Junger Rüde nervt ältere Dame mit "Spielen"

  • Halli Hallo :gut:

    Habe ein Problem mit unseren Hunden.


    Und zwar, Vicky, die Hündin meiner Eltern;

    http://s7.directupload.net/images/130831/ttl4bao8.jpg

    Jack Russell, 9 Jahre alt, sehr dominant und der Chef im Hunderudel. ( Wird von uns auch immer bevorzugt vor meinem - heisst, sie bekommt zuerst Essen, sie geht als erstes
    aus der Haustür raus, wird als erstes Gestreichelt usw. ... ) Sie ist für ihre Rasse sehr ruhig geworden.

    Mein Eddy;

    http://s1.directupload.net/images/130831/oiqgwe3y.jpg

    Jack Russell, 1,5 Jahre alt, eigentlich! sehr zurückhaltend und schreckhaft, super lieb zu Menschen und zu anderen Hunde, unterwirft sich eigentlich! sehr schnell.


    http://s7.directupload.net/images/130831/ihiraovl.jpg

    Edit by Mod - hier im Forum sind Bildgrößen bis max 640 x 640 px erlaubt, Deine Bilder sind leider etwas zu groß, deshalb verlinkt. Bitte zukünftig drauf achten.


    Beide Hunde sind, wenn ich arbeiten bin, bei meinen Eltern Zuhause.
    Soweit klappt das auch wunderbar. Klar ab und zu gibt es auch mal Streit. Da gehen wir, als Rudelführer, aber dazwischen.

    Im Haus ist alles problemlos...


    Im Garten ist unser Problem, dass meiner die Große richtig ärgert.
    Zumindest wirkt es so für uns.

    Vicky liegt gerne in der Sonne auf der Wiese oder auf einem Vorleger am Haus und schläft gerne viel.
    Dazu kommt sie aber mittlerweile nur noch sehr sehr selten.

    Es ist so, dass Eddy die ganze Zeit Vicky fixiert. Das ist ihr sichtlich unangenehm und sie dreht sich meist weg und schielt dann aus
    den Augenwinkeln ab und zu mal zu Eddy. Er lässt die Augen nicht von ihr. Ist total angespannt und bereit zum "flüchten"
    Vicky sieht man die Anspannung auch an. Irgendwann klappen dann die Leftzen nach oben und im selben Augenblick rast sie zu Eddy der natürlich sofort lautstark flüchtet.

    Die rennen dann wie die Bekloppten nach hinten und kommen sofort wieder zurück wenn sie einmal hinten angekommen sind. Manchmal dreht
    Vicky auch während des Rückweges um und jagt ihn wieder nach hinten.

    Sind sie irgendwann wieder auf der Terrasse angekommen geht es wieder von vorne los.

    Vicky beschwichtigt, Eddy fixiert und los gehts von vorne :irre3:
    In der Regel passiert nichts.
    Wenn die Zwei hinten am Zaun angekommen sind, drehen sie einfach um.
    Heute war es aber so, dass sich die beiden hinten am Zaun dann in die Wolle bekommen haben.
    Bevor ich aber angekommen bin, war schon alles wieder vorbei.
    Danach war Eddy kurz ruhig, hat Vicky nicht mehr beachtet und musste erstmal pullern.
    Nach 2 Minuten, selbes Spiel von vorne - Fixieren und ab gehts wieder.


    Einerseits tut mir Vicky super leid, da sie bestimmt einfach ihre Ruhe möchte, andererseits ist das auch sehr laut was die zwei da machen.
    Stört uns und bestimmt auch bald die Nachbarn.


    __________
    1. Sollte Vicky etwas hinter ihrem Zaun entdecken (Postauto, anderen Hund etc.) schlägt sie natürlich an.
    Eddy rennt dann sofort zu ihr, bellt entweder sie oder den Zaungast an und bekommt von Vicky sofort Zunder.

    Er rennt dann natürlich weg.
    __________

    2. Sollte Eddy mal an Vickys Knochen wollen zeigt Vicky als Warnung natürlich erst einmal Zähne und knurrt.
    Er dreht seinen Kopf dann beschwichtigend zur Seite und zieht ab.
    Manchmal klaut er ihr den auch einfach und dann gibts wieder Streit. Ist aber sehr selten.
    __________

    3. Wenn die Zwei manchmal am WE bei mir Zuhause sind (Paps hat Nachtschicht und Muddi fährt mit den Pflegekindern weg)
    gibt es überhaupt nichts zu mäckern.
    Die Spielen sogar manchmal miteinander. Zwar nur kurz aber sie Spielen.
    Bis es Vicky zu viel wird - dann wird geknurrt und Eddy zeigt sein übliches beschwichtigendes Verhalten...


