Mein Hund liebt andere Menschen.

  • Hallo liebes DF Forum,

    wir haben ein kleines Problem und ich versuche das hier mal kurz zu schildern. Würde mich sehr über Ratschläge freuen!
    Seit einem Jahr lebt Nelly bei uns. Sie ist eine kastrierte Hündin, zwischen 2 und 4 Jahren alt und ein unbekannter Tierheimmix. Sie ist groß und schwarz und trifft leider auf das "Böse Hund Klischee" zu.

    Alles in allem ist sie ein toller Hund und wir haben auch kaum Probleme. Doch bei einer Sache bin ich etwas unkreativ und mir fehlen passende Problemlösungsstrategien. Nelly liebt andere Menschen. Eigentlich hatte ich das immer ganz gut im Griff. Ich kann sie frei laufen und lassen und da würde sie auch nie einfach so zu nem anderen Menschen hinlaufen. Und wenn Besuch kommt, dann wird sie auf die Decke geschickt und wenn sich die erste Aufregung gelöst hat, dann darf sie den Besuch auch begrüßen. Dabei ist sie dann völlig ruhig und gelassen. Sie hat auch von Anfang an gelernt, dass sie niemanden anspringen darf. So... was ist nun aber das Problem? Die Spontansituationen! Hier mal kurz zwei Beispiele:

    Ich war mit Nelly kurz im Baumarkt und danach noch kurz nebenan bei Fressnapf. Der Einkauf bei Fressnapf hat keine 2 Minuten gedauert, ich wusste schon vorher was ich wollte. Alles lief prima... bis auf einmal eine Mitarbeiterin kam, Nelly anschaute und fragte ob sie helfen kann. Nelly machte schwanzwedelnd einen Satz nach vorne und ich flog hinterher. Die Reaktion der Leute ist leider immer die gleiche. Statt "Oh wie toll, der Kleine möchte gestreichelt werden" wirds immer ein "Oh mein Gott ein großer schwarzer Hund". Ich bin eigentlich ganz froh, dass nicht jeder meinen Hund streicheln möchte. Aber soll doch auch niemand Angst haben müssen.

    Ein ander Mal war ich mit Nelly spatzieren und da fiel mir auf, dass ich mein Handy verloren hatte. Ich bin dann den Weg zurück und da kam dann schon eine Frau winkend auf mich zu. Nelly hatte ich an der Leine und die freute sich wie eine Bekloppte über die Frau. Die Frau hat aber panisch Angst gehabt und hat dann mein Handy auf den Boden gelegt, anstatt es mir in die Hand zu geben und gleich ein paar Schritte rückwärts gemacht. :???: So solls doch aber eigentlich nicht sein.

    Könnt ihr mein Problem ein wenig verstehen? In solchen Spontansituationen (auch wenn zum Beispiel ne Freundin mit dem Rad neben mir anhält) gerät Nelly immer völlig aus dem Häusschen. Was kann ich da machen? Meine Überlegung wär jetzt gewesen solche Spontansituationen zu organisieren, indem ich ne Freundin frag, ob wir uns mal auf der Straße treffen können und dann übe ich mit Nelly. Aber was übe ich da?

    Entschuldigt bitte den langen Text. :ops:

  • Andere Übungs"Opfer" wären tatsächlich gut. Einfach jeden, den du dafür kurz anquatschen kannst: "Kannst du mal kurz winkend/uns ansprechend auf uns zukommen, damit ich trainieren kann, dass der Hund nicht ausflippt vor Freude?"
    Und das bei jeder sich dir bietenden Gelegenheit. Hundehalter sind da untereinander meist auch sehr kooperativ.

    Ich würde sie vorher ins Sitz bringen. Für die meisten Hunden ist es leichter, wenn sie ein Alternativverhalten angeboten bekommen.

  • Also erst mal ist es doch eigentlich gut, dass dein Hund so gut auf andere Menschen reagiert und nicht aengstlich etc. ist.
    Ich finde die Idee mit den Spontansituationen gut. Nimm dir ein paar suuper tolle Leckerchen mit und versuche sie erstmal abzulenken.
    Lass sie absitzen und die andere Person langsam herankommen. Wenn sie bei dir bleibt, bekommt sie eins der super tollen Leckerchen. Vielleicht kannst du ja ein Kommando einfuehren, was ihr erlaubt, zu der anderen Person zu gehen.. dann geht sie irgendwann nicht mehr von sich aus zu anderen Leuten, sondern erst, wenn du es "erlaubst" .

