• Wir versuchen unsere Kommunikation ständig zu verbessern. Ich habe schon viel gelernt. Vorallem Ruhe und Konsequenz.

    Wir mussten bei Ulv Philipper, Anton Fichtlmeier und Thomas Baumann leider aufhören, weil unser Hund durch die Methoden zu sehr unter Druck gesetzt wurde. Er reagiert darauf sehr empfindlich.

  • Aber wenn dein Hund auf Druck sehr empfindlich regiert warum nutzt du das dann nicht fürs Training aus? Damit könntest du ihn aus seinem Tunnelblick doch rausholen. Natürlich muss man so aufgebauten Druck auch wieder auflösen aber gerade Fichtlmeier und Baumann sind da wirklich gut drinnen allerdings muss man sich eben darauf einlassen und nicht schon aufhören wenn man den Druck gerade aufbaut.

  • Zitat

    Vielleicht ja mal nicht versuchen den Hund zu ändern sondern sich selbst und die eigene Einstellung zum Hund bzw die Einstellung oder das Verständnis des Begriffes Mensch-Hund-Team überdenken?

    Nachdem ich lange ständig versucht habe, gegen das Jagdverhalten meiner Hündin anzukämpfen und sie ständig daran zu hindern, wofür sie lebt, habe ich umgedacht.
    Seit wir mehr "zusammen jagen", sind wir wirklich ein besseres Team geworden.
    Sie darf eigentlich alle Jagdsequenzen auch mal ausleben, nur eben nicht am Stück! ;)
    Es gibt "jagdliche Belohnungen" und ich mache sie z.B.auch mal auf Dinge, die für SIE interessant sind, aufmerksam (Mauseloch, Rehspuren, -hinterlassenschaften etc.).
    Vorher war ich immer nur die "Spielverderberin".
    Ich kann ihr seitdem viel mehr Freiheiten gewähren, da sich der Gehorsam gleichzeitig verbessert hat.

    (Wir machen außerdem noch Mantrailing, was bei ihr (und mir) auch sehr gut ankommt. Wichtig finde ich auch den entspannten Freilauf in eingezäuntem Gelände.)

    Vielleicht solltest du, statt zig Trainer zu "verschleißen", eher selber schauen, was ganz individuell zu euch passt?

  • Druck führt bei ihm zu Verweigerung. Dann schaltet er leider sofort auf Durchzug.

    Da es unser erster Hund ist haben wir uns von allen Seiten erstmal Anregungen geholt. Dabei haben wir natürlich immer versucht, dass für uns Beste miteinander zu kombinieren. Ich möchte auch nicht ständig eine Spielverderberin sein, aber ich brauche ihn nicht aufmerksam zu machen. Er hat sie ständig auf dem Schirm.

    Es ist wirklich verzwickt. Leider kann ich ihn, wie der Titel schon sagt mit nichts Besserem motivieren, als Jagd. Vielleicht müssen wir einfach weiter suchen.

  • Zitat

    Aber wenn dein Hund auf Druck sehr empfindlich regiert warum nutzt du das dann nicht fürs Training aus? Damit könntest du ihn aus seinem Tunnelblick doch rausholen. Natürlich muss man so aufgebauten Druck auch wieder auflösen aber gerade Fichtlmeier und Baumann sind da wirklich gut drinnen allerdings muss man sich eben darauf einlassen und nicht schon aufhören wenn man den Druck gerade aufbaut.


    Dass ein Hund auf Druck sehr empfindlich reagiert, bedeutet nicht unbedingt, dass man ihn gut über Druck ausbilden kann - oft gerade das Gegenteil. Solche Hunde gehen sehr schnell ins Meiden (und zwar nicht meiden von Jagdverhalten) und/oder machen total dicht. Baumann wäre nun wirklich nicht der Trainer, der mir bei einem Setter in den Sinn kommt.

    Zerberus: versuch wirklich mal, MIT dem Jagdverhalten zu arbeiten, statt nur dagegen zu kämpfen. Vorstehen fördern und ausbauen. Keine Gebrauchshundetrainer, sondern solche für Jagdhunde, vorzugsweise mit Setter-Erfahrung. Die können den Hund besser einschätzen (Fichtlmeier kommt zwar aus der Jagdecke, ist leider aber nicht grad der beste Ausbilder....). Eine ehrliche Einschätzung ist schonmal viel wert. Denn nicht jeder Jagdgeier lässt sich familienalltagstauglich umschulen.

