Hund lässt sich Knochen/Futter nicht wegnehmen

  • Hallo,
    ich wohne mit meinem Freund zusammen, und mit uns mein/unser Hund.
    Er ist etwa 2 Jahre alt und seit etwa 3 Monaten bei uns, kommt aus dem Tierschutz, davor war er ein paar Wochen/Monate Streuner, und davor hatte er vermutlich Besitzer, die ihn ausgesetzt haben. Soviel zur Vorgeschichte.

    Ich bin die Hauptbezugsperson, und kann ihm vom langweiligen normalen Futter bis zum Kauknochen alles wegnehmen. Ich habe Hundeerfahrung und wirke wohl souveräner und berechenbarer als mein Freund.

    Mein Freund kann ihm uninteressante Sachen meistens auch abnehmen, aber wenn es schon etwas leckerer als Trockenfutter ist, schnappt/beißt er manchmal nach meinem Freund. Nicht immer, und mittlerweile auch immer seltener geworden, aber es kommt noch vor. Manchmal auch wenn er ihm zb nur ein Leckerlie am Boden zeigen will, was daneben gefallen ist, oder nur einen Gegenstand in der nähe des Leckerlies/Kauknochens vom Boden aufheben will.

    Wir nehmen ihm natürlich nicht dauernd das Futter ab, so wie es gerade klingt. Ab und zu muss es halt mal sein, bzw wenn mein Freund nur was in der Nähe (0,5-1 m) des Knochens aufhebt und geschnappt wird, weil er evtl den Knochen wegnehmen könnte ist das nicht ok.

    Woran liegt es, dass ich an seine Sachen darf und mein Freund nicht immer? Unklare Rangordnung? Mangelnde Berechenbarkeit/Souveränität seitens meines Freundes? Wie bekommen wir das wieder hin?

  • Unsicherheit seitens deines freundes, wahrscheinlich schon eine gewisse Erwartungshaltung und damit unsouveräneres auftreten? Das würde ich tippen.
    Habt ihr es mit tauschgeschäften versucht? Ich würde es wie bei welpen machen und erstmal das vertrauen aufbauen durch Tauschgeschäfte, durch berechenbares verhalten gegenüber dem hund, aber auch durch bestimmtes auftreten, wenns denn wirklich mal sein muss.

  • Zitat

    Unsicherheit seitens deines freundes, wahrscheinlich schon eine gewisse Erwartungshaltung und damit unsouveräneres auftreten? Das würde ich tippen.
    Habt ihr es mit tauschgeschäften versucht? Ich würde es wie bei welpen machen und erstmal das vertrauen aufbauen durch Tauschgeschäfte, durch berechenbares verhalten gegenüber dem hund, aber auch durch bestimmtes auftreten, wenns denn wirklich mal sein muss.

    Das ist aber schwierig wenn der Hund schon schnappt wenn man nur etwas in 1m Entfernung vom Knochen aufheben will :???:
    Ich würde es auch mal mit Körpersprache versuchen. Souverän, vielleicht nicht direkt sondern in leichtem Bogen hingehen, Hund dabei gar nicht so richtig beachten.

  • Das ein Hund sein Futter verteidigt, wenn er befürchten muss, es wird ihm weggenommen, ist normal und zu respektieren. Die einen knurren oder schnappen, die anderen schlingen es so schnell als möglich runter - es irgendwie sichern zu wollen, ist normal.
    Meine Lösung ist, ihm diese Furcht zu nehmen. Gut hilft hier einerseits: zur Futterschüssel greifen, um noch etwas dazuzulegen, tauschen von unattraktivem Futter gegen attraktiveres oder Knabbersachen während dem Nagen in der Hand halten.
    Die Hand beim Futter soll normal und positiv sein und nicht bedrohlich, dann klappt es auch im Ernstfall, wenn man dem Hund einmal wirklich etwas Ungeeignetes wegnehmen muss.

  • Wenn der Hund schon aus der Entfernung reagiert würd ichs ihm einfach zuwerfen. Ganz ohne Theater in sicherem Abstand vorbei gehen und ein Stück Wurst oder Käse in die Richtung werfen. Nicht Reden, kein Theater, den Hund gar nicht beachten.
    Wenn das gut klappt die Distanz verringern. Knurren immer akzeptieren und Distanz vergrößern.