  • üben wie die anderen schon schrieben und weißt, ich würde ihr einfach mal ein hübsches buntes Halstuch ummachen. es ist merkwürdig aber die Leute reagieren dann doch wieder meist mit "Oh wie niedlich"

  • Huhu, wir stecken im Moment im selben Problem. Wir haben einen Rottweiler Rüden der seit dem ersten tag "oh was ein süßer knuffiger ect..." und er ist immer freudestrahlend auf die Leute zu und dann war streicheln angesagt. Das Problem das wir langsam bekommen ist das aus "süß und knuffig" langsam "Rüpelrüde am Grenzen ausprobieren" geworden ist, er aber immernoch wie ein welpe auf die leute zulaufen würde wenn er nicht angeleint wäre. Naja kurzum - waren damals auch am überlegen ob wir generell das Geknuddel und offenen Umgang mit Menschen unterbinden sollten. Aber das konnte ja auch keine Lösung sein. Bin eigentlich ganz froh das er so offen und "freundlich" im Hundesinne ist. Für uns die Lösung ist halt einfach in "kritischen Situationen" wo er ruhig sein muss - ihn in wartestellung auf ein objekt oder leckerchen zu fixieren.

  • Hey,

    vielen Dank für die schnellen Antworten!

    Ich finds natürlich auch toll, dass mein Hund so positiv auf andere Menschen reagiert. Damit kann man besser arbeiten, als wenn sie jetzt panisch, ängstlich und aggressiv wäre.
    Das Problem ist halt, das Nelly nicht alleine sein kann (wir üben aber ganz stark daran) und wir ihr aber trotzdem die Chance geben wollten und sie nicht einfach ins Tierheim zurück bringen wollten. Mein Kompromiss war, das ich den Hund so alltagstauglich mache, dass ich sie ab und zu mitnehme (wie halt im Beispiel in den Baumarkt oder zu Fressnapf). Und dieses Problem trennt uns noch vom großen Glück. ;)

    Die Idee mit dem Halstuch find ich gut... bzw. die hatte ich auch schon. Hab erst gestern abend eins für Nelly genäht. Nur eigentlich wollte ich ja die Konzentration vom Hund weg lenken. Denn was sie verrückt macht ist ja, wenn die Leute sie anschauen, bzw ansprechen. Ich kann mit Nelly durch ne befüllte Innenstadt laufen, da interessiert sie sich null für andere Menschen. Nur wenn sie jemand anspricht. Ich wollte ihr das Halsband aber ummachen, weil es tatsächlich Menschen gibt, die wegen einem schwarzen Hund die Straßenseite wechseln.

    Wenn wir Besuch bekommen, haben wir ja auch ne Weile an ihrer Impulskontrolle gearbeitet, nämlich indem wir sie auf die Decke geschickt haben. So werde ich das ganze jetzt auch einfach draußen trainieren. Nelly hat eigentlich einen sehr guten Grundgehorsam. Ich denke das könnte klappen, wenn ich sie ins "sitz" schicke. Solnage, bis sie sich beruhigt hat und es das "Frei" zeichen gibt.

    Ich werd gleich nachher mal ne Freundin anrufen, damit ich sie nachher rein zufällig mal auf der Straße treffe. :headbash: Dann werd ich jetzt einfach ganz viele "Zufälle" organisieren und fleißig üben.

  • Bandit reagiert (e) auch so. Ich habs so gemacht, dass ich eine bestimmte Distanz nicht unterschreite, so dass er nicht in die Verlegenheit kommt, zum anderen Menschen Kontakt aufzunehmen.

    Anfangs hab ich ihm noch " gesagt" , was ich von ihm erwarte, also jegliches kontaktaufnehmendes Verhalten unterbunden, jedes Ruhig-Bleiben gelobt.

    Mittlerweile weiss er das und ist auch ruhiger geworden, wenn ich im Kontakt mit anderen bin.

  • Neben einem Training, wie auch immer, mal was anderes.

    Ein NIEDLICHES Halstuch. Gerne in Mädchenfarbe: ROT. Wirkt wirklich...

  • Zitat

    üben wie die anderen schon schrieben und weißt, ich würde ihr einfach mal ein hübsches buntes Halstuch ummachen. es ist merkwürdig aber die Leute reagieren dann doch wieder meist mit "Oh wie niedlich"

    Genau

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