Ressourcen- und Artgenossenkämpfe - wann und wie eingreifen?

  • hey, ich hab eure Beiträge gerde gelesen und hätte da mal eine Frage zu, wenn ich den einfach mal eigennützig dazwischen plappern darf^^ Sonst überlest es bitte oder löscht es *s*

    Mein Hundi spielt auch gerne mit Stöckchen, bzw auch mit Spielzeugs und allem was andere Hunde evtl toll finden könnten (theoretich auch ein Grashalm), allerdings immer nur solange wie andere Hunde mit ihm gegenseitig 'abjagen' spielen, sonst sucht er sich was neues. Normalerweise lässt er von Hunden ab die ihr Spielzeugs, oder was auch immer, Verteidigen - zwar nicht ohne es Junghund-nervig mind. 3mal zu versuchen - aber er lässt sich allgemein gut vertreiben. Ich finde das er mit einem Objekt im Maul eigentlich viel friedlicher spielt, denn dann spielt er Rennspiele, sonst sind es Boxertypisch eher Raufspiele, die nicht jeder Hund toll findet ... naja fast keiner, den ein Bodycheck im vollem Lauf von 30kg Hundi ist wohl nicht so super *hust*
    Würdet ihr Spiele mit fremden Hunden und irgendwelchen Objekten echt grundsätzlich verbieten? Nur für den Fall das was schief gehen könnte? Denn wie der eigene Hund und der Fremde ganz genau reagieren kann man ja eigentlich nie 100% wissen. Theoretisch könnte das ja immer mal schief gehen.

  • Ich habe jetzt nicht alle Beiträge gelesen. Ich muss aber hier mal sagen, dass ich es einem Hund generell verbieten würde mit Stöckchen zu spielen und das aus diesem Grund (niccht für schwache Nerven) http://tierklinikneckarwiesen.wordpress.com/2011/07/15/sto…euge-fur-hunde/

    Jetzt zur Verteidigung generell: meine Hunde haben in der Nähe anderer Hunde keine Beute. Die nehme ich denen vorher ab. Kommt es doch einmal zu Begegnungen (wirklich sehr selten), lassen sie die Beute fallen. Das haben sie so gelernt und kommen zu mir. Ist zwar manchmal nicht einfach dann an das Spielzeug zu kommen, weil einige Hunde damit türmen gehen, aber das ist mir lieber als Stress.

  • Fein – da kommt ja Leben in das Thema.
    Ich finde es beruhigend und spannend, dass ich nicht alleine mit diesem Problem bin.
    Besonders wichtig finde ich die Frage, inwieweit ich Rosa einerseits in Ihren Retriever-Anlagen fördere und auslaste, ohne dass es zu Auseinandersetzungen mit Artgenossen kommt.
    Rosa kommt ja aus einer Arbeitslinie und die Freude und Begeisterung, „Beute“ zu suchen, zu apportieren und zu mir zu bringen ist weitaus stärker ausgeprägt, als ihr Jagdtrieb.
    Ich mache mit ihr ZOS, diese aber wohl eher „laienhaft“ und ohne Druck - sie findet alles, egal wo ich es verstecke.
    Jetzt versuche ich mal, zusammen zu fassen.

    Zitat

    Hat mein Hund bei Hundebegegnung etwas in der Schnute (Dummies etc), nehme ich ihm das nicht ab sondern order ihn ins Fuß und gehe mit den Hunden weiter. Er ist Ressourcenverteidigend. Da ich das weiß, lasse ich in diese Momenten keine Hundekontakte zu.

    Bislang habe ich immer versucht, Rosas Retriever-Eigenschaften zu nutzen und zu fördern.
    Dass das wohl nicht so einfach getan ist, zeigt sich ja jetzt in Rosas Grössenwahn.
    Wie gesagt, nehme ich Rosa den Stock weg, wenn ich andere Hunde rechtzeitig sehe.
    Das klappt, aber sie bleibt dann sehr fixiert an meiner Seite, respektive auf den Stock und wenn sich ein Artgenosse nähert, verteidigt sie den Stock UND mich.
    Ergo muss ich diesen in einem gezielten Moment schnell „weglegen“ , so entspannt auch Rosa sich etwas (Wenn sie auch blöd aus der Wäsche guckt…)
    Langfristig „frustriert“ nehme ich sie nicht wahr, sind ja genug Stöckchen da und Rosa hat auch grundsätzlich nur kurzweiliges Interesse an Artgenossen.
    Aber wer weiß schon, was sich im Hundehirn ungewollt verknüpft…?!

    @Windsurf, nightstalker, helle Schatten
    Beruhigend, dass ihr das Problem auch kennt.
    Lasst uns doch ne‘ Selbsthilfegruppe gründen – „Mein Retriever ist stöckchensüchtig und ich co-abhängig…!!!“
    Ich für meinen Teil finde es sehr schwierig, Verhalten mal zu erlauben und dann wieder nicht.
    Im „Null-komma-nix“ generalisiert Rosa wieder – Ball gleich Stöckchen, Stöckchen gleich Ball.

