• Hallo liebe Forenmitglieder,

    ich brauche da unbedingt euern Rat :)

    Erstmal kurz zu unserem Hund. Wir haben einen 11 Monate alten Samojeden Rüden Namens Django, wir nahmen in mit 12 Wochen zu uns.
    Er ist ein toller liebevoller Kerl, den wir absolut nicht mehr missen wollen.
    Aber nun zu unserem Problem. Ich habe am Anfang wohl den blöden Fehler gemacht, dass er zu jedem Hund durfte und "Hallo" sagen oder spielen.

    Und nu meint der Herr bei jeder Hundbegnung Party machen zu müssen.
    Er fiept, bellt und zieht an der Leine. All das gelernte scheint für den Moment vergessen und Frauchen ist auch abgeschrieben.
    Hinzu kommt natürlich noch die Pupertät.
    Das nervt natürlich schon ziemlich und ich frage mich, wie wir das wieder rausbekommen :???:
    In der HuSchu ist momentan auch nur wenig mit ihm anzufangen, weil er einfach total unruhig ist und sich garnicht auf mich konzentrieren kann und nur die anderen Hunde im Auge hat.

    Sind wir zu Hause oder in einer Reizarmen Umgebung klappt alles wunderbar und er ist wieder ein ganz anderer Hund.

    Wir machen seit einiger Zeit Schleppleinentraining (Orienstierungslaufen und Rückruf festigen) und viele Bindungsspiele.

    Treffen wir bei Spaziergängen auf andere Hunde, versuche ich zügig mit ihm dran vorbei zu gehen, oder wechsel die Richtung.

    Er ist ein total verspielter Hund und er soll ja auch mit anderen Hunden spielen dürfen. Gehen auch regelmäßig zu Hundetreffen.
    Aber ich möchte, dass er ruhig an anderen Hunden vorbei gehen kann und sich auf mich konzentriert.

    Habt ihr da noch Tipps für mich/uns?

    Liebe Grüße und schonmal Danke im vorraus :)

  • Hallo,

    Das Thema interessiert mich auch brennend! Die Symptome sind bei meinem "Schoßhündchen" die gleichen, allerdings wurde das Verhalten in der Welpenschule noch konditioniert, er bellte wie irre und zog an der Leine, dass er sich fast strangulierte. Sobald er auf dem Platz war und toben konnte, war alles gut, nur machte er nichts, was er eigentlich schon konnte. Die Trainerin meinte nur, das legt sich schon.... Aber Kochschinken und Hähnchenbrust haben nicht geholfen!!

    Der nächste Trainer führte uns vor, wie es bei ihm geht: Hund, sobald er vorprescht, mit einem Bein abdrängen und bei Blickkontakt sofort Futter geben. Bei ihm, 190 groß, jung und dynamisch, klappte das wunderbar, ich habe mehr Zeit auf dem Boden liegend als stehend verbracht. Unser "Kleiner", der jede Woche 2 bis 2,5 Kilo zunahm, wog inzwischen über 40 Kilo, wie sollte ich so einen wibbeligen "Mistkerl" auf einem Bein stehend abdrängen können. Ich habe lediglich die gesamte Tagesration Futter verfüttert, weil Hundi mich ständig anschaute, aber gebracht hat es nichts! Wir haben zu der Zeit nur unterwegs aus der Hand gefüttert.

    Der nächste Trainer machte zunächst einen Hausbesuch von etwa 2 Stunden, konnte aber nur die gleiche Methode anbieten, als Alternative Kopfhalti. Wir haben dann gemäß Anweisung versucht, ihn mit Leckerli an dieses Gerät zu gewöhnen, es war aber eine Qual für ihn und wir haben es gelassen.

    Statt dessen sind wir zweimal wöchentlich über einen Zeitraum von 1,5 Jahren mit einer kleinen Hundegruppe unter Führung einer Hundepsychologin spazieren gegangen. Anfangs wurde 1 mal pro Woche trainiert und zwar bekam er ab dem Vortag kein Futter mehr und dann, wenn er bellte oder zog, stehen bleiben, hörte er auf, Futter und weitergehen. Futter interessierte nicht und wir haben es nie geschafft, bis an die Hundegruppe an einigermaßen lockerer Leine heranzukommen. Wenn er allerdings dann eine Weile mit den anderen toben konnte, ließ er sich gut abrufen, ich habe es sogar geschafft, ihn mehr als 1 Kilometer ohne Leine bei Fuß zu halten, obwohl direkt hinter uns die Trainerin mit ihrer kürzlich läufig gewesenen Hündin lief.

