Angsthund und warum es wichtig ist, dagegen anzugehen.
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Ati und Aaron -
31. März 2014 um 11:11
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Dankeschön ihr drei (TanNoz, ich glaub, du hast ein bissl falsch zitiert.
)Wir wohnen auf dem Dorf und da ist der Hundekontakt eher rar.
Allerdings haben wir sehr gute Bekannte mit zwei Hunden, Vicky und Jacky.
Ute und ich gehen aller zwei Wochen 5 Tage jeden Tag gemeinsam spazieren, am WE so wie es klappt.Vicky und Jette sind beste Freundinnen (Jacky muss leider an der Leine bleiben).
Ich muss aber dazu sagen, dass die Beiden so ein eingefahrenes Spiel haben, dass ich meine, dass das auch ein klein wenig dazu beiträgt, dass Jette so ist wie sie ist. DENN das Toben läuft zu 90 % immer so ab, dass Vicky der "Hase" ist und Jette der "Jäger". Ich meine, dieses Tobeverhalten hat sich in ihrem Kopf so manifestiert, dass sie andersherum ihre Probleme hat (gepaart mit den anderen von mir aufgeführten Dingen).Allein würde ich Jette NIE einer fremden Hundegruppe zum Üben aussetzen.
Vergangenes Jahr war es das 1. Mal, als wir in Frankfurt bei Tinche waren, dass wir eine Begegnung mit einer größeren Gruppe hatten. Ich wusste, dass Jette zurückhaltend ist, aber dass sie so ängstlich ist, war mit nicht bewusst.

Ich hatte Tine und die anderen Mädels darauf hin gewiesen, dass sie bitte ihre Hunde abrufen sollen, wenn sie Jette zu sehr auf die Pelle rücken. Das hatte super geklappt und auch die Hunde waren alle so toll. Sie gingen zu ihr hin, merkten, dass sie unsicher ist und ließen von ihr ab. Da nochmal großes Lob an euch und eure Hunde!

Nun ist Frankfurt ein bissl weit weg, um öfters genau mit dieser Gruppe zu üben. So habe ich mich für Antje entschieden, weil ich ihr vertraue und hoffe, dass sie die Situationen richtig einschätzen kann (ich bin da sicher etwas voreingenommen und zu "mütterlich"
). Es bringt ja auch nichts, wenn Jette nur mit ruhigen Hunden trainiert. Sie muss auch lernen, sich durchzusetzen und Stopp zu sagen. (natürlich ohne Aggression) - Vor einem Moment
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Hallo,
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Blödes Tablet...aber egal, muss ich später am Pc mal korrigieren.
Edit: Würzburg ist näher

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Ati, ich finde es gut, dass Ihr da nicht im Selbstversuch dran bastelt, sondern zu Eurer Trainerin damit gegangen seit.
Ich finde nichts schlimmer, als wenn ein Angsthund schlechte Erfahrungen machen muss, die ihn in seiner Angst nur noch bestätigen.
Ich drücke die Daumen und werde gespannt mitlesen.
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das ist aber schade für jette. ich hoffe dass sie es lernt wieder,. hunde sind ja gelehrig, ich musss auch sehr asehr oft mitz meinen ppflegehundne üben, die kennen so was auch nicht. versuchshunde meist,bretonen sind das. das sind so arme würmer die tun einem richtig leid,
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Naja, Würzburg ist auch noch zu weit weg.

Genau Ute, je mehr positive Erfahrungen Jette erlangt, umso stärker kann sie in die nächste negative Erfahrung gehen.
In der Gruppe ist eine Rottidame.
Sie musste an der Schleppleine laufen.
In der ersten Trainingsstunde lief Jette mal in ihren Schleppleinenabstand rein und die Rottidame "stürzte" sich auf Jette. (so sah es für mich aus)Die Rottidame ist aber ne ganz Soziale laut Antje.
Jette hat jedenfalls seit dieser Situation immer wieder ihre Nähe aufgesucht und die Rottidame hat Jette ignoriert und sich stattdessen mit dem einzigen Welpen/Junghund der Runde beschäftigt (erzogen).marylou83, oh weh, die armen Versuchshunde kennen ja auch gar nichts. Da glaube ich dir, dass du sehr viel mit ihnen üben musst.

