• Hallo ihr Lieben,

    ich habe eine 9 Monate alte Labrador Hündin aus jagdlicher Leistungszucht. Die Kleine ist ein Sonnenschein und unheimlich freundlich und freudig über alles und jeden. Unsere Bindung zueinander schätze ich eigentlich ganz gut ein. Sie ist ein arbeitsfreudiger und -williger Hund und es gibt für sie nichts schöneres, wie mit mir etwas zu machen, da ist alles andere außenrum total egal - also eigentlich alles super soweit. Mir wurde empfohlen, mich hin und wieder mal beim Spaziergang zu verstecken, fördert die Bindung und sie lernt aufmerksamer zu werden. Auch hier zeigt sie "totaler müll wenn Frauchen weg ist", ABER: ich bin regelmäßig mit einer Freundin, ihrem Freund und deren Hündin, eine X-Herder Dame, unterwegs. Wir trainieren auch zusammen. Wenn ich mich nun mal verstecke, wenn wir zusammen unterwegs sind, brauch sie grundsätzlich einen Anstoß bis sie merkt "verdammt, Frauchen ist weg", sie fühlt sich wohl in der gewohnten Gruppe so sicher, dass es keine Tragik für sie ist, wenn ich fehle. Meistens fällt es sogar eher der Herder-Hündin auf, die dann nach mir schaut...nun wusste ich das nicht so Recht zu deuten. Meine Freundin meinte, sie sei eben kein Schäferhund, aber so genau kann sie mir das nicht sagen wie das ist bei einem Labrador. Zur Erklärung was sie damit meinte: Ein Schäferhund bindet sich sehr stark an seinen Hundeführer und er legt meist auf das andere Umfeld nicht so viel wert und ist eher distanzierter zu Außenstehenden. Wie ist das nun aber bei einem total aufgeschlossenen und menschenfreundlichen Labi? Ist die Bindung doch zu schwach zwischen mir und meinem Mäuschen? :-/

    Danke schon mal im Voraus für Antworten :)

  • Es gibt zw Beziehung und Bindung einen Unterschied. Da muss man unterscheide. Eine zu enge Bindung ist für mich gar nicht so erszrebenswert, denn das bedeutet, dass der Hund ohne dich gar nie sein kann, auch wenn du evtl mal ins Krankenhaus musst.

    Bindung wächst, braucht Zeit. Ich lese gerade ein tolles Buch zu dem Thema. “Bindung und Beziehung. Man liebt nur was man kennt“, von Udo Gansloßer.

    Du hast einen jungen Hund, erwarte nicht zuviel und lasse dich von niemandem kirre machen.

  • Mhm also ich kenn mich mit "Versteckspielen" mit dem Hund nicht aus (haben wir bisher nicht gemacht), aber ich finde das irgendwie bischen komisch und für den Hund unnatürlich. Was soll er lernen? Dass er ständig auf Dich aufpassen muss, weil Du sonst verloren gehst? Das ist doch dem Vertrauen nicht zuträglich. Und wenn Du, wie man so schön sagt "Rudelführer sein willst", denkst Du, ein Leithund versteckt sich um die Aufmerksamkeit zu bekommen? Das wirkt wenig souverän, finde ich. Der Hund zweifelt doch eher an Deiner Zuverlässigkeit.

    Wir haben auch einen Labbi, bald ein Jahr alt. Ohne "Versteckspiel" und trotz dass sie gerne sehr freundlich zu jedem hin möchte, geht sie ohne Leine ruhig an anderen Menschen, Hunden, etc. vorbei. Wenn ich das in Ordnung finde, dass sie z.B. mit einem anderen Hund spielt, dann lass ich das auch zu. Sie ist aber auch dabei jederzeit abrufbar.

    Wie Du beschreibst, habt ihr doch eine tolle Basis. Und grundsätzlich hat Dein Hund großes Interesse an Dir. Dann bestätige Deinen Hund doch darin, dass sie sowohl Spass mit Dir haben kann, Du aber auch souverän genug bist, in jeder Situation die Führung zu übernehmen. Am besten dadurch, dass Du Dich einbringst und klar darin bist, was Du willst oder nicht. Ich glaube ehrlich, "Versteckspielen" hast Du nicht nötig. Sei für Deinen Hund klar, authentisch, berechenbar, konsequent und liebevoll.