    Seit Anfang des Jahres gehen wir nicht mehr zu diesen Treffen, da das Verhalten dort nur weiter konditioniert wird. Statt dessen trainieren wir auf unseren täglichen Spaziergängen nur noch selbst mit ihm, lasten ihn aus mit Apportieren, Nasenarbeit usw., Rückruftraining mit und ohne Schleppleine. Manchmal meint er auch "ich bin dann mal weg" und verschwindet im Gebüsch oder Wald. Wenn ich mich dann verstecke oder weggehe, dauert dieser Ausflug höchsten zwei Minuten, wenn er mich nicht mehr sieht, ist jeder Hase oder ähnliches unwichtig.

    Wenn er allerdings einen Hund sieht, ist er nicht mehr ansprechbar. Gestern habe ich ihn angeschrien in der Hoffnung, ihn zu schocken, da er das von mir nicht kennt. Sonst rede ich mit ihm nur im Flüsterton oder Hand- / Kopfbewegung. Falls etwas nicht klappt und er mich mal wieder anschaut mit dem Blick "meinst Du miiiich?", füge ich ein energisches "sofort" an und schwupps, dann geht's. Bei der gestrigen Hundebegegnung hat er mir fast den Arm ausgerissen, er wiegt inzwischen 62 kg! Mein Mann schafft es besser, auch mit Ansprache, da bellt er zumindest nicht so und er hat ihn auch besser im Griff.

    Ich würde liebend gern mal einen entspannten Spaziergang mit ihm machen oder auch mal in ein Straßencafé gehen, ohne dass er die Tische umwirft, weil gerade ein potentieller Spielkamerad vorbei kommt.

    Kennt vielleicht jemand einen guten Trainer, der nicht zu der "Wattebausch-Liga" gehört, der uns vielleicht helfen kann? Wir wohnen im Raum Recklinghausen (PLZ 45...).

    Bin gespannt auf Eure Stellungnahmen...., hoffentlich liest überhaupt jemand meinen Roman

    Daylife 45 :headbash:

  • Also ich würde an Deiner Stelle das Training ganz anders anfangen und zunächst an Stellvertreterkonflikten üben.

    Wie ist denn die Frustrationstoleranz Deines Hundes in anderen Bereichen? Kann er sich mal zurück nehmen, einem Impuls zu widerstehen und dabei ruhig zu bleiben?

    Wenn nicht, dann würde ich damit erst mal anfangen und Zuhause üben. So was wie Warten am Futter, Leckerchen vom Boden nicht nehmen, warten an der Haustür, vorm Einsteigen ins Auto, einem rollenden Ball nicht hinter her rennen - solche Sachen. Aber nicht über Dressur (Sitz an der Tür), sondern wirklich über Erziehung.

    Wenn Du dort keine Baustellen hast, kannst Du draußen weiter machen.

    Wie sieht eure Leinenführigkeit insgesamt aus? Ohne Ablenkung, mit leichter Ablenkung. Dort kann man auch noch mal ansetzen.

    Erst dann würde ich wieder direkt in den Konflikt "Hundebegegnung" gehen und zwar erst mal mit Begegnungen, die Du kontrollieren kannst. Also Du nimmst vielleicht einen Bekannten mit Hund, der mit Dir übt. Ihr kommt euch entgegen, beim ersten Anzeichen Deines Hundes, auszurasten (besser noch kurz vorher), drehst Du Dich abrupt um und gehst in die andere Richtung, ist er ruhig, drehst Du wieder um und gehst auf den anderen Hund zu (der inzwischen stehen geblieben ist). Du musst schauen, welche Distanz Dein Hund braucht, um noch ansprechbar zu sein. Ihr könnt auch einen ruhigen Begegnungshund irgendwo anbinden und Du versuchst auf große Distanz dran vorbei zu gehen. Immer wieder abdrehen, wenn Dein Hund Theater macht. Wenn das klappt, kannst Du mit verschiedenen Hunden üben, Distanzen variieren, den anderen Hund liegen, sitzen und später sich bewegen lassen.

    Der Vorteil der kontrollierten Begegnung ist, dass Du genug Zeit zum Üben hast, weil Du Dein Gegenüber anweisen kannst, was er tun soll.

