Unser Tag heute - bitte mal um Meinungen (Verhalten etc)

  • Zitat

    Aber zu menschlichem Verhalten kann ich etwas schreiben und was mir auffällt ist Deinen enorme Genervtheit
    deinem Hund gegenüber.

    Ich glaub, wir nerven uns momentan gegenseitig ;)

    Zitat

    Wenn der Hund mich aktiv belagert weil sie sich z.B. langweilt schicke ich sie weg, aber meist blende ich sie einfach aus - und dann merke ich irgendwann, dass sie neben mir auf dem Sofa oder unter meinem Stuhl liegt.

    (...) ob er einfach etwas mehr Nähe braucht und total Stress hat weil er auf einen Platz 'verbannt' und vom Geschehen ausgeschlossne wird.

    Er wird nur dann auf seinen Platz "verbannt", wenn er mir wie eine Holzente-an-der-Schnur folgt und permanent hinter mir steht und mich beobachtet. Hab nix gegen Nähe, sitze auch oft lange auf dem Boden, es gibt Kontaktliegen etc. - aber er muß mich nicht permanent verfolgen. :???: Er liegt z. B. unter meinem Schreibtisch, döst - und wenn ich nach langer Zeit nur mal ein Wort zu meinem Mann sage oder die Beine überschlage, dann steht er sofort vor mir und guckt mich erwartungsvoll an. Ja, kann man ignorieren, tu ich auch meistens - aber irgendwie fühl ich mich dadurch... unter Druck gesetzt? Weiß nich, find grad nicht das richtige Wort. Vielleicht denke ich auch zu viel drüber nach. Ich weiß nich. Ich will ja, dass es ihm gut geht und er sich wohl fühlt. Aber ich will mich auch nicht von ihm dirigieren lassen.

    Wenn ich hier im Forum lese, dass viele ähnliche Phasen durch haben, dann beruhigt mich das auch schon. Unterwegs begegne ich echt sehr selten solchen Hunden wie meinem - die allermeisten laufen ohne Leine, selbst nachmittags im Park oder an hochfrequentierten Ausflugszielen mit vielen anderen Hunden, ohne irgendwie unruhig, aufdringlich, laut oder taub zu sein. Ich hab doch nicht den einzigen jungen Hund weit und breit? :???: Jedenfalls haut mir sowas auch aufs Gemüt. Mir passierte es bislang vielleicht zwei Mal, dass ein fremder Hund zu uns lief und nicht sofort auf Rückruf zurücklief. Aber die liefen nach kurzer Zeit auch immer wieder zurück zu ihren Besitzern, da mußte keiner 2 km rennen um den Hund zu suchen und wieder einzufangen |)

  • Hallo,

    ich klinke mich hier auch mal ein, weil Du irgendwie von meinem Arnold sprichst. :headbash:

    Das Verhalten anderen Hunden gegenüber, das permanente Geschmatze während des Spazieren gehens, das Zähne klappern, das auf die Hinterbeine stellen und in die Leine stemmen, beschreibt 1:1 das Nervenbündel neben mir.

    Ich habe leider auch kein "Heilmittel" dafür, kann dir aber sicherlich einen Rat geben.

    Eines vorweg: ich bin eigentlich ein Kastrationsgegner.

    Mir haben alle möglichen Menschen (darunter auch einige Trainer) gesagt: "Mensch, lass den kastrieren! Das geht ja gar nicht!" Ich habe zwar immer wieder darüber nachgedacht (auch hier zu Hauf nachzulesen), aber irgendwie fehlte immer das bestimmte Etwas. Ich habe immer geglaubt, dass man es auch so hinbekommen müsste.

    Arnold ist heute ca. 4,5 Jahre alt. Er kam recht spät in die Pubertät, wenn man das so nennen kann. Ich habe ihm vor 2 (?; scheiß Gedächnis :D ) Jahren, nach Absprache mit meiner TÄ, einen Kastrationschip setzen lassen.

    Was soll ich sagen: Ich war begeistert!