    Wie gesagt, dass ist nur meine Sicht. Und ich denke, ihr seit sowiso auf einem guten Weg miteinander. Alles Gute und viel Spaß!

  • Zitat

    Mhm also ich kenn mich mit "Versteckspielen" mit dem Hund nicht aus (haben wir bisher nicht gemacht), aber ich finde das irgendwie bischen komisch und für den Hund unnatürlich. Was soll er lernen? Dass er ständig auf Dich aufpassen muss, weil Du sonst verloren gehst? Das ist doch dem Vertrauen nicht zuträglich. Und wenn Du, wie man so schön sagt "Rudelführer sein willst", denkst Du, ein Leithund versteckt sich um die Aufmerksamkeit zu bekommen? Das wirkt wenig souverän, finde ich. Der Hund zweifelt doch eher an Deiner Zuverlässigkeit.

    Wir haben auch einen Labbi, bald ein Jahr alt. Ohne "Versteckspiel" und trotz dass sie gerne sehr freundlich zu jedem hin möchte, geht sie ohne Leine ruhig an anderen Menschen, Hunden, etc. vorbei. Wenn ich das in Ordnung finde, dass sie z.B. mit einem anderen Hund spielt, dann lass ich das auch zu. Sie ist aber auch dabei jederzeit abrufbar.

    Wie Du beschreibst, habt ihr doch eine tolle Basis. Und grundsätzlich hat Dein Hund großes Interesse an Dir. Dann bestätige Deinen Hund doch darin, dass sie sowohl Spass mit Dir haben kann, Du aber auch souverän genug bist, in jeder Situation die Führung zu übernehmen. Am besten dadurch, dass Du Dich einbringst und klar darin bist, was Du willst oder nicht. Ich glaube ehrlich, "Versteckspielen" hast Du nicht nötig. Sei für Deinen Hund klar, authentisch, berechenbar, konsequent und liebevoll.

    Wie gesagt, dass ist nur meine Sicht. Und ich denke, ihr seit sowiso auf einem guten Weg miteinander. Alles Gute und viel Spaß!

    Versteckspiele sind super. Hund lernt aufzupassen und zu gucken. Man muss nicht ständig rufen, Hund lernt selber zu gucken, wo der HF ist.

  • Sie froh. Dein Hund bekommt nicht gleich eine Lebenskrise, wenn er mal auch sich allein gestellt ist! Ich muss mit meinen Klettenhunden immer mühsam dahinarbeiten, dass die sich sicher sind auch ohne mich existieren zu können.

    Es gibt im Grunde zwei Varianten, warum ein Hund sofort hektisch seinen Mensch sucht:

    Entweder ist er ein Beschäftigungsjunkie bzw. abhängig gemacht und kann keine Sekunde ohne seinen Stoff oder aber er hat soviel Angst allein in seiner Umwelt, dass er deshalb seinen Mensch sofort finden muss.

    Ich arbeite gar nicht über Verstecken, weil ich beide Motivationen nicht so prickelnd finde. Außerdem bin ich ein Fan von Hunden, die mal mit sich selbst sein können und denen das reicht.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Sie froh. Dein Hund bekommt nicht gleich eine Lebenskrise, wenn er mal auch sich allein gestellt ist! Ich muss mit meinen Klettenhunden immer mühsam dahinarbeiten, dass die sich sicher sind auch ohne mich existieren zu können.

    Es gibt im Grunde zwei Varianten, warum ein Hund sofort hektisch seinen Mensch sucht:

    Entweder ist er ein Beschäftigungsjunkie bzw. abhängig gemacht und kann keine Sekunde ohne seinen Stoff oder aber er hat soviel Angst allein in seiner Umwelt, dass er deshalb seinen Mensch sofort finden muss.

    Ich arbeite gar nicht über Verstecken, weil ich beide Motivationen nicht so prickelnd finde. Außerdem bin ich ein Fan von Hunden, die mal mit sich selbst sein können und denen das reicht.

    Viele Grüße
    Corinna


    Ich habe weder Beschäftigungsjunkies noch Hunde, die alleine Angst hätten. Dafür sind es zwei sehr selbständige Rassen. Wenn sie aber ihr Ding machen, mach ich den Abgang, und das funzt.

