Freilaufen

  • Hallo @ all,

    mich beschäftigt nun seit Tagen folgendes Geschehen:

    Eyla (9,5 Monate alt) ist es von Anfang an gewohnt, im Wald (der 5 min von unserem Grundstück entfernt ist) frei zu laufen. Sie düst durch den Wald, geht auch mal soweit, dass man sie nicht mehr sieht. Sobald sie merkt wir sind außer Sicht-bzw. Hörweite kommt sie von allein zurück, auch wenn wir ihren Namen rufen kommt sie sofort an. Bisher war es so, dass, wenn andere Hunde in Sichtweite waren, wir ihr das Kommando "Sitz" gaben. Sie war immer total aufgeregt wenn ein Hund kam, weil sie immer mit jedem spielen wollte. Bisher haben wir sie dann immer an die Leine genommen, die Hunde haben sich beschnüffelt und wenn der andere Hundehalter es wollte wurden beide abgeleint und sie konnten toben. Wir haben oft von anderen gesagt bekommen, dass Eyla wirklich schön spielt, sie knurrt nicht, beißt nicht und akzeptiert es, wenn der andere Hund nicht mehr will.
    Letztens war alles anders. Eyla düste mal wieder durch den Wald, mein Mann (ich war nicht mit) sah in weiter Ferne 2 angeleinte Hunde(Bulldoggen) kommen. Diesmal blieb Eyla nicht stehen (trotz energischem Ruf meines Mannes) sondern rannte zu den Hunden hin. Die Hündin der HH hatte sich losgerissen und rannte mit Leine im Schlepptau auf Eyla zu. Mein Mann hörte Eyla nur noch jämmerlich jaulen, als er dann "vor Ort" war gab er Eyla das Kommando "Sitz". Die andere Hundehalterin beschimpfte meinen Mann, dass er jetzt auch nicht mehr seinen Hund erziehen bräuchte. Wenn sie nicht höre, gehört sie nicht abgeleint. Sie gab ihm zu verstehen, dass ihre Hündin sehr agressiv auf andere Hündinnen reagiere und sie deshalb ein Zusammentreffen stets vermeide.
    Eyla versteckte sich hinter meinem Mann und war total ängstlich.
    Seit diesem Vorfall trau ich mir nicht mehr sie abzuleinen :sad2: , außer auf einer großen Wiese wo ich sehe wo sie ist und wer da kommt. Dort spielt sie auch wieder mit anderen Hunden. Unterwegs ist sie nun aber sehr misstrauisch wenn uns Hunde entgegenkommen. Sie bleibt dann stehen und versteckt sich hinter mir/bzw. meinem Mann.
    Ist dieses Misstrauen "hilfreich" (weil sie nun nicht mehr auf jeden zu rennt) oder doch "bedenklich" (weil wir uns einen ängstlichen Hund erziehen)?

  • Wir gehören zu den HH, deren Hunde das garnicht witzig gefunden hätten. Meine haben keine ernsthafte Beschädigungsabsicht, dennoch würde es wohl etwas scheppern.

    Um deinen Hund zu schützen würde ich die Schleppleine dran hängen und üben,üben, üben. Das sie in diesem Alter Rückfälle in der Erziehung aufweisen ist eher normal.


    Wegen der Unsicherheit würde ich mir ruhige Hunde suchen und etwas Begegnungstraining machen. Prinzipiell ist etwas Misstrauen nicht verkehrt, aber zuviel Unsicherheit ist nichts (das erlebe ich mit meinen).

  • Grade jetzt ist deine Maus doch sowieso in einer schwierigen Zeit, da gibt es immer mal Höhen und Tiefen.
    Das Abrufen klappt bei uns eigentlich auch zu 100%, aber manchmal kommt so eine Phase, da schaltet sie komplett auf Durchzug und geht ab durch die Mitte.

    Was mir noch eingefallen ist: Ich würde meinen Hund im Wald nicht frei laufen lassen, wenn er nicht unmittelbr in meiner Nähe ist. Das kann schon mal Böse enden.
    Jäger dürfen zwar keinen freilaufenden Hund schießen, selbst wenn er noch so weit vom Besitzer weg ist, aber sollte er offensiv ein Tier jagen, hat der Jäger das Recht dazu.
    Auch allgemein, wenn der Hund nicht jagt, wäre mir das zu gefährlich. Da halten sich (leider) nicht alle Jäger dran.

    Ich hatte das Problem einmal mit meinem Pflegehund - Labbi Mix.
    Wir hatten viele Hasen & Rehe, er hat auch Fährten aufgenommen, ließ sich aber abrufen.
    Bis zu dem Tag, an dem er dann einfach weg war. Ich habe lange gesucht und ihn letztenendes gefunden - zusammen mit einem so gut wie toten Reh.

