Schäferhundrüde 9 Monate greift mich an

  • Hallo Ihr Lieben,
    hoffentlich finde ich jemanden, mit dem ich mich austauschen kann.
    Unser Hundeverein startet erst im April, darum versuche ich es bei Euch.

    Mein Kimo dreht total durch. Er fordert zwanghaft Spiel von mir ein. Vor allem, wenn ich mich auf mein Sofa legen will.
    Er zieht mir die Decke weg und beisst in meine Füsse und Hände.
    In dem Moment reagiert er auch nicht mehr auf "Nein".

    Ich muss dazu sagen, er ist ein Hund, der mit etwas Gassi gehen nicht zu befriedigen ist.
    Er will unbedingt arbeiten, wir machen wirklich jeden Tag Begleithunde-Übungen mit Spiel als Belohnung.
    Aber das genügt ihm glaub ich nicht. Er will beim Gehorsamstraining auch kein Streicheln mit Lob, der will sofort sein Spiel.

    Er hört draussen fast perfekt.

    Ach ja und wenn Kinder zu uns kommen, die zieht er an den Hosen und Ärmeln, was auch oft weh tut.
    Zu meiner Tochter will schon fast keiner mehr kommen.

    Mein vorheriger Schäferhund war gegen Kimo ein Schaf...
    Hat jemand Rat für mich?

    LG Twinie

    Edit by Mod - ich hab mir der besseren Lesbarkeit halber nun die Mühe gemacht und den Text in normaler Groß- und Kleinschreibung eingestellt. Bitte beachte zukünftig, dass durchgehende Großschreibung im Netz nicht nur schlecht lesbar ist, sondern auch sehr unhöflich, da sie als "Schreien" gewertet wird.

  • Kann es sein, dass Kimo gar nicht gelernt hat, dass es auch Ruhezeiten gibt? Gerade mit einem "begabten" Hund neigt man ja gerne dazu, zuviel zu machen, weil der Hund das ja anscheinend fordert.
    Ich wuerde versuchen, den Hund in Faellen, wenn er z. B. spielen will, auf seinen Platz zu schicken, bzw. dorthin zu bringen - notfalls mittels Hausleine.
    Wenn du es jetzt nicht schaffst, Ruhe zu vermitteln, wird er zukuenftig immer mehr wollen...

    Gruss Gudrun

    Gesendet via Tapatalk. Vertipper wegen dicker Finger sind zur allgemeinen Belustigung gedacht.

  • Wo greift er Dich an?
    Das sind doch ganz normale Welpen/Junghund Ungezogenheiten, die mit etwas Erziehung von Klein auf an schon erledigt sein könnten!
    Solche Sachen wirst Du auch in einem Hundeverein nicht bereinigt bekommen, da muss schon ein Trainer nach Hause kommen!

  • Mit den Ruhezeiten klappt es nur wenn ich mich hinlege und er dann auch mal zur Ruhe kommt.
    Ich lege mich ja schon wie damals mit meiner Tochter unter Tags aufs sofa, nur das er mal schläft und ausruht.
    Sobald ich aufstehe tapelt mein Schatz mir hinterher. Ich versuche es mal so wie Du sagst und leine Ihn an.

    Danke Twinkie

  • Hallo,

    wäre toll, wenn du etwas mehr über euch schreiben könntest. Wann kam er zu euch, bereits mit wenigen Wochen oder habt ihr ihn erst jetzt übernommen?

    Hast du von Anfang an Grenzen gesetzt oder warst recht "großzügig"?

    Du hast eine Tochter? Ist sie in die Hundeerziehung mit einbezogen?


    Ich denke, du musst erstmal für Ruhe sorgen. Es klingt, als würde er zu sehr hochdrehen und kann gar nicht anders, als immer mehr zu wollen. Was heißt, du machst täglich Übungen mit ihm - wieviel Zeit umfasst das?


    Kommt er dir immer hinterher oder kann er auch mal alleine in einem Raum bleiben? Sonst solltest du das auch beginnen. Er muss nicht immer und überall da sein und kontrollieren, dafür bist du ja da.

  • Puh, klemmt deine Feststelltaste?

    Klingt nach einem tollen jungen Hund, ideal zum arbeiten im Sport! Ist geil sowas aber man muss es in die richtigen Bahnen lenken und einen Ausschalter einbauen. Dazu ist es sinnvoll erstmal ein Ritual einzuführen dass er immer bekommt bevor es zur Arbeit geht. Bei uns ist das einfach der Satz "Wollen wir was tun?" für die UO und eine kleine schnelle Klickersequnez Platz, Fuss, kehrt zack zack und immer Belohnung. Die Jungs sind dann im Arbeitsmodus. Ausgestellt wird Andiamo im liegen "mach Butzbautzi" noch auf dem Platz und dann Bauchikraulen. Bei Farinelli ist es ein ganz laaangsames austreichen über den ganzen Körper im Steh. Dann kommen sie an die leine und wir hocken uns noch 10 Minuten ruhig neben den Platz und relaxen. Diese Rituale sind besonders für sehr treibige Hunde enorm wichtig damit sie immer wissen was gerade läuft. Ist anfangs etwas mühselig aber es lohnt, sich diese Zeit zu nehmen.