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Da einige von euch an unserem Training(sfortschritt) doch interessiert sind, werde ich zukünftig hier weiter berichten.
2. Trainingstag
Aufgrund des relativ guten Verlaufs vom vergangenen Samstag bin ich mit einem guten Gefühl in das gestrige Training gegangen.Bis auf zwei Hunde, waren es die Selben wie das letzte Mal.
Es kamen zwei Hündinnen dazu, wobei die eine, auch eine Angsthündin (etwas anders als Jette) ein Malinoismix und Antjes Pflegehündin war.Jette brauchte dieses Mal länger, um entspannt in der Gruppe zu laufen.
Gleich am Anfang löste sie sich, wobei es eher davon kam, dass sie dringend musste.
Ansonsten gabs auch dieses Mal in den 2 Stunden kein Lösen von ihr.Als wir an dem Abschnitt der Strecke ankamen, wo ein kleiner Bach lang fließt, taute sie endlich auf (Wasser hat bei ihr (wie bei vielen anderen Hunden) immer eine besondere Wirkung) und fing an, mit Mogli, den 4. Monate alten Welpen, ausgelassen zu toben. Es war wunderschön anzusehen, sie so ausgelassen mit Mogli zu erleben.
Kurze Zeit später stieß die Rottidame dazu und Jette fiepte zweimal auf, kniff die Rute ein und kam zu mir. Außer etwas Speichel an ihrem Po/Rücken war nix bei Jette zu sehen.Was genau da vorgefallen ist, kann ich nicht sagen. Antje meinte, die Rottidame ist keinesfalls aggressiv. sondern sehr sozial. Sie wird halt etwas stürmisch mit Jette umgegangen sein.
Auf jeden Fall war diese Situation für Jette der Auslöser, um komplett in ihren Angstmodus zu verfallen. Ab da an blieb sie bei mir und lief mit eingekniffener Rute, sich immer wieder umschauend, dass kein Hund ihr zu Nahe kommt.
Mit der Zeit löste sich ihr starres, ängstliches Gehen wieder und wir kamen an die Stelle, wo wir gemeinsam mit den Hunden trainieren wollten. Wir waren noch am Aufbauen der Geräte als Mogli zu Jette kam und sie zum Spielen aufforderte. Wo sie vorher so schön mit ihm getobt hatte, reagierte sie aufgrund des Geschehens mit der Rottidame total panisch und rannte weg. Mogli hinter her und ruckzuck waren die anderen freilaufenden Hunde an Jette dran. Das war wirklich nur ein kurzer Moment und es war erschreckend zu sehen, wie sich die Hunde verhielten. Es war genau die Situation, vor der mich Antje gewarnt hatte, weswegen wir unbedingt mit Jette weiter trainieren müssen!!! Jette mit eingeklemmter Rute voran und das ist genau das Zeichen für die Hunde, die können wir jagen und hetzen bis zum bitteren Ende.

GsD rannte Jette aber in Richtung Zaun und war dadurch gezwungen, sich hinzusetzen, weil sie eingekesselt war.
Die anderen Hunde wurden natürlich sofort abgerufen und hörten auch top!
(was ja leider im Alltag häufig nicht der Fall ist)
Jette kam dann zu mir und versteckte sich hinter mich.Sie so zu sehen, bricht mir einfach das Herz
und wenn ich diese Momente später Revue passieren lasse, mache ich mir immer wieder Vorwürfe, warum habe ich sie damals zweimal in die falschen Hände gegeben?, soll ich überhaupt mit dem Training weiter machen und sie dieser Situation aussetzen?...Es ist ein Gefühlschaos hoch zehn.Nach Rücksprache mit Antje und genauer Beobachtung von Jette haben wir uns an dem Training beteiligt. Jette war zwar etwas unkonzentriert, schaute sich immer wieder um und reagierte ängstlich, sobald mal ein Hund bellte, aber ihre starre Körperhaltung löste sich langsam.
Auf dem Rückweg lies ich sie dann an der Leine und lief anfangs ganz hinten. Als sie wieder auf einem normalen Level war, suchte ich bewusst die Mitte der Gruppe, damit sie wieder positives Feedback bekommt (die Hunde sind ja doch nicht so schlimm und ich kann ohne Probleme neben ihnen her laufen).Die Geschehnisse der 2 Stunden haben mich gestern noch lange beschäftigt. Noch im Auto habe ich mit Karsten die Situation ausgewertet und beschlossen, mit Antje drüber zu sprechen, dass wir das nächste Training anders aufbauen sollten und zwar so, dass Jette nur mit den drei Hunden frei laufen kann, die sich in dieser Runde als sehr gut geeignet erwiesen haben (wie gesagt, die Rottidame ist ansonsten eine sehr gute Stütze für Problemhunde, aber Jette ist noch nicht für sie bereit).
Antje rief mich abends noch an und meinte, sie habe über die Situation und das Geschehene noch mal nachgedacht und beschlossen, die Gruppe neu zu sortieren, sprich, Jette nur mit ausgewählten Hunden laufen zu lassen. Wir waren uns beide über die Hunde einig. Für mich kämen Mogli, Antjes Malinoismix (sie hatte zwischendurch auch mal mit Jette angefangen zu spielen) und ein Rüde, der sofort abdrehte, als er merkte, dass Jette Angst hat.

