Erfahrungen Jagdverhalten / Einordnung / Ersatzbeschäftigung
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geisi2 -
19. August 2013 um 18:41
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Das Thema gabs schon zigmal ich weis
Hätte trotzdem auf das Verhalten unserer Hunde im Wald bzw. bei Wildsichtung bzw. Jagdverhalten einige Fragen.
Wär super wenn jemand der viel Erfahrung mit Jagdhunden & Verhalten weiterhelfen könnte. Mir gehts primär darum verschiedene Verhaltensweisen besser einordnen zu können um daran zu arbeiten bzw. Ersatzbeschäftigungen zu finden.Insgesamt gehts um drei Hunde mit teilweise sehr unterschiedlichem Verhalten.
Beschreibe erstmal nur einen sonst wirds zu lang
Fall 1:
Bär (2,5 Jahre) kommt aus dem Tierschutz und wir wissen eigentlich überhaupt nicht was da so drin ist. Bis auf Vermutungen...bevor ich viel beschreibe hier ein Bild.
https://plus.google.com/photos/1023880…015928936366710Am Anfang isser auch ab und zu mal ab durch die Mitte, passiert halt
Nach 20 Minuten war er dann meistens zurück. Wir dachten immer er geht jagen aber das macht er eigentlich gar nicht...Einaml als er abgedampft ist (in nem Gebiet das einsehbar war) ist mir dann aufgefallen das er eigentlich nur ne Riesen-Runde läuft. Stehengeblieben ,geschaut...weitergerannt...Stehengeblieben geschaut weitergerannt. Blick dabei wie auf dem Bild. Er lief am Waldrand ich war auf ner Wiese gestanden...er ist dann auch schön noch nen Hügel hoch für noch besseren Überblick. Soweit ich das gesehen habe wurde auch nicht am Boden geschnuffelt sondern nur dieses typische "Nase nach oben" schnuffeln.Frage ist jetzt wie soll mans einordnen? Läuft er Patrouille a la HSH oder späht er schonmal für die anderen aus wos was geben könnte? (Gibts solche Arbeitsgebiete überhaupt in der Jagd?)
Ich krieg ihn sogar mittlerweile bei Wildsichtung und wenn er schon hinterhergeht noch abgerufen. Nicht zu 100% aber nahezu. Nur seine Runde braucht er aber irgendwie. Passiert jetzt auch eher selten. ca 1-2 mal im Monat. Bin jetzt auf der Suche nach Ersatz weil dieses "Runde laufen" gerade in der Jagdsaison extrem gefährlich für den Hund ist. Wenns nach mir ginge würde ich ihm die wirklich gönnen, geht halt leider einfach nicht.
Frage ist jetzt, wie würdet ihr das Verhalten einordnen und was würdet ihr als Ersatz anbieten. Fahrradfahren hab ich schon probiert. (Steht er total drauf, hat aber nix geholfen).

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Hallo,
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Also eine Idee habe ich nicht, aber es ist schon ein Jagdverhalten, was er da zeigt.
Mein Hund arbeitet auch nur mit Hochwind und geht daher eher ner Spur nach (wenn sie alle Jubeljahre mal eine hat) die "oben" ist als ne direkte Fährte (wie zB beim Maintrailen).
Deswegen würde ich es wohl auch einschränken. Ist er ansonsten ansprechbar bzw. wie verhält er sich sonst?
Für mich liest es sich ein wenig so, als ob er sich Beschäftigung suchen würde( er geht dann auch noch zum Hügel rauf). Also bist du für ihn wirklich interessant genug? Schonmal mit der Reizangel gearbeitet? Ich hab damit keine Erfahrungen, aber viele hier machen das. -
Wenn es sich um Jagdverhalten handelt, ist Fahrradfahren ja überhaupt kein adäquater Ersatz. Versuch doch eine Beschäftigung zu finden, die der am nächsten kommt, für was du das Ganze hältst...
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Vielleicht etwas Frisbee spielen und trailen? Ich bin jetzt nicht so der langzeiterfahrene Anti-Jagt-Profi, aber das würde mir so spontan in den Sinn kommen.
Der scheint ja doch sich sehr gerne in großen Runden zu bewegen und Lauffeude zu haben. Und Nasenauslastung wär doch bestimmt auch ne Sache. Gibt doch jetzt so ein neues Sportdings aus Amerika, welches Bewegung und Nasenauslastung vereint. Fällt mir jetzt aber nicht spontan ein, wie das nochmal hiess..
LG
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Zitat
Wenn es sich um Jagdverhalten handelt, ist Fahrradfahren ja überhaupt kein adäquater Ersatz. Versuch doch eine Beschäftigung zu finden, die der am nächsten kommt, für was du das Ganze hältst...
Das ist eigentlich die entscheidende Frage. Was zeigt er da? Schutz oder Jagdverhalten?
Wegen Jagdverhalten haben jetzt auch schon einiges probiert...
Wir laufen zu 90% entweder direkt durch den Wald (ohne Weg) oder auf Waldwegen. Je nach Laune und Wetter zwischen 2-3h am Tag. Im Wald werden dann auch Suchspiele oder Natur-Agility oder was einem halt sonst noch einfällt (Frauchen suchen ist seeehhr beliebt z.B.) gemacht. Aber eher nebenbei. Primär ziehen wir durch den Wald sozusagen. Auch immer schön an Plätze zum kucken. Das klappt auch super, man kann mit dem querfeldein durch den Wald rennen und da ist einfach auch das Vertrauen da das er nicht abgeht oder ich ihn nicht wieder zurückgerufen kann. Auch auf unsere Hündin ist da zu 100% Verlass.