    Diese drei Punkte zeigen mir, dass Vicky der Chef ist und sich nicht die Butter vom Knochen nehmen lässt.

    Sehe ich das Richtig?


    Habe mal zwei Videos von der Situation im Garten gedreht.

    Das erste Video bitte bis zum Schluss angucken, am Anfang und am Ende passiert genau das was ich meine.

    Beim Zweiten ist Vicky drinnen (könnte jederzeit raus) und Eddy (kann nicht rein wegen Fliegentür) nervt von draussen.


    Video 1:
    Die Nervensäääägen - Kostenlose hochqualitative Videospeicherung - Upload and share your videos

    Video 2:
    Die Nervensäääägen - Kostenlose hochqualitative Videospeicherung - Upload and share your videos


    Ich selber habe zwei Vermutungen will diese aber erst einmal nicht äußern und auf euer Wissen und eure Antworten warten.
    Ich weiß, wenn man nicht selber dabei ist und die Tiere nicht kennt ist eine "Fernwartung" nicht einfach.
    Bei den Videos bitte sehr auf Vickys Körpersprache achten und beurteilen wenn möglich.
    Qualität ist nicht so dolle bei dem Handy.


    Ich danke schon einmal für das viele Lesen und eure Antworten.


    Ein schönes Wochenende an euch :smoker:

  • Also das, was du beschreibst klingt mir nicht danach, dass es sich im nerven durch "spielen" handelt sondern eher um eine rotzfreche Provokation um Grenzen auszustesen seitens des jungen Rüdens und einer sehr ernsten Abwehrreaktion und/oder eines Ressourcenverteidigungs- Territorialverhalten (das es bei euch in der Wohnung nicht so stark auftritt spräche dafür) seitens der Hündin. Auch die beiden kleinen Videoschnipsel kommen mir sehr ernsthaft und spannig vor. Mehrfach sieht man, wie die Hündin versucht ihn mittels Blicken weg zu schicken bzw. ihn körpersprachlich ein zuschränken, und als er nicht weicht, wird sie halt deutlicher.
    Ich finde, sie hat dabei etwas sehr verzweifeltes an sich - seine Nähe scheint ihr absolut nicht zu zu sagen, und dass er nicht auf Abstand geht bzw. wenigstens das provokante Anstarren lässt, macht ihr deutlich zu schaffen.

    Was genau zwischen den beiden läuft, warum die Hündin den Rüden nicht mag oder warum der Rüde so provoziert lässt sich nicht sagen. Aus den wenigen Fakten die ich aus deinem Beitrag herauslesen kann vermute ich beim Rüden pubertäres Grenzenaustesten und bei der Hündin einfach Selbstschutz oder/und Ressourcenverhalten.
    Eins ist jedoch sicher - lasst ihr das so weiter laufen nimmt das sicher kein schönes Ende. Beide Hunde sind körperlich in etwa gleich stark und beide sind rassetypisch sicher keine "Nachgeber" (im übrigen: Ich habe bei dem Rüden kein Stück submissives Verhalten gesehen. Was hinten am Zaun geschah weiß ich zwar nicht, aber bei euch schien er mir durchgängig ziemlich "oben auf"). Wenn ihr Pech habt, verhärten sich mit der Zeit die Fronten und das kann echt unschön werden, vor allem, weil ihr ja wahrscheinlich öfter mal zusammen sein werdet.

    Seht ganz fix zu, dass die Hündin ihre Ruhe vor dem kleinen Nervzwerg hat - ihn abzuwehren und und ihr Wohlbefinden zu schützen ist eure Aufgabe, nicht ihre!
    Weist beiden Hunden einen festen Platz zu, wo der jeweils andere keinen Zutritt hat und managt die Hunde, wenn sie sich bewegen. Provokantes Verhalten des jungen Rüden wird nicht geduldet ebenso wenig übertriebenes Ressourcen- oder Territorialverhalten der Hündin.
    Wichtig ist, dass ihr früh abbrecht: Schon Fixieren mit steifer Körperhaltung seitens des Rüden würde ich strickt unterbinden. Spätestens, wenn die Hündin sich in irgendeiner Weise genervt zeigt - das kann nur ein Blickabwenden, ein Schmatzen oder ein Zügeln sein - muss sie vor dem Rüden geschützt werden.
    Lasst die beiden das bitte nicht selber ausfechten!
    Damit haben beide Stress (wobei ich die Hündin eher leiden sehe als den Rüden) und sind letztendlich überfordert - denn so klar wie du meinst ist die Dominanzbeziehung der beiden in meinen Augen bei weitem nicht oder zumindest ist sie inzwischen im Wandel.

