• Hallo liebe Foris,

    Ich könnte mal wieder einige gute Ratschläge gebrauchen. Moe (Große Schweizer Sennenhündin, 18 Monate) hat das Jagen für sich entdeckt. Sie stöbert nicht wirklich und geht auch keinen Fährten nach, aber es ist jetzt ein paar Mal passiert, dass vor uns ein Hase aus dem Gebüsch hochgeschreckt ist und da ist sie volles Rohr hinterher.

    Rückruf natürlich Fehlanzeige. Sie war noch nie länger als 3-4 Minuten weg, aber das ist ja schlimm genug. Jetzt läuft sie an der 15 Meter Schleppe und ich will trainieren. Bestelle demnächst auch das Buch von Pia Gröning.

    An alle, die es geschafft haben ihren Hund kontrollierbar zu machen: Was und wie habt ihr geübt?

    Wir machen viele Übungen zur Impulskontrolle mit dem Futterdummy und üben grad das Kommando Stopp mit anschließendem Sitz. Nächster Schritt wäre dann der Ball (heiß geliebt), aber das funktioniert (noch) nicht.

    Ich freue mich über Anregungen und Tips.

    Liebe Grüße

  • Huhu,

    unter den Stichworten Antijagdtraining, Impulskontrolle, Schleppleine, Reizangel ... findest du hier im Forum viele viele Themen dazu ;)
    das zu lesen dürfte sicher fast so lange dauern, wie Pias Büchlein durchzulesen ;)


    Was und wie wir geübt haben, hilft dir nicht zwingend weiter, weil Hunde unterschiedlich und aus unterschiedlichen Gründen jagen.

    Hier gab es:
    - Bindungsaufbau
    - Impulskontrolle
    beides mit Hilfe der Schleppleine
    - konditionierten Abbruch
    - Superrückruf
    - Distanzkontrolle (trainiert u.a. durchs Longieren)
    - Ersatzbeschäftigung

    mal ganz kurz zusammen gefasst

  • Einfacher wäre es natürlich gewesen, dem Hund von Welpe an diese Dinge schon mal prophylaktisch beizubringen - so mache ich es zumindest mit meinen Jagdhunden.
    Also ein gutes Abbruchsignal, sauberer Rückruf, Impulskontrolle und Frustrationstoleranz. All diese Dinge brauche ich so oder so im Alltag am meisten und der Abbruch/Abruf am Hasen ist dann das Meisterstück.

    Vorher übe ich immer ganz viel das NICHT-Hinterrennen von bewegten Reizen, sei es, das Leckerchen das rollt, das Blatt, das fliegt, der Ball, der fliegt usw. Ebenso rufe ich meine Hunde von anderen Hunden ab bzw. verbiete ihnen, da einfach hin zu laufen.
    Fürs Selbsthemmen gibt es dann eine Belohnung. Klappen all diese Ansätze gut, wird die Ablenkung gesteigert.

    Parallel dazu arbeite ich mit meinen Hunden jagdalternativ je nach Talent: Fährte, Dummy usw.

    Ebenso versuche ich in der ersten Zeit, also während der Hund noch im Training ist, wildreiches Gebiet zu meiden und außerdem ist es verboten, die Wege zu verlassen und in Wälder oder auf Felder zu rennen.
    Die Hunde sollten eine gewissen Distanz um mich herum einhalten und auch auf diese Distanz kontrollierbar sein.

  • Also... so wie ich das nurn einschätze - der Hund geht dem Reiz hinterher, weil er urplötzlich vor ihm auftaucht. Da ist er natürlich sofort im "Modus".

    Allerdings sehe ich da nun kein "richtiges Jagdverhalten" - sondern momentan einen Hund, der einfach auf den Reiz reagiert. Insofern ist das gut, weil das natürlich leichter trainierbar ist, als ein Hund, der passionierter Jäger ist.

    Lies doch zuerst einmal das Buch ;)

  • Hey,

    mein Hund hat bzw. hatte ähnliche Hasenjagd Ambitionen wie deiner. Ich finde deine Trainingsansätze schon mal ganz gut! So haben wir es auch gemacht. Wir haben weniger sinnlos Ball- und Hetzspiele gespielt, dafür ganz doll an der Impulskontrolle gearbeitet.
    Zudem hab ich Nelly auf eine Pfeife konditioniert (über ihr Lieblingsspielzeug). Das soll so ein Notrückruf sein, falls sie doch mal wieder abzwitschert um Hasen zu jagen. Mit der Pfeife kann ich sie zu 1000% abrufen. Das klappt echt immer. Vielleicht wäre das ja auch was für euch?