Nur dieses Runden drehen... -
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Und ihm da eine Alternative anbieten? Man muss es dum Hund natürlich erst noch relativ mühselig als was Tolles verkaufen.
Wäre es Schutzverhalten, ist Fahrrad auch eine unpassende Alternative.
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Hallo geisi2,
also zunächst einmal würde ich an deiner Stelle den Hund (die Hunde) mit einem solchen Verhalten nicht mehr von der Leine lassen.
Ließ dir mal meine Geschichte durch, dann weißt du, dass AJT ohne Schleppleine einfach nur per Rückrufübungen böse nach Hinten los gehen kann.
https://www.dogforum.de/verletzung-geh…lt-t162153.htmlAls Ashanti ihren Jagdtrieb entdeckte, war unsere Trainerin anfangs auch noch der Meinung, dass wir ohne Sicherung üben könnten. Immer kam Ashanti nach 30 - 60 Sekunden nach dem Rückruf auch immer wieder zurück. Was aber in den wenigen Sekunden passieren kann, kannst du in meinem Gesundheits-Thema nachlesen.
Und das ist noch eine harmloser Fall, im Vergleich zu den noch möglichen Folgen eines weglaufenden Hundes, egal aus welcher Ambition heraus er stiften geht.Zum Verhalten deines Hundes:
Ich bin mir sicher, dass es definitiv ein Jagverhalten ist.
Nicht jeder Hund mit jagdlichen Ambitionen geht mit der Nase am Boden auf Fährtensuche. Viele Hunde stecken die Nase in den Wind um Witterung aufzunehmen und eine Spur zu verfolgen. An dieser Stelle könntest du sogar noch froh sein, wenn dein Hund fast ausschließlich auf diese Art schnüffelt, denn so ist die Wahrscheinlichkeit eine ganz frische Spur auf längeren Strecken zu verfolgen schwieriger.
Aber in deinem Fall kannst du auf die Entfernung (bei 20 Minuten weglaufen, kann das schon ganz schön weit sein), wenn dein Hund beispielsweise im Wald unterwegs ist, gar nicht genau sagen, ob er nicht doch am Boden Fährten sucht, und wie erfolgreich er dabei ist, oder?
Das er dauernd stehen bleibt und die Gegend scannt spricht allerdings für einen Sichtjäger. Dabei bleibt der Hund stehen, scannt die Gegend und nimmt gleichzeitig Witterungen auf um sich dann in die entsprechende Richtung zu bewegen, die ihm interessant erscheint. Mit Hüteverhalten hat das hier überhaupt nix zu tun.
Du kannst fast noch froh sein, dass dein Hund nicht andauernd mit der Nase am Boden hängt und die wirklich frischen Fährten nicht richtig verfolgen kann. Aber das kann alles noch kommen, wenn er erstmal begriffen hat wie es geht. Erstmal Witterung aus der Luft aufnehmen, in die Richtung des möglichen Wildes laufen, und bei Näherkommen Nase in den Boden und die Spuren verfolgen, bis er das Wild aufgespührt und aufgescheucht hat. So wäre der normale Gang.
Bisher schafft aber dein Hund vermutlich noch nicht den Übergang von Witterung aufnehmen zur konkreten Spur am Boden überzugehen.An deiner Stelle würde ich gar nicht mehr ohne Schleppleine raus gehen. Das kann wirklich schlimm enden, nicht nur für deinen Hund oder für dich. Was, wenn dein Hund nen Unfall verursacht, bei dem Menschen zu Schaden kommen?
Und jetzt sag nicht "Wir gehen nicht, wo Straßen sind". Ein Hund kann mehrere Kilometer in windeseile zurücklegen. Was meinst du wie weit er in 20 Minuten laufen kann, und du hast am Ende keinen blassen Schimmer, wo er dann gewesen ist.Zu Methoden des AJT und zu Auslastungsmöglichkeiten der Nase gibts ja hier auch viele Tips und Anleitungen im Forum. Lies dich dort einfach mal n bissl ein. Deine beschriebenen "Übungen" im Wald wirken im Moment eher unkoordiniert und nicht zielführend.
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Hallo,
also als Beschäftigung würde ich dir auch Mantrail/Flächenarbeit oder Dummytraining empfehlen.
Um einen Effekt beim AJT zu haben musst du deinem Hund einen Ersatz bieten.
Als erstes solltest du aber die Motivation rausfinden um es umlenken zu können.Kann dir auch dieses Buch hier sehr empfehlen:
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Und was vielleicht noch hilfreich wäre: Eine Konditionierung auf einen Superpfiff/Superschlachtruf. Wir haben den Superpfiff langsam aufgebaut und ich konditioniere ständig nach und erhöhe die Motivation... Und der Pfiff war schon soooo goldwert!
So kannst du deinen Hund VOR brenzligen Situationen abpfeifen, im besten Fall ;-)
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Vielen Dank für Eure Tips, hab jetzt wenigstens einen Ansatz. Werde mir mal den Buchtipp reinziehen und weiter an der Geschichte arbeiten.
Die Gefährlichkeit ist mir bewusst und wir nehmen die Problematik sehr ernst. Man hängt ja an seinen Hundis und das andere zu Schaden kommen geht auch gar nicht. Das MUSS zu 100% funktionieren aus den Gründen die ihr schon genannt habt.
Danke nochmal für die Hilfe & den Buchtipp
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