    Außerdem gewöhnt sich die Hündin so ein Verhalten an, was ihr nicht wollen könnt.
    Sie lernt: Nur wenn ich auf einen nervenden Hund zuschieße und ihn heftig anpöble hab ich kurz meine Ruhe. So ein Verhalten generalisiert sich leider sehr schnell und ihr habt schneller einen Leinenpöbler oder einen unverträglichen Hund, als euch lieb ist. Ich spreche aus Erfahrung. Meiner Hündin habe ich in meiner (sorry) völlig verblödeten früheren "die-machen-das-schon-unter-sich-aus-Einstellung" beigebracht, dass man aufdringliche Junghunde am besten sofort ordentlich zusammen drischt, weil sie auf Drohen ja eh nicht reagieren.... und glaub mir, so einen Hund möchtest du nicht haben....

    Im übrigen kann es auch sein, dass die Hündin so abweisend dem Jungrüden gegenüber ist, weil sie das Gefühl hat, er bekommt von euch generell nicht genug Grenzen gesetzt. In Wolfsrudeln über nehmen z.B. ab einer gewissen Zeit (der nämlich, wenn die Mutterwölfin wieder mit auf die Jagd geht) die älteren Geschwister die Erziehung der Jungen. Hunde haben diese Veranlagung noch in sich...kümmert man sich also selber nicht um die Anerziehung von Höflichkeit beim Junghund, kann es durchaus sein, dass es ein Althund übernimmt. Nur ist die Hündin deiner Eltern mit einer solchen Aufgabe hoffnungslos überfordert - eben weil sie NICHT souverän und selbstsicher agiert...

    Allerdings sind das jetzt wirklich ferndiagnostische Schüsse ins Blaue. Vielleicht hab ich einen völlig falschen Eindruck, da ich ja nur diese beiden Miniaturausschnitte aus dem Leben der beiden habe. Im Zweifel würde ich die ganze Situation (und damit ist nicht nur das Verhalten der Hunde untereinander, sondern auch Wohnsituation, Verhalten im Alltag etc. gemeint) von einer kompetenten Fachperson vor Ort beurteilen lassen.
    Aber wie gesagt - für mich macht das einen sehr unguten Eindruck, und ich wäre vor allem bei zwei Terriern echt vorsichtig... wenn's zwischen denen erstmal wirklich ernst wird, dann knallt's richtig....

  • Zitat

    Ich kann die Videos nicht ansehen, gibts da nen Trick?

    :???:
    Bei mir geht's ohne Probleme.... anklicken, ein neuer Tab öffnet sich und dort erscheint ein kleines Videofenster... welchen Browser benutzt du? Ich surfe gerade mir Chrome, vielleicht hilft dir das ja weiter....

  • WoooW :hilfe:

    Hallo,

    vielen vielen Dank für diese super ausführliche Antwort !!
    Meine ganz ganz kleine Hoffnung, dass einer Schreibt "Das ist nur Spielen"
    hat sich jetzt in Luft aufgelöst.

    OK, das was Du schreibst klingt schon mehr danach was ich mir auch gedacht habe... und da müssen wir jetzt handeln.


    Zitat


    und managt die Hunde, wenn sie sich bewegen [...]
    Provokantes Verhalten des jungen Rüden wird nicht geduldet ebenso wenig übertriebenes Ressourcen- oder Territorialverhalten der Hündin [...]
    Wichtig ist, dass ihr früh abbrecht: Schon Fixieren mit steifer Körperhaltung seitens des Rüden würde ich strickt unterbinden[...]