    Man muss dazu sagen, das Reh kam dreibeinig zur Welt und war alt. Mein einziges Glück war, dass der Jäger dort im Dorf mein Hausarzt ist und gleich neben meiner Freundin gewohnt hat. Ihr gehörte der Labbi.
    Eigentlich hätte er Lupo erschießen können.

    Trotz den doch tragischen Umständen und der Tatsache, dass ein 'normaler' Hund kein 'normales' Reh kriegen sollte, darf meine Hündin im Wald nicht von der Leine.

  • Zitat

    Trotz den doch tragischen Umständen und der Tatsache, dass ein 'normaler' Hund kein 'normales' Reh kriegen sollte, darf meine Hündin im Wald nicht von der Leine.

    Ist zwar OT, aber trotzdem:
    Rehe auf der Flucht sind oft sehr panisch und kopflos, die rennen schnell mal in ein Hindernis, und das auch mehrmals hinteinander (selbst live erlebt, aber nicht mit meinen Hunden :sad2: ) Da kann Hund aufholen und es auch schaffen, das Reh zu packen, für einen mittelgroßen bis großen Hund ist ein Reh mit 20-25 kg so "leichte" Beute.
    Und ich kenne mehrere Fälle, wo Jäger Rehe erschießen mussten mit schweren Verletzungen durch Bisswunden von Hunden....

  • Zum Thema Jagen kann ich den vor mir Schreibenden nur zustimmen - das geht gar nicht. Zumal im Laufe der Pubertät erst der Jagdtrieb richtig rauskommt bei den meisten Hunden, egal, wie desinteressiert sie vorher waren. Also - Laufen ohne Leine im Wald, wenn sie nicht kontrollierbar ist, solltet Ihr künftig echt unterbinden, da könntet Ihr Euch bösen Ärger einhandeln - mal abgesehen davon, daß man sowas nicht macht, allein schon wegen der evtl. gejagten Tiere...

    Ansonsten: daß der Hund derzeit an der Leine ist, ist gut - muß man halt wieder ein bisserl den Rückruf festigen, ist normal in der Pubertät...

    Es ist natürlich schwierig, wenn der Hund sonst unterwegs im Wald tun und lassen darf, was er will - warum soll er dann plötzlich ausgerechnet auf den Rückruf hören? Das ist quasi ein Widerspruch für den Hund - also: entweder er macht immer, was Ihr sagt (und dazu gehört dann auch, daß er sich nicht außer Sichtweite entfernt!), dann wird er auch auf den Rückruf besser hören, oder er macht, was er will - und wird das auch dann tun, wenn Ihr ihn zurückrufen möchtet.... ;-) Da sind Hunde echt konsequent.... *gg Bei mir gibt´s den Befehl RAUS für solche Dinge - meine Terrier haben im Wald abseits der Wege genau nichts zu suchen, weil sie eben jeder Spur nachgehen würden, wenn ich sie ließe.

    Allerdings muß ich ganz ehrlich sagen: die Halterin des anderen Hundes hätte sich nicht so aufführen müssen! Ich habe mit meiner Frieda auch einen Hund, der auf andere losgehen würde. Aber ich würde nie den anderen Halter dafür verantwortlich machen, wenn er mal net aufpaßt, und der Hund schneller bei mir ist, als er den halten kann (immerhin habt Ihr den Hund abzurufen versucht und damit wenigstens reagiert!). Das kann mal passieren, gerade beim Junghund, nobody is perfect (solang´s net zur Regel wird ;-) ), und genau deswegen hab ich für mich ausprobiert, wie ich am besten reagieren kann. Bisher ist es mir bei fast jedem Hund gelungen, diesen zu seinem Besten entweder zu blocken, sodaß der Halter ihn abrufen konnte, oder (genauso wie Frieda) am Halsband festzuhalten, und ihn damit außer Reichweite des "Schnabels" meines Monsterlis zu halten. Lediglich einmal kam ein Kleinhund (ein Bichon-Verschnitt, chancenlos gegen meine Terrine, wenn ich net aufpasse), der dauernd aufgeritten ist auf die von mir festgehaltene und gesicherte Frieda, und gar nicht ablassen wollte - den hab ich (nachdem er auf Worte überhaupt nicht reagiert hatte) echt im Nacken gepackt, mehrfach (!) abgepflückt, abgesetzt, und böse weggeschickt (und mein Tonfall ist dann echt böse!) - aber der hat sich NULL beeindrucken lassen. Zum Glück war diese Kröte (ich mußte fast lachen über diese Dreistigkeit - ich mag ja eher die Frechdachse *gg) klein genug, sie am Halsband fernzuhalten, bis Herrchen sich dann freundlich lächelnd herbequemt hatte... :headbash:

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