Die Schritte, die wir gehen müssen, sind also viel kleiner, als Antje es sich vorgestellt hatte. Aber sie musste Jette selbst erst erleben, um sie richtig einschätzen zu können.
Momentan belastet mich die Situation ziemlich stark.
Jette ist einerseits so ein lebensfroher, aufgedrehter, verrückter, total lieber und unkomplizierter Hund.
Andererseits hat sie dieses eine Problem, was nur dadurch entstanden ist (Antje ist sich da jetzt ganz sicher), dass sie zweimal in ihrer Welpenzeit falsch sozialisiert wurde (hier mache ich mir riesen Vorwürfe). Man bzw. ich gebe mir die Schuld, dass ich es damals hab soweit kommen lassen... -
Zitat
Für mich ein völlig falscher Ansatz.
Nicht dein Hund muß etwas lernen, sondern du. Nämlich deinen Hund vor solchen Begegnungen zu schützen.
Neverever würde ich von einem unsicheren Hund erwarten, dass er solche Begegnungen selber regeln muß.DU mußt dies tun, block andere Hunde ab und verhindere, dass dein Hund solchen Situationen ausgesetzt wird.
Machst du dies konsequent und dauerhaft, wird sich dein Hund immer mehr entspannen und eure Bindung wird sich stärken

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Zitat
Junimond, das sehe ich nicht ganz so, denn wie willst du deinen Hund blocken, wenn auf einmal 4 oder mehr Hunde gleichzeitig angerannt kommen? Das ist technisch gar nicht möglich!Jette weiß, dass sie sich im Notfall auf mich verlassen kann und sucht selbst die Deckung bei mir. Dass ich sie vor aufdringlichen Hunden beschütze, steht hier außer Frage und darum geht es mir auch gar nicht.
Es geht um Situationen, die du selbst nicht regulieren kannst.
Es geht darum, dass Jette Sozialverträglicher wird, so dass ich auch mit Freunden und ihren Hunden gemeinsam spazieren gehen kann.
Es geht darum, dass ihr Selbstbewusstsein gestärkt wird und das stärke ich nicht, indem sie sich hinter mich verstecken kann.Jeder weiß, wie viele unvernünftige Hundehalter draußen herum laufen und lass mal eine Situation entstehen, wo du unverhofft auf eine Gruppe Hundespaziergänger kommst. Plötzlich kommt die Meute angerannt, keiner hört auf sein Frauchen oder Herrchen. Wie bitte schön, soll ich da Jette hinter mich bringen und vor all den Hunden beschützen???

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Zitat
Jette brauchte dieses Mal länger, um entspannt in der Gruppe zu laufen.
Gleich am Anfang löste sie sich, wobei es eher davon kam, dass sie dringend musste.
Ansonsten gabs auch dieses Mal in den 2 Stunden kein Lösen von ihr.2 Stunden? Find ich zu viel.
ZitatKurze Zeit später stieß die Rottidame dazu und Jette fiepte zweimal auf, kniff die Rute ein und kam zu mir. Außer etwas Speichel an ihrem Po/Rücken war nix bei Jette zu sehen.
Warum rufst du sie nicht zu dir, wenn ein Hund kommt, gibst ihr Schutz und zeigst ihr, dass du erstmal schaust, ob der Hund gefährlich ist?
ZitatWas genau da vorgefallen ist, kann ich nicht sagen. Antje meinte, die Rottidame ist keinesfalls aggressiv. sondern sehr sozial. Sie wird halt etwas stürmisch mit Jette umgegangen sein.
Ich dachte, ihr wollt Jette die Angst nehmen? Stürmische Hunde haben da nichts zu suchen.
ZitatAuf jeden Fall war diese Situation für Jette der Auslöser, um komplett in ihren Angstmodus zu verfallen. Ab da an blieb sie bei mir und lief mit eingekniffener Rute, sich immer wieder umschauend, dass kein Hund ihr zu Nahe kommt.
Da holt man den Hund aus der Situation und gibt ihm Schutz!
ZitatMit der Zeit löste sich ihr starres, ängstliches Gehen wieder und wir kamen an die Stelle, wo wir gemeinsam mit den Hunden trainieren wollten. Wir waren noch am Aufbauen der Geräte als Mogli zu Jette kam und sie zum Spielen aufforderte. Wo sie vorher so schön mit ihm getobt hatte, reagierte sie aufgrund des Geschehens mit der Rottidame total panisch und rannte weg. Mogli hinter her und ruckzuck waren die anderen freilaufenden Hunde an Jette dran. Das war wirklich nur ein kurzer Moment und es war erschreckend zu sehen, wie sich die Hunde verhielten. Es war genau die Situation, vor der mich Antje gewarnt hatte, weswegen wir unbedingt mit Jette weiter trainieren müssen!!! Jette mit eingeklemmter Rute voran und das ist genau das Zeichen für die Hunde, die können wir jagen und hetzen bis zum bitteren Ende.