    Für den Fall, dass Eddy anfängt Vicky zu fixieren sollen wir Eddy dann bestrafen oder einfach nur irgendwie ablenken?
    Wenn Bestrafen, wie? Laut "NEIN" oÄ rufen, ihn auf den Rücken legen ?
    Sobald sich einer von uns vom Stuhl erhebt rennt der Doofe wieder nach hinten in der Hoffnung einer folgt ihm.
    Soll er an eine Leine, so könnte man verhindern, dass er direkt abhaut und ihn "maßregeln"


    Grenzen und Regeln kennt er eigentlich.
    Meine Eltern sagen zwar immer wieder, dass der Hund nicht auf sie höre aber er weiß was er darf und was nicht.
    Und sollte er mal was unerwünschtes machen, wird er zurecht gewiesen.
    Genauso wie Vicky, wenn sie mal was macht was sie nicht soll.

    Bei beiden Hunden reicht es wenn man etwas lauter und ernster wird.
    Da wissen sie schon, dass sie das was sie machen unterlassen sollen.
    Aber das ist super selten, dass wir mal lauter werden müssen.


    Also, dank Deines Beitrags, hätte ich folgende Idee.

    Beide Hunde haben eine Transportbox fürs Auto.
    Ist Vicky in ihrer geht Eddy da nicht ran, genauso andersrum.

    Diese Boxen stellen wir in den Graten und dunkeln evtl. alle Seiten bis auf den Eingang ab so,
    dass weder rein- noch raus-geguckt werden kann.


    Eddy kommt erstmal an die Leine. Sollte er Vicky provozieren geht er sofort in seine Box und bleibt dort für ein paar Minuten. Danach darf er wieder raus bis es wieder von vorne los geht.

    Somit müsste er ja schnell das Fixieren/Nerven/Stänkern mit einsperren assoziieren, oder?


    Ist alles gar nicht so einfach :verzweifelt:


    Ich hoffe noch einmal auf kompetente Hilfe auf meine Fragen und wünsche ein schönen restlichen Sonntag.

    Lieben Gruß
    Tim

  • Zitat

    vielen vielen Dank für diese super ausführliche Antwort !!


    Da nich für... dazu ist ein Forum ja da ;)

    Zitat

    Für den Fall, dass Eddy anfängt Vicky zu fixieren sollen wir Eddy dann bestrafen oder einfach nur irgendwie ablenken?
    Wenn Bestrafen, wie? Laut "NEIN" oÄ rufen, ihn auf den Rücken legen ?


    Bitte tut das letzte, von mir fett markierte unter keine Umständen!
    Damit macht ihr euch beim Hund nur unglaubwürdig und schlimmsten Falls leidet die Vertrauensbeziehung zu euch maßgeblich.
    Hunde unter einander drehen andere höchst selten aktiv auf den Rücken - in fast allen Fällen ist es so, dass der unterlegene Hund das selbstständig tut, wenn er akzeptiert, dass er der schwächere ist. Tut er das nicht, und wendet der andere Hund Gewalt an um dies zu erreichen spricht das nicht für eine wirklich souveräne höhere Stellung, sondern darauf, dass etwas nicht geklärt ist. Wenn ihr nun euren Hund auf den Rücken schmeißt, wirkt ihr nicht wie ein souveränes, gelassenes Leittier, das Gewalt und brüllen nicht nötig hat, sondern eher wie ein "Möchtegern-Alpha".
    Wenn er das "Nein" kennt und akzeptiert, könnt ihr ihn selbstverständlich damit zur Räson rufen.
    Besser als einfach nur zu verbieten ist allerdings eine Ersatzhandlung anzubieten. Wenn ihr etwas nur verbietet weiß der Hund nicht, was er stattdessen tun soll.... und macht im Zweifel nach ein paar Sekunden einfach mit dem weiter, was er vor hatte. Oder er lässt sich anderen Unsinn einfallen.
    Lasst auf das "Nein" z.B. ein "Komm" folgen, das ihr anschließend belohnen könnt. Oder bringt im (im Vorfeld und ohne Druck) ein Kommando bei, auf das er in die von euch erwähnte Box geht (dort zumindest am Anfang auch belohnen). Dort soll er kurz abliegen und wird nach einiger Zeit von euch per Auflösekommando (z.B. "ok") wieder entlassen. Sobald er wieder nervt wieder mit einem ruhigen aber bestimmten "Nein" abbrechen und auf den Platz schicken.