  • Verstecken finde ich immer ein bisschen asozial. Also so persönlich. Würde ich niemals machen. Würde bei meinen auch nichts bringen, dafür haben sie zu sehr ihren eigenen Kopf. Was ich allerdingd schon mache, ist meinen Weg ab und zu fortsetzen, wenn sie sich festgeschnüffelt haben. Nicht immer, aber hin und wieder.

    Von Leithunden wollen wir nicht anfangen, denn das hat ja gar nichts mit der Frage zu tun.

    Bindung heißt nicht, dass der Hund einen ständig umschwärmt. Aufmerksamkeit kann man in kleinen Dosen trainieren über vielfältige Belohnungen. Ich würde es nie als natürlich nehmen, dass einem der Hund in jeder Lage folgt oder man immer wichtiger ist als ein Umweltreiz.

  • Das nenne ich nicht unbedingt Bindung. Bindung ist eine Art unsichtbarer Faden. Der Hund weiß, wie es mir geht, und reagiert entsprechend. Der Hund liebt es, sich an mich zu drücken und zu kuscheln. Der Hund weiß, dass ich Dinge für ihn regle. Er verlässt sich auf mich. Es ist eine Art tiefes Verstehen.

    Ist die Bindung zu eng, kann das sogar gefährlich werden. Zum Beispiel, wenn man ins Krankenhaus muss und der Hund vor Kummer fast stirbt.

    Meine Hündin kann in mir lesen, wie in einem Buch. Sie weiß immer, wie ich drauf bin. Wenn jemand stirbt, behütet sie mich. Bin ich traurig, versucht sie mich aufzumuntern. Wenn jemand streitet, versucht sie zu splitten. Bindung ist etwas extrem starkes, und ob ich eine zu enge Bindung will, weiß ich gar nicht.

    Bindung bedeutet, dass ich irgendwie der einzigste Mensch/Familie bin, wo mein Hund leben kann.

    Das hat aber nichts damit zu tun, ob mein Hund sofort abrufbar ist, super Fuß läuft und in jeder Situation folgt. Mein Hund ist doch keine Maschine.

  • Zitat

    Meine Hündin kann in mir lesen, wie in einem Buch. Sie weiß immer, wie ich drauf bin. Wenn jemand stirbt, behütet sie mich. Bin ich traurig, versucht sie mich aufzumuntern. Wenn jemand streitet, versucht sie zu splitten. Bindung ist etwas extrem starkes, und ob ich eine zu enge Bindung will, weiß ich gar nicht.

    Das war nun wirklich eine schöne Aussage =)

  • Ein paarmal habe ich mich auch schon hinter einen Baum gestellt. Erreicht habe ich einen verwirrten Hund :muede2:


    Als Bindungsbeeinflussend habe ich es nicht empfunden, weder noch in beiderlei Richtung.

    Was ich als Bindungsfördernd empfinde : den Hund als Hund behandeln, vorallem beim Spielen. Ich mache nichts mit Spielzeug, ausser ab und zu ein Zerrspiel. Mit dem Hund zusammen agieren. Macht total Spass.

    Ich flitze hier manchmal mit Fina durch die Wohnung, da könnte man denken ich bin bekloppt, während sie hinter mir hergaloppiert wie ein gekürtes Dressurpferd :D

    Irgendwann während des Spiels wird alles ruhiger, sie legt sich hin und zeigt mir wo sie gekrault werden will, was ich dann auch gerne tue. Sie soll mir zeigen was sie will (und ja, sie wurde manchmal auch frech, was ich mit sofortigem weggehen quittiert habe...hats schnell kapiert).

    Sowas bringt in meinen Augen mehr, stärkt das Vertrauen. Man beschreitet gemeinsame Wege, aus denen sich viele andere eventuelle Baustellen damit bearbeiten lassen... Eins gehört zum andern.


    Erfahrungtechnisch beim sich verstecken :

    Man guckt ob der Hund einen sieht. Hund flitzt vorbei, Hund findet einen, Hund rennt weiter.... viel anders habe ich das bisher nicht erlebt. Das ein Hund danach Aufmerksamer wurde habe ich auch noch nicht gesehen. Es gibt einen Haufen Übungen die in meinen Augen Sinnvoller sind. Mein Spielebeispiel ist nur das Eine.

    Bewusst für die Bindung gearbeitet habe ich nie. Mich hat aber schon immer das Hündische Verhalten gefallen, und, ohne arrogant klingen zu wollen, ich kann Hunde ziemlich schnell gut lesen. Daraus ergab sich der Rest.....

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