GsD rannte Jette aber in Richtung Zaun und war dadurch gezwungen, sich hinzusetzen, weil sie eingekesselt war.
Toll, Jette hat gelernt, dass ihr Angst berechtigt ist.
ZitatDie anderen Hunde wurden natürlich sofort abgerufen und hörten auch top!
(was ja leider im Alltag häufig nicht der Fall ist)
Jette kam dann zu mir und versteckte sich hinter mich.Alles viel zu spät
ZitatSie so zu sehen, bricht mir einfach das Herz
und wenn ich diese Momente später Revue passieren lasse, mache ich mir immer wieder Vorwürfe, warum habe ich sie damals zweimal in die falschen Hände gegeben?, soll ich überhaupt mit dem Training weiter machen und sie dieser Situation aussetzen?...Es ist ein Gefühlschaos hoch zehn.Dann mach's doch endlich mal besser.
Ihr macht es nur schlimmer und schlimmer. Mir blutet wirklich das Herz, wenn ich das lese

Warum muss Jette überhaupt mit anderen Hunde spielen? Nimm doch erstmal deine Rudelführer-Pflichten ernst und gib ihr Sicherheit.
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Zitat
Junimond, das sehe ich nicht ganz so, denn wie willst du deinen Hund blocken, wenn auf einmal 4 oder mehr Hunde gleichzeitig angerannt kommen? Das ist technisch gar nicht möglich!
Doch, ist es! Ich mache das auch so. Auch bei 20 Hunden, wenn die ich einer geliebten "Dogwalker-Runde" unterwegs sind.
ZitatJette weiß, dass sie sich im Notfall auf mich verlassen kann und sucht selbst die Deckung bei mir. Dass ich sie vor aufdringlichen Hunden beschütze, steht hier außer Frage und darum geht es mir auch gar nicht.
Nein, sie lernt, dass du dich um nichts kümmerst und sie immer wieder in die gleiche Situation bringst. Das ist wie, wenn mir jemand eine Spinne auf die Schulter setzt (ich hasse Spinnen) und hinterher sagt "wenn du Angst hast, komm einfach zu mir". Würdest du da Vertrauen aufbauen können? Ich nicht!
ZitatEs geht um Situationen, die du selbst nicht regulieren kannst.
Es geht darum, dass Jette Sozialverträglicher wird, so dass ich auch mit Freunden und ihren Hunden gemeinsam spazieren gehen kann.
Es geht darum, dass ihr Selbstbewusstsein gestärkt wird und das stärke ich nicht, indem sie sich hinter mich verstecken kann.DU musst die Situationen regulieren und das kannst du. Man muss es dir nur beibringen und du musst es üben.
Selbstbewusstsein kannst du nicht über Angst aufbauen, sondern über positive Erfahrungen.
ZitatJeder weiß, wie viele unvernünftige Hundehalter draußen herum laufen und lass mal eine Situation entstehen, wo du unverhofft auf eine Gruppe Hundespaziergänger kommst. Plötzlich kommt die Meute angerannt, keiner hört auf sein Frauchen oder Herrchen. Wie bitte schön, soll ich da Jette hinter mich bringen und vor all den Hunden beschützen???
Siehe oben. Das geht, ich mach's auch.
Ich spreche aus Erfahrung, Luna war auch eine Angsthündin, genau weil ich immer meinte "na im Notfall kommt sie eben zu mir", den Rest muss sie selbst regeln. Toll, ich verfluche mich dafür. Seit einem Jahr regel ICH die Hundebegegnungen und sie hat ihre Angst fast komplett abgelegt.
- Vor einem Moment
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