    Zitat

    Sobald sich einer von uns vom Stuhl erhebt rennt der Doofe wieder nach hinten in der Hoffnung einer folgt ihm.
    Soll er an eine Leine, so könnte man verhindern, dass er direkt abhaut und ihn "maßregeln"


    Ja, das halte ich für sinnvoll. Ich würde eine ca. 2 Meter lange Schleppleine wählen, die er immer trägt, wenn ihr erwartet, dass er einen Befehl nicht befolgt (also möglicherweise die ganze Zeit). Das kann auch im Haus sein. Ihr habt dann die Möglichkeit eure Anweisungen ruhig und ohne zu schreien oder grob zu werden durch zusetzen. Konsequenz ist hier das Zauberwort.

    Zitat

    Grenzen und Regeln kennt er eigentlich.
    Meine Eltern sagen zwar immer wieder, dass der Hund nicht auf sie höre aber er weiß was er darf und was nicht.
    Und sollte er mal was unerwünschtes machen, wird er zurecht gewiesen.
    Genauso wie Vicky, wenn sie mal was macht was sie nicht soll.


    "Zurechtweisen" wie auch immer geartet ist so eine Sache. Erstens macht man sich beim Hund durch zu viel und zu inflationär ausgeführte Gewalt wie oben beschrieben eher unglaubwürdig. Bei sensibeln Charakteren erreicht man zwar, dass sie aus Angst vor Strafe parieren, aber das heißt nicht, dass diese Hunde einem vertrauensvoll die Führung überlassen und deshalb vom "Fehlverhalten" ablassen.
    Besonders bei Terriern ist positive Strafe (also eine Strafform, die dem Hund etwas Unagenehmes zufügt) aber noch aus einem anderen Grund eher kontraproduktiv:
    Sie sind dafür gezüchtet bei Widerstand eher noch mehr mit dem Kopf durch die Wand zu wollen - wär ja auch doof, wenn der Hund im Fuchsbau beim kleinsten Widerstand aufgeben würde ;) .
    Terrier sind aber in der Regel gut motivierbar - und das ist die Chance sie über positive Verstärkung (also das Hinzufügen von etwas gutem wie Leckerlie, Aufmerksamkeit oder Action) oder mit negativer Strafe (also das entfernen von etwas für den Hund positivem, in eurem Fall das verhindern vom selbstbelohnenden Mobbingverhalten) zu beeinflussen.
    Ich bin zwar keiner, der komplett auf (auch körperliche) Zurechtweisungen verzichtet, aber Strafen ist - neben den oben erwähnten Schwierigkeiten - immer eine Sache des Timings und der Angemessenheit. Meine Erfahrung ist, dass die meisten Menschen weder ein Gefühl für das eine noch für das andere haben.... ohne euch zu kennen, würde ich euch auch hier raten: Ruhige Konsequenz und Geduld vor Strafe.
    Hier hilft euch die Hausleine (eventuell sogar für beide Hunde?) immens. Befolgt ein Hund einen Befehl nicht (den er allerdings wirklich definitiv können und nicht nur kennen muss!) wird er mittels der Hausleine schlicht daran gehindert etwas andere zu tun, bis er den Befehl ausgeführt hat. Damit kann man auf unnötiges laut- oder gar grobwerden und das dauernde wiederholen von Kommandos, während der Hund eh was anders macht, verzichten.


    Zitat

    Beide Hunde haben eine Transportbox fürs Auto.
    Ist Vicky in ihrer geht Eddy da nicht ran, genauso andersrum.

    Diese Boxen stellen wir in den Graten und dunkeln evtl. alle Seiten bis auf den Eingang ab so,
    dass weder rein- noch raus-geguckt werden kann.

    Die Idee find ich sehr gut, wie oben schon beschrieben. Das Abdunkeln ist in meinen Augen aber nicht nötig.


    Zitat

    Eddy kommt erstmal an die Leine. Sollte er Vicky provozieren geht er sofort in seine Box und bleibt dort für ein paar Minuten. Danach darf er wieder raus bis es wieder von vorne los geht.

    Somit müsste er ja schnell das Fixieren/Nerven/Stänkern mit einsperren assoziieren, oder?


    Siehe oben. Find ich eine gute Idee. Aber gebt ihm vorher die Chance es zu lassen (in dem ihr "Nein" und z.B. "Komm" fordert). Erst bei störischem Ignorieren oder sofort wieder losnerven geht's in die Box.

