Mobbing - Ich bräuchte Begriffsklärung

  • Zitat

    Ich hoffe inständig, dass ich dich falsch verstanden habe, aber du meinst hoffentlich nicht im Ernst, dass dieser nötige Stress, dem sich deiner Meinung nach ein Hund aussetzen sollte, um im Sozialgefüge klar zu kommen auch dein Lösungsweg für menschliche Mobbingopfer ist?


    Um Himmels Willen!!!!
    Nein!
    Gerade weil es einen fundamentalen Unterschied gibt, bevorzuge ich ja die begriffliche Unterscheidung!

    Zur Begriffsherkunft:
    Ja klar, das Wort kam nicht aus dem Nichts. Aber praktisch hat es sich als sehr abgegrenztes und klares Fachwort etabliert.
    Ich finde diese Abgrenzung sehr sinnig, wenn man nicht nur ungefähr drüber reden, sondern damit umgehen will (oder muss), deshalb versuche ich, es nicht zu allgemein und "ausgefranst" zu benutzen.

    Zum Unterschied Mensch-Hund:
    Ich denke "systematisch" ist hier das Schlüsselwort.
    Die sozialen Handlungen von Hunden sind nur im genetisch disponierten Sinne sytematisch... gemeint ist hier eher das Willentliche und einen Willen mag ich Hunden bei so was nicht unterstellen.. das ist m. E. Übertragung.
    Ich wäre übrigens auch mit dem Begriff "Opfer" vorsichtig wegen der Übertragungsgefahr.

    Zur inhaltlichen Frage:
    Mich würde, neben der Frage nach Alternativwörtern oder Anführungszeichen, interessieren, wie Ihr das handhabt.
    Immer/oft/manchmal/auf keinen Fall unterbinden?

  • Mein Hund ist auch häufiger Opfer solcher Attacken, obwohl er den meisten Hunden körperlich überlegen wäre. Ich denke mal, bei ihm ist die Ursache die bei Nordischen typisch hoch aufgestellte Rute, wie Schopenhauer schon erwähnte. Wenn er mit anderen Nordischen spielt, habe ich das Verhalten noch nie beobachten können.

    Ich gehe mittlerweile immer dazwischen, weil ich meinen Hund kenne und er sich einfach nicht wehrt - aus welchen Gründen auch immer.

  • Zitat

    Zur inhaltlichen Frage:
    Mich würde, neben der Frage nach Alternativwörtern oder Anführungszeichen, interessieren, wie Ihr das handhabt.
    Immer/oft/manchmal/auf keinen Fall unterbinden?

    Ich sag mal so, ich hab ja einen Hund der gerne andere Hunde platt macht, um es mal anders zu definieren.

    Emmy ist so ein Fall. In einer gefestigten Gruppe, in Berlin z.Bsp. bei meiner Freundin, hat sie in der Hündin meiner Freundin einen geeigneten Partner gefunden um andere Hunde platt zu machen.


    Ich nenne es " sch**ss Gruppenzwang". :roll:

    Und was die beiden abziehen ist dann wirklich nicht mehr schön. Da wird pöbelnd auf einen anderen Hund zu gerannt, dieser verbellt und wenn der andere Hund dann weg rennt wird er gejagt. Die beiden steigern sich extrem da rein.
    Leider musste ich schon die leidliche Erfahrung machen. :/
    Deswegen werden die Damen auch nur getrennt zu einem fremden Hund hin gelassen wenn dies erwünscht ist.

    So etwas passiert auch nur einmal und ist schlimm genug.

    Und da heisst es dann auch vorher gut beobachten von Emmy und Bonny. Man sieht es an der Kommunikation der beiden sehr gut.

    Wenn Emmy auf einen Jungspund trifft kann es leider auch passieren das sie ihm sofort die " Leviten" liesst. Und auch da, wenn der andere weg rennt, geht sie in den Jagdmodus.

    Ich unterbinde es in jedem Fall, denn mir ist es unangenehm und Emmy muss sich nicht benehmen wie die "Axt im Walde". ;)

  • Der Begriff mobbing kommt aus der Verhaltensforschung und wurde wie schon erwähnt von Konrad Lorenz verwendet/eingeführt. Erst später hat man den Begriff auf Menschen ausgeweitet. Mir sind die Berührungsängste irgendwie nicht ganz klar.