    Ich hatte nach einigen Wochen einen Hund, der weder in der Leine hing, noch übermäßig zu anderen Hunden wollte. Er rammelte keine Büsche mehr und wollte auch auf keiner Hündin aufreiten. Er war fähig, ohne auch nur einen Blick in Richtung eines anderen Hundes zu tätigen, an selbigen vorbei zu gehen. Das für mich schönste Erlebnis war jedoch, dass ich ihn das erste Mal richtig mit anderen Hunden habe spielen sehen. Er war so entspannt und ich dadurch natürlich auch.

    Leider, das muss ich ganz klar so sagen, war ich immer noch so dumm und habe ihn nach Nachlassen der Wirkung nicht kastrieren lassen. :verzweifelt:

    Könnte ich die Zeit zurück drehen, hätte ich es schon da machen lassen. Jetzt ist es aus gesundheitlichen Gründen am Dienstag soweit. Ich hoffe, dass die Wirkung dennoch in etwa die selbe ist.

    Mein Rat also: Obwohl der Chip eine wahre Chemiekeule ist, die nicht wirklich ausgeforscht ist, bzw. über Langzeitstudien verfügt, würde ich dir dazu raten. Die Wirkung hält einige Wochen bis Monate (bei uns einige Monate). Dass die Wirkung nachlässt, merkt man daran, dass die Kronjuwelen wieder wachsen. :lachtot:

    Solltest Du mit dem Chip merken, dass er deutlich entspannter ist und euer Leben dadurch an Qualität gewinnt, dann lass ihn ganz kastrieren.

    Ich habe jetzt Jahre damit verbracht, verschiedene Trainer und deren Methoden auszuprobieren und stelle fest, dass mein Wunschdenken, einen entspannten Hund nur mit Training zu bekommen, nicht funktioniert.

    Es wird eigentlich eher immer schlimmer, weil man selbst einfach auch an seine Grenzen gerät. Dafür musst Du dich in meinen Augen auch nicht schämen oder rechtfertigen. Viele haben mir gesagt "Man, entspann dich doch mal.", wenn ich mit anderen mit dem Hund war. Hatten die ihn jedoch, kam meist der Satz: "Man, wie hälst Du das aus?!"

    Ich konnte stellenweise schon gar nicht mehr mit ihm gehen und mein Freund musste das übernehmen. Wenn ich durch Arbeit etc. gestresst war, habe ich darauf verzichtet. Das hätte nichts gebracht. Ständig auf der Hut, wo der nächste Hund ankommt und das permanente Vorbeireiten darauf, gleich auf die Straße, über das Feld, oder durch den Wald gezogen zu werden.

    Natürlich KANN es eine Phase sein. Vielleicht bekommt man es auch "so" raus. Ich persönlich kann aber beides nur verneinen und vielleicht ist es für euch eine Option.

  • Hallo :smile: ,

    ja, da würde ich auch Kastrationschip setzen und dann entscheiden, ob es was bringt, ihn zu kastrieren.

    Pudel(mix) und Hibbeligkeit - nicht so ungewöhnlich - auch jenseits der Hormone. ;)

    Mir fällt folgendes auf:

    1. er verfolgt dich drinnen und draussen zeigt er dir den Mittelfinger.
    2. es geht bei Dir viel um Dressur, was zwar leicht ist mit Pudel, aber nicht wirklich zum gewünschten Erfolg führt.

    Ich würde die Qualität der Arbeit mit ihm ändern, es anspruchsvoller machen (wenn Du den Nerv dazu hast :smile: ). Nasenarbeit einerseits stünde da ganz vorne auf meiner Liste (ZOS z.B.). Andererseits wird er auch Power ohne Ende haben und Bewegung ist sicher gut für ihn. Drinnen würde ich gar nichts machen, ihn ignorieren, auch Tür zumachen, aber nicht auf seinen Platz schicken. Er könnte von mir aus liegen, wo er mag - er wäre schon auch Luft für mich. Dich nicht aufregen über den hund, der durch die Tür lugt, sondern Tür zumachen und weiter im Programm. Denk nicht soviel nach - denk lieber an Dich!

    Draussen würde ich anfangen, ihn zu überraschen, indem ich ihn selbst nachdenken lassen würde. Z.B. mal verabreden mit Hundegruppe und gehen, wenn er sich nicht abrufen lässt. Einmal rufen und dann bist Du weg - aber wirklich weg (deine Bekannten wissen ja, was ist und können aufpassen). Unterwegs würde ich mich - auch ohne Grund - verstecken und Party machen, wenn er dich sucht und gefunden hat.