    Keine Ahnung, wo du her bist, aber so jemanden meine ich: http://www.working-gundogs.de/hundeausbildung

    Oder Anke Lehne: http://www.cave-canes.de/

  • Das musst du nicht überlegen ,sondern dich für jagdliche Arbeit und Ausbildung interessieren und dich einem Verein anschliessen.

    Von den Ausbildern hätte ich nicht einem auch nur einen Cent gegeben ;)

    Aus verschiedenen Gründen. Da könnt ihr auch noch ne handvoll Trainer verschleissen...

    Der Hund muss jagdlich geführt werden, das liegt doch auf der Hand...

  • Moin,

    na ja, nur weil ein Hund nicht mehr ansprechbar ist, eigent er sich noch lange nicht für die Jagd, einer, der vor einem Vogel nen Blackout hat, ist eher unbrauchbar.....

    Aber ich würde Dir das Buch von Sabine Middelhauve empfehlen "Jagen ohne Jagdschein" und dann mit ihm gemeinsam jagen...... ihn artgerecht auslasten, nicht abgewöhnen, sondern fördern.

    Ich arbeite mit Lucas ähnlich, er zeig etwas an, ich reagiere, wenn er Rehe sieht - sehen wir ihnen gemeinsam nach - zeigt er sie an und ich entdecke sie dann, wird er gelobt. Er darf ihnen nicht nach, aber mittlerweile kreischt er nicht mehr in der Leine, sondern steht ohne Zug neben mir und ist total aufgeregt. Letztens hat er sich aber schon mal gesetzt, für mich ein Erfolg.

    Neusten Untersuchungen nach, geht bei jagenden Hunden auch hormonell sehr viel ab, so viel, das sie mitunter tatsächlich "taub" sind und einen nicht mehr wahr nehmen. Das heißt, all unsere Jagdhunde haben gelernt, uns trotzdem hören zu müssen und mit uns gemeinsam zu jagen. Ein Hund aus Spanien (Diego war ähnlich), der gejagt hat, ohne Führung - hat das nicht gelernt - einer, der evenuell Wild gerissen hat, um zu überleben (wie Diego) - hat eine ganz andere Motivation. Einer der Vollblutjäger ist (Setter) macht es noch schwerer.

    Möglicherweise geht es nie....... Diego konnte 4 Jahre nicht abgeleint werden, im fünften Jahr ist etwas passiert, das ich nicht mitbekommen hab, plötzlich hatte er Angst, mich zu verlieren und ließ mich nicht mehr aus den Augen, da konnte er abgeleint werden und kam auf Pfiff zurück. Es braucht in erster Linie Geduld - keine vielen Trainer, keinen Druck - das schadet vor allem Euch als Team. Druck hat bei Diego dazu geführt, das er mich mied, ein, zwei Tage lange. Geduld und Zeit und das Wissen, das so ein Hund eben anders ist, Diego was dafür im Haus ein Traum..... wir vermissen ihn immer noch schmerzlich.

    Viel Erfolg
    Sundri

    P.S. meiner Meinung nach berücksichtigen viele Trainer einfach nicht ausreichend Herkunft und Vergangenheit eines solchen Hundes und sie haben viel Wissen über Hunde aber nicht so viel über das, was Straßenhunde erlebt haben und was es mit ihnen machen kann, ich hab sie auch gehabt, die Druck aufbauer "aber wenn er das nicht macht, dann müssen sie durchgreifen!" Bullshit, ich muss meinen Hund dazu bringen, mir zu vertrauen - ich vertraue auch niemandem, der mit mir Druck kommt.

  • Ich denke, dass die Herkunft eine Riesenrolle spielt, da der Hund ja schon vorbelastet ist.

    Die Setter in Spanien werden selten von Privatpersonen gehalten, sondern dienen einzig und allein der jagdlichen Verwendung - und zwar ohne jegliche Ausbildung. Die werden laufen gelassen, sollen Vögel hoch machen und der Jäger kann schießen.
    Wer von der Jagd nicht zurück kommt, egal. Wer nichts taugt, wird erhängt/erschlagen/im nettesten Fall ausgesetzt oder in der Tötung abgegeben. Nachschub gibt es ja genug.

    Wenn der Hund in seinem ersten Jahr gelernt hat, selbstständig zu jagen, hat er ein Verhaltensmuster etabliert, gegen das man aus meiner Sicht schwer ankommt. Jagdlich gesehen befindet sich der Hund auf einer Autobahn, er kennt keine Abzweigungen oder langsames und genussvolles Fahren durch schöne Gegenden.