    Zitat

    Mich würde, neben der Frage nach Alternativwörtern oder Anführungszeichen, interessieren, wie Ihr das handhabt.
    Immer/oft/manchmal/auf keinen Fall unterbinden?


    Wenn meine Hündin einen ängstlichen Artgenossen verjagen und schikanieren will, dann unterbinde ich dieses Verhalten, denn sie hat das einfach nicht zu tun. In der Gruppe ist es nicht anders.

    Und diesen Stress, diese (oftmals) negative Erfahrung erspare ich auch meinem Hund, soweit es mir möglich ist.

    Ich habe häufig die Beobachtung gemacht, dass gerade die unsicheren und ängstlichen Hunde von solchen Übergriffen betroffen sind, wo sich jeder mal daran abreagiert. Manche Hundehalter lassen es einfach laufen, solange bis es den anderen Hunden zu langweilig wird, oder bis jener schikanierte Hund das Weite sucht, oder es zu einem Übergriff kommt. Andere Hundehalter gehen ab Zeitpunkt X dazwischen. Das ist so unterschiedlich wie die Beteiligten dahinter.

  • Zitat

    Der Begriff mobbing kommt aus der Verhaltensforschung und wurde wie schon erwähnt von Konrad Lorenz verwendet/eingeführt. Erst später hat man den Begriff auf Menschen ausgeweitet. Mir sind die Berührungsängste irgendwie nicht ganz klar. (...)


    Na ja... wenn ich Verhaltensforscherin wäre und mit anderern Verhaltensforschenden auf einem Fachsymposion spräche, würde ich "Mobbing" völlig unproblematisch verwenden. Logisch. Da ich aber in anderen Kommunikationssituationen mit dem Wort zu tun habe, versuche ich zu unterscheiden... aus den bereits genannten Gründen (Abgrenzung zum Menschlichen, Vermeiden von Begriffsausfransung, Respekt vor Betroffenen und professionell damit Umgehenden, usw. , siehe oben).

    Zu meiner inhaltlichen Frage:
    Hmmm. Danke für die Antworten.
    Das Vermeiden auf Seiten der aktiven und schikanierenden Hunde, kann ich freilich nachvollziehen.
    Bevor mein Hund einen anderen ernstlich in Bedrängnis bringt oder gar angreift, muss ich einschreiten.

  • Dieser Link ist recht gut und geht auch auf jeweiligen Erfahrungen ein
    http://quadropodium.de/?p=566

    Zitat

    Das Vermeiden auf Seiten der aktiven und schikanierenden Hunde, kann ich freilich nachvollziehen.
    Bevor mein Hund einen anderen ernstlich in Bedrängnis bringt oder gar angreift, muss ich einschreiten.


    Gilt anders herum aber auch. Einen sehr ängstlichen und unterwürfigen Hund, der durch sein Verhalten bedingt schnell in Schwierigkeiten kommt, der lernt von solchen Begegnungen auch nicht viel, außer das seine Angst begründet ist.

  • Eine freundin von mir hat einen manchester terrier.
    Sie hat ihn vom tierheim (er wurde vom fahrenden auto aus auf die straße geworfen). Als sie ihn neu hatte war er seeehr schüchtern, unsicher, mit diversen situationen schnell überfordert u dann auch sehr ängstlich.
    Mein stinkstiefel hatte einen heiden spaß dran ihn zu jagen.
    Je lauter er geschrien hat, u je mehr angst er hatte, umso witziger fand sie es.
    (Natürlich hab ich das dann unterbunden u sie musste neben mir bzw an der leine gehen!)
    Er hatte angst u sie fand's komisch.
    Darum würde ich das schon als mobbing bezeichnen.

    Ich würde aber nicht jedes bissl sekieren 'mobbing' nennen.
    Entsprechend würd ich auch nicht immer (gleich) eingreifen. Wenn einer den anderen ein biss ärgert, gehört das halt auch irgendwie 'dazu' u kann zb beim spielen einfach vorkommen. Das gehört sicher zu den dingen die ein hund 'aushalten muss' (natürlich situationsbedingt u nicht von jedem usw). Wenn aber der geärgerte keinen schritt mehr tun kann, od gar angst hat, dann ist mmn höchste zeit um einzugreifen!

    Ich denke, spielen ist das wo alle spaß haben, u nicht einer findet's komisch u der andere hat angst!

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