    Liebe Grüße und viel Erfolg! :smile:

  • Hallo,

    danke für eure Antworten. Ich werde im Buch sicher noch gute Ratschläge finden. Ich dachte nur ein paar individuelle Tips von euch sind sicher viel Wert. :smile:

    Die Pfeife haben wir vor zwei Monaten dazugenommen und mit super Futter und Lieblingsspielzeug aufgebaut. Funktioniert sehr gut, aber bei Hasensichtung leider nicht mehr. Ich treffe halt auch eher selten Wildtiere, was das Üben am Objekt der Begierde sehr schwierig macht. Wie habt ihr euch bei Hasensichtung verhalten als euer Hund noch nicht kontrollierbar war? Sie wird in die Schleppe rennen und dann bocksteif stehen. Kommandos sind dann wohl erstmal überflüssig oder?

  • Am Hasen solltest Du momentan nach Möglichkeit noch nicht trainieren. Das wäre dann quasi erst die Abschlussprüfung oder Abitur.

    Vorerst würde ich nur in geringerer Reizlage arbeiten von leicht zu schwer.

    Wie sieht es denn mit der Standruhe bei Deinem Hund aus, wenn Du den Dummy wirfst? Ist das schwer auszuhalten für den Hund oder schafft der das locker? Wäre es beim Ball schwieriger?

    Ich würde erst die Signale ordentlich aufbauen und festigen und erst dann vielleicht erwarten, dass es am Hasen auch klappen könnte. An Wild kann man eh schlecht trainieren, aber man kann wildreiche Gebiete vielleicht während der Trainingsphase meiden oder den Hund halt an der Leine lassen.

  • Danke für deine Antwort.

    Also Standruhe beim Dummy ist kein Problem. Das üben wir aber auch schon lange. Da führt sie alle Kommandos super aus bevor sie ihn holen darf. Der Ball stellt schon einen viel größeren Reiz dar. Langsam kullern geht schon, aber da ist sie sehr angespannt. Deshalb wäre das mein nächster Übungsschritt. Das macht doch Sinn oder?

    Wir meiden wildreiche Gebiete, aber Hasen lassen sich oft nicht vorher blicken und da kann es doch passieren, dass wir einen sehen. An der Leine bleibt sie sowieso erstmal. Ich wollte nur wissen, wie man da richtig reagiert.

  • Also ich kann mich gorgeous2000 nur anschließen, zunächst noch nicht am Wild zu üben. Ich hab meinem Hund auch die Impulskontrolle am Spielzeug beigebracht. Das hat mit viel Training aber gut geklappt. Wir haben auch beim Ball rollen angefangen, bis hin zu 'ich schmeiß den Ball so weit ich kann über sie hinweg oder werfe sogar zu ihr hin'.
    Die Impulskontrolle haben wir dann auf alles mögliche ausgeweitet - Ball spielende Kinder, Tauben in der Innenstadt, Begegnungen mit anderen Hunden etc.
    Bei uns ist es zum Glück so, dass ich die "Hasenfelder" alle in- und auswendig kenne und auch mittlerweile die Aktivitätszeiten der Hasen kenne. Wir sind dann zum Üben immer extra zu den "Hasenwiesen" gelaufen (an der Schlepp) um Übungssituationen zu provozieren. Heute kann ich sie dort auch ableinen, muss aber stets (!) ein Auge auf den Hund haben.

  • Danke, dein Beitrag macht mir Mut, dass wir das wieder hinbekommen.

    Hab grad nochmal mit meinem Partner gesprochen und wir sind einig, dass wir in Zukunft nichts mehr werfen, ohne das Moe vorher warten muss.

    Ich hab vorhin mit ihr im Flur (sehr groß) mit dem Ball geübt. Hatte sie an der Schleppe und Putenhackfleisch als Belohnung. Am Ende konnte ich mit Ball durch den Flur rennen und sie ist liegen geblieben. :gut: Da werd ich jetzt langsam weitermachen. Sie ist ja gsD eher ruhig und Impulskontrolle fällt ihr nicht sooo schwer. Leckerchen auf die Pfoten legen und warten, vorm Napf warten, an der Tür warten usw. ist alles kein Problem. Da werden wir den beweglichen Reiz nun auch noch hinbekommen hoffe ich.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!