    Der Hormoncocktail im Körper wird entsprechend angesprochen und da das Jagen selbstbelohnend ist und nicht viel anderes da mit halten kann, sucht er das Gefühl immer wieder.

    Ich finde es schwierig, aus so einem Hund einen "normalen" machen zu wollen. Jagdlich gesehen, gibt es für diese Art von Hund wenig Möglichkeiten. Vögel zu suchen und hoch zu machen - da gibt es wenig Alternativen dazu.

    Und wenn der Hund längere Zeit in seinem Leben SELBSTSTÄNDIG und ohne Anleitung des Menschen jagdliche Erfolge hatte - was soll da gegen anstinken können? Der Hund lacht sich doch kaputt, wenn er Dummys holen soll. Das liegt gar nicht in seinem Naturell.

    Viele Trainer, viele Meinungen. Sich da nur das raus zu picken, was einem gefällt und das bunt zusammen zu würfeln, wird sicherlich keinen langfristigen Erfolg bringen.

    ZOS als Alternative finde ich ganz gut. Setter arbeiten ja mit hohem Kopf und auch über Sicht. Von daher ist das ruhige und konzentrierte Arbeiten mit der Nase und das Anzeigen von Gegenständen aus meiner Sicht schon der richtige Weg. Dadurch könnte eventuell langfristig eine "Umprogrammierung" des Gehirns stattfinden, auch wenn ich bezweifel, dass man jemals in wildreichen Gebiet mit dem Hund diese Arbeit machen kann.

    Dann müsste der Suchtfaktor nach ZOS größer sein, als der Suchtfaktor, Wild zu suchen.

    Die Erwartungshaltung des Hundes nach jagdlichem Erfolg wird sicherlich schon ab der Haustür anfangen. Da könnte man vielleicht ansetzen, das umzustrukturieren.

    Ich persönlich würde den Hund einfach nicht ableinen, wildreiche Gegenden meiden, weiter ein bisschen Schleppleinentraining machen, gucken, dass ich ihm wenigstens eine jagdliche Alternative arbeiten lasse (ZOS) und versuchen, diese irgendwann auch nach draußen zu verlagern und unter Ablenkung durchführen zu können.

    Also körperliche und geistige Betätigung anbieten und ansonsten dann eher Spaziergang an der Leine und sich damit abfinden, dass der Hund eher nicht mehr ableinbar und lenkbar wird, zumindest nicht in wildreichen Gebieten.

    Aus einem Jagdhund, der das selbstständige Jagen sehr früh gelernt hat (und wahrscheinlich nicht viel anderes) und der nicht gelernt hat, mit dem Halter zu kooperieren (die Hunde in Spanien haben ja eher wenig Menschenkontakt) wird man keinen netten Begleithund mehr machen, der einfach nur mit einem lustig spazieren geht.

    Trotzdem würde ich weiter an einem Abbruchsignal, Impulskontrolle und Ansprechbarkeit des Hundes arbeiten.

    Ich würde aber nicht davon ausgehen, dass ich damit langfristig Erfolg habe und den Hund bekomme, den ich mir eigentlich gewünscht habe.

  • Guten Morgen,

    danke für die zahlreichen und sehr hilfreichen Antworten.

    Vielleicht muss ich mich wirklich von der Vorstellung eines entspannten Begleiters verabschieden. Wir haben schon viel erreicht und allein darauf bin ich sehr stolz. Die erste Zeit hing er ständig hysterisch in der Schleppleine. Wir werden weiter versuchen das Vorstehen auszubauen.

    Jagdlich kann ich ihn aus persönlichen Gründen leider nicht führen.

    Die Seite von Working Gundogs ist mir bekannt. Mir gefallen die Ausbildungsmethoden dabei nicht. Ich bin damals über Francois Boitir auf diese Seite Aufmerksam geworden. Er bildet Vorstehhunde im Elsass / Frankreich aus. Die Hunde werden dabei durch den Einsatz eines Elektrohalsbandes von der Hatz abgehalten. Diesen Weg möchte ich nicht gehen.

    Wir werden auf jeden Fall eine alternative Beschäftigung weiter verfolgen.

    Wenn noch jemand Erfahrungen oder Tipps hat. Immer her damit. Ich würde mich sehr freuen über verschiedene Ansätze.

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