    Wenn Du während der Trainingsphase Hunde triffst, würde ich in der Zeit NICHTS machen, vom Hund wegdrehen und ihn machen lassen. Oft macht man ja unbewusst irgendwas, was zwar nicht hilft, aber den Hund trotzdem beeinflusst. Wenn man nichts macht, macht man wenigstens erst mal nichts falsch. Und Du kannst auf der anderen Seite weiter trainieren und machst Dir Dein Training nicht kaputt.

    Ein gutes Buch zu dem Thema: Duell auf offener Straße (Nadin Matthews) Dort geht es nur um das Thema Leinenaggression. Auf der dazu gehörigen DVD werden drei Fallbeispiele gezeigt und genau erklärt, warum der Hund sich an der Leine so gebärdet. Denn auch Frust kann eine Leinenaggression hervorbringen.

  • Daylife, ja ich habe deinen Roman gelesen :D aber so über das Forum sind Ratschläge, wie Du mit deinem Schwergewicht besser umgehen kannst, nutzlos. Da hilft nur Unterstützung und Anleitung vor Ort.

    Jemand der sich auf Neufundländer einläßt, mit ihnen und ihren Menschen bis zur Begleithunderpüfung trainiert, wird das auch mit einem Landseer schaffen, ist Jörg Müller - Hundeschule TopDog. Auf der Homepage findest Du die Standorte und Gladbeck ist nicht weit weg.

    http://www.topdog-training.de/185/

    Ich wünsche dir viel Erfolg.

    Gaby, ihre schweren Jungs und Finn

  • Danke, Gaby, für den Tipp, hab mir schon die Website angesehen. Leider ist im Moment erst mal eine Pause für mich angesagt, bin die Treppe runter gefallen und mit dem Rücken genau auf ein Stufe aufgeschlagen (aua).

    Sag mal, ich lese sehr viel über "Leinenaggression". Bruce ist aber absolut nicht aggressiv, wenn er wirklich an der Leine durch sein Ziehen zu einem Hund gelangt, wird begrüßt, geschnüffelt, er fordert zum Spiel auf usw.
    Ist er ohne Leine, benimmt er sich sogar sehr höflich, legt sich erst mal hin und geht dann im großen Bogen auf den anderen Hund zu. Ist das dann auch eine Leinenaggression?

    Schönen Abend, Gabi

  • Zitat

    Du bist doch in einer Hundeschule. Was sagt man denn da zu Deinem Problem?

    Naja, habe dem Trainer natürlich mein Problem geschildert und er sieht ja auch, wie Django sich auf dem Platz verhält. Aber er sagte mir nur, ich solle Geduld haben, weiterhin Konsequent sein und üben üben üben. Liegt auch viel am Alter, Pupertät und Rüde, sagt er.
    Leider fühle ich mich in dieser Hinsicht nicht so toll beraten und bin auch in der Überlegung, die HuSchu zu wechseln, so gut sie sonst auch ist.

  • Zitat

    Das Alter, Pubertät und Rüde spielen sicherlich eine große Rolle, nur nach unserer Erfahrung löst sich dieses Problem nicht von allein. Jedoch einen guten Trainer zu finden, ist wirklich sehr schwierig. Meiner Meinung nach brauchen einige Hunde sicher auch eine knallharte Ansage, wer der Chef ist. Wir hatten bislang den besten Erfolg mit Wasser ins Gesicht spritzen, da war er schon geschockt und wir happy, weil wir dachten, so einfach ist das. Allerdings haben wir das nicht konsequent durchgezogen, da er ja auch nicht doof ist und uns um die Beine wuselte, wenn er nur die Flasche sah. Und das ist eben das Problem bei einem 62 Kilo schweren Hund, eine Hand Hund und Leine, andere Hand Wasserflasche.... Ich denke, auch das müssten wir zumindest mit einem Trainer machen, das bedeutet, weiter suchen. Am besten sind da wohl Empfehlungen, denn die Eigendarstellung im Internet klingt immer toll, da ist jeder der Beste!

    Viel Erfolg, Daylife

  • Es wäre sinnvoll jemanden zu finden, der Euch erklärt wie man in für den Hund machbaren kleinen Schritten eine neue Verhaltensweise aufbaut, die er zeigen soll, wenn andere Hunde auftauchen. Das geht sicher nicht von heute auf morgen und, natürlich, das Ganze jetzt mitten in dieser Entwicklungsphase anzufangen ist sicher kein Zuckerschlecken. Aber ihr habt ja im Grunde keine Wahl ;)

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