    Zitat


    die von der "stock konsequent verbieten fraktion" haben zwar eigentlich recht...je nach abhängigkeitsgrad mehr oder weniger (ich glaub kein mensch versteht, was ich grad mein^^), aber zumindest bei uns ist das keine option gewesen, weil stöcke einfach so super weit oben auf der prioritätenliste stehen...keine kekse und kein anderes spieli der welt, können damit konkurrieren (leider)...

    Auch bei Rosa sind „Stöckchen“ das Non-plus-Ultra – in freier Wildbahn kann auch das tollste Quietsch-Spieli oder der Leberwurst-befüllte Dummy nicht mithalten…

    Zitat


    Beim Retriever würde ich das daher stark regulieren und es dem Hund nur im Rahmen der Auslastung zukommen lassen. Das sollte reichen um diesen Teil des Jagdtriebes im ausreichenden Maß zu befriedigen, so dass man ruhigen Gewissens an anderer Stelle regulieren kann.

    Wie verhält sich den ein (professionell) jagdlich ausgebildeter Retriever?
    Sucht und apportiert er, und ein Artgenosse kommt ihm in die Quere – würde er die Beute nicht auch entsprechend drastisch (für den Jäger)verteidigen?
    GsD hat Rosa nur einen rudimentären Jagdtrieb, wenn sie Wild sichtet. Außer Eichhörnchen hinterher zu rennen und „doof“ um den Baum zu laufen, ist da nix.
    Wir hatten hier schon einige (unvermeidbare) Begegnungen mit Wildschweinen, da verfällt sie eher ins Freezing und ist dann mal ganz schnell wech…

    Zitat

    Ich sehe es als kein Problem an, dass Hunde angemessen ihre Sachen verteidigen. Aber den anderen Haltern zuliebe nehme ich die Spielzeuge vorher ab. Umschiffe die Hunde und gebe sie zurück, sofern dann noch Interesse besteht. Spielt mein Hund mit seinem Ball, sieht er die anderen Hunde nicht, weil er sich auf das Spiel konzentriert und ich nehme ihm das Spielzeug so ab, wie ich es auch ohne fremde Hunde täte.

    Das habe ich ja auch immer gedacht – aber bis sie mal an den „Falschen“ gerät.
    Das geht ok, solange die anderen Hunde „ihre Beute“ ihre sein lassen, aber wenn nicht…
    Ich übe das Abgeben intensiv, in jeder Situation.

    Zitat


    Denn ich kann im Freilauf mir selbst nicht garantieren, dass der andere Hund nich doch zu meinen hinrennt...
    Gut, ich lasse Akuma dann auch verteidigen, aber die anderen Halter sind dann halt eben entsetzt. Das smit "Hunde laufen uns rein", passiert uns jeden Tag, übrigens.

    Eben.

    @Yvonne&Bobby
    Ich habe den link nicht gelesen, gehöre aber nicht zu denen, die „Stöckchen“ verbieten.
    So wie sie durch den Wald peest, läuft sie weit mehr Gefahr, sich im Unterholz zu verletzen, als durch die meist Riesenklopper von Baumstämmen, die sie rumschleppt.
    Sicherlich ein wichtiges Thema, aber hier nicht als Grundsatzdiskussion in Frage gestellt.

    kareki
    Würdest Du mir noch mal erklären, warum es Dich NICHT verwundert hat, dass Rosa nicht stärker verletzt wurde?
    Trotz der Dreierkonstellation?

    So, dass erst mal und Danke für Eure Gedanken,

    Andrea & Rosa

  • Weil da verdammt viel "Staub" aufgewirbelt wurde. Hunde, die es ernst meinen, lassen das Theater drumherum weg.
    Aber da ich Rüden habe und hie rund da mal durchaus Raufereien entstehen können, gerae bei einem Ressourcenverteidiger... bleibe ich da meistens cool.

    (Außerdem kannten sich ja zwei der drei Hündinnen. Die dritte hat "eingegriffen" meiner Meinung nach...)

  • Da Stöcke, aus Verletzungsgründen, viel zu gefährlich sind, habe ich sie unserem Resourcen verteidigenden Blacky verboten. Bevor er zu uns kam durfte er immer mit Stöcken spielen, also hat das ganze 6 Wochen gedauert bis er nicht mehr fast jeden Stock ausprobieren wollte. Für mich war es sehr anstrengend, denn ich mußte ihn ständig im Auge haben und bei gefühlten 3471 Stöcken die Stunde konsequent reagieren. Es hat sich gelohnt.

    Außerdem wäre es doch viel sinnvoller, wenn Du sowieso Dummyarbeit mit ihr machst, daß sie die von Dir angebotene Beute bringt und trägt so lange bis sie sie abgeben muß und nicht selbst entscheidet was Beute ist und diese rumgeschleppt.

    Blacky war nach diesem "Stöckchenentzug" deutlich entspannter bei Hundebegegnungen und kam gar nicht erst auf die Idee mich (mit der Beute) zu beschützen, denn der Dummy war immer unsichtbar weggepackt und auf Aufforderung bekam er ihn nie.