    Zitat

    Ist alles gar nicht so einfach :verzweifelt:


    Och, das wird schon. :smile:
    Aber trotzdem ich ja nun schon so einiges an Tipps gegeben habe - ich würde an euerer Stelle nochmal einen Fachmann (bzw. Fachfrau) vor Ort drauf schauen lassen. Auf die Ferne lässt sich kein vernünftiger Trainings- bzw. Managementplan erstellen. Achtet bei eurer Trainerwahl aber bitte darauf, dass es jemand ist, der "auf dem neuesten Stand" ist und nicht einfach nur mit Bestrafungen arbeitet.

    Viel Erfolg mit den beiden Rackern. :D

    EDIT:
    Achso, und wenn die Hunde öfter bei euren Eltern sind, sollte die in jedem Fall dran arbeiten, dass beide besser auf sie hören. Kontrollierbarkeit ist bei eurem Problem das A und O!

  • Zitat

    2. Sollte Eddy mal an Vickys Knochen wollen zeigt Vicky als Warnung natürlich erst einmal Zähne und knurrt.
    Er dreht seinen Kopf dann beschwichtigend zur Seite und zieht ab.
    Manchmal klaut er ihr den auch einfach und dann gibts wieder Streit. Ist aber sehr selten.

    Warum lässt du es zu, dass ein Hund zu dem anderen geht, wenn der einen Knochen hat?

    Genauso würde ich das Fixieren draußen unterbinden (kurze Schleppi?)

    Zudem würde ich nicht den "ranghöchsten" Hund bevorzugen, sondern der, welcher gerade am bravsten und ruhigsten ist (damit belohnst du genau das Verhalten und nicht Vordrängeln usw).

  • Hallo,
    entschuldigt die späte Rückmeldung... Bin nur am WE am Rechner.
    Vielen Dank noch einmal für die Antworten :jump2:

    LasPatitas,

    es ist so, dass Eddy seinen Knochen mehr oder weniger verschlingt während Vicky ein kleiner Genießer ist und damit schon mal ne Stunde verbringt.
    Ich bin immer sehr wachsam wenn Vicky noch kaut und Eddy schon fertig ist, aber ich muss auch ab und zu mal meinen Dingen nach gehen :lachtot: Wenn es mal so ist, dass er ihr den knochen klaut dann wenn sie gerade was trinkt. Da habe ich dann genug Zeit um ihr IHREN Knochen wieder zu geben bevor es Streit gibt.
    Aber wie gesagt das passiert alles extrem selten. Bis jetzt zwei mal glaube ich....


    Ansonsten sind wir ganz fleißig am Üben. Eddy ist, wenn ich da bin, immer an der Leine im Garten meiner Eltern.
    Da unterbinde ich jegliches Fixieren indem ich seinen Kopf in eine andere Richtung drehe und "Nein" sage.
    Fängt er danach nicht gleich wieder an zu fixieren wird ganz doll gelobt und getobt.

    Auch unsere Reizangel kommt verstärkt zum Einsatz wenn alles gut klappt.
    Einer Spielt mit seinem Hund mit der Angel, der andere übt Kunststücke und andersrum :headbash:


    Problematisch ist es nur wenn dann die Kinder Zuhause sind. Ich bin dann arbeiten und meine Mutter ist dann
    mit den Hunden und den Kindern allein. Da kann sie den Hunden natürlich nicht mehr die Aufmerksamkeit schenken die sie vorher hatten.
    Aber sie sagt immer es klappt ganz gut.


    Ich überlege ob ich ihm ein Halti kaufe ?! So brauche ich seinen Kopf nicht mit der Hand weg drehen sondern kann es mit einer Leine machen. Evtl. bringt er das "Kopf weg drehen" dann auch nicht direkt mit mir in Verbindung ?


    Was haltet ihr davon? Gelesen habe ich bis jetzt nur Gutes...


    Viele liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Tim und Struppi :gut:

  • Bitte stelle keine Boxen auf. Bekommen sich die Hunde in so einer Box in die Wolle, kann der andere Hund nicht mehr flüchten und es kann zu bösen Verletzungen kommen.

    Ich würde den älteren Hund vor dem Jungspund schützen und würde ein Fixieren sofort unterbinden.

    Jedem seinen Platz zuweisen, damit jeder seinem Ruhebedürfnis nachgehen kann. Plätze so anordnen, dass sie sich nicht gegenseitig fixieren können; jeder Hund eine Art Schutzzone hat.

    Ansonsten, wenn beide zusammen laufen, einfach mehr Kontrolle ausüben; den älteren Hund schützen.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!