    Bei Übungen würde ich die so gestalten, dass ich ihn nicht "dressiere", sondern ihn nachdenken und anbieten lasse, so dass er sein Hirnkastl betätigen muss, um zu entdecken, was ihn zum Erfolg bringt.

    Ein weiterer Punkt, den ich aber nicht auf die ferne beurteilen kann, ist, dass Du mal schauen könntest, ob es da noch eine "Variabilität" in Eurer Kommunikation gibt: freust Du Dich noch, auch innerlich? Meinst Du es so, wenn Du was sagst oder hast Du die Erwartungshaltung: Jo, vielleicht oder auch nicht, aber wahrscheinlich nicht? Die innere Haltung kann da extrem viel bewirken. Ich verstehe natürlich, dass Du auch genervt bist, aber vielleicht hilft es Dir, mal wirklich vor Augen zu führen, dass DU das nicht willst und es nach DEINER Nase zu laufen hat und nicht nach der Deines Hundes. Das ist eine innere Einstellung, die, richtig auf den Hund übertragen, sehr wohl Wunder wirken kann. Ich wünsche es Dir! :smile:

  • Ich liste einfach mal auf was mir dazu in den Sinn kommt:

    1. der Mensch muss das Wichtigste auf der Welt werden, Abenteuerspaziergänge mit Spaß, das geht auch an der Schleppleine, Suchspiele mit Geruchsunterscheidung ect.

    2. weniger Hundekontakt, nicht genervt sein ( ist nicht leicht :D ) sondern verständnissvoll, in Gebieten gehen wo wenig andere Hunde sind

    3. Körbchen nur positiv verknüpfen, kurze Trainingseinheiten

    4. jeder Hund bzw. Rüde ist anders, Buch von Gansloßer zur Kastration lesen, meist ist es nur eine Phase :pfeif:

    5. ca. 40% des Futters in den Napf ohne Verpflichtung

    6. allgemein den Focus auf das Gute beim Hund, was macht er richtig gut? Mehr Gelegenheit zum Loben!!!!

  • Hallo,

    ich antworte mal auf die Schnelle - danke für alle Antworten soweit, Ihr macht mir immerhin Hoffnung...

    Zitat


    1. der Mensch muss das Wichtigste auf der Welt werden, Abenteuerspaziergänge mit Spaß, das geht auch an der Schleppleine, Suchspiele mit Geruchsunterscheidung ect.

    2. weniger Hundekontakt, nicht genervt sein ( ist nicht leicht :D ) sondern verständnissvoll, in Gebieten gehen wo wenig andere Hunde sind

    Habe ich zwischenzeitlich immer mal wieder. Ich gehe immer wieder an unterschiedlichen Orten, derzeit einmal pro Woche auch dort, wo er noch gar nicht war, ich mache Dummytraining mit ihm, mit verschiedenen Dummys, verschiedenen Geländen etc. - alles soweit okay. Soweit kein anderer Hund da ist...

    Zitat

    3. Körbchen nur positiv verknüpfen, kurze Trainingseinheiten

    Ich will mal darauf achten, ob er es als Strafe mißverstehen könnte. Er bekommt aber oft auch Futter dort, v.a. wenn er mal liegen bleibt obwohl er von mir da hingeschickt wurde, nicht von sich aus. ;)

    Zitat

    6. allgemein den Focus auf das Gute beim Hund, was macht er richtig gut? Mehr Gelegenheit zum Loben!!!!

    Er ist lernbegeistert und m. E. auch intelligent - abgesehen von den o.g. Problemen macht er alles. Ich habe ihm viele kleinere Dinge innerhalb kurzer Zeit beigebracht, die sitzen. Er ist gut sozialisiert und niemals aggressiv, von seiner stürmischen Art abgesehen absolut problemlos mit allen anderen Hunden. Mit unseren Kindern ist er sehr geduldig und absolut freundlich zu jedermann. Er hat viele nervige Eigenschaften nicht, die ich bei anderen Hunden sehe (jagt keine Katzen, interessiert sich null für Holzstöckchen, wildert nicht, kann alleine bleiben, wälzt sich nicht in irgend welchem Stinkezeugs, prollt nicht rum, ist vorsichtig bei kleinen Hunden, ist problemlos im Auto - etc. etc.)