    Du sagst du belohnst viel mit Spiel und Beute. Ich habe hier auch so einen kleinen Beutejunkie, korrekte Arbeit in angesicht oder in erwartung der Beute oder des Spieles geht bei ihm noch lange nicht und er ist 15 Monate alt. In der Regel bekommt er bei 20 Minten üben einmal irgendwo diese Art von Belohnung aber immer für eine andere Sache, da er das ja nur nicht mit einer Aufgabe verknüpfen soll. Und manchmal schmeiß ich ihm nach getaner Arbeit noch 2x seinen Balli. Anfassen kann ich den Kerl während der Arbeit auch nicht, jedenfalls nicht kraulen oder streicheln, da explodiert er förmlich aber genau das nutze ich dann wieder rum wenn ich ihn dolle Belohnen will aber nicht über Beute gehen will. Dann darf er mich ungehemmt anhopsen und durch die Luft fliegen. Ansonsten gibt es sehr ruhige Arbeit, bis vor wenigen Wochen Fussarbeit nur über Futtertreiben, dann hab ich langsam abgebaut aber dafür bin ich nur noch im Schneckentempo gelaufen damit er wirklich nicht zu hochdreht. Ruhe, ruhe und nochmals Ruhe und immer aufpassen dass das Lockending nicht explodiert vor Begeisterung.

    Wir haben einen DSH im Training aus eine Leistungslinie der dann unter Stress so reagiert wie deiner, da wird schon mal geknapst und gepöbelt. Auch er wird wie mein Pudeljunge gearbeitet. Sehr sehr ruhig, ohne Emotionen und nur mit Futter.

    Übrigens kann man auch bei Futter toll die Wertigkeit der Belohnung variieren. Normales TF, Frolixe, Käse bis hin zu den kleinen Tüten mit Katzenfutter ist alles möglich und so weiß der hund auch nie was es gleich tolles gibt.

    Im alltag muss man solchen Hunden ebenfalls mit sehr viel Ruhe begegnen, kann man nicht vermeiden dass sie durch Stress derart reagieren wie du es beschreibst, sollte man sie schon vorher wegtun. Damit sie diese Verhaltensweisen gar nicht erst fest in ihr Repertoire aufnehmen.

    Daneben solltest du im sehr konsequent aber liebevoll zeigen wann und wo Schluss mit lustig ist. Bring ihm bei sich auf eine decke oder so zu legen, belohne ihn nur wenn er ruhig ist und fordere ihn nie zu wilden Spielereien auf in der Wohnung! Hier gibts die Regel, nie toben in der Bude ausser ich fange damit an. War auch nie ein Problem. Was in der Wohnung geht ist ruhiges kuscheln und schmusen aber keine Balgereien.

    Klar sind die Jungs als sie klein waren auch mal durchgedreht aber hey, bevor die gemerkt haben was ihnen da gleich passiert gabs mal nen beruhigenden Kausnack in die Kiemen gestopft. Bekam ich Besuch kam der Kleine erstmal in den Käfig oder aber an die Leine bis er sich runtergefahren hat. Mach ich heute noch wenn ich sehe dass er zu hochfährt.

    Ansonsten ist bei so einem Jungspund weniger oft mehr. Weiß ja nicht wie lange du am Stück so mit ihm übst und spielst aber beschränkt das mal auf 2x täglich 5 Minuten und dann auch nur langweilig Gassigehen und zwischendurch mal kurz toben. Alles so dass er nie wirklich austickt und Fehlverhalten zeigt. Passiert es doch anleinen, ignorieren und das nächste Mal besser aufpassen dass es nicht so weit kommt. Die schütten in diesen Momenten Unmegen von Adrenalin und Endorphinen aus und dieser Cocktail macht süchtig also ünterstütz diese Sucht nicht noch sondern setz ihn erstmal auf Entzug.

  • Das dachte ich auch, daß das ein Hund ist, der sich irre zum Arbeiten anbietet und ein Rohdiamant ist, der nach dem richtigen Schliff ruft.

    Ich kann Lockenwolf nur zustimmen. Klare Trennung zwischen Arbeit und Ruhe, Rituale, Konsequenz. Das kann ein toller Hund werden!

  • Vielen Dank für die echt super Ratschläge !!!!

    Ich werde es jetzt mit den Ruhepausen einführen. Gerade sind wir vom Gassi gehen gekommen. Heute hat er mit einem Boxer gespielt. Jetzt hat er sich freiwillig hingelegt und schläft.
    :-))

    Wisst Ihr, mein vorheriger Schäferhund war total ruhig und ausgeglichen. Mit Ihm konnte ich auch keinen Sport betreiben.
    Man lernt einfach nie aus. Finde ich super, das hier erfahrene Leute aktiv sind.
    Danke

    Twinkie

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