Seit der Pubertät...
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weisserschaefer -
9. September 2013 um 13:54
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Liebe Forenmitglieder,
mein Schäferhund (10 Monate, Energie ohne Ende!) ist definitiv in der Pupertät. Sämtliches muss ich 5x sagen, er hat vergessen dass man an der Leine brav geht und und und.
Doch schlimmer finde ich, dass er sich in letzter Zeit von mir abwendet. Zu Hause ist er sehr brav, kommt immer wenn ich ihn rufe, übt unheimlich gerne Tricks mit mir und und und. Doch im Freilauf (z.B. auf Feldwegen) oder auf der Hundewiese interessiere ich ihn gar nicht. Er kommt nicht, er hört nicht... Das alles hat vor ca. 1 Monat angefangen. Ich mache viel mit ihn und ich weiß er liebt mich heiß, aber dennoch bisschen enttäuschend. Also enttäuschend ist vielleicht das falsche Wort, aber es stimmt mich traurig dass er sich nicht mer 100%ig an mich orientiert.
Liegt das an der Pupertät und dass er aktuell voll verrückt ist oder stimmt da was mit der Bindung zwischen uns nicht? Hm...
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Na ja, Dein Hund wird erwachsen, er geht ein bisschen mehr seine eigenen Wege, die Welt wird für ihn größer und interessanter.
Ist beim Menschen ja auch so, noch kuscheln sich die lieben Kleinen abends an einen und ein paar Jahre später gehen sie auf Parties und lassen die Sau raus.
Mit Bindung hat so ein Ablöseprozess eher wenig zu tun. Wenn das Fundament eurer Beziehung passt, wird er sich nach dem Hormonchaos wieder darauf besinnen bzw. kann sich sicher sein, dass Du ihn lenkst und führst. Und das wichtigste ist , DASS das Fundament gut ist. Die größte Erziehungsarbeit sollte bis zur Pubertät abgeschlossen sein, danach kann man nur noch ein wenig regulieren, managen und kontrollieren. Die wichtigsten Lernzeitfenster sind dann geschlossen.In der Pubertät ist das Gehirn des Hundes eine Baustelle. Alles sortiert sich neu, bereits gelerntes wird als unwichtig erkannt und wieder gelöscht, neue Eindrücke kommen hinzu, das Interesse am anderen Geschlecht erwacht, andere Rüden werden als Konkurrenten erkannt und der Jagdtrieb setzt ein. Dies und das Einschießen der Hormone zu verarbeiten ist für den Hund sehr anstrengend. Da werden andere Sachen dann gerne mal "vergessen".
In dieser Zeit vermehrt Einfluss auf den Hund nehmen zu wollen und die Zügel extra noch mal enger zu nehmen, macht meistens wenig Sinn und bringt auch nicht viel.Ich würde den Hund auch mal ein bisschen machen lassen, sich selbst und seine Umwelt erkunden und würde ihn nur sichern, da, wo es nötig ist und natürlich nicht alles durchgehen lassen, aber genau überlegen, ob ich eine Chance hat, dass der hört oder nicht. Also nicht rufen, wenn man eh schon weiß, der Hund kommt nicht.
Den Hund also grob im Rahmen halten, erzieherisch nur eingreifen, wo es Sinn macht und altes Erlerntes halbwegs aufrecht erhalten.
Der Kleine wird erwachsen und eigentlich ist das eine schöne Zeit, denn wer will schon mit einem ewigen Junghund zusammen leben. Innerhalb der Pubertät sieht man zum ersten Mal so richtig, wie der Hund sich entwickeln wird, er stellt die ersten Fragen an seinen Besitzer, es gibt Konflikte, die man aushalten muss. Aber gerade diese Konflikte tragen dazu bei, dass eine Beziehung stärker wird, der Hund immer noch erfährt, dass sein Mensch es ernst meint, wenn er Dinge entscheidet und bestimmt.
Konflikte sollte man mit Ruhe und Gelassenheit lösen, nur so hilft man dem Hund beim erwachsen werden.Also ganz ruhig bleiben, ab und an ein paar Dinge mal mit Humor nehmen, für den Hund da sein und natürlich ihn weiter steuern und ihm Rahmen halten. Aber auf keinen Fall jetzt schwere Geschütze auffahren.
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Toller Beitrag, gorgeus, bleibt nix zu ergänzen
Durchatmen, Geduld und nicht verunsichern lassen, das wird wieder
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Wirklich toller Beitrag gorgeous

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Das erinnert mich so sehr wie ich mich gefühlt habe, als Casmir in die Pubertät gekommen ist
. Erst ein Streberhund und plötzlich "alles weg" - puh, war ich gefrustet.
Besonders "sauer" war ich, als mein Hund das erste Mal streunern gehen wollte. Mein Hund, der mir sonst immer wie ein Schatten folgte! Ich habe ihn auf halbem Weg "erwischt" und zurückgerufen - da macht sich das Biest ganz klein und gibt Fersengeld
. Rückblickend kann ich drüber lachen - damals dachte ich, ich fall vom Glauben ab.gorgeous2000 hat es treffend zusammengefaßt: konsequent dranbleiben ohne unfair zu werden, weiterhin souverän handeln, gegebenenfalls absichern .... Geduld, Konsequenz und Humor - das wird schon wieder
.VG Bianca
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