    Und ich bin nicht immer permanent sauer auf ihn oder genervt - er begeistert mich auch sehr oft. Nur dieses Thema mit dem Weglaufen und Hormonellbedingt-unter-Strom-stehen bringt momentan vieles durcheinander.

  • Tuney

    Nicht böse sein, aber ich muss ein bißchen schmunzeln über das alles ;)
    Es gab Zeiten, da hätte ich meinen Hund 3 mal täglich an die Wand nageln können :D

    Freu dich über alles was er gut macht, da hast du ja eine ganze Menge aufgezählt :gut:

  • Update:

    Ich habe viel drüber nachgedacht und versuche, jetzt gelassener mit ihm umzugehen, lockerer, selber mal runterkommen.

    Er interessiert sich draußen mittlerweile gen Null für mich, all die Aufmerksamkeit, die ich mir vor einiger Zeit erclickert hatte und die auch seither gut funktioniert hatte, ist jetzt vollends verschwunden. Sobald ich ihn ableine, ist er weg, mehrfach probiert, weshalb er derzeit wieder an der Schlepp läuft. Wenn es nach ihm ginge, zöge er mich von einer Pipistelle zur nächsten, da bin ich ein lästiges bremsendes Anhängsel am anderen Ende der Leine. Ich fange auch bei der Leinenführigkeit derzeit wieder bei Null an. Es ist ihm alles absolut sch.egal. :desperate:

    Er versucht, aus dem Garten abzuhauen. Lässt z. B. der Postbote das Gartentor nur angelehnt und nicht verriegelt, is der Hund weg. Man kann sich auch sparen, ihn zu rufen - es kratzt ihn nicht die Bohne, er muss diese Hündin suchen - ich renne also los und sammle ihn wieder ein.

    Und im Haus verfolgt er mich auf Schritt und Tritt, wie in den schlimmsten Zeiten.

    Ich war jetzt mal in fremdem Gebiet mit einem anderen fremden intakten Rüden und dessen Halter spazieren. Der Rüde doppelt so groß wie meiner und gut sozialisiert (mit Hündinnen oder Kastraten trau ich mich nich, weil er die eh nur bedrängt). Zu 50 % haben sie toll miteinander gespielt, gerannt und getobt. Aber zu 50 % hat er sogar den großen Kerl immer wieder zu besteigen versucht - ohne dass irgendetwas stressig gewesen wäre.

    Ich denke, ich muss das mit dem Chip mal versuchen. :/ Mein Hund steht völlig neben sich und es ist nicht möglich, mit ihm auch nur halbwegs normal spazieren zu gehen, er kann nicht abgeleint werden, er kann nicht normal mit anderen Hunden umgehen, es geht immer nur ums Besteigen und Bedrängen. Es ist soo schade. Ich fühl mich grad komplett zurückgeworfen.

  • Sorry, aber für mich klingt das in kleinster Weise nach einem ausschließlich hormonellen Problem...
    Mein erster Trainingsansatz wäre definitiv, dass Nachlaufen in der Wohnung zu beenden und somit mehr Distanz in eure Beziehung zu bringen.


  • Ich geb dir in den meisten Punkten recht, bis auf das mit dem verstecken. Wenn du dich versteckst und das so lange bis er dich gefunden hat bringt das doch gar nichts. Der Hund denkt sich höchstens, "hach die olle hat nen Orientierungssinn wie n Zebra in der Großstadt" und "siehste die bleibt ja doch in der Nähe".
    Wenn man sich schon verstecken muss, dann wenigstens so dass man sobald der Hund nervös wird, weil er merkt dass du nicht mehr in der Nähe bist, ihn nochmal ruft und weiter geht! Sonst lernt der Hund doch nicht aufs Herrchen/Frauchen zu achten und vorallem mach das mal lieber nicht, wenn er sich in der Gegend auskennt, sonst rennt der einfach nach Hause und wartet dort, was bei Straßen auf dem Weg dorthin gefährlich werden könnte.


    Gruß Tahlly

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