  • So könntest Du die Kämpfe um Resourcen komplett vermeiden. Ich greife übrigens bei einem Kampf ruhig ein, so wie es mir angemessen erscheint. Kommen die Hunde danach noch öfter zusammen, ist es mir danach genauso wichtig, daß sie beide wieder entspannen und zwar mindestens in Sichtweite voneinander.

    Ups, ich wollte eingentlich oben einfügen...

  • Also ein Retriever, der bei einem jagdlichen Einsatz einem anderen Hund die Beute abjagt wäre das erste und allerletzte Mal jagen gewesen!
    Ein Retriever (zumindest Golden und Labrador) wurden doch darauf selektiert, keinen Beutestreit zu begehen, gerade weil sie bei einer Gesellschaftsjagd nicht alleine sind und es immer mal sein kann, dass ein anderer Hund zuerst die Beute hat. Abjagen ist da ein No-Go, was das allein mit dem Wild als Fleisch machen würde...
    Du kannst sie doch wunderbar mit Dummyarbeit auslasten, und dazu gehört dann auch, dass ihr mal zu zweit arbeitet und sie lernt, auch andere Hunde dürfen arbeiten, ich muss zugucken und die Klappe halten. Das ist Steadyness.
    Stöcke haben mit Retriever oder nicht nichts zutun, nur tragen Retriever von Natur aus gerne Sachen.

    Wenn du sagst Arbeitslinie, hast du doch auch Papiere bzw. nen Zuchtverband. Schau doch da mal nach (müsste ja DRC oder GRC (ist nen Golden oder?) sein) und such dir eine Trainingsgruppe.

  • Ich setze mir hiermit mal ein Lesezeichen.
    Meine Hündin verteidigt ungefähr alles.
    Auch Taschen von fremden Leuten.
    Werd heut Abend noch was dazu schreiben!


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  • kareki

    ich glaube ja auch, dass schon alleine aufgrund des Grössenunterschiedes beider Hunde im Ernstfall Rosa bösen Schaden genommen hätte.

    Es fiel und fällt mir allerdings seitdem sehr schwer, "entspannt" zu sein, wenn beide Hunde aufeinander treffen - auch ohne die FB...
    Der Schreck sitzt einfach noch zu tief in den Knochen.

    tixi6

    Ich habe mit Dummy gearbeitet, die feinsten Superleckerlies darin verstaut.
    Das hat bislang zu einen enormen "Dummyverbrauch" geführt, da diese eben einfach in der Pampa liegengelassen werden, entdeckt Madame einen "passenden" Stock.
    Dummy wäre also eine Alternative beim bewussten und gezielten Dummytraining, im entspannten Freilauf wird mir das aber wirklich auf Dauer zu teuer...

    @ nightstalker

    Danke für diese - an sich logische - Schlussfolgerung der jagdlichen Retrieverarbeit.
    Ich würde schon gerne in der geführten Gruppe arbeiten - aber ich bin grundsätzlich kein "Vereinsmensch".
    Ich wollte mit Rosa ja "professionell" Agility ausprobieren, kam aber nicht dazu, weil hier die Übungs-Plätze nur an Vereinsmitglieder freigegeben werden - das hat mir schon wieder gereicht... :roll:

    So, ich habe jetzt die letzten beiden Tage noch einmal genauer beobachtet und in allen möglichen Situationen ausgetestet, wann und wie Rosa ihre Ressourcen wahrnimmt, beibehält und verteidigt.

    Was ich festgestellt habe - Rosa schaut immer, wie ich reagiere und "wartet" regelrecht, dass ich sie positiv bestärke.
    Also, Stock liegt da, sie sieht diesen und schaut mich "erwartungsvoll" an, wie "Soll ich, darf ich...?!"
    Da ich das ja bislang - mehr oder weniger deutlich oder bewusst - immer bestätigt habe, nimmt sie ihn auf und läuft stolz wie Oskar davon.
    Ich habe jetzt immer mit einem "Nein" reagiert und sie reagiert zwar etwas verdutzt und verwirrt, aber mit ein wenig Nachdruck lässt sie ihn liegen.

    Mithilfe ihres "Spielballes" klappt es auch ganz gut, dass sie die Millionen Stöckchen im Wald "vergisst.
    Nur der Ball wird geworfen und gebracht, dass klappt ja, wie schon beschrieben, grundsätzlich besser als mit den Stöcken (in die Hand).
    Kommen andere Hunde, verschwindet dieser unbemerkt in einer Tasche.

    Das ist doch schon mal etwas - finde ich - wo ich, mithilfe Rosas Verhalten, etwas verändern kann.
    Manchmal muss man eben nur achtsamer und bewusster hinschauen, insbesondere wie "unbewusst" HH sich selbst verhält und damit eben gerade ungewünschtes Verhalten fördert.

    Das ist sicherlich nur der Anfang.
    Aber - wir sind weiter am Üben...

    LG,

    Andrea & Rosa

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