    Nicht an den Napf gehen! Auch nicht um was rein zulegen. Das weiß der Hund in den Moment ja noch gar nicht.
    Was man aber machen kann, ist das Futter einfach statt aus dem Napf aus der Hand zu füttern. Die ganze Portion. Einfach so ohne dass er was dafür machen muss.

  • Zitat

    Das ist aber schwierig wenn der Hund schon schnappt wenn man nur etwas in 1m Entfernung vom Knochen aufheben will :???:
    Ich würde es auch mal mit Körpersprache versuchen. Souverän, vielleicht nicht direkt sondern in leichtem Bogen hingehen, Hund dabei gar nicht so richtig beachten.


    Das grundproblem ist aber doch, dass der hund anscheinend kein vertrauen hat und angst um seine beute hat. Also muss da erstmal dran gearbeitet werden, dass der hund checkt "ok, der will mir nix böses"
    Und wenn er das verstanden hat, wird sich auch das was du ansprichst lösen meiner Meinung nach.


    Meine hat meinen bruder zb als welpe auch angeknurrt, als er nur an ihr vorbeiging. Das problem hat sich von selbst gelöst, als sie mehr vertrauen gefasst hat in alle familienmitglieder. Heute kann sie mit dem leckersten knochen daliegen und jeder darf an ihr vorbei oder sich neben sie setzen.

  • Wie wäre es denn, wenn dein Freund euren Hund zunächst aus der Hand füttert? Oder habt ihr das schon versucht?
    Bei uns gibt es dasselbe "Problem" wie bei euch anscheinend: Ich bin die Hauptbezugsperson für unsere Hündin, meinem Freund gegenüber ist sie noch etwas misstrauisch und schreckhaft (ist schon wesentlich besser geworden).
    Wir haben nach ein paar Tagen damit angefangen, dass er zunächst einfach nur in der Nähe ihres Napfes saß, wenn sie gefressen hat und dann von Mahlzeit zu Mahlzeit sich ein wenig näher gesetzt hat. Dann hat er ihr irgendwann das Futter (lecker Nassfutter.. :hust: ) aus der Hand gegeben, was super geklappt hat.

  • Zitat

    Das ein Hund sein Futter verteidigt, wenn er befürchten muss, es wird ihm weggenommen, ist normal und zu respektieren. Die einen knurren oder schnappen, die anderen schlingen es so schnell als möglich runter - es irgendwie sichern zu wollen, ist normal.
    Meine Lösung ist, ihm diese Furcht zu nehmen. Gut hilft hier einerseits: zur Futterschüssel greifen, um noch etwas dazuzulegen, tauschen von unattraktivem Futter gegen attraktiveres oder Knabbersachen während dem Nagen in der Hand halten.
    Die Hand beim Futter soll normal und positiv sein und nicht bedrohlich, dann klappt es auch im Ernstfall, wenn man dem Hund einmal wirklich etwas Ungeeignetes wegnehmen muss.

    Genau das haben wir in der Welpenschule gelernt - nie dem Hund seine Mahlzeit wegnehmen, ganz im Gegenteil: immer wieder was Leckeres dazulegen.
    Es wäre Blödsinn, dem Hund seine geringe Position deutlich zu machen, indem man nach Belieben das Futter/den Fleischknochen wegnimmt. Manche Halter in der Welpenschule machten das schon fast stressmäßig, also öfter während einer Mahlzeit ... So erzieht man sich am schnellsten einen Hund, der irgendwann später knurrt und schnappt, wenn man sich nur seinem Napf nähert.

    Also in diesem Sinne neu aufbauen - ebenso Tauschgeschäfte bei Kauartikeln und Spielzeug.

    Ansonsten soll ein Hund zuverlässig in Ruhe fressen können - da muss man nicht noch drumrum werkeln. Die paar Minuten wird das doch wohl möglich sein ...

  • Ich seh ehrlich gesagt auch das dazu legen kritisch und ich finds schwierig, das so zu pauschalisieren.

    Ich würde ein sicheres Aus trainieren, und auf ein gescheites Management setzen.
    Vetrauensaufbau spielt sich ja nicht nur an der Futterschüssel ab.

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