der erhöhte GPT-Wert weist dauf hin, das wohl auch schon die Leber leicht "angeschlagen" ist.

    Dein Hund wird schwächer, weil er keine Nährstoffe aufnehmen bzw. überhaupt nicht verwerten kann. Die Bauchspeicheldrüse ist völlig überfordert und dauerhaft entzündet. Das tut weh.....insofern auch Appetitlosigkeit.
    Leider gestaltet sich die Ursachenforschung als recht schwierig. Das kann von Vererbung, Hormonstörungen bis zur Futtermittelallergie allesmögliche sein. Auf jeden Fall benötigt dein Hund eine entsprechende Diät. Die herkömmlichen Diät-Produkte aus dem Handel oder vom TA "verschrieben", würde ich aufgrund der Zusatzstoffe/Konservierungen wohl nicht empfehlen ;)

    Die großen Uni-Kliniken ( Berlin, München) bieten bei den unterschiedlichen Erkrankungen entsprechende Futterpläne an, die genau auf deinen Hund und seine aktuellen Bedürfnisse abgestimmt sind. Ist vielleicht nicht ganz billig und auch aufwendig, aber so musst du nicht diätisch ewig herumprobieren. Dein Hund muss wieder zu Kräften kommen und das geht nur, wenn der Verdauungstrakt samt seinen Organen nicht unnötig belastet wird. Eine Schon-Diät kann